Mit den Worten „We’re Not In Hawkins Anymore“ schließt der erste 40-sekündige Trailer der 4. Staffel von Stranger Things ab.
So schnell haben die Fans der Netflix-Serie wohl noch nicht mit ersten offiziellen News zur vierten Staffel von Stranger Things gerechnet. Bereits einige Monate nach dem dramatischen Ende der dritten Staffel hat Netflix nun eine erste Info in einem knapp 40-sekündigen Trailer geleakt. Die Serie wird, anders als die letzten drei Staffeln, nicht mehr in der amerikanischen Kleinstadt Hawkins spielen. Dies wurde mit den Worten „We’re Not In Hawkins Anymore“ bestätigt. Das Bildmaterial zeigt eine vom Upside Down eingenommene Waldlandschaft. Bei genauerer Betrachtung lässt sich sogar noch ein Schild mit der Aufschrift „Welcome to Hawkins“ erkennen. Dies ist aber völlig heruntergekommen.
Im Finale der dritten Staffel von Stranger Things sind Joyce, Will, Jonathan und Eleven umgezogen. Das größte Geheimnis des Staffelfinales bringt aber sicherlich der vermeintliche Tod des Serienlieblings Hopper mit sich. Viele Fans vermuten, dass dieser nicht ums Leben gekommen ist, sondern sich stattdessen in russischer Gefangenschaft befindet. Ein Hinweis gibt der Abspann, der einen „American“ auflistet. Bezüglich dieser Theorien müssen die Fans der Netflix-Serie aber weiterhin im Dunkeln tappen, da der neueste Trailer nicht viel mehr hergibt. Fest steht jedoch, dass Netflix die Gebrüder Matt und Ross Duffer auch für die kommende Staffel verpflichtet haben. Wann genau die vierte Staffel von Stranger Things erscheinen wird, ist noch unklar.
Den ersten Trailer zur 4. Staffel von Stranger Things gibt’s hier:
LionLion gehören spätestens seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „The Atlas Idea“ zu den spannendsten deutschen Acts im Alternative-Bereich. Im Herbst dieses Jahres folgen nicht nur neue Songs der vierköpfigen Band, sondern auch eine ausgiebige Tour.
Packend, gefühlvoll und intensiv: So etwa lässt sich der Sound von LionLion beschreiben. Bloß auf Genres zurückzugreifen fällt bei der Band um die Zwillinge Michael & Matthias Rückert schwer. LionLion überzeugen mit ihrer Mischung aus gitarrenliebenden Alternative-Rock und zurückhaltenden Momenten sowie atmosphärischen Klängen. Im Herbst bringen sie diesen mitreißenden Mix auch auf die Bühnen des Landes.
Auf der Tour sollen neue Songs der in Kürze erscheinenden EP „Rise And Fall“ im Fokus stehen. Die Vorabsingle „Language“ versprüht schon mal einen ersten, dynamischen Vorgeschmack.
Ihr wollt zu einem der Konzerte von LionLion?
The Postie verlost 2 x 2 Gästelistenplätze für die kommende Tour von LionLion. Um am Gewinnspiel teilzunehmen, müsst ihr nur unsere Facebook-Seite liken und eure gewünschte Begleitung in der Kommentarspalte verlinken. Alternativ seid ihr auch im Lostopf, wenn ihr uns auf Instagram folgt, den Post liket und auch da eure Begleitung in der Kommentarspalte verlinkt. Teilnahmeschluss ist der 05. Oktober um 20 Uhr. Die allgemeinen Teilnahmebedingungen könnt ihr hier nachlesen.
The Postie präsentiert: LionLion auf „Rise & Fall“-Tour
09.10. Hamburg, Astra Stube
10.10. Berlin, Musik & Frieden
11.10. Göttingen, Nörgelbuff
12.10. Nürnberg, Nürnberg Pop
15.10. Passau, Zauberberg
16.10. München, Cord Club
23.10. Köln, Tsunami
25.10. Darmstadt, 806qm
24.10. Karlsruhe, NUN
26.10. Koblenz, Circus Maximus
27.10. Stuttgart, Club Cann
14.12. Mannheim, Alte Feuerwache
In „TUNNEL LIFE“ thematisieren BLVTH und Ahzumjot den Hustle, den man als Tag für Tag als Künstler erlebt. Begleitet wird der Song durch flimmerndes Video-Game-Material.
„TUNNEL LIFE“ ist nicht die erste Zusammenarbeit zwischen BLVTH und Ahzumjot. Die beiden Musiker haben bereits in der Vergangenheit ein paar Mal zusammengearbeitet. BLVTH, der neben seiner Tätigkeit als Musiker auch als Produzent für Acts wie Casper oder Kummer arbeitet, durfte auch schon Tracks für den in Hamburg geborenen Rapper produzieren. Doch selbst einen Feature-Part, wie der auf „Raum“ steht bereits in der gemeinsamen Vita.
Nun haben Ahzumjot und BLVTH für „TUNNEL LIFE“ gemeinsame Sache gemacht und philosophieren zusammen über den Lifestyle eines DIY-Künstlers. Ein Release jagt das nächste. An Essen oder Freunde treffen ist erst gar nicht zu denken – sprich als junger Musiker vergisst man schnell den Alltag zu leben. Das Duo betitelt dies charmant mit „TUNNEL LIFE“ und unterstreicht den Stress mit passendem Bildmaterial. Im Video werden Szenen aus Need For Speed gezeigt. Man entscheidet sich aktiv für das rasante Leben und bringt es anschließend mit viel PS auf die Straße. Ein zusätzlicher Stressfaktor sind die Strobo-Effekte im Clip, die selbst den Puls bei den gelassensten Viewern in die Höhe schießen. „TUNNEL LIFE“ von Ahzumjot und BLVTH ist seit gestern auf allen Streaming-Plattformen verfügbar.
„16 Hertz“ ist die Debütsingle des Synth-Pop Duos whoiswelanski aus Miesbach in der Nähe von München.
In der letzten Zeit scheint sich musikalisch einiges zu tun in den südlicheren Gefilden dieses Landes. Stellten wir im letzten Jahr bereits einige Acts aus der Bayrischen Hauptstadt vor, müssten wir diese nun mindestens um whoiswelanski erweitern. Das Duo aus Miesbach, einem Ort ca. 45km von München entfernt, besteht aus den Musikern Tobias Weber (Schlagzeug, Synthesizer, Keyboard, Gesang) und Josef Pötzinger (Gesang, Gitarre, Bass). Dabei ist zu nennen, dass whoiswelanski sogar eine Verbindung zu einem der Acts aus unserer Liste haben. Und zwar ist Bandmitglied Josef Pötzinger Bruder des Gitarristen von Die Sauna. Die Musik der beiden Bands jedoch, ist ziemlich unterschiedlich.
Whoiswelanski machen im weitesten Sinne Synth-Pop, jedoch mit einer gehörigen Prise Indie- und Psychedelic-Pop. Ein bisschen so, als würde man MGMT, Tame Impala und The Postal Service in einen Topf werfen und kräftig umrühren. Doch eine einfache Wiederholung der Musik bestehender Bands sind die Tracks von whoiswelanski keineswegs. Die Band setzt auf Innovation und will sich nicht an vorgegebene musikalische Schemata halten. So klingen die Tracks im ersten Augenblick etwas zusammengewürfelt, ergeben in ihrer Gänze jedoch Sinn und bleiben dadurch spannend und frisch. Ebenfalls das Augenmerk auf eine durchgehende, stimmige Sound- und Gesamtästhetik lässt das musikalische Produkt von whoiswelanski durchdacht und konsequent wirken.
Auf ihrer Debütsingle „16 Hertz“ stellt das Duo ihr Fingerspitzengefühl für (Sound-)Ästhetik erstmalig vor. 16 Hertz; das ist nach derzeitigem Kenntnisstand die Frequenz, welche die menschliche Grenze zwischen Hörbarem und Nichthörbarem beschreibt. Der Titel bezieht sich hierbei auch auf den Inhalt des Tracks. Es geht um den delikaten Seiltanz zwischen Ehrlichkeit und Verletzlichkeit zweier eng verbundener Personen. Die zunächst oberflächlich wirkenden Aussagen beinhalten einen eigentlich frustrierten Subtext. Der Empfänger jedoch ist im Stande diese Unterschwelligkeiten herauszulesen. Eine Möglichkeit diesen inneren Konflikt aufzulösen: Klarheit.
Seht hier das von Basti Kameter produzierte Video zu „16 Hertz“ von whoiswelanski:
Nach der Debüt-EP „Alle wollen Liebe“, melden sich Das Moped schillernd zurück. „Eng“ zeigt, wie interessant und abwechslungsreich deutschsprachiger Indiepop sein kann.
Wie klingt es eigentlich, wenn Metronomy, Echt und Nile Rodgers gemeinsame Sache machen? Bitteschön – Das Trio um Martin, Augustin und Ali gibt die Antwort. Die 80’s Dance-Vibes sprudeln nur so heraus und harmonieren bestens mit der Falsettstimme von Sänger Martin. Mitgewirkt an dem Song hat Wanda-Produzent Paul Gallister. Die Abenteuerlust der Band ist unverkennbar und so entsteht eine fette Pop-Ballade mit einem extremen Hitfaktor.
Dabei handelt „ENG“ inhaltlich von verschiedenen Zuständen einer Beziehung, die nicht immer schön sind: „Gib mir nur ein wenig Luft, ein kleines bisschen mehr Luft – es ist so eng bei dir“. Dieses Thema beleuchten sie aber nicht etwa melancholisch oder verkopft – nein. Zu sehen ist das im dazu veröffentlichten Video. Die Band tanzt in Glitzersakkos mit Alpakas unter Discokugeln durch den Garten und sorgt für ungehemmte Feierstimmung. Achtung Vorwarnung: Ohrwurm incoming. Falls ihr uns sucht, wir sind auf dem Dancefloor!
Still aus:" RIN - Fabergé (prod. Alexis Troy & Minhtendo"
Im seinem neuesten Song „Fabergé“ zeigt RIN, dass er durchaus eine gewisse Affinität zu Kunst. Außerdem zeigt er, dass selbst Montage nicht so schlimm sein müssen.
„Bitte schieß ein Portrait“, heißt es im neuen Song von RIN. In „Fabergé“ geht es darum den Moment festzuhalten. Diesen Moment, wenn man schnell noch Spezi an der Tanke kauft, um dann mit seinen Leuten an einem Montag abzuhängen. Im dazugehörigen Motion-Screen auf Youtube verrät er zudem die Inspiration zu seinem aktuellen Sound. An seiner Wand im Zimmer hängen Poster von Outkast, Frank Ocean, Playboi Carti, dem Film „La Haine“ und sein eigenes Plakat.
Es wirkt fast so, als würde RIN mit „Fabergé“ auf seine vergangenen Monate und Jahre zurückblicken und zu dem Entschluss kommen, dass es ihm verdammt gut geht. Passend dazu auch der Titel „Fabergé“. Der Begriff stammt aus der Goldschmiedekunst und steht für hochwertige Ostereier, die aus purem Gold und Edelsteinen bestehen. Die Eier waren im 19. Jahrhundert ein Symbol für Reichtum und Prunk und wurden vor allem von russischen Zaren geschätzt. Seine neueste Single ist nach „Vintage“ und „UP IN SMOKE“ der dritte Song, den RIN nach seinem Album „Planet Megatron“ veröffentlicht. Alle drei Stücke werden auf dem Album „Nimmerland“ vertreten sein, welches am 6. Dezember erscheint. Produziert wurde „Fabergé“ von Alexis Troy und Minhtendo.
In einer Woche, am 4. Oktober, erscheint „Deceiver“, die langersehnte dritte Platte der Band DIIV. Seit dem Vorgänger „Is the Is Are“ aus dem Jahr 2016 ist Vieles geschehen. Sowohl auf persönlicher, als auch auf Band Ebene, hat sich bei DIIV Einiges verändert. Wir trafen uns mit Frontmann Zachary Cole Smith und Bassist Colin Caulfield in Berlin und sprachen über die neue Platte, Rehabilitierung und Gartenarbeit.
DIIV ist eine Band, dessen Weg von verschiedenen Hindernissen geprägt war. Nachdem sie in 2012 ihr exzellentes Debüt „Oshin“ veröffentlichten, wurden sie in Indie-Kreisen bis in den Himmel gelobt. Zurecht. Die Medien stürzten sich auf die Band und ihren exzentrischen und charismatischen Frontmann Zachary Cole Smith, welcher hier und da auch mal als der neue Kurt Cobain betitelt wurde. Irgendwann kam es dann zum Eklat, als Smith und seine damalige Freundin Sky Ferreira in New York von der Polizei mit Heroin und Ecstasy in der Tasche aufgegriffen wurden. Länger war schon bekannt, dass Smith Drogenprobleme hatte. Er begab sich daraufhin in Behandlung.
Das zweite Album, „Is the Is Are“ aus 2016, wurde als das Comeback-Album angekündigt, in dem es um Smith’s (scheinbar) überwundene Suchtthematik geht. Doch einige Zeit darauf gab es erneut Verwirrungen. Konzerte und ganze Touren wurden abgesagt. Nach einem erneuten Tiefpunkt, schien sich Smith nun ganz seiner Rehabilitierung zu widmen.
Nun befinden wir uns in 2019. „Deceiver“ ist das dritte Album der Band. Ein Album, welches sich von den vorherigen abhebt, alleine vom Klangbild. Außerdem ist es das Album, was auf persönlicher Ebene sicherlich am Meisten von der Band, ihren Mitgliedern und speziell Zachary Cole Smith abverlangte; dadurch aber auch eben sehr ehrlich und authentisch geworden ist.
Beim erstmaligen Hören von „Deceiver“ dachte ich, dass es im Vergleich zu den vorherigen Alben einen ganz anderen Sound hat. Es klingt weniger jangly und poppig, dafür progressiver und erwachsener. Wie denkt ihr selbst über den Sound eures neuen Albums?
Zachary Cole Smith: Ja, das stimmt, in dieser Zeit hat sich viel verändert und wir sind erwachsener geworden. Letztendlich würde ich es einfach als Rock Album bezeichnen.
Colin Caulfield: So würde ich es auch sehen. In jedem Fall ist es deutlich erwachsener. Aber jetzt nicht so „Hemd in die Hose“ erwachsen. Vielmehr ist der emotionale Inhalt deutlich tiefer als zuvor.
Wie kam es zu dieser Veränderung?
ZCS: Selbst, wenn wir beim Sound bleiben, war das meiste eigentlich anfangs eine persönliche Entwicklung. Die Band war zuvor irgendwie ziellos. Nach und nach haben wir durch unsere persönliche Weiterentwicklung auch unsere Richtung innerhalb der Band gefunden. Auf der anderen Seite haben wir uns im Vorfeld viel damit beschäftigt, wie „Deceiver“ klingen sollte. All das steckt in dem Album. Es war, als müssten erst wir selbst erwachsen werden, bevor es unser Sound werden konnte. Das ging irgendwie Hand in Hand.
Zum ersten Mal habt ihr mit einem externen Produzenten zusammengearbeitet, nämlich Sonny Diperri. Er ist bekannt für seine Arbeit mit Bands wie Nine Inch Nails oder My Bloody Valentine. Inwiefern hatte er einen Einfluss auf das Album?
CC: Ganz am Anfang des Entstehungsprozesses haben wir ziemlich eingehend über Referenzen gesprochen und wie wir uns vorstellen, dass das Album klingen sollte. Als wir dann einige Referenzbands in petto hatten, haben wir uns mit Sonni getroffen. Dort sprachen wir die Namen dieser Bands dann laut aus und es stellte sich heraus, dass dies alles seine Lieblingsbands waren.
ZCS: True Widow zum Beispiel. Das war eine der Bands, die uns direkt sehr verbunden hat. Es ist eine etwas unbekanntere Band, die aber viel von dem vereinte, was wir machen wollten.
CC: Das bedeutete dann im Endeffekt, dass es bezogen auf den Sound während der Aufnahmen auch keine großen Überraschungen mehr gab. Also, dass er zum Beispiel mit einer einer neuen Idee reinkommt, wie dies oder jenes klingen könnte. Allerdings war er einfach wahnsinnig gut darin, uns so klingen zu lassen, wie wir es uns vorstellten. Wenn wir eine Idee für einen Gitarrenpart oder einen Drumsound hatten, der etwas ambitionierter war, hat er fünf Minuten gebraucht, um diesen zu realisieren.
Cole, du sprachst über deine Rehabilitierung und wie diese sowohl das letzte, als auch das neue Album beeinflusst hat. Wie würdest du dein damaliges und dein jetziges Mindset diesbezüglich beschreiben?
ZCS: Ich denke, der Weg heraus aus der Abhängigkeit ist in den meisten Fällen gekennzeichnet von Ups und Downs. Rückfällig zu werden mit eingeschlossen. Um ehrlich zu sein, bevor ich festgenommen wurde, hatte ich mich eigentlich nie damit auseinandergesetzt, etwas zu verändern. Das war eigentlich erstmalig der Punkt, wo ich mit diesem Gedanken in Kontakt kam. Aber so richtig verschrieben habe ich mich dem Ganzen dann auch nicht. Dementsprechend war „Is the Is Are“ in dieser Hinsicht eher oberflächlich.
Also warst du zu diesem Zeitpunkt noch nicht so committed?
ZCS: Nein, ich war überhaupt nicht committed. Erst danach, als alles seinen Lauf nahm und eigentlich nur noch schlimmer wurde, kam irgendwann der Punkt, wo ich dachte: „So geht es nicht weiter, es MUSS sich etwas ändern“. Danach verbrachte ich viel Zeit damit, an mir selbst zu arbeiten. Im Grunde ein ganzes Jahr, in dem ich mich mit meinen Problemen befasste und mit anderen Rehabilitand*innen zusammenlebte. Getrennt von der Band und meinem normalen Umfeld. Das war die Zeit, in der meine persönliche Entwicklung stattfand.
Bei dem neuen Album war es nicht so sehr der Fall, dass es für mich darum ging, bestimmte Dinge zu verarbeiten. Der Albumprozess an sich war also keine Eigentherapie oder so. Vielmehr war all das, was ich in den zwei Jahren zuvor gelernt hatte, therapeutischer Natur. Also verschiedene Herangehens- und Sichtweisen und all diese kleinen Lebenslektionen. Das galt es dann, auch auf das neue Album anzuwenden. Dinge wie: Verantwortung übernehmen // Den Eigenanteil prüfen // Gefühle wahrnehmen. Deswegen denke ich, war dieser Prozess viel tiefergehender. Ich meine, jetzt fühlt es sich authentisch und ehrlich an. So, wie kein Album zuvor.
Was war für dich das Wichtigste, was du während deines Prozesses gelernt hast?
ZCS: Da gibt es sicherlich einiges. Vermutlich sich damit auseinanderzusetzen, dass es Dinge im Leben gibt, die man verändern kann und Dinge, bei denen das nicht der Fall ist. Im Umkehrschluss also herauszufinden, welche Dinge man kontrollieren kann und auf diese dann Einfluss zu nehmen. Und die Dinge, auf die man keinerlei Einfluss hat: Akzeptieren.
Gibt es also einen Zusammenhang zwischen deiner Rehabilitierung und eurem neuen, „erwachseneren“ Sound?
ZCS: Ja, die Rehabilitierung spielt da auf jeden Fall eine Rolle. Aber ich denke, wir alle in der Band sind älter geworden und haben in irgendeiner Weise ähnliche Erfahrungen gemacht. Die Prioritäten und Interessen verändern sich. Dinge, die wir früher als Band gemacht haben, wie zum Beispiel Feiern gehen, erscheinen uns inzwischen trivial. Wir alle sind älter geworden und die Musik ist ganz natürlich mit uns gewachsen.
CC: Wir haben auf „Deceiver“ extrem eng zusammen gearbeitet, was wir vorher nicht getan haben. Zu einem Teil hat sicherlich Coles Prozess dabei eine Rolle gespielt. Aber auch wir als Band sind gewachsen. Es ging viel darum, unsere Egos in den Hintergrund rücken zu lassen. Sich und die eigenen Ideen der Band zur Verfügung zu stellen, ohne auf die eigenen Befindlichkeiten zu pochen. Das einzige Ziel war es, die Songs so gut werden zu lassen, wie es eben möglich ist. Das ist es eigentlich, was es für mich bedeutet, erwachsen miteinander umzugehen. Es wäre zu einfach zu sagen: „Oh, das ist alles nur, weil Cole jetzt clean ist.“ Diese Entwicklung betrifft uns alle vier.
ZCS: Ja, wir mussten alle lernen, effektiv miteinander zu kommunizieren. Sowohl angemessen Kritik zu geben, als auch zu empfangen. Und diese Dinge dann auch tatsächlich zu akzeptieren. Letztendlich hat dies auch die Qualität der Songs positiv beeinflusst.
Alkohol und Drogen sind in der Musikindustrie all gegenwärtig. Inwiefern hat die Musikindustrie diesbezüglich eine Verantwortung gegenüber den Künstler*innen?
CC: In den USA gibt es für Musiker*innen nicht wirklich eine Krankenversicherung. Das ist ein riesen Problem. Auf der einen Seite hat das ganz praktische Auswirkungen. Auf der anderen Seite kennzeichnet das aber auch das generelle Verhältnis zwischen Musikindustrie und Künstler*innen. Was das angeht wird einem nicht gerade die Hand gereicht.
ZCS: Ja, ich glaube Musiker*innen fühlen sich häufig als Wegwerfartikel, der einmal durch die Maschinerie gejagt und danach liegen gelassen werden kann. Meiner Auffassung nach müsste es eigentlich anders herum sein.
CC: Bezogen auf Alkohol und Drogen glaube ich, dass viele Leute wilde Fantasien davon haben, wie es ist, in einer Band zu sein. Es ist nicht wirklich anders, als im normalen Leben. Vor nicht allzu langer Zeit war ich zum Beispiel zu einem kleinen Barbecue in LA eingeladen. Sogar dort hat jemand auf dem Klo Kokain genommen.
ZCS: Sogar, wenn man einfach nur die Straße entlang läuft, ist es ein Thema. Erst gestern lief so ein Typ neben uns her mit den Worten: „Cocaine, cocaine?“. Und Alkohol ist ja wirklich allgegenwärtig. Ich finde also nicht, dass die Industrie da eine Verantwortung hat. Da geht es eher um eine sehr große persönliche Verantwortung. Für mich selbst ist es eine Sache, die ich lernen muss, zu akzeptieren. Ich kann nicht sagen: „Ich werde nicht trinken, also darf niemand von euch trinken“. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber daran. Mittlerweile genieße ich es sogar, der einzig Nüchterne in einer Gruppe von betrunkenen Menschen zu sein. Das kann sehr belustigend sein.
Colin, du bist nicht nur Bassist bei DIIV, sondern auch noch passionierter Gärtner. Auf Instagram hast du deine eigene kleine Gartenshow mit dem Namen „Gardening With Colin“. Zuerst einmal die Frage, die allen unter den Nägeln brennt: Wann kommt eine neue Staffel?
CC: (Lacht) Erst einmal vielen Dank für diese Frage. Ich liebe Gärtnern! Eigentlich brachten Cole und seine Verlobte Danny mich dazu, mich eingehender mit dem Thema zu beschäftigen. Sie haben einen Vorgarten, der meinem sehr ähnlich ist. Meiner aber stand voll mit irgendwelchem Krempel. Dann dachte ich: „Okay, da muss ich jetzt ran!“. Bezüglich der zweiten Staffel; wir waren jetzt einfach monatelang damit beschäftigt, das Album zu machen. Ich hoffe, ich kann noch im Herbst mit der Produktion beginnen.
Seit ein paar Tagen haben meine Balkonblumen Läuse. Hast du irgendwelche Empfehlungen, wie ich damit umgehen kann?
CC: Oh, shit! Zuerst musst du sehr behutsam die Eier abkratzen, die sie legen, weil damit sind am Ende die ganzen Pflanzen voll. Das musste ich mit meinem, ich glaube es war Grünkohl, auch machen. Dann kannst du andere Gewächse einpflanzen, die entsprechende Räuber anziehen, die dann die kleinen Eier fressen. Ich glaube Jasmin ist da zum Beispiel eine Möglichkeit. Dann gibt es noch einige andere natürliche Pestizide, wie Niemöl.
Dann werde ich davon mal etwas probieren. Ich danke euch für das Interview!
Hier könnt ihr euch das Video zur aktuellen Single „Blankenship“ ansehen:
Das New Fall Festival in Düsseldorf ist bunt, vielseitig und einzigartig. Vom 10 – 14. Oktober zeigt das Liebhaber-Festival wieder Popmusik an ungewöhnlichen Orten. Neben Nils Frahm, Roosevelt, Gurr und Allah-Las haben auch viele weitere Acts zugesagt.
Unter dem Motto „Beautiful Music, Beautiful Places“ holen die Veranstalter des New Fall Festivals auch in diesem Jahr wieder nationale und internationale Musiker*innen, Bands & Künstler*innen in außergewöhnliche Düsseldorfer Locations. An besonderen Orte konnte das Festival in diesem Jahr wieder die legendäre Tonhalle, den Robert-Schuhmann-Sall und das NRW-Forum für sich gewinnen. Als neuer Spielort ist in diesem Jahr der Rheingoldsaal dazugestoßen.
New Fall Festival mit Allah-Las, Nils Frahm, Roosevelt
Den neuen Spielort eröffnen dabei Allah-Las. Mit der Band aus Kalifornien haben sich die Veranstalter einen ganz besonders vielfältigen Act aus dem Ärmel geschüttelt: Surfrock, Jangle-Pop, Psychedelic, Garage, Northern Soul und Indie sind die Zutaten, aus denen Allah-Las ihren einzigartigen vintage-infizierten Sound kreieren, der die 60s auferstehen lässt. Bei ihrem Auftritt am 11. Oktober im Robert-Schumann-Saal gibt es bestimmt auch einige neue Songs der Band zu hören, denn erscheint an dem Tag auch das vierte Studioalbum „LAHS“. Am selben Tag tritt ebenso William Fitzsimmons beim New Fall auf, der seinen abgesagten Auftritt von 2017 nachholen wird.
Im aktuellen Line-up befinden sich auch einige Wiedergänger. Darunter Apparat, der bereits 2015 den Zuschauern mit seinem sphärischen, elektronischen Sound eingeheizt hat. Auch Roosevelt und Nils Frahm kehren zu dem Liebhaber-Festival zurück und spielen jeweils in größeren Locations. Ebenso das Indie-Garage-Duo Gurr spielt erneut beim New Fall und präsentiert neben altbekannten Klassikern auch neue Songs der aktuelle EP „She Says“. Das spricht alles für die Qualität sowie für den Wohlfühlcharakters des Festivals.
fem_pop Night und popNRW
Neu in diesem Jahr: Die fem_pop Night. Gemeinsam mit dem feministischen Kultur- und Konzertkollektiv fem_pop aus Düsseldorf präsentiert das New Fall am Samstagabend im PONG/NRW Forum drei vielversprechende Künstlerinnen: Kaleo Sansaa, Sofia Portanet und Charlotte Brandi.
Weiterhin fester Bestandteil des New Fall Programms ist der beliebte NRW-Abend. Gefördert durch die Pop NRW Nachwuchsförderung steht der Abend des 12. Oktobers im Zeichen musikalischer Neuentdeckungen. Im Rheingoldsaal präsentieren neun Newcomer ihr Können, darunter Drens, SPARKLING und The Düsseldorfer Düsterboys. Und das Beste an der Sache – der Eintritt ist frei!
Weitere Künstler sowie das vollständige Programm werden in den kommenden Wochen vom Veranstalter noch bekannt gegeben. Tickets für alle Shows findet ihr bereits auf der offiziellen Homepage des New Fall Festivals.
The Postie präsentiert: New Fall Festival 2019
10. – 14. Oktober 2019 – Düsseldorf, verschiedene Orte
Allah-Las geben eine Album-Release-Show beim New Fall Festival:
Nach den Singles „Black Bull“ und „The Runner“ haben Foals mit „Into the Surf“ einen dritten Song aus „Everything Not Saved Will Be Lost – Part 2“ geteilt.
Auf dem Reeperbahnfestival konnten Foals ihren neuen Song „Into the Surf“ noch nicht vorstellen. Der Sänger der Band Yannis Philippakis hat sich nämlich erst kürzlich in seiner zweiten Heimat Griechenland mit einem Messer gefährlich an der Hand und den Fingern verletzt. Für den darauffolgenden Mercury Prize ist dann der befreundete Felix White von The Maccabees als Gitarrist kurzfristig eingesprungen. Dort waren sie für den ersten Teil von „Everything Not Saved Will Be Lost“ für den Preis des besten Albums nominiert.
Am 18. Oktober soll nun der zweite Teil folgen. Dieser fällt, nach Aussage der Band, deutlich härter aus als noch der erste Part. Mit dem Banger „Black Bull“ haben sie vor einigen Wochen die Marschroute für „Everything Not Saved Will Be Lost – Part 2“ vorgegeben und haben mit „The Runner“ kurz danach vorgelegt. Nun folgt also mit „Into the Surf“ ein dritter Ausschnitt aus dem anstehenden Album. Der Song wurde bereits mit „Surf Pt. 1“ auf dem ersten Teil dezent angeteasert und entfaltet sich jetzt quasi in Gänze. „Into The Surf“ zeigt, dass Foals es nicht verlernt haben auch ruhigere Songs zu schreiben und begeistern damit sicher Fans, die beim Gedanken an „Spanish Sahara“ noch immer ins Schwärmen geraten. „Everything Not Saved Will Be Lost – Part 2“ erscheint am 18. Oktober via Warner.