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Videopremiere: Chain Wallet geben uns mit „Ride“ eine Stadtführung von Bergen im VHS-Look

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Still aus: "Chain Wallet - Ride"

Das Video zu „Ride“ von Chain Wallet ist ein postapokalyptischer Ritt mit viel Euphorie in die Welt der 80er Jahre. 

60°23′34″ N 5°19′26″ O, das sind die geografischen Koordinaten einer norwegischen Musikquelle namens Bergen. Die Stadt an der Südwestküste beherbergt neben Acts wie Kakkmaddafakka und Great News auch die Band Chain Wallet. Die drei Musiker schwirren irgendwo im Kosmos von Future Islands, DIIV und Wild Nothing und verleihen sich selbst noch eine ordentliche Portion 80s-Chic. 

Mit diesem Experiment konnten sie bereits das Interesse des Clash Magazines oder dem britischen Guardian auf sich ziehen. Kein Wunder – der Dreampop der Norweger lässt einen schneller euphorisieren als irgendwelche chemischen Substanzen. Ähnlich natürlich wollte es Chain Wallet auch bei den Aufnehmen zu ihrem zweiten Studioalbum „No Ritual“ halten. In der Abgelegenheit der Strände ihrer Heimat nahmen sie zusammen mit Chiara Cavallari (FOAMMM) eine Platte auf, die wärmer und reichhaltiger geworden ist, als ihr Debüt. Wie ein guter Rotwein, welcher laut Aussage der Band bei der Produktion reichlich geflossen sein muss. 

„Ride“ ist ein erster Ausschnitt aus diesem Delirium und präsentiert sich fröhlich und zuvorkommend. Das dazugehörige Bildmaterial stellt die Band selbst in feinster VHS-Optik, die mit Unschärfe und Intimität überzeugt. Lasst also die alten Videokassetten eurer Eltern besser auf dem Dachboden und gönnt euch stattdessen eine ehrlich-weirde Stadtführung, präsentiert von Chain Wallet. 

Die Videopremiere zu „Ride“ von Chain Wallet gibt’s hier:

 

15 musikalische Highlights auf dem Reeperbahn Festival 2018 (2/2)

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Ilgen-Nur // Press Pic

Alle Jahre wieder pilgert jeder, der in der Musikszene Rang und Namen trägt, sowie unzählige Liebhaber schöner musikalischer Neuentdeckungen ein ganzes Wochenende zur Reeperbahn. Denn dort zwischen den angesagten Clubs und dem pulsierenden Nachtlebens Hamburg befindet sich einmal im Jahr das Mekka der Musikszene. Die Highlights in diesem Jahr waren schon wieder zahlreich, so dass wir die 30 Acts in zwei Teile aufsplitten mussten. Hier ist Teil 2 unserer kleinen aber feinen Reihe:

Bad Sounds

Schmissiger Indie-Rock mit 70er Jahre Grooves und viel vielfalt. Das Debütalbum von Bad Sounds ist ein homogener musikalischer Mix aus 70s-Soul, 90er Rap, 00er Indie-Rock und vielen Uptempo-Nummern. Die fünfköpfige Truppe aus Bath, England ist alles außer langweilig. Besonders die Extreme in ihrem Sound macht die Band so einzigartig. So energetisch und freudig der Sound von Bad Sounds daher kommt, umso tiefgründiger sind die Texte. In den Songs verarbeiten die Briten auf sarkastische Art und Weise finstere Themen wie Tod, Ängst und Sorgen um Freundschaften. Nichtdestotrotz reißen die enthusiastischen Arrangements den Hörer mit und sorgen besonders live für viel Stimmung.

Samstag, 22:40 Uhr Kukuun (Klubhaus St. Pauli)

Better Person

Kitsch und Emotionen sind das Werkzeug von Adam Byczkowski alias Better Person. In seinen Songs beleuchtet der Balladensänger stets sein Innenleben und stellt sich dabei auf intensive Weise mit sich selbst auseinander. Wie gefühlvoll das klingt, hört man auf seiner EP „It’s Only You“. Die romantischen Songs triefen nur so förmlich von süßen Synth-Melodien, dazu Byczkowskis sehnsuchtsgetränkte Stimme und der kühle Charme der New Romantics-Bewegung – fertig ist der Zauber um Better Person.

Freitag, 21:45 Uhr Sankt Pauli Museum (Hamburg Haus)
Samstag, 22:40 Uhr Prinzenbar

Boy Azooga

Boy Azooga ist das Projekt des Charlotte Church-Drummers Davey Newington und klingt nach locker-beschwingtem Retro-Rock. Schon das Debütalbum „1, 2 Kung Fu!“ ist ein wilder Musikmix zwischen flowigem Indie-Rock, wilde psychedelische Einschübe und krachigen Gitarrenriffs. Dazu noch eine Prise Elektro und das ganze wieder durchaus tanzbar. Besonders beliebt ist das funkige „Face Behind Her Cigarette“ bei dem es live schonmal zu wilden Feiereien kommen kann.

Donnerstag, 22:50 Uhr Molotow / Club

Eut

Die Niederlanden sind  zurzeit das Mekka des handgemachten Gitarrenrocks. Neben The Homesick und Iguana Death Cult reihen sich auch EUT in die Reihe hoffnungsvoller Gitarren-Acts ein. Die Songs der Amsterdamer sind treibend und voller jugendlicher Energie. Dazu die unbändige Kraft von Sängerin Megan de Klerk, die mit Shirley Manson von Garbage oder auch Courtney Love locker konkurrieren könnte. Für Oktober ist auch endlich das Debütalbum „Fool For The Vibes angekündigt.

Mittwoch, 20:00 Uhr Häkken (Klubhaus St. Pauli)
Donnerstag, 14:00 Uhr Molotow / SkyBar

FLUT

Aus ihrer Liebe zu den Achtzigern macht das Quintett aus Oberösterreich kein Geheimnis. Das hört man nicht nur dem melancholischen Astropop-Songs von Flut an, sondern sieht man der Band auch visuell an. Bomberjacken und VHS-Optik, dazu zuckersüße Synthie-Melodien gespickt mit retro-futuristischen-Elementen – bei der Indie-Rock-Band knallt ein klangliches und visuelles Kunstwerk der 80er zusammen. Trotz allem schaffen es Flut durch ihre Experimentierfreudigkeit durchaus modern zu klingen.

Donnerstag, 17:00 Uhr Astra Bühne „Zur geilen Knolle“
Donnerstag 20:40 Uhr Nochtwache

Half Waif

Der Synthie-Pop von Half Waif lebt von seiner Ausdrucksstärke und der außergewöhnliche Charakterstimme von Sängerin Nandi Rose Plunkett. Dazu der geradlinige experimentelle Sound mit den anschwellenden Synthies und den aufbraussenden Perkussions. Half Waif liebt es in ihren Songs große Geschichten zu erzählen, dabei drehen sich ihre Texte um Familie, Weiblickeit und Zusammenhalt. Daneben reflektiert die Sängerin immer wieder ihre eigenen Ereignisse und Eindrücke und spinnt drauf zarte eindrucksvolle Balladen.

Mittwoch, 21:10 Uhr Imperial Theater

Hoax

Hoax kennen keine Grenzen. Selbst nennen die beiden Sängerinnen aus Tallin ihre Musik Rap, möchten sich damit aber nicht in eine Schublade stecken lassen. Besonders bekannt sind die beiden Mädels jedoch für ihre energetischen Live-Shows.

Samstag, 20:40 Uhr Molotow / Karatekeller

Ilgen-Nur

Ihre Songs sind wie ein offenes Tagebuch voller Unsicherheiten, Ängste und Liebe. So sperrig der Name Ilgen-Nur ist, so schmissig kommen ihre Indie-Pop-Songs daher. Schon der erste heimliche Hit „Cool“, sang die gebürtige Stuttgarterin mit einer solch souveränen Coolness, die ihr noch die dazugehörige musikalische Lo-Fi-Attitüde verpasst. Zahlreiche Anhänger aus der deutschen Musikszene hat Ilgen-Nur auch schon zu Genüge: Max Rieger, Frontmann von Die Nerven, produzierte ihre erste EP „No Emotions“ und Paul Pötsch von Trümmern half an den Drums und am Bass aus.

Mittwoch, 21:40 Uhr Mojo Club

Ibeyi

Das französisch-kubanische Duo Ibeyi ist eine Naturgewalt auf der Bühne. Die beiden Zwillingsschwestern Lisa-Kaindé und Naomi Dìaz harmonieren perfekt zusammen. Dazu die rhythmische Musik voller perkussiver ritueller Elemente gespickt mit Soul, Hip-Hop, Synthie-Pop und Afro-Cuban, die aus dem Sound von Ibeyi etwas Großartiges machen. Die Songs der beiden Schwestern enthalten viel Seele und politische Statments sowie Feminimus. All dies findet man auch bei den Live-Shows von Ibeyi. Ist man nicht gerade dabei sich zu den tanzbaren Rhythmen zu bewegen, so möchte man zusammen mit den Zwillingsschwestern die Fäuste in die Luft strecken und die Ungerechtigkeiten dieser Welt mit ihren Songs von der Erdoberfläche wischen. Daneben ist der Auftritt in der Elbphilharmonie alleine von der Location schon Highlight genug.

Freitag, 20:00 Uhr Elbphilharmonie

L’impératrice

Im einem Interview wurde das Kollektiv mal gefragt zu welchem Song sie am allerliebsten auf der Stelle tanzen würden und es gab keine zwei Meinungen: „Chic – Everybody Dance“. Damit hätte man die DNA der französischen Band schön in einem Songtitel zusammengefasst. L’impératrice holen die Disco zurück in die Gegenwart und verfeinern sie mit viel Indie-Attitüde und Charme.

Mittwoch, 21:20 Uhr Häkken (Klubhaus St. Pauli)
Donnerstag, 22:20 Uhr Molotow / SkyBar

Linn Koch-Emmery

Das aus Skandinavien seit Jahren vielversprechende Acts rüberschwappen ist schon lange kein Geheimnis mehr. Linn Koch-Emmery haucht mit ihrem druckvollem, melodischen, direkten Indie-Rock dem Genre wieder neues Leben ein. Ihre raue Stimme fügt sich dabei perfekt in den riffigen Gitarrensound. Die Schwedin ist fasst noch so etwas wie ein absoluter Geheimtipp und hat bis jetzt auch nur ihre Debüt-EP „Boys“ veröffentlicht. Irgendwo zwischen Courtney Barnett und den Strokes ist ihr Musikstil anzusiedeln mit einer großen Prise Nostalgie aus den 1960ern.

Donnerstag, 22:30 Uhr Pooca Bar

Lomboy

Französischer Chanson trifft auf karibisch Rhythmen, dazu etwas Orient und eine Prise wattierte Elektronik – fertig ist die Musik von Lomboy. Für ihren Sound lässt die Wahl-Belgierin sämtliche Einflüsse aus der Weltmusik zusammenfließen und legt ihre süße chansonartige Stimmer darüber. Wie würzig, sinnlich und tanzbar ihre Musik klingt, davon kann man sich bei ihrem Auftritt überzeugen, wer schon so viele Einflüsse zu einem homogenen Sound verarbeitet, der wird auch live einiges zu bieten haben.

Samstag, 00:40 Uhr Angie’s Nightclub

Makeness

Kyle Molleson aka Makeness führt zusammen was zusammengehört. So schnell wie der gebürtige Schotte die Knöpfe und Tasten bedient, dabei abwechselnd Drums und Gitarre spielt sind die Live-Shows des Musikers eine sehenswerte One-Man-Show. Sein Sound besteht aus Dancefloor, Avantgarde und Krautrock-Elementen und klingt dabei stehts abwechslungsreich und tanzbar. Makeness ist nicht zu unrecht als Klangtüftler betitelt. Absolut lohnenswert sich anzuschauen!

Sonntag 00:05 Uhr Kukuun (Klubhaus St. Pauli)

Nakhane

Vorangetriebene fiebrige Beats und schöne Synthiewellen. Dazu die helle aufregende Stimme von Nakhane Touré und der Sound ist Vollkommen. Gerade ist das zweite Album des 29-Jährigen Südafrikaners erschienen. Neben der Bandbreite aus Soul, Beatsund Synthies enthält die Platte auch eine Menge an Pathos und großen Gesangsgesten.

Samstag, 23:40 Uhr Mojo Club

Octavian

Drake ist schon mal  Fan. Hier und jetzt könnte man so einen Stempel auf diese Aussage setzen. Aber mal ehrlich, wenn Drake deinen Song in seiner Insta-Story mitsingt kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Gerade mal eine handvoll Singles hat Octavian bis jetzt herausgebracht und geht dabei jetzt schon durch die Decke. Beim britischen Radiosender BBC Radio 1 ist der Rapper mit seinen Tracks schon auf Rotation und auch hier lockt er die Massen auf die Tanzfläche. Mit seinem Sound aus House, Grime, R’n’B und Dancehall trifft der in London aufgewachsene Octavian den Zeitgeist. Vielleicht steht ja sogar noch eine Feature mit Drake in der Zukunft an?

Donnerstag, 23:50 Uhr Nochtspeicher

Texte von: Melina Rehhorn und Yannick Philippe

Linn Koch-Emmery zieht euch mit ihrem druckvollem Indie-Rock den Boden unter den Füßen weg

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Linn Koch-Emmery // Press Pic

Die Schwedin Linn Koch-Emmery hat ein Gespür für erdigen, melodischen Indie-Rock irgendwo zwischen Courtney Barnett und den Strokes.

Mal klingt sie so zart wie Courntey Barnett, mal so rotzig wie Brody Dale. Mit ihrem druckvollem, melodischen, direkten Indie-Rock haucht Linn Koch-Emmery dem Genre wieder neues Leben ein. Dabei klingt die Musikerin, als hätte sie glatte eine vierköpfige Band hinter sich und ihrem Sound, doch ist Linn Koch-Emmery Solo unterwegs. Neben der handgemachten Musik ist auch ihre raue einzigartige Stimme ausschlaggebend für ihren ihren unverwechselbaren rotzigen Klang. Ihr Stimme fügt sich dabei perfekt in den riffigen Gitarrensound ein. Besonders zur Geltung kommt diese im Track „Wires“, der sich erst langsam entfaltet, bis die Nummer in einer rockigen Note fast gänzlich eruptiert.

Das aus Skandinavien seit Jahren vielversprechende Acts rüberschwappen ist schon lange kein Geheimnis mehr. Die Schwedin ist fasst noch so etwas wie ein absoluter Geheimtipp und hat bis jetzt auch nur ihre Debüt-EP „Boys“ Ende vergangenen Jahres veröffentlicht. Wenn sich die Singer-Songwriterin nicht auf irgendwelchen Festivals befindet, arbeitet sie momentan im Studio unentwegt an neuen Songs. Auch in ihrer aktuellen Single „Don’t Sleep On My Luv“ fährt Linn Koch-Emmery wieder einen überragenden Gitarrensound auf. Ihr Musikstil bewegt sich irgendwo zwischen großem Indie-Rock mit Pop und Garage-Punk-Nuancen á la The Strocksmit einer großen Prise Nostalgie aus den 1960ern.

Hört hier die Debüt-EP „Boys“ von Linn Koch-Emmery:

15 musikalische Highlights auf dem Reeperbahn Festival 2018 (1/2)

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Westerman // © Jamie Sinclair

Alle Jahre wieder pilgert jeder, der in der Musikszene Rang und Namen trägt, sowie unzählige Liebhaber schöner musikalischer Neuentdeckungen ein ganzes Wochenende zur Reeperbahn. Denn dort zwischen den angesagten Clubs und dem pulsierenden Nachtlebens Hamburg befindet sich einmal im Jahr das Mekka der Musikszene. Die Highlights in diesem Jahr waren schon wieder zahlreich, so dass wir die 30 Acts in zwei Teile aufsplitten mussten. Los geht’s mit Teil 1:

Parcels

Muss man Parcels eigentlich noch groß vorstellen? Die nach Berlin ausgewanderten Aussies sind der am heißesten gehandelte Act in der Indie-Szene und glänzen schon seit einiger Zeit auf den größten Festivalbühnen Europas. Dies haben auch die Electro-Nerds von Daft Punk erkannt und sie zu einer gemeinsamen Produktion eingeladen, die es noch nicht einmal auf die Tracklist des Debütalbums geschafft hat. So viel zu der Hit-Palette der Band.

Freitag, 23:20 Uhr Grosse Freiheit 36

Pip Blom

Pip Blom bringen genau die Unbekümmertheit mit, die man von einer niederländischen Garageband erwarten würde. Ihre Texte sind mal leicht, mal ungeschönt direkt. Getrieben wird der Sound von wilden Gitarren und dem frechen Gesang der Frontfrau Pip. Momentan schreibt die Band zwischen den ganzen Nebenjobs an ihrem Debütalbum, das mindestens so aufregend wie die bereits vorhandenen Singles werden soll.

Donnerstag, 15:30 Uhr Molotow / Club
Freitag, 00:00 Uhr Prinzenbar

Planetarium

Planetarium schämen sich nicht zu sagen, dass sie Popmusik machen. Dies ist auch nicht verwerflich, dann Popmusik gefällt per Definition auf jeden Fall einer großen Masse an Menschen. Dabei ist der Sound des Kölner Quartetts weitaus komplexer, als man denken könnte. Sie begeben sich auf urbane Sphären durch die Indie-Nächte und treffen in diesen Soundlandschaften mal Acts wie Bilderbuch, mal die höchste Eisenbahn. Mit „Magie“ liefern sie einen sommerlichen Eindruck ihrer musikalischen Dynamik.

Freitag, 19:30 Uhr Thomas Read

Pom Poko

Noch eine norwegische Band hat ihren Weg ins Programm gefunden. Pom Poko klingen vom Namen her zwar wenig skandinavisch, lehnen sich jedoch an den gleichnamigen Anime-Klassiker von Isao Takahata an. Was hier die genau Verbindung ist, darüber kann nur spekuliert werden. Musikalisch klingt die Band vor allem nach Party-Soundtrack. Hüpfende Gitarren treffen hier auf den süßlichen Sing-Sang von Sängerin Ragnhild, dazu groovige Gitarrenriffs und eine große Prise K-Punk.

Freitag, 21:45 Uhr St. Pauli Fanshop
Samstag, 19:40 Uhr Knust

SASSY 009

Definition: „Someone that is just the coolest person ever, and uses sarcasm in the coolest and funniest of ways. Most sassy people are very lovable.“ Lovable ist das Trio aus Norwegen mit ihrer verdrehten Mischung aus Rave-Kultur und Hinds-Vocals auf jeden Fall.

Donnerstag, 22:55 Uhr Moondoo

Tamino

Amir Moharam Fouad alias Tamino aus Belgien ist unserer Meinung nach the next big thing. Der gefühlvolle Indie-Rock des Musikers ist durch die klassischen Kompositionen ein wahres Kunstwerk. Sein Sound aus reduzierten Melodien, den vielschichtigen Gesangsstil und dem poetischen Songwriting fehlt es trotz seiner andächtigen, dunklen Softness nicht an Ausdrucksstärke. Wir sind gespannt wo es mit Tamino noch hingeht, im Oktober erscheint zumindest erstmal sein Debütalbum.

Freitag, 21:20 Uhr Imperial Theater
Samstag, 23:20 Uhr St. Pauli-Kirche

The Ninth Wave

Nein, hier ist nicht das Gemälde des russischen Malers Ivan Aivazovsky gemeint. Auch wenn der Bandname des Quartetts daran angelehnt ist. The Ninth Wave aus Schottland servieren herrlich düsteren Indie-Rock mit 80er Jahre-Vibes und Post-Punk-Einflüssen. Das einzige was die Band mit dem russischen Maler wohl gemeinsam hat ist der Faible für die Schönheit der Natur, die The Ninth Wave in ihren Texten ausdrucksvoll beschreiben sowie der Hang zu kunstvoll gestalteten Bildern (siehe die Albumcover der Band!).

Freitag, 21:15 Uhr Molotow / Club

The Magic Gang

Hier trifft klassisches Songwriting auf eindringlichen Gitarrenpop á la Weezer. Mit ihrer jugendlichen Überschwänglichkeit und einem Katalog an lebensbejahenden Slacker-Pop-Hymnen sind The Magic Gang aktuell DIE Vorzeige-Gitarrenband. Auch wenn Gitarrenrock-Bands gerade nicht so in Mode sind, beweisen The Magic Gang mit ihrem gleichnamigen Debüt, dass sie ein Händchen für eingängige Melodien und Harmonien haben.

Freitag, 12:10 Uhr Molotow

Westerman

Hauchzart und sehr verträumt kommen die Songs von Westerman daher. Mit seinen gefühlvollen Indie-Balladen und der Nummer „Confirmation“ erschien der Singer-Songwriter Anfang diesen Jahres quasi aus dem Nichts in der Musikszene. Dabei macht der Londoner schon seit 2016 Musik. Kaum vorstellbar jedoch, dass Westerman damals mit Folk angefangen hat. Mit seinem Dream-Pop-Indie trifft er jedoch den Nerv der Zeit und auch unsere Synapsen – mehr davon!

Donnerstag, 20:00 Uhr Prinzenbar

Yukno

Yukno, das sind die Brüder Georg und Nikolaus aus der Steiermark. Im Gegensatz zu dem verschlafenen Kaff aus dem das Duo kommt, klingt der Sound der Beiden sehr urban. Elegant verstricken sie handgemachte Indie-Pop-Elemente, betten dazu dezent Gesang ein, dazu noch eine Prise Elektro und Synthies und voilá ein ganz eigenes tanzbares Soundgewand entsteht. Mit ihrer Musik treffen Yukno den Zeitgeist, so dass man gar nicht drumherum kommt das Debüt der Beiden auf Repeat zu stellen.

Freitag, 20:00 Uhr Indra

Agar Agar

Nach zwei grandiosen EPs folgt diesen Herbst endlich das Debütalbum des französischen Duos. Clara Cappagli und Armand Bultheel machen melancholischen Indie-Pop. Kombiniert mit Claras charakterischer Stimme und der oftmals wiederkehrenden hartnäckigen Bassschleifen in den Tracks. Alles sehr atmosphärisch und gleichzeitig sehr ironisch – absoluter Geheimtipp der schon gar kein Geheimtipp mehr ist!

Mittwoch, 21:20 Uhr Mondoo

The Homesick

Dokkum ist das niederländische Landstück aus dem aktuell die nächste große Psych-Indie-Rock-Hoffnung kommt. The Homesick machen so schönen Retro-Rock, der so herrlich nach schrammeligen Gitarren und ungeschliffenen Gesang klingt und dabei so unverfälscht, pur und selbstbewusst wirkt. Daneben hat die Band so viel Freude auf der Bühne, dass man sie auf jeden Fall beim Reeperbahn Festival nicht verpassen sollte!

Mittwoch, 22:30 Mojo Jazz Café
Donnerstag, 16:00 Uhr Molotow / SkyBar

Great News

Bei dem norwegischen Bergen denkt man sofort an Kakkmaddafakka. Nein, Great News haben musikalisch fast nichts mit ihren Landsmännern zu tun, klingen dabei aber ebenso groß wie die Indie-Pop-Band. Mit ihrem Sound aus Daze-Pop, den aufgeweckten Gitarren-Melodien und den shoegazigen Klanglandschaften klingt das Trio aus Norwegen einfach nur frisch und anmutig.

Donnerstag, 21:20 Uhr Prinzenbar

Darwin Deez

2010 hatte Darwin Deez mit „Radar Detector“ den Sprung direkt auf die Tanzfläche in jedem Indie-Schuppen geschafft. Die Popmusik von Darwin Deez überzeugt durch seine Einfachheit, den catchy Hooks und durch seine fröhlichen tanzbaren Melodien. Kein Newcomer mehr beim diesjährigen Reeperbahn Festival aber definitiv eines der Highlights.

Samstag, 23:10 Uhr Gruenspan

Iris Gold

Ihren Durchbruch hatte Iris Gold Anfang des Jahres mit „All I Really Know“. Plötzlich war die Power-Hymne der Dänin überall zu hören. Musikalisch ist Iris Gold inspiriert von Soul, Dance und tanzbaren Hip-Hop Beats. Live ist die Musikerin eine wahre Naturgewalt und ihre Soundklanglanschaften entfalten sich auch erst durch farbenfrohe Lichtshows in schummrigen kleinen Clubs.

Samstag, 22:30 Uhr Indra

 

Hier geht es zu den musikalischen Highlights vom Line-Ups Reeperbahnfestivals 2019.

Texte von: Melina Rehhorn und Yannick Philippe

 

Isolation Berlin veröffentlichen Stop-Motion-Video zu „Serotonin“

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Isolation Berlin

Pünktlich zur beendeten Deutschland-Tour gibt es ein neues Video von Isolation Berlin. Im detailverliebten Stop-Motion-Film zu „Serotonin“ begleiten wir ein Knetmassen-Männchen durch den trägen, perspektivlosen Stadtalltag.

Isolation Berlin haben auf ihrem neuen Album „Vergifte Dich“ genau da weitergemacht wo schon ihr Debüt „Und aus den Wolken tropft die Zeit“ und ihr stilbezeichnendes Werk „Berliner Schule/Protopop“ aufgehört haben: Bei der poetischen Vertonung von depressiver Alltagstraurigkeit und lähmender Antriebslosigkeit mit Großstadtbezug. Einen der stärksten Songs der Platte bildet „Serotonin“. Darauf besingt Tobias Bamborschke einen Tagesablauf voll von stumpfen Aktivitäten und Sehnsüchten nach Sinnhaftigkeit.

Die passende Visualisierung dazu hat die Band heute veröffentlicht. Sie kommt vom Animationskollektiv Lazy Rig. Die Knetmassen-Animationen zeigen in liebevoller Detailgenauigkeit den rauchenden Protagonisten auf dem Balkon, durch den Park strawanzend, vor der Currywurst-Bude prokrastinierend und schließlich natürlich auch beim Pfandflaschenautomat. Dazu erklingen so grandiose Songzeilen wie „Wenn du mich suchst, du findest mich am Pfandflaschenautomat, da hol ich mir zurück, was mir gehört“ oder „Ich leg mich in den Park, die Parkbank wird zum Sarg und ich werd‘ zum Vampir bis es dunkel wird“.

Seht am besten selbst in das Video zu „Serotonin“ von Isolation Berlin rein:

Das beste Release der Woche: Lana Del Rey

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Still aus: "Lana Del Rey - Mariners Apartment Complex"

Lana Del Rey verabschiedet sich mit „Mariners Apartment Complex“ vom Sommer und lässt uns mit bitterer Melancholie auf die letzten sonnigen Spätsommerstunden zurückblicken.

Lasziv mit einer tiefen Schwermut haucht Lana Del Rey in „Mariners Apartment Complex“ ihren Abschied vom Sommer. Dazu das volle Programm aus Piano, Streichern und zarten Gitarrenklängen, die uns noch mehr in den Herbstblues eintauchen lassen. Produziert und mitgeschrieben wurde die neue Nummer von Jack Antonoff, der auch schon mit Taylor Swift, Lorde und St. Vincent in der Vergangenheit erfolgreich zusammengearbeitet hat.

„Mariners Apartment Complex“ ist eine opulente melancholische Ballade, die nur so vor Abschied trieft. Zu dem Song veröffentlicht die Sängerin auch gleich ein Video das im klassischen Homevideo-Style produziert wurde. In wunderschönen schwarz-weiß Aufnahmen sieht man eine unbeschwerte Lana Del Rey an einem gewöhnlichen Sommertag. Unterbrochen werden die Bilder nur immer wieder durch Aufnahmen aufbrausender Wellen im Ozean.

In den kommenden Tagen soll ein zweiter neuer Track mit dem Titel „Venice Bitch“ erscheinen um den Sommer, laut einem Post der Sängerin auf Instagram, endgültig zu verabschieden. Beide Singles sind Vorboten auf das neue Album von Lana Del Rey, denn zusammen mit Jack Antonoff arbeiten die beiden schon seit einiger Zeit an neuem Material. Schon vor einigen Tagen gab es dazu Bilder der Sängerin auf ihren Social Media Seiten, die sie im Studio zeigen. Das Album soll vorraussichtlich im ersten Quartal 2019 erscheinen. Bis dahin schwelgen wir mit den neuen Songs von Lana in Erinnerung an die letzen warmen Strandtage und genießen die letzten warmen Sonnenstrahlen des Herbstes auf unserer Haut, solange sie noch da sind.

Den neuen Song „Mariners Apartment Complex“ könnt ihr euch hier anhören:

Pizzagirl gibt dir mit seiner neuen Single „highschool“ das volle Programm der 80s

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Pizzagirl // Pizzamum

Musik ist manchmal kompliziert – Pizzagirl ist eigentlich ein Typ, der mit „highschool“ eine Hymne für amerikanische 80s Schnulzen geschrieben hat, dabei selbst eigentlich eher aus der Generation Inbetweeners kommt.

Habt ihr euch eigentlich jemals gefragt, was Rick Astley für Musik gemacht hätte, wenn er mit Morrissey zur Schule gegangen wäre? Pizzagirl gibt euch die Antwort auf die und auf viel weitere Fragen. Pizzagirl heißt im echten Leben eigentlich Liam Brown und kommt aus Liverpool. Dort hat er sich irgendwann, vielleicht aus Langeweile, vielleicht aus Hingabe ein kleines Studio in seinem Schlafzimmer eingerichtet, das er selbst liebevoll „Beatzzeria“ nennt. Für sein Beatzza-Geheimrezept rührt der junge Brite regelmäßig einen geschmeidigen Teig aus 80s Beats an, die einen an romantisch- verdrehte Schnulzen aus dem Fernsehprogramm erinnern.

In seinem Zimmer hängt ein großes Poster von Jennifer Grey von Dirty Dancing, aus den 80ern versteht sich. Dabei hat Pizzagirl die geliebte Zeit nicht miterleben dürfen. Als 98er Jahrgang kennt er die 80er eben nur aus dem Fernsehen und von alten Filmen, die er sehr zu schätzen weiß. Und so bastelt er sich zuhause seine ganz eigenen 80er zusammen, die fast kitschiger sind, als es sie je gewesen sind. Er schafft mit seiner Musik ein Zeitalter voll mit Kaugummi, verbleichten Jeans-Hosen und farbigen Trainingsanzügen.

Die Single „Carseat“ von Pizzagirl haben wir im Februar bereits vorgestellt

Musikalisch legt Pizzagirl großen Wert auf neonfarbene Synth-Klänge, die auf wunderbar fleischige Funk-Grooves fallen. Seine Songs erinnern an VHS-Recorder auf denen irgendwelche alten Soundtracks gerade abgespielt werden. Währenddessen baut sich Liam Brown seine eigene Pizza aus seinem Lunch Box-Set zusammen, das seine Mutter ihm mit ihn die Schule gegeben hat.

Ihr wollt zu einem der Konzerte von Pizzagirl?

„highschool“ ist der erste Song aus seiner neuen EP „season 2“, die auf dem Manchester Boutique-Label Heist or Hit erscheinen wird bei dem auch Acts wie Her’s gesigned sind. Mit seinem Retro-Sound konnte Pizzagirl bereits Plattformen wie Noisey, Highsnobiety, DIY oder BBC Radio1 von sich überzeugen und auch wir sind ganz angetan von der verrückten Kombi aus Porches, Gus Dapperton, Morrissey, Phil Collins und Rick Astley. Darauf erst einmal Long Island Ice Tea und ’ne Pizza.

Die neue Singlen“highschool“ von Pizzagirl gibt’s hier im Stream:

Sympathischer Akustik-Pop: Love, The Twains präsentieren ihr Video zu „People Who Are Kind“

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Love, The Twains // Press Pic

Im neuen Clip zu „People Who Are Kind“ zelebrieren Love, The Twains die Freundschaft mit einer fröhlichen WG-Party.

Das Singer-Songwriter Duo Love, The Twains, bestehend aus Lena Franke und Sascha Hünermund machen schon seit drei Jahren gemeinsam Musik. Ihr in Eigenregie produziertes Debüt „Merry Tales“ veröffentlichten die Beiden schon 2015. Dort verabeitet die Akustik-Pop-Band Klischees der Postmoderne und der Liebe in all ihren Facetten. Musikalisch lehnen sich Love, The Twins dabei an Kate Nash, Noah And The Whale sowie Regina Spektor an.

„People Who Are Kind“ ist die aktuelle Single des Singer-Songwriter-Duos. Im Gegenteil zu anderen Songs von Love, The Twains, denen eher eine gewisse Schwere und Melancholie anhängt, ist die neue Nummer stimmungsaufhellend und durchaus tanzbar. Das sieht man auch im Video zum Song, in dem das Duo mit Freunden eine WG-Party feiert. Viel getanzt wird auch in dem Clip, in dem man Love, The Twains im Refrain zusammen mit ihren Partygästen sogar eine Choreographie tanzen sieht. Die Single ist der erste Vorbote auf das kommende Album des Duos, das am 9. November via Kick The Flame erscheint.

Seht hier den Clip zur aktuellen Single „People Who Are Kind“:

The Postie präsentiert: BRTHR touren im Oktober und November durch Deutschland

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BRTHR // ©Romano Dudas

Gediegen folkig zeigt sich die stuttgarter Band BRTHR. Vor einigen Tagen veröffentlichten sie ihr zweites Album „A Different Kind of Light“ und gehen damit Ende Oktober und Anfang November auf Tour.

Es gibt ihn, den unaufdringlichen Sound, der nicht von dieser Zeit ist und doch genau ins Heute passt. Ohne ewig gestrig zu klingen oder gar langweilig. BRTHR sind Philipp Eissler und Joscha Brettschneider und Irritationen über den Bandnamen löst man direkt dadurch, dass die Buchstabenkombination für „brother“ steht. Ihrem ersten Album „Strange Nights“ folgte am 7. September nun „A Different Kind of Light“. Die Platte kommt mit 10 Songs daher und wurde beim hamburger Label Backseat veröffentlicht.

Auf dem zweiten Album des Duos befindet sich nicht nur der perfekte Soundtrack für eine gemütliche, lange Autofahrt, sondern dahinter steckt eine spannende Entstehungsgeschichte. „A Different Kind of Light“ wurde per Crowdfunding finanziert und so ist es einer Gruppe von Unterstützern zu verdanken, dass die zweite Platte überhaupt erst fertiggestellt werden konnte. Die erfolgreiche Finanzierung des Albums lässt auf eine breite und interessierte Hörerschaft schließen. Aber nicht nur die dürfen sich nun auf die anstehenden Konzerte freuen, sondern jeder der Lust auf ruhigere, folkige Nummern hat und das live erleben möchte.

Den Beginn der Tour bestreiten Philipp Eissler und Joscha Brettschneider im Heimatort ihres Labels, nämlich am 24. Oktober in Hamburg. Beim Abschluss der Tour kommen BRTHR selbst nach Hause, denn da bespielen sie die Bühne vom Kulturzentrum Merlin in Stuttgart.

The Postie präsentiert BRTHR auf „A Different Kind of Light“ Tour

24.10.2018 Hamburg – Nochtwache
25.10.2018 Düsseldorf – Bar Konvex
26.10.2018 Oberhausen – AKA 103
27.10.2018 Dresden – Blue Note
28.10.2018 Berlin – Monarch
30.10.2018 Leipzig – Pistrada
31.10.2018 Nürnberg – MUZ Club
01.11.2018 Aachen – Raststätte
02.11.2018 Köln – Die Wohngemeinschaft
03.11.2018 Stuttgart – Kulturzentrum Merlin

 

Seht hier das Video zu „Harder Each Day“ in einer Livesession von BRTHR