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Skepta teilt die EP „All in“ und hat seinen P. Diddy-Moment

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Nach Kooperationen mit Nike, Havana Club und DIESEL war es mal wieder an der Zeit neue Musik zu releasen. Dies hat Skepta mit „All in“ getan und lässt auch da durchblicken, dass es ihm aktuell gut geht. Außerdem erklärt er, warum man in Zukunft nicht mit viel neuer Musik von ihm rechnen soll.

Der Name Skepta fällt immer wieder im Zusammenhang mit dem Aufkommen und Bekanntmachen des Genres Grime. Er gilt neben Akteuren wie Wiley oder Stormzy als einer der Pioniere des Genres und konnte mit seinem Debütalbum sogar einen Mercury Prize gewinnen. Nun meldet er sich nach einer musikalischen Verschnaufpause mit der EP „All in“ zurück und beweist, dass ihm kurze Auszeit von dem ständigen Releasen gut getan hat.

In den vergangenen Monaten tauchte der Musiker zwar immer wieder als Feature-Gast bei Musiker:innen auf, hielt sich jedoch mit eigener Musik eher zurück. Stattdessen konzentrierte er sich darauf sich anderweitig kreativ auszuleben. So hat er beispielsweise seinen eigenen kubanischen Rum gemeinsam mit Havana Club auf den Markt gebracht. Zwischen ihm und der Brand besteht bereits seit längerem Kontakt. Das Projekt trägt den „Havana Club x Skepta 2.0“ und ist in UK und online erhältlich. Daneben hat er noch seinen eigenen Sneaker mit Nike entworfen und den „Sound of the brave“-Duft mit DIESEL.

Dementsprechend präsentiert er sich auch auf „All in“. Alleine das Artwork lässt vermuten, dass man hier einen Businessman à la Diddy vor sich hat. Der Shoot zeigt den Musiker in einer James Bond ähnlichen Pose. Ein Vergleich zu „Casino Royale“ liegt nah, da der Musiker aus UK das Pokerspiel selbst als Inspirationsquelle verraten hat: „Man kann gute Karten oder schlechte Karten bekommen“, sagt der Rapper. „Aber wenn man keine guten Karten bekommen, kann man immer noch bluffen, hustlen und gewinnen. Man muss lernen, wann man aggressiv spielt oder wann man sich zurückhalten und chillen sollte.“

Sein Hustlen und sein Wirken als Geschäftsmann hat wohl auch deutlichen Einfluss auf seine Musik. Die Lead-Single „Nirvana“ entstand zusammen mit J Balvin, dem kolumbianischen Reggaeton-Sänger. Dadurch lädt der Song, wenn man dann in Klischees denken möchte, zum Havana Club trinken ein.

Mittlerweile mehr Geschäftsmann als Musiker

Im Zuge der Promo zu „All in“ hat Skepta verkündet, dass er sich zukünftig weniger auf das Veröffentlichen eigener Musik konzentriert, sondern eher als Produzent agieren möchte. Im Interview auf BBC 1XTRA mit Tiffany Calver meinte er: „Es war einfach ein Gedanke in meinem Kopf, ich dachte mir: Ich will mehr machen, als nur ein Rapper zu sein, denn das ist eine Verschwendung von Talent. Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt mehr in der Produktion arbeiten will. Ich will Alben für Leute produzieren.“

Mit dieser Idee möchte er aber neuen Künstler:innen die Möglichkeit geben den gleichen Weg wie er selbst einzuschlagen: „Ich habe das Gefühl, dass Rappen für Künstler:innen eine Art Therapie ist. Sie gehen irgendwohin und sagen jemandem, dass er sie aufnehmen soll, und sie drücken ihren Schmerz in dem Song aus. Aber nach einer Weile ist es, als hätte ich alles gesagt, vom verwirrten afrikanischen Kind zum Anführer im Dorf meines Vaters. Ich habe mich in mein Nirvana gerappt, weißt du, was ich meine? Ich habe mich irgendwie hineingerappt. Jetzt möchte ich anderen Menschen helfen, ihres zu sehen.“

Zusammenfassend kann man sagen, dass uns „All in“ mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurücklässt. Auf der einen Seite freut man sich, dass es dem Musiker, der uns über mehrere Tracks hinweg über Probleme in UK aufgeklärt, endlich gut geht. Auf der anderen Seite  sorgt man sich ein wenig, dass man sich in Zukunft auf weniger Grime-Asse von Skepta einstellen muss.

Das Video zu „Nirvana“ von Skepta und J Balvin gibt’s hier:

LGoony legt sich mit der Rap-Szene an und verteidigt Deutschrapmetoo

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LGoony // Presse

Der Kölner Rapper LGoony verteidigt die aufklärende Bewegung #deutschrapmetoo auf Twitter und erntet sofort Drohungen von MC Bogy.

Es gibt viele Kandidaten im Deutschrap, die von sich aus behaupten Hip Hop zu sein. Einer davon ist auch MC Bogy, welcher nach einem Instagram Post nun von LGoony auf Twitter kritisiert wird. Doch was war passiert? Der Ursprung der Auseinandersetzung ist ein dümmlicher und wenig reflektierter Instagram-Post des selbsternannten Atzenkeepers aus Berlin: „,… Ich hörte letzte Nacht in meinem Traum die Stimme eines Engels… Er flüsterte mir in mein Ohr..,halte durch Bogy es werden schwer bewaffnete Reiter kommen, sie tragen Adiletten und reiten auf weißen Einhörnern, und sie werden in einer göttlichen Schlacht HipHop wieder befreien und all den Kampagnen und Organisationen wie @deutschrapmetoo das Fürchten lehren… Ich bete nur das meine Oma recht hatte und träume war werden….“

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von MC BOGY (@mcbogy46)

In dem wirren Statement will er Hip Hop vor Organisationen wie Deutschrapmetoo „das Fürchten lehren“. Diese setzt sich für Vernetzung von Betroffenen sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch innerhalb der Deutschrapbranche ein und klärt darüber regelmäßig auf Social Media auf.

Niveaulose Drohungen von MC Bogy

LGoony kritisiert diese Verhaltensweise und den vorherrschenden Abwehrreflex der Rap-Szene zutiefst und geht daraufhin auch explizit auf MC Bogy in seiner Kritik auf Twitter ein:

Der oben gezeigte Tweet war der Beginn einer Hasstirade, die von MC Bogy angestiftet wurde. Aktuell liefert der Berliner Rapper gefühlt im Minutentakt neue Drohungen nach, die LGoony alle fleißig exposed und teilt. Um einen Eindruck zu geben, auf welchem Niveau MC Bogy hier agiert, teilen wir folgenden Tweet:

In einem weiteren Tweet kritisiert LGoony völlig richtig die konservative Haltung der Szene, die nur aus finanziellen Gründen von Labels und Plattenfirmen derart toleriert wird: „40 jährige männer die feminismus zum feindbild ausrufen weil sie der meinung sind durch ein weltoffenes mindset und das aufzeigen von szeneinternen missständen wird die kultur beschnitten. „make hiphop great again“. einfach nur peinlich“.

LGoony zeigt das hässliche Gesicht des Deutschrap

Seit Jahren schweigt das Musikbusiness zu offensichtlich sexistischen Strukturen, insbesondere in der Deutschrapszene. Ursachen dafür gibt es viele. Zum einen natürlich die bereits erwähnten finanziellen Interessen der Musikindustrie. Andererseits besteht die Problematik auch innerhalb des Musikjournalismus, in dem sich eine Art Reverse-Cancel Culture erkennen lässt. Dank Instagram- und genereller Social-Media-Präsenz sind Artists heute nicht mehr auf die Reichweite von Online-Musikmagazinen angewiesen. Kritisieren diese Magazine explizit Acts, werden von diesen und möglicherweise von ihrem gesamten Umfeld keine Interviews oder Statements mehr gegeben. In den schlimmsten Fällen wird mit Gewalt oder dem sogenannten „Rücken“ gedroht. Hierbei handelt es sich um kriminelle Strukturen (Clans). Dadurch laufen bemüht unabhängige Nachrichtenmedien Gefahr zum Sprachrohr oder zum verlängerten PR-Arm eines Apparats zu werden, der strukturell sexistisch und vor allem patriarchal aufgestellt ist.

LGoony beweist mit seiner furchtlosen Kritik, dass es längst überfällig ist, Initiativen wie Deutschrapmetoo eine Stimme zu geben und auch dieser Gehör zu schenken. Denn nur so wird Deutschrap auf Dauer als Musikgenre, das längst gesellschaftlich prägend ist, stattfinden können.

Unendlich Schön Podcast #04 Golf & Heartbreaks mit Verifiziert

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„Unendlich Schön“, der neue Podcast des online Musik- und Popkulturmagazins The Postie. In der vierten Folge ist die Musikerin Verifiziert zu Gast.

Mit Songs wie „Asphalt“, „Schlaflos“ und ihrer Ode an die französische Zigarettenmarke „Rote Gauloises“ hat sich die Wiener Musikerin Verifiziert innerhalb kurzer Zeit ihren Platz in der deutschsprachigen Musikwelt erspielt. Unsere heutige Folge trägt den Titel „Golf & Heartbreaks“ und knüpft damit inhaltlich an das Schaffen der Künstlerin an. In ihrer Musik geht es um die Sehnsucht nach Zweisamkeit und um lange einsame Autofahrten durch das nächtliche Wien. Außerdem haben wir sie gefragt, ob der Hype um Österreichs Hauptstadt gerechtfertigt ist und ob sie dort ihr ganzes Leben bleiben würde.

Die Songs, über die wir gesprochen haben, findet ihr in unserer „Unendlich Schön Playlist“:

Drangsal lässt im Video zum Titeltrack „Exit Strategy“ alle Hüllen fallen

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Drangsal lässt im Video zum Titeltrack
Still aus: "Drangsal – Exit Strategy"

„Exit Strategy“ ist der mittlerweile vierte Song, den Drangsal aus seinem gleichnamigen Album veröffentlicht. Im dazugehörigen Video posiert er nackt vor der Kamera.

Um Punkt 00:00 Uhr veröffentlicht Drangsal den Song und das passende Video zu „Exit Strategy“. Der Song ist die vierte Auskopplung aus seinem neuen Album, das den gleichen Namen trägt. In den vergangenen Wochen hat der in Berlin lebende Musiker bereits „Urlaub von mir“, „Mädchen sind die schönsten Jungs“ und „Liedrian“ veröffentlicht.

Musikalisch fügt sich „Exit Strategy“ perfekt an die genannten Songs an. Eingängige Refrains, typische Drangsal-esque Riffs und Texte über Selbsthass, Self-Care und Selbstermächtigung. Doch auch eine Lovestory versteckt sich in dem Song, wenn es heißt: „Bin nicht mehr so gern alleine hier — bleib doch noch eine Weile bei mir“. Die bisherigen Releases lassen vermuten, dass es Drangsals ehrlichstes Album wird. Dass er sein Herz auf der Zunge trägt, ist zwar von Berlin bis in die Pfalz bekannt und trotzdem wirken die neuen Songs, direkter und unverblümter.

Und so kommt es sicherlich nicht von ungefähr, dass Max Gruber sich für den Titeltrack seines Albums unverhüllt zeigt. Dennoch soll mit dem Video keine erotische Spannung erzeugt werden. Es ist so wunderbar angenehm normal, dass Drangsal einem den nackten Rücken zeigt – in einer Pose, die an Aktbilder erinnert. Doch anstatt sich selbst als Kunstwerk herzugeben, liefert er sich in dem von Valentin Hansen produzierten Video einigen Bildeffekten aus und wird somit zur Leinwand.

Das Album „Exit Strategy“ erscheint am 27. August. Dies verkündete er mit der Löschung aller Posts aus Instagram und dem Posten eines neuen Bildes Mitte April mit der Caption: „Ich bin überglücklich, euch ENDLICH sagen zu können: Mein neues Album heißt »Exit Strategy« & wird am 27.08. erscheinen“.  Der daraus erschienene gleichnamige Track ist ab sofort auf allen gängigen Plattformen verfügbar.

 

Das Video zu „Exit Strategy“ von Drangsal gibt’s hier:

Valentin Hansen: Wie wertlos kann ein Album sein?

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Valentin Hansen veröffentlich Album
Valentin Hansen // © Peter Kaaden

Mit seinem Debütalbum „Crisis (The Worthless Album) stellt Valentin Hansen die Frage nach dem Wert von Musik in Streaming-Zeiten.

Der Künstler Valentin Hansen hat sein Debütalbum veröffentlicht und damit die Frage nach dem finanziellen Wert von Musik neu gestellt. Jeder Song seines Albums hat eine exakte Länge von 29 Sekunden. Wird ein Song bei Spotify mindestens dreißig Sekunden gestreamt, zählt der Anbieter dies als gültigen Stream. Erst dann bekommt der Musiker bzw. die Musikerin den entsprechenden Cent-Betrag ausgezahlt. Valentin Hansen verzichtet mit seinem Album jedoch nicht nur auf mögliche Ausschüttungen, sondern auch darauf, dass Spotify seine Streams überhaupt zählt. Dabei gelten diese als Maßstab, an dem sich die Popularität eines Artists ablesen lässt.

Acht Songs hat Valentin Hansen für sein Album produziert. Anstatt diese wie gewohnt als gesamte Songs zu veröffentlichen, hat er sie in 30 Parts geteilt, die jeweils eine Länge von 29 Sekunden haben. An den Stellen wo dies nicht genau aufgeht, geht ein Song im selben Titel in den nächsten über. Musikalisch liefert Valentin Hansen emotionale Autotune-Balladen. Die Instrumentals bleiben zurückhalten, alles verhallt in künstlich klingenden Räumen. Er spielt mit digitalen Effekten, die den Drums ihren natürlichen Sound nehmen und reizt die Grenzen dessen aus, was mit Stimmverzerrern möglich ist. Valentin Hansen beweist neben einer gekonnten Kritik am Bezahlsystem von Spotify zugleich musikalische Vielseitigkeit. Dass die Anzahl der Titel, im Gegensatz zur jeweiligen Länge, die 30 erreicht, ist ein gelungener Scherz, dem wir den Künstler an dieser Stelle gerne durchgehen lassen.

„Ich habe viel mit anderen Künstler*innen darüber gesprochen, wie kaputt der Markt ist“

Die Bezahlpolitik von Spotify wird seit Jahren von vielen Artists kritisiert. Als zentraler Kritikpunkt wird dabei meist die prozentuale Ausschüttungen der Beträge angeführt . Konkreter bedeutet dies, dass von den monatlichen Beiträgen der User:innen der größte Teil an Major-Artists ausgeschüttet wird. Kritiker:innen dieses Konzepts fordern eine Ausschüttung, die sich nach dem Hörverhalten der Nutzer:innen richtet. Konkret würde das bedeuten: wenn jemand in einem Monat nur eine einzige Künstlerin streamt, wird der gesamte Monatsbeitrag an sie ausgezahlt.

Valentin Hansen hat mit seinem Debütalbum einen kreativen Weg gefunden, die Politik des größten Streaminganbieters zu kritisieren. Hoffen wir, dass seine Musik die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt bekommt.

Streamt hier das Album „Crisis (The Worthless Album)“ von Valentin Hansen:

Parcels werden mit ihrem Song „Comingback“ cineastisch

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Parcels releasen
Parcels // © Alex Waugh

Parcels haben soeben mit „Comingback“ den zweiten Song nach „Free“ veröffentlicht. Mit dieser Nummer zeigen sie in welche Richtung es musikalisch für die Australier gehen könnte.

„Free“ war der perfekte „Hey, wir sind noch da“-Song von Parcels. Der Song vereinte viele Komponenten, die uns die Band aus Australien so lieben lässt: Ihre offen ausgesprochene Liebe zu Frankreich und Paris, eine Unbeschwertheit, die selbst Surftourist:innen in ihrer Heimat verblassen lässt und das charmante Spicken in der Vergangenheit. Nun legen sie mit „Comingback“ nach und zeigen, in welche Richtung es zukünftig bei Parcels gehen könnte.

Die neue Single zeigt einen gereifteren Sound, ohne, dass man nach der so oft thematisierten Leichtigkeit suchen muss. Einflüsse von Spaghetti-Western scheinen in das Bild mit einzufließen und so fühlt man sich in Teilen sogar an „Tranqulity Base Hotel & Casino“ von den Arctic Monkeys erinnert. Dies mag vielleicht auch mit den den Leuten zusammen hängen, die auch ihre Finger mit ihm Spiel hatten.

Aufgenommen wurde der Track nämlich in den La Frette Studios in Paris. Dort übernahm niemand geringeres als Owen Pallett die Orchestrierung. Der Arcade Fire-Musiker half auch schon bei der zweiten LP von The Last Shadow Puppets mit – dem Sideprojekt von Alex Turner. Gemischt wurde „Comingback“ von James Ford, dem langjährigen Hofproduzenten der Arctic Monkeys.

Auch das dazugehörige Video lässt bei den Betrachter:innen Erinnerungen an die Weiten vieler Westernfilme wach werden. Durch die gedeckten Farben wird eine cineastische Stimming erzeugt, die auf die unbändige Energie der fünf Musiker von Parcels trifft. Die Band selbst sagt auf Instagram zum Video und dem Song: „Out in the desert, out on the road. Out on the search for home.“. „Comingback“ ist ab sofort auf allen gängigen Plattformen verfügbar.

Das Video zu „Comingback“ von Parcels gibt’s hier:

Alli Neumann kündigt ihr Debütalbum an und verrät den passenden Namen

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Das Warten hat ein Ende: Alli Neumann wird im August einen ersten Song aus ihrem Debütalbum veröffentlichen. Den Namen für jenes, hat sie bereits verraten.

Was haben die Fans lange auf die Nachricht warten müssen: Alli Neumann hat angekündigt, dass sie ihr Debütalbum veröffentlichen wird. Auf Instagram hat sie zumindest schon das Datum für den Startschuss verraten. Am 6. August veröffentlicht sie den Song „Madonna Whore Komplex“ und den gleichen Namen wird auch das Album tragen. Neben dem Namen und dem Releasedatum der ersten Single hat die Musikerin auch das Artwork bereits geteilt.

„Madonna Whore Komplex“ gibt’s hier

Auf Social Media kommentiert Alli Neumann ihre Ankündigung mit folgenden Worten: „Ich habe erstmal unendlich viele Lieder geschrieben in meinem Keller..und auf einmal gemerkt..Ich weiß garnicht was ich erzählen will oder was für eine Frau ich darstellen will. Aber dann habe ich gemerkt, das ist Blödsinn. Ich kann euch alle meine Facetten zeigen.
Denn ich bin vieles. Ich bin verbittert und voller Hoffnung. Ich bin mutig und habe Angst. Ich leide unter Normen und breche sie. Ich hasse und ich liebe.
Also habe ich mich entschieden das Album Madonna Whore Komplex zu nennen. Ich habe das System erkannt, dass mich klein hält und das war die größte Befreiung. So konnte ich aufhören die Schuld für meine Andersartigkeit bei mir zu suchen. Wie Michael Kiwanuka eins sagte: ‚You’re not the problem‘

 

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2018 und 2019 hat Alli Neumann die beiden EPs „Hohes Fieber“ und „Monster“ releast. Aus diesen entstammen Fan-Favourites wie die Songs „Banditen“ oder „Monster“. Noch mehr Aufsehen erregte sie, als sie den Feature-Part auf Trettmanns Song „Zeit steht“ performte.

„Zeit steht“ von Trettmann und Alli Neumann gibt’s hier:

10/10 KUOKO: Ich bin sehr verträumt, manchmal denken Leute ich schlafe im Sitzen mit offenen Augen

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Nach den EPs „Lost Woods“ und „Reality Check“ und einigen Millionen Streams später meldet sich die interdisziplinäre Künstlerin KUOKO zurück. Ihren Sound hat sie um ein paar BPM schneller gemacht und dadurch um einiges tanzbarer. Uns hat sie Fragen zu ihrer Rolle als Künstlerin, ihrem DIY-Schaffen und über ihre Eigenarten beantwortet.

1/10 Welche Themen beschäftigen dich und haben dabei direkten Einfuss auf die Musik?

Auf meinem Album verarbeite ich alles Mögliche, in einem Song („Yellow Fever Gaze“) geht es um Rassismus gegenüber asiatischen Frauen*, in „Perfect Girl“ um toxische gesellschaftliche Erwartungen gegenüber Frauen*, in „Cybercreeping“ um digitale Entfremdung…

2/10 Welches Release würdest du einer Person vorstellen, die dich noch nicht kennt?

„Perfect Girl“ – mein Inneres kommt darin sehr gut zum Ausdruck, sowohl im Text als auch Sound.

3/10 Wie entsteht deine Musik?

In Eigenregie, bei mir im Studio. Von den ersten Tönen zur Produktion eines fertigen Tracks. In der Regel spiele ich mit einer Zeile oder Melodie. Manchmal helfen mir bei der Entstehung Notizen auf meinem Handy, die ich im Alltag aufschreibe oder eine Gitarre, um erste Ideen festzuhalten.

4/10 Wie würdest du deine Rolle in der Musik beschreiben?

Ich denke, das ist eine Rolle, die sich stetig wandelt. Neben meiner offensichtlichen Rolle als Musikerin sehe ich mich durch die bestehenden Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen* in der Musikindustrie definitiv in der Rolle, darüber zu sprechen. Ich hoffe, dass ich mit meiner Kunst andere dazu inspirieren kann, auch welche zu machen.

5/10 Stehen Musik und Ästhetik für dich in einem Zusammenhang?

In einem sehr starken Zusammenhang! Die Visuals helfen, die Message eines Songs zu übersetzen, verständlich zu machen, und
zu bereichern. Meine Videos entstehen aktuell in Zusammenarbeit mit dem Filmkollektiv SEOI, dem ich auch angehöre.

6/10 Welchen Stellenwert hat das Thema Digitalisierung für deine Musik?

Ich denke, dass die Digitalisierung definitiv ihre Vorteile für uns Musikschaffende hat und viele Online-Plattformen bietet. Aber da Musik heutzutage von Leuten fast nur noch gestreamt wird, entfallen wichtige Einnahmen, von denen wir Künstler:innen leben. Umso wichtiger ist es, dass uns Menschen durch Plattenkäufe und Konzert Tickets aktiv supporten.​

7/10 Welche Jahre in der Musikgeschichte waren für dich am prägendsten?

Die erste tiefe Connection zur Musik hatte ich in meinen Teenagerjahren, in denen ich angefangen habe Gitarre zu spielen. Gehört habe ich in der Zeit viel Gitarrenmusik, Rock und Punk. Ansonsten lässt sich das schwer einordnen, zumal ich u.a. durch einen Job im Plattenladen die letzten Jahre so viel durcheinander gehört habe.

8/10 Hast du irgendwelche Eigenarten?

Ich bin sehr verträumt, manchmal denken Leute ich schlafe im Sitzen mit offenen Augen.

9/10 Was ist der beste Self-Care Rat, den du geben kannst?

Eigentlich bin ich eine richtige Stubenhockerin, mein Leben passiert vor dem Bildschirm. Aber für mich gibt es nichts erholenderes, als rauszugehen und ein paar Bäume und Pflanzen zu sehen.

10/10 Willst du noch etwas loswerden ?

Mein Album kommt im Oktober, watch out!

„Cybercreeping“ von KUOKO gibt’s hier:

BODDY steigt bei „Call to Action“ auf die große Bühnen

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BODDY ist ein Musikprojekt aus Köln
BODDY // © Frederike Wetzels

BODDY nimmt uns im Video zu „Call to Action“ mit in eine Zeit, in der Musikfernsehen noch relevant war und lässt sich dafür ordentlich abfeiern.

Erinnert ihr euch noch an die Zeit, in der man mit seinen Handy vor dem Fernseher saß und zumindest halb aufmerksam nebenher Fernsehen geschaut hat? In diese Zeit nimmt uns BODDY mit „Call to Action“ zurück. Im Musikvideo zu seinem Release zeigt er sich vor einer großen Menschenmasse, die ganz coronakonform natürlich animiert ist. Egal ob 3D oder echte Fans, die Leute haben auf jeden Fall allen Grund die erste Single aus seinem Debütalbum abzufeiern.

Musikalisch taucht BODDY nämlich nicht in die 90er ab, sondern vielmehr in funky Parallelwelten. Diese erinnern mal an Kevin Parker, mal aber auch an Acts wie COMA oder Klaus Johann Grobe. Durch das Falsett und den verträumten Groove ist es eine Art Tame Impala für Softies – und das ist durchaus positiv zu verstehen.

BODDY ist das Musikprojekt von Jakob Lebsanft, der sich prominente Unterstützung aus von bekannten Bands geholt hat. Seine eigene kleine Superband besteht aus Mitgliedern von Stabil Elite, Vaovao, Ahmed Fakroun und Soft Drug. Seinen Erstkontakt zur Musik hatte Jakob bereits früh in seiner Kindheit.

Mit klassischer Lehre gestartet, wurde das Interesse an anderen Genres schnell sehr groß und so findet man mit BODDY heute ein Projekt vor, das sich nicht so einfach in eine Schublade stecken lässt. Mal Disco, mal Pop und Indie schwirrt sicherlich auch immer irgendwo mit rum. Diese wirren, kauzigen Gedanken fängt er auf seinem Debütalbum, das irgendwann in den kommenden Monaten auf dem Boutique-Label Through the Grapevine erscheint.

Das Video zu „Call to Action“ von BODDY gibt’s hier: