Einer der aktuell erfolgreichsten Rapper UKs hat den britischen Premierminister Boris Johnson auf den BRIT Awards 2020 einen Rassisten genannt.
„The truth is the Prime Minister is a real racist“, mit den Worten hat Dave Boris Johnson auf den Brit Awards kritisiert. Als einer der erfolgreichsten Musiker des Jahres, durfte Dave bei den BRIT Awards live performen. Er nutzte die Bühne nicht nur, um den Tory-Politiker und seine Politik direkt anzugreifen, sondern kritisierte damit auch den vorherrschenden Rassismus in seiner Heimat. Und zwar hängte der Musiker die oben genannte Line an das Ende seines Songs „Black“.
Im Anschluss zollte er zudem dem Todesopfer Jack Merritt Tribut. Dieser war bei der Messerattacke auf der London Bridge im Sommer ums Leben gekommen. Dave kannte den jungen Briten persönlich und möchte mit seiner Hommage auf die aufgeheizte Stimmung aufmerksam machen, die seit der Brexit-Diskussion in seinem Land neu entfacht ist. Auch die Medien kritisierte er für den Umgang mit der Causa Meghan Markle und Prinz Harry. Damit legte der britische Rapper einer der bewegendsten und wichtigsten Momente in der Geschichte der BRIT Awards hin. Neben ihm bedankte sich außerdem Tyler The Creator in seiner Dankesrede bei Theresa May. Diese hatte dem Musiker einst die Einreise untersagt, da er sich ihr kritisch gegenüber geäußert hatte.
Still aus: "The Strokes - Bad Decisions (Official Video)"
„Bad Decisions“ ist der zweite Song nach „At The Door“, den The Strokes aus ihrem bevorstehenden Album veröffentlichen.
The Strokes haben ihren neuen Song „Bad Decisions“ an einem ungewöhnlichen Ort vorgestellt. In den USA finden aktuell die ersten Wahlvorgänge der Demokraten statt. Mit Bernie Sanders tritt der Gegenpol zu Donald Trump an. Um ihren Support für den 78-jährigen Politiker kundzutun sind The Strokes bei einer Wahlkampfveranstaltung in New Hampshire aufgetreten und haben „Bad Decisions“ performt. Nun gibt es den Song auch in seiner Studio-Version.
Anders als noch „At The Door“ ist „Bad Decisions“ ein typischer Strokes-Song, der den Indie-Spirit der 00er Jahre perfekt aufgreift. Angelehnt ist der Track an Billy Idols „Dancing With Myself“. Im dazugehörigen Video sind Klone von The Strokes in 70er-Jahre Kulisse zu sehen. Damit kritisieren sie indirekt den Wunsch vieler Fans keine Veränderung vorzunehmen. Allzu oft hört man unter Fans von Gitarrenbands die Phrase: „Früher haben sie noch gute Musik gemacht“. „Bad Decisions“, wie auch „At The Door“ erscheinen am 10. April auf dem neuen Album namens „The New Abnormal“.
Am 14. Februar ist RIN vor 7.000 Fans in der Hamburger Sporthalle aufgetreten. Wir haben die Energie des Konzertes in analogen Bildern festgehalten.
Längst sind die Konzerte von RIN mehr als nur ein banaler Club-Gig. Der Musiker aus Bietigheim-Bissingen zieht Menschenmassen an und begeistert mit seiner Live-Energie selbst alte, weiße Männer, die sonst skeptisch auf Hip Hop und Rap blicken. Oftmals wird dem Genre der Verzicht auf Instrumente bei Live-Shows negativ angehängt.
RIN durchbricht diese Barrieren jedoch mit einer im Deutschrap-Game vielleicht noch nicht dagewesenen Power. Mit seinem letzten Album „Nimmerland“ hat er der Welt zudem gezeigt, dass er mehr drauf hat, als sich mit Hits in endlose Spotify-Listen zu mogeln. Nimmerland ist ein Konzeptalbum, welches die Rastlosigkeit und die Trieblosigkeit unserer Zeit thematisiert. Das Feature mit Bilderbuch beweist zudem, dass er nicht vor Genregrenzen stehen bleibt. Am 14. Februar hat RIN knapp 7.000 Menschen für eine gewisse Zeit wieder Leben eingehaucht. Die Stimmung in der ausverkauften Sporthalle in Hamburg war mit dem Betreten des Rappers wild. Durch die vorgelagerte Bühne schafft er eine gewisse Nähe zu seinem Publikum, dass den Durst nach Moshpits natürlich noch steigert. Musikalisch feuerte er etliche Crowdpleaser ab und spielte die beliebtesten Song seiner Vita. RIN ist kein Hype, RIN ist ein Live-Phänomen, welches von uns analog festgehalten wurde.
Der in Graz lebende Musiker SALÒ möchte am liebsten eine Ode an das Fleisch, den Trieb und den Weltschmerz schreiben. Mit dem Video „Tränen zu Wein“ gibt er einen ersten Einblick.
Den 9-5-Job kündigen und den Weg der eigenen Gefühle gehen. Genau jenes hat SALÒ vor einiger Zeit gemacht, um sich mit seiner eigenen Musik ein eigenes Ventil zu kreieren. Nun mutet er seinen Hörern mit „Tränen zu Wein“ ein erstes visuelles Werk zu und taucht ab in die Welt der menschlichen Triebe. Zu Beginn des Videos tritt er eine Trauung an, doch bereits beim Hochzeitstanz gerät das konservative Weltbild aus den Fugen. Nackte Körper räkeln sich um ihn rum, bis alles um den Protagonisten stürzt. Anschließend steigt er über menschliche Fleischberge und findet bis zum Ende hin keinen Frieden.
Die bedrückende Stimmung des Videos fügt sich dem Lo-Fi gehaltenen Sound des Musikers aus Graz. Mit seiner Musik möchte SALÒ seine innere Stimme nach außen tragen. Der aus der Südsteiermark stammende Musiker sieht seine Musik als Ventil seiner in ihm brodelnden Gefühle. Die Musik anderer Menschen hat nicht mehr ausgereicht, um die Gefühlswelt im Zaum zu halten. Das Resultat sind zwei EPs, die er mit seinem Soulmate Mathias Garmusch im April veröffentlichen wird. „Tränen zu Wein“ ist eine erste Single-Auskopplung.
Wie bereits im Jahr 2015 auf dem Überflieger „Currents“, bewegt sich Kevin Parker auch 2020 weg vom rein psychedelischen Rock. Er setzt vermehrt auf groovigen, elektronischen Disco-Pop. „The Slow Rush“ ist ein Album das Türen öffnet, wie in einem Fluß verläuft und sich mit dem Thema Zeit beschäftigt.
Wir sind besessen von der Nostalgie. Wir denken an Momente der Vergangenheit, an die wir uns vehement klammern. Wir leben im Moment, versuchen all das aufzusaugen, was uns im Alltag begegnet. Und wir schauen in die Zukunft. Hoffnungsvoll, vielleicht ängstlich. Auf das, was in ein paar Jahren auf uns zukommen mag. Das Thema „Zeit“ liefert für Kevin Parker eine gewaltige Inspirationsquelle. Dafür reicht bereits ein Blick auf die Tracklist: „Lost In Yesterday“, „One More Year“ oder „Tomorrow’s Dust“. So heißen drei der insgesamt zwölf Titel.
Diesen tiefen Ozean der Zeit verpackt er in einem harmonischen, fast glamourösen Space-Pop-Gewand. Das Album läuft in einem Fluß durch, ohne die ganz großen musikalischen Überraschungsmomente und Hooks bereitzuhalten. Fans, die insbesondere auf die ersten beiden psychedelischen Platten „Innerspeaker“ und „Lonerism“ fixiert sind, könnte das abschrecken und vielleicht sogar langweilen: Ein easy-listening Album, das nebenbei ganz nett zu hören ist, aber auf dem ersten Blick auch seine Längen hat. Diese Kritik ist irgendwie nachvollziehbar. Und doch wäre das zu einfach. „The Slow Rush“ zeigt, wie sich Tame Impala, durch die Genres surfend, der breiten Masse öffnet. Das Album ist ein Beweis dafür, dass die Popmusik die festgefahrene oder gar uninspiriert gewordene Indielandschaft aufrüttelt: „How Indie Went Pop – and Pop Went Indie“ titelte das Pitchfork Magazin im vergangenen Jahr treffend.
Kevin Parker versteht den Pop
Denn nicht umsonst arbeitete Parker in den vergangenen Jahren mit Hip Hop / Pop-Größen wie Kanye West, Lady Gaga oder ASAP Rocky zusammen. Sicherlich inspiriert dadurch, schaffen es viele drumlastige Club-Grooves auf das Album: Songs wie „Breathe Deeper“ oder „Is It True“ erinnern beispielsweise an jazzy 70er-Jahre Disco Funk. Der Fokus liegt auf dem Dancefloor. Auch „It Might Be Time“ zeigt, wie der Disco-Pop der Zukunft aussehen könnte: Progressive Rhythmen, catchy Keyboards und übersteuerte Drums. Dieses Synthie-Grundgerüst nimmt Parker als Basis und verfeinert es mit Soundschnipseln verschiedener Genres. Ein gutes Beispiel dafür ist die Single „Lost in Yesterday“. Sie fährt auch diesen Vibe, bindet aber einstige Tame Impala Frickeleien wie psychedelisch-spacige Effekte ein. Selbiges gilt für „Instant Destiny“, in dem die verzerrte Gitarre zwar reduziert wird, aber nicht ganz verschwindet.
Kevin Parker öffnet sich musikalisch, behält aber gewisse Soundmuster bei, wenn auch nur in ganz kleinen Nuancen, die diese typisch melancholische Tame-Impala-Nostalgie auslösen. Eine Nostalgie als Droge, der man schnell verfallen kann. „The Slow Rush“ ist eben nicht nur ein Blick in die heutige Zeit der Popmusik, sondern auch ein Blick zurück.
Blick nach vorne und zurück
Auch auf persönlicher Ebene. So handelt das bitterschöne „Posthumous Forgiveness“ von dem Verhältnis zu Parkers bereits verstorbenen Vater, der die Familie verließ und in wichtigen Phasen seines Leben nicht für ihn da gewesen zu sein scheint. Da die Platte auch einen persönlichen Bezug hat, steckt der Musiker jede Menge Arbeit hinein. So überarbeitet er den wohl markantesten Track „Borderline“ und veröffentlicht ihn im Vergleich zur Singleauskopplung in einer kompakteren Version. So passe es besser ins Gesamtkonzept. Kevin Parker ist Perfektionist und ein musikalisches Mastermind, das sämtliche Instrumente, Stimmen, Beats und Elektronik selbst einspielt. Er weiß, worauf es in der heutigen Zeit des Pop ankommt.
Dieser neue Stil mag bei einigen Tame Impala Fans der ersten Stunde auf Unmut stoßen oder zumindest für Fragezeichen im Gesicht sorgen. Vielleicht irgendwie auch zurecht. Hatten Songs auf „Currents“ (z.B. „Let It Happen“) noch extremen Wiedererkennungswert, fehlen auf „The Slow Rush“ Tracks, die wirklich nachhaltig herausstechen. Doch man muss das Album als Gesamtwerk sehen und Zeit investieren. Es wächst von Mal zu Mal. Parker versetzt die Hörer*innen in einen dauerhaften Schwebezustand, der die Zeit, welch Ironie, fast vergessen macht.Vom einstigen psychedelischen Rock der 60er geht es, wie schon bei „Currents“, auch durch die wunderbare Produktion, in Dream-Pop-Gefilde.
Musik ist als Kunst eben nicht zu vergleichen mit einem Gemälde, das gezeichnet wird und jahrezehntelang als fertiges und sich nicht änderndes Werk bewundert wird. Stattdessen entwickelt sie sich mit der Zeit immer weiter. Genauso, wie die Person hinter der Musik. Sie bedient sich an Trends und greift auf Altbewehrtes zurück. Sie ist, wie das Album verdeutlichen soll, der Mix aus Vergangenheit, dem Leben im Jetzt und dem Blick in die Zukunft.
In der Nacht zu Freitag veröffentlichte Billie Eilish den Titelsong zu Daniel Craigs letztem Bond „No Time To Die“.
Die 18-jährige Künstlerin Billie Eilish hat über Nacht Geschichte geschrieben. Nie zuvor hat eine jüngere Musikerin den Song zur Bond-Filmreihe beigesteuert. Die fünffache Grammy-Gewinnerin performt eine für die Agentenfilme typische Ballade. Der deutsche Filmkomponist Hans Zimmer und der frühere Gitarrist von The Smiths, Johnny Marr, wirkten an „No Time To Die“ mit.
Es ist der erste Song nach ihrer Single „Everything You Wanted“, den die Musikerin veröffentlicht. Bei beiden Song war ihr Bruder Finneas O’Connell als Co-Writer aktiv. „No Time To Die“ soll am 1. April in die deutschen Kinos kommen. Es ist der letzte 007, der mit dem Hauptdarsteller Daniel Craig in der Hauptrolle sein wird.
Nachdem Kaltenkirchen Ende 2019 sein Debütalbum „Im Namen der Liebe“ veröffentlicht hat, steht nun mit „Tageslicht“ bereits eine neue Single in den Startlöchern. In der Eigeninterpretation des No Angel-Klassikers „Daylight“ thematisiert er häusliche Gewalt.
Wir schreiben das Jahr 2000. Detlef D Soost verkauft keine Fitnessprogramme, sondern bringt die erste Casting-Girlband an den Start. Die No Angels sind die Gewinnerinnen der Show „Popstars“ und schaffen es nach zwei Jahren und etlichen Auftritten in quietschbunten Fernsehstudios mit „Daylight“ einen Hit zu landen. Der Song verkauft sich insgesamt 560.000 und bleibt bis heute der wahrscheinlich erfolgreichste Song der Band.
In den ersten Monaten des Jahres 2020 traut sich Kaltenkirchen mit „Tageslicht“ an eine ganz eigene Interpretation des Klassikers. Der Song wird von 80s-Synthies begleitet. Dadurch wirkt der Song deutlich aggressiver und entfernt sich somit von den No Angels-Traumwelten. Auch das Sujet des Songs bekommt eine neue Handschrift. Der Musiker geht in „Tageslicht“ auf das Thema häusliche Gewalt ein.
Er selbst sagt über die Entstehung der Neuinterpretation folgendes: „Ich spiele hier mit einem wirklich sensiblen Sujet, das ist mir bewusst. Ich versuche durch diese überzogene Darstellung eine Realität in vielen Familien und Beziehungen aus der Perspektive der Täterfigur zu zeichnen.“ Dadurch, dass er die Lyrics auf Deutsch übersetzt hat, bleibt Raum für Intepretationsspielraum: “ Bei der Zeile „Wanna know you better, wanna push you baby“ habe ich angefangen zu übersetzen und zu fantasieren, denn dieser Imperativ kann auch eine ganz bedrohende Perspektive einnehmen. Also habe ich es mit „Ich kenne Dich viel besser, wenn ich dich schlage baby mein’ ich das nicht so…“ übersetzt und beschlossen eine etwas schwerer verdauliche Nummer entstehen zu lassen.“
Das Ziel seiner neuen Single ist laut eigener Aussage, dass er die Menschen wütend machen soll. Wütend auf Ungerechtigkeiten und Machtmissbrauch. Das dazugehörige Video wurde von Luis Vidal in Wien gedreht und symbolisiert die Enge, die häusliche Gewalt oft mit sich bringt.
Das Video zu „Tageslicht“ von Kaltenkirchen gibt’s hier:
Gegenüber der britischen Tageszeitung The Guardian hat Matt Healy angekündigt, dass seine Band nicht mehr auf Festivals mit einer geringen Frauenquote auftreten wird.
Vor einigen Tagen wurde das Line-Up des großen Reading und Leeds-Festivals veröffentlicht. Die Veranstalter mussten sich große Kritik am sehr männerlastigen Line-Up gefallen lassen. Lediglich 20 von 91 Plätzen im Line-Up werden von Frauen und Non-Binary-Menschen belegt. In dem Zusammenhang kündigte Matt Healy an, dass seine Band The 1975 in Zukunft nicht mehr auf Festivals mit einer ungerechten Verteilung auftreten möchte. Die Guardian-Redakteurin befragte ihn zum Festival und stellte die Challenge in den Raum in der Zukunft nur noch auf Festivals mit einer 50%-Quote zu spielen. Die Antwort des Frontmannes war klar: „Take this as me signing this contract. People need to act, not chat“.
Später ordnete er seine Aussage auf Twitter ein:“I have agreed to some festivals already that may not adhere to this [condition]. I would never let fans down who already have tickets. But from now I will and believe this is how male artist can be true allies.“ Zu dem großen britischen Festival, welches in Deutschland wohl mit dem Southside/Hurricane vergleichbar ist, meinte er noch: „The point is that Reading and Leeds with more women would be honestly the best festival in the world“. Aktuell arbeiten The 1975 an ihrem Album „Notes on a Conditional Form“, welches am 24. April 2020 erscheint.
Please send music to matty@dirtyhit.co.uk! Your music, your friends music, stuff you love. Come join the UK’s oddest pop label!
Grime, Garage, Rap und Freundschaft. In der neuen OCB Paper Session thematisiert das britische Duo Frankie Stew & Harvey Gunn innige Freundschaft und demonstriert die Wichtigkeit dieser in der heutigen Zeit.
Nicht erst seit gestern werden in der Musikszene Acts willkürlich zusammengewürfelt. Boybands werden künstlich ins Leben gerufen, Features werden aufgrund von Klickzahlen organisiert und Freundschaften wegen Vitamin B geschlossen. In dieser Oft scheinheiligen Welt stehen Frankie Stew & Harvey Gunn wie ein Fels in der Brandung. Die beiden Briten haben sich im Alter von 15 Jahren kennengelernt und haben seitdem eine große Liebe zur Musik entwickelt.
Die beiden Künstler, die sich in der Oberschule in Brighton kennengelernt haben, verband schnell die gemeinsame Liebe zu Rap. In einer Zeit in der Heron-Chic en Vogue war und die Leute als Alex Turner und Pete Doherty-Lookalikes über die Schulhöfe gelaufen sind, war britischer Rap eher eine Randnotiz in der Gesellschaft. Vor allem Brighton galt nicht nur aufgrund des The Great Escape-Festivals lange als Hotspot für DIY-Bands. Bands wie The Kooks oder Bat For Lashes waren in den 00er Jahren die Bands To Hear aus der Küstenstadt.
Der Alltag als erste Inspirationsquelle
Kein Wunder also, dass die beiden nicht viele Personen in ihrem Umfeld hatten, die auf einer Wellenlänge waren. Schnell kam der Wunsch nach eigenen Songs. Von Anfang an war klar, dass Frankie den Rap-Part übernehmen wird und Harvey sich um die Beats kümmert. Über die Jahre hinweg reifte ihr Sound zu einer gesunden Mischung aus Grime und Garage. Die Beats erinnert an die Garage-Phase der späten 90er und der 00er Jahre. Ein Genre an dem sich auch Pioniere wie Jamie xx regelmäßig bedient um Tiefe in die Songs zu bringen. Doch sind es vor allem die Momente aus dem Alltag, die der Musik des Duos ihren Stempel aufdrücken. Im Interview mit den OCB Paper Sessions erwähnt Frankie Stew, welche sämtliche Lyrics verantwortet, dass es vor allem die „random“ Dinge sind, die in inspirieren. Fast im Stile eines Naturalisten greift er Alltagsstiuationen auf, beschreibt sie und wandelt sie zu Songs um.
Frankie Stew & Harvey Gunn nutzen ihre Musik um sich selbst zu verwirklichen. Lange taten sich beide schwer über Themen zu rappen, die keinen Bezug zu ihrem persönlichen Leben haben. Langezeit waren Themen wie Politik oder soziale Probleme Tabuthemen im musikalischen Mindset des Songwriters. Seit seiner Jugend vertrat Frankie Stew die Meinung, dass man Menschen seine Meinung nicht aufdrücken sollte. Ein Moralapostel wollte er nie sein. Heute, vielleicht auch in Zeiten des Klimawandels oder des Brexits sieht er das anders. Als Musiker sehen sich die beiden mittlerweile in der Verantwortung unangenehme Themen anzusprechen. Es scheint, als hätte man die Musiker erst darauf aufmerksam machen müssen, dass ihnen die Umwelt wichtiger ist, als sie selbst zu glauben scheinen.
Mit Bescheidenheit zu einer besseren Welt
Es ist diese unglaubliche Bescheidenheit, die das Duo so besonders macht. Damit durchbrechen sie Klischees über Rap, die nach wie vor im Mainstream vorhanden sind. Sicherlich helfen ihnen Einflüsse wie Grime oder Garage diesen Status zu untermauern. Acts wie Stormzy, Slowthai oder Skepta haben gezeigt, wie man mit rauer Ehrlichkeit in der Musikindustrie bestehen kann. Der Bling Bling aus den USA wurde in Großbritannien längst durch die Stimme Jugend abgelöst. Eine Jugend, die in ihren Subkulturen zu kreativen Underground Melting Pots zusammenwächst. Das Projekt von Frankie Stew & Harvey Gunn steht stellvertretend dafür, dass man mit Freundschaft und Vertrauen weiter im Leben kommt.
Die OCB Paper Sessions haben das britische Duo eingeladen um die Songs „Coconuts“, „Fabric“ und „Humble Pie“ zu performen. Die erste Ausgabe der Paper Sessions by OCB endete mit der Teilnahme von Bad Gyal, The Drums, Kommode, und einigen anderen. In der zweiten Serie von Auftritten möchte die Marke den Fokus auf gesellschaftlich relevante Themen lenken. Es geht um die Verbindung von Musik und unserem Planeten – und in dem Fall auch um die Menschen, die diesen bewohnen.
Seit einigen Jahren zeigt OCB Interesse an den Themen Nachhaltigkeit und Respekt vor der Umwelt, indem Papier auf umweltschonende Weise hergestellt wird und biologisch abbaubare Filter oder Hülsen für jene, die einen nachhaltigeren Lebensstil bevorzugen, produziert werden. In den Sessions geht es um den Diskurs zwischen Mensch und Umwelt. In einem weiteren Feature hat das französische Duo Triplego in der Wüste Marokkos eine Rap-Session hingelegt.
Frankie Stew & Harvey Gunn im Interview bei den OCB Paper Sessions:
Weitere Hintergründe zu den OCB Paper Sessions mit Frankie Stew & Harvey Gunn gibt es auf Instagram, Youtube oder Facebook.