35 NewcomerInnen, die ihr dieses Jahr auf dem Schirm haben solltet

Es ist immer schön, wenn man seine LieblingsmusikerInnen hat. Fast schöner ist jedoch, das neue Entdecken von Musik. Aus diesem Grund haben wir euch 35 Acts vorgestellt von denen wir überzeugt sind, dass 2020 ihr Jahr werden wird.

Arlo Parks

Lange schwamm die Britin Arlo Parks unter dem Radar. Zu lange wie wir finden! Gut, dass die talentierte Musikerin 2020 endlich den Fame bekommt, den sie verdient. Ihre Songs strotzen nur so vor Ehrlichkeit und auch sonst ist das Auftreten von Arlo Parks, wie man sich Popstars in unserem Zeitalter wünscht. 2019 haben wir die Poetin der Generation Z interviewt.

Keke

Dass feministischer Deutschrap kein Widerspruch ist, beweist aktuell die Wiener Rapperin Keke. Seit der Veröffentlichung ihrer ersten Single „Donna Selvaggia“ im Sommer 2018 wirbelt sie mit starken Texten den Männer-Club im deutschen Hip-Hop auf. Die „wilde Frau“, was „Donna Selvaggia“ übersetzt bedeutet, wird dabei gleichzeitig zum Ausdruck des eigenen Selbstbilds und Anspruch ans Musikmachen. In ihren Songs beschäftigt sich Keke unter anderem mit Schönheitsnormen, Weiblichkeit und mentaler Gesundheit. Ihre radikale Ehrlichkeit kommt gut an. Mit authentischem Songwriting und eindringlicher Stimme hat sie es 2019 auf zwei der wohl wichtigsten Deutschrap-Platten des Jahres geschafft. Sowohl Trettmann als auch Kummer wollten sie als Featuregast auf ihrem Album haben. Damit sind für Keke wohl alle Weichen gestellt, um 2020 endgültig zur Queen of Deutschrap zu avancieren.

Baby Rose

Man möchte meinen, dass Baby Rose für ihre einzigartige Stimme stets nur Lorbeeren geerntet hätte. Doch dem ist keineswegs so. Die in Atlanta ansässige Sängerin, Produzentin und Songwriterin erlebte in ihrer frühen Kindheit aufgrund ihrer besonderen Stimme Mobbing. Entsprechend ist es umso beachtenswerter, dass sie sich davon nicht beeindrucken ließ und aus ihrer scheinbaren Schwäche ihre größte Kraft wurde.

Badchieff

Gestartet hat der 20-jährige Producer seine Musikkarriere als DJ in der deutschen Hip-Hop Clubszene. Kein Wunder also, dass er nach wie vor auf clubbige Beats rappt und damit den Zeitgeist trifft. Die Straße spielt sich mittlerweile nämlich auch in Clubs ab.

Gaidaa

Die Video-Plattform Colors etabliert sich immer mehr zum Sprungbrett für internationale KünstlerInnen. Eine, die bei den zahlreichen Sessions im letzten Jahr besonders heraussticht, ist die niederländisch-sudanesische Sängerin Gaidaa. In einer beeindruckenden Performance ihres Songs „Morning Blue“ macht sie auf die politischen Auseinandersetzungen im Sudan aufmerksam. Mit ihrer spannenden Mischung aus englischen und arabischen Texten mit Hip-Hop und Soul-Elementen erweitert Gaidaa die internationale Musikszene 2020 um eine wichtige Stimme.

Celeste

Eigentlich keine richtige Newcomerin mehr aber, was für eine Stimme! Die Vergleiche mit Soul- und Jazzgrößen wie Aretha Franklin oder Ella Fitzgerald sind nachvollziehbar, zählt die Britin nicht umsonst zu einer der größten Nachwuchssängerinnen in diesem Gebiet.  Der von ihr besungene Weltschmerz wird getragen durch entspannte Jazz- und Popklänge, die sogar Stars wie Elton John überzeugen. Zur Musik von Celeste sagt er: „She’s something else. Watch out for her“. Sign.

Elias

Elias ist einer der vielversprechendsten Acts für das Hip Hop-Jahr 2020. Ganz nach dem Vorbild der Musik aus den USA sind die Themen bei Elias weniger Shisha, PSG-Trikots und Para, sondern mehr Basketball, Maybach und glitzernde Felgen. Auch die Beats seines Produzenten Young Mesh lassen einen in vergangene Zeiten zurückblicken. Der Sound von Elias klingt, als hätte 50 Cent seine Goldketten nach Deutschland geschmuggelt.

Das Moped

Im Kosmos von The Postie sind Das Moped längst keine Newcomer mehr und dennoch passen sie irgendwie in einer Liste der spannenden Acts für 2020. Bei Acts die Youtube-Klicks unter der Mio haben, reicht es doch heutzutage um sich zu brüsten. „Ich kannte die Band schon vor ihrem Fame“. Anbei ein gratis Tipp mit dem ihr den Spruch in eurem Umfeld anwenden könnt:

Jinka

Würde diese Seite wie ein Meme-Account funktionieren, wäre die Geschichte mit “Deutsche Grimes” schnell erzählt. Dann hätte man jedoch unterschlagen, dass JINKA erstens aus Transsylvanien in Rumänien stammt und dass ihr Stil auch an Acts wie Kate Bush oder Charli XCX erinnert. Soundcloud-Welten werden bei JINKA mit futuristischen Spaceship in Mainstream-Welten katapultiert.

Lauren Auder

Zwischen Millennial-Sorgen und christlicher Metaphorik. Der Londoner Lauren Auder schwimmt zwischen den Welten. Lauren Auder ist ein künstlerischer Tausendsassa. Egal ob als Musiker, Hip-Hop-Produzent für britische Underground-Rapper oder Gucci-Model, dem kreativen Schaffen des Londoners scheinen keine Grenzen gesetzt. Aktuell probt sich der 21-jährige an poetischem Experimental-Pop. In seinen Songs verschmelzen orchestrale Instrumentierung und rauchige Crooner-Stimme mit jugendlicher Unzufriedenheit.

LIE NING

LIE NING ist so jemand, bei dem die Musikmedien nicht müde werden zu betonen: Der hat eine beeindruckende Stimme. Und naja was soll man sagen? Sie haben Recht. Zusammen mit warmen Soundarrangements und organischen Synthies kreiert LIE NING einen atmosphärischen Schlafzimmer-Pop. Zu hören ist das aktuell auf seiner Debüt-EP „traffic songs for the inbetweens“.

Lyschko

Max Gruber ist bereits Ehrengroupie! Lyschko sind eine vierköpfige Band aus Solingen, die euer Schrammel-Herz höher schlagen lassen.

Otha

Stellt euch vor ihr steht über zwei Stunden in der Schlange, um in den angesagten Club zu kommen. Dann sagt euch der Türsteher, dass euer Outfit heute zu casual ist? Was macht ihr? Ihr feiert eure eigene Party vor den Türen des Clubs. Die Musik von Otha ist der Soundtrack dafür.

REI AMI

Mit „Snowcone“ hat die südkoreanische Hip-Hop-Künstlerin REI AMI bereits einen echten Youtube-Hit gelandet. 1,7 Millionen mal wurde das Video im instagram-tauglichen Coolkid-Look bereits geklickt. Im Frühjahr 2020 soll jetzt ihre erste eigene EP erscheinen.

Talk Show

Hach, Großbritannien. Vieles läuft bei dir aktuell sehr schlecht, auf eines können wir uns aber verlassen: Die Musik. Ein Beweis dafür ist Talk Show, eine Indie-Punk Band aus London. Wir zitieren hier einfach mal das NME Magazin, da es den Sound, irgendwo zwischen den frühen Arctic Monkeys und IDLES, sehr gut zusammenfasst: Danceable indie-punk that sits in the roughest, scrappiest corner of the dancefloor.

CHLOBOCOP

Glasgow ist bekannt für die ganz großen Indie-Namen. Neben Jesus and the Mary Chain hat die schottische Großstadt unter anderem auch Bands wie Franz Ferdinand oder Mogwai hervorgebracht. Mit CHLOBOCOP mischt jetzt allerdings eine Rapperin die schottische Musikszene auf. In ihren Songs untermalt die 21-jährige trappige Beats mit authentischen Erzählungen über das Aufwachsen in einem der ärmsten Viertel ihrer Heimatstadt.

 

SKINNYBLACKBOY

Neues aus dem Hause Erotik Toy Records. Nachdem die sanfteste aller Rap-Crews mit Tightill und Doubtboy bereits zwei sehr erfolgreiche Künstler hervorgebracht hat, heißt der nächste heiße Anwärter auf einen musikalischen Durchbruch jetzt SKINNYBLACKBOY. Nach Zusammenarbeiten mit dem Kreuzberger Produzententeam KitschKrieg im letzten Jahr, bleibt es spannend in welche Richtung es 2020 für den Bremer weitergeht.

Charlotte Adigéry

In den Songs von Charlotte Adigéry verschmelzen abrupte Tempowechsel, fantasievolle Lyrics und tanzbare Beats zu euphorisch-experimentellem Elektro-Pop. Ihr aktuelles Musikvideo zu „High Lights“ liefert dazu die angemessene visuelle Aufbereitung:

Squid

Squid: LCD Soundsystem meets Modest Mouse, inklusive fettem Post-Punk Einschlag. Enough said.

Do Nothing

Würden David Byrne und James Murphy ein Kind bekommen, würde es vermutlich auf den Namen Do Nothing hören. Die Musik der Band aus Nottingham klingt nach 80er Jahre Post Punk und den ganz großen Bühnen. Als Tour-Support von Interpol durften sie auf denen auch schon einiges an Live-Erfahrungen sammeln. Für dieses Jahr sind eigene Shows sowie zahlreiche Festivalauftritte geplant.

Desolat

Die Biografie der Gelsenkirchener Punk-Band Desolat ist untrennbar mit Japan verwoben. Ihren Debütauftritt spielten sie daher auch nicht im Ruhrgebiet, sondern in Tokyo. Folgerichtig trägt ihre im letzten Jahr erschienene Mini-Ep den Titel „Onmyōdō“. Benannt nach einer japanischen Lehre der traditionellen Kosmologie. Hört hier daraus den Song mit dem wohl größten Hitpotential „Illusionen“:

Sinead O Brien

Sie ist eine der heißesten Exporte aus Irland der letzten Zeit: Sinead O Brien bringt Spoken-Word mit punkigem Art-Rock Sound zusammen. Das kommt auf der Insel so gut an, dass sie sich bereits eine Bühne mit dem legendären Punk-Poeten John Cooper Clarke teilte. Übrigens (eigentlich kein Wunder): Ihre Single „Taking On Time“ wurde auf dem Südlondoner Label Speedy Wunderground released, das aktuell die spannendste Gitarrenmusik der Insel präsentiert.

Patio

Drei Girls aus New York City. Auf ihrem Debütalbum „Essentials“ aus 2019 treffen teils rauer Indie-Rock und seichter Post-Punk aufeinander. Zehn Songs, verpackt in nur 30 Minute – der DIY-Vibe schwingt mit. Das hat auch damit zu tun, dass Patio lange nur ein Wunschprojekt von Sängerin Loren DiBlasi war. Sie brachte sich selbst das Bassspielen bei und holte Gitarristin Lindsey-Paige McCloy und Schlagzeugerin Alice Suh ins Boot. Seitdem sind sie mit ihren kurzweiligen Songs in der hippen Musikszene von New York City angesagt und bald sicherlich auch darüber hinaus.

Valentin Hansen

Wer sich vom kreativen Können von Valentin Hansen überzeugen möchte, dem seien aktuelle Musikvideos von Künstlern wie BLVTH, Yassin oder Pabst ans Herz gelegt. Valentin ist das Brain, das hinter all diesen Produktionen steckt. Als Grafikdesigner und Video-Director hat er sich bereits einen Namen in der deutschen Musikszene gemacht. Jetzt will er es auch als Musiker wissen und veröffentlicht neben Musikvideos erstmals auch eigene Songs.

JEREMIAS

Manche der vier Bandmitglieder von JEREMIAS haben noch nichtmal das zwanzigste Lebensjahr erreicht. Dennoch legt die Band aus dem Raum Hannover bei ihren Auftritten schon eine große Professionalität an den Tag. Ihre Songs handeln von Themen wie dem Erwachsenwerden – die Texte zeichnen sich durch eine gar poetische Wortwahl aus. Sänger Jeremias, dem die Band auch ihren Namen verdankt, bringt mit Ehrlichkeit und Inbrunst die Gefühle junger Menschen zum Ausdruck, die auf der Suche sind nach ihrem Platz in der Welt. Letztes Jahr haben sie Bands wie Das Moped oder OK KID supportet. Ab Februar spielen sie dann ihre erste Headliner-Tour.

BenjiFlow

Der Name BenjiFlow dürften einigen vielleicht bekannt vorkommen. Seine Debüt-Single „Deep End“ hat bereits einen kleinen Hype verursacht. Den Grund für den Erfolg des Songs wird beim Anschauen dieses Boiler Room Auftritts mehr als deutlich. Benjis energetischer Sound, irgendwo zwischen RnB und Afro Beat, hat Ansteckungspotential und kreiert einen ganz besonderen Vibe.

Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys

Live längst Kult. Kein Wunder, so füllen Roberto Bianco & Die Abbrunzati Boys seit Jahrzehnten Stadien mit ihrem Italo-Schlager. Auf der Überholspur, mit einem Aperol Sprit in der Hand, bleibt den Bavaria-Italienern nur noch zu hoffen, dass die Carabinieri sie nicht erwischen. Denn sonst kann der Weg nur schnell nach oben gehen für die Band.

Creams

Über Creams ist noch wenig bekannt. Die georgische Sängerin lässt lieber die Musik für sich sprechen. In ihrer bitter-süßen Single „DIE 4 YOU“ nimmt sie uns mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt.

Vegyn

Alle Augen auf Vegyn! Der Londoner Produzent hat sich in der Vergangenheit bereits mit Zusammenarbeiten mit Frank Ocean einen Namen gemacht. Sowohl bei dessen Video-Album „Endless“ als auch bei „Blonde“ hatte er seine Finger im Spiel.  Im letzten Jahr veröffentlichte Vegyn jetzt sein erstes eigenes Album. Wie „Only Diamonds Cut Diamonds“ live klingt, könnt ihr im Sommer unter anderem auf dem Melt Festival herausfinden.

LAVA LA RUE

Es gibt nichts, was sie nicht macht. Lava La Rue ist Rapperin, Künstlerin, Designerin und Gründungsmitglied des DIY-Kollektivs NiNE8. Ein weicher Klang mit starker Botschaft – ihr experimenteller Lo-Fi-Hip Hop und alternativer R’n’B ist größtenteils von den verschiedenen Gemeinschaften und Kulturen geprägt, in denen sie in West London aufgewachsen ist. Mit ihrer DIY-Einstellung, einer unglaublichen Energie und einem ausgeprägten Drang zur Kreativität will die Underground Künstlerin Veränderungen schaffen.

Mealtime

Die Band Mealtime verbindet eindringliche Synth-Pop-Stücke mit 2000er Jahre Flair und ironisch gebrochenen Musikvideos. Obwohl die sechs MusikerInnen aus Manchester erst drei Songs veröffentlicht haben, haben sie es damit bereits auf die renommierte NME Liste „Essential Artists of 2020“ geschafft.

Monako

Nachdem Monako letztes Jahr Ilgen-Nur als Support auf einigen ihrer Konzerte begleitet hat, ist die Band ab April nun auf eigener Headliner-Tour unterwegs. Wer die Jungs bei den Gigs von „Touring Carefully“ besucht den erwartet ein Sound, der sich irgendwo zwischen entspannt, eingängig und ein bisschen melancholisch einordnen lässt. Die in Hamburg gegründete Band hat einen internationalen Background – Sänger Sadek ist erst mit Anfang zwanzig von Kanada nach Deutschland gekommen. In der Hansestadt formiert sich dann nach und nach die heute fünfköpfige Band. Vergangenen November haben sie mit „Town“, die erste Single der neuen EP, schon mal vorgelegt. Im zugehörigen Musikvideo wandeln sie durch eine gar traumhafte Welt und beweisen damit ihren durch und durch künstlerischen Anspruch.

Kaltenkirchen

Auf die Frage hin, ob er sich selbst noch als Newcomer sehe, antwortet Kaltenkirchen im Interview mit The Postie: „Newcomer hin oder her. Ich mach schon mein ganzes Leben Musik. Und bin mit meinen 27 Jahren älter als Billie Eilish und ihr Bruder, haha.“  Aber egal ob nun Neuling oder nicht. Auf unserer Newcomer-Liste darf Kaltenkirchen nicht fehlen. Mit seinen sehr guten Pop-Songs, die irgendwo im Dunstkreis von Neuer Deutscher Welle und Schlagermelodik schweben, ist Kaltenkirchen für 2020 ein absolutes musikalisches Muss!

Mia Morgan

Popmusik wie sie sein sollte!

Hier könnt ihr unser Interview mit Mia Morgan nachlesen. 

My Ugly Clementine

Und wieder eine Band, die mit Wiener Mundart um die Ecke kommt! Eben nicht. Denn Ugly Clementine sind zwar waschechte Wiener schreiben aber englische Texte und machen Musik, die einen 90s Klamotten mit Express-Versand kaufen lässt. Man möchte ja schließlich stilecht zu Songs wie „Playground“ abzappeln können.

Alle NewcomerInnen in einer Playlist:

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