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Gegen Quarantäne-Frust: Charli XCX veröffentlicht den neuen Song „Claws“

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Charli XCX veröffentlicht den neuen Song

„Claws“ ist der zweite Song, den Charli XCX aus ihrem Quarantäne-Album veröffentlicht.

Charli XCX möchte sich und ihren Fans mit ihrem neuen Album „how i’m feeling now“ etwas gegen die Langeweile liefern. Vor einigen Wochen hat die Musikerin sich in Form eines Videos an ihre Community gerichtet und angekündigt, dass sie die Zeit in Isolation nutzen möchte. Anders als bei vielen Menschen, wird aber kein Sauerteig gebacken und auch Yoga-Sessions stehen nicht auf dem Programm. Stattdessen möchte Charli XCX ein Album aufnehmen und veröffentlichen.

Mit „forever“ lieferte sie einen ersten Vorgeschmack und ließ nun „Claws“ folgen. Der neue Track wurde von 100 gecs’ Dylan Brady produziert und ist ein typischer Charli XCX-Song. Keine Angst vor Autotune und poppigen Beats. Gegen Ende kommt sogar eine Eurodance-Wendung, die in einer Plastik-Ekstase endet. Die Britin kündigte außerdem einen weiteren Song mit Brady and Danny L Harle an. Alle genannten Tracks erscheinen am 15. Mai auf dem Album „how i’m feeling now“.

Claws von Charli XCX gibt’s hier:

Selbstbestimmung in Zeiten von Isolation – Sultans Court im Talk mit einer Psychologin

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Sultans Court // © BearMusic

Sultans Court sind, wie wir alle, in der Situation, dass sie ziemlich isoliert sind, Doch was macht das mit uns? Das hat die Band mit einer Psychologin besprochen.

Im Endeffekt trifft es uns alle: die Pandemie, den Coronavirus, die jetzige Zeit, die neue Normalität. Unsere Lage kommt mit vielen verschiedenen Ausformulierungen daher, bricht sich aber am Ende immer darauf hinab, dass wir in unseren eigenen vier Wänden viel Zeit verbringen. Meistens gestaltet sich diese Zeit auch noch ziemlich einsam und ist voller Unsicherheiten.

Die Musikindustrie trifft es hier besonders stark und doch denkt eine Band wie Sultans Court aktuell auch über den musikalischen Tellerrand hinaus. Was macht eine solche Extremsituation mit unserer Psyche, mit unserem seelischen Wohlbefinden? Dies wollten Julius Klaus (Vocals) und Konstantin Hennecke (Gitarre) herausfinden und haben dafür das Gespräch mit einer Psychologin gesucht.

Samira Knott ist Psychologin, Achtsamkeits- und Meditationstrainerin.  Ihr Schwerpunkt liegt auf der persönlichen Bewusstseinserweiterung, der individuellen Potenzialentfaltung und der Stärkung der eigenen Selbstwirksamkeit. Als einen möglichen Weg hier zum Ziel zu kommen, beschreibt sie im Talk die Meditation und schlägt auch vor, dass man die Zeit der aktuellen Reduktion auch zum Fasten nutzen soll.

Der komplette Talk zwischen der Band und der Psychologin ist jedoch mehr als nur ein Verhaltenskodex in der aktuellen Zeit. Es zeigt auch die Menschen hinter der Band Sultans Court in seiner intimsten Form. Die Gründer der Band öffnen ihre Gefühlswelt – und dies nicht in gewohnt musikalischer Form. Als aus dem Produzentenduo zusammen mit Leander an den Drums und Markus an den Keys eine Band und damit den Anfang eines Projektes wurde, hätten sie wohl nicht gedacht, dass man 2020 in solch eine Situation gerät. Dabei hat alles mit einer Mitfahrgelegenheit auf dem Weg zum Dockville damals begonnen.

Zu viel Input als Gift für das Wohlbefinden

Am Freitag veröffentlichen Sultans Court, die oft mit Acts wie Alt-J, Jungle oder Chet Faker verglichen werden, mit „Good Enough“ eine neue Single. Diese ist aus einer Phase der Schreibblockade entstanden und auch hier gibt es Vergleiche, die man passgenau auf die aktuelle Lage umsetzen kann, wie die Band bestätigt: “You’ve been running in circles knowing to much” (Line aus ‚Good Enough‘) spielt darauf an, dass News und zu viel input nicht unbedingt dem seelischen Wohlbefinden gut tun. Viele unserer Freunde machen sich wegen dem Virus sorgen und verlieren sich in der Flut aus Information die jeden Tag auf uns einprasselt. Es ist schwer sich dem zu entziehen, wenn es in den Nachrichten tagtäglich um nichts anderes geht. Man möchte etwas dagegen unternehmen und das Informieren scheint der einzige Weg zu sein. „Good Enough“ von Sultans Court erscheint am 24. April auf allen Plattformen

Einen Ausschnitt aus dem Talk lest ihr hier:

Konstantin:

Also, was bei mir der Fall ist, ist dass ich versuche wenig Nachrichten zu konsumieren, um ruhig zu bleiben. Und wir uns quasi hier unsere eigene Welt bauen. Weil ich das Gefühl hatte, dass wenn man sich jetzt zu sehr mit dieser ganzen Corona-Krise beschäftigt und sich täglich mit Nachrichten informiert, dass das irgendwie ein inneres Unwohlsein erzeugt, gegen das man ja eigentlich eh nichts machen kann. Weil man ja momentan eh am besten zuhause bleibt und sich zurück zieht. Und je mehr Informationen man sich zuträgt, desto panischer wird man. Das war auf jeden Fall meine Erfahrung aus den letzten Wochen.

Samira:

Ja. Bei dir auch Julius?

Julius:

Ja. Ich versuche, mich davon fernzuhalten, soweit es geht. Ich habe gestern ein Youtube-Video geschaut, indem es nur um Pandemien ging, und wie sie Gesellschaften verändern. Und habe mir dann auch noch einen Artikel von Spiegel durchgelesen, indem geschrieben wurde, dass man sagen kann, dass die momentane Situation nicht positive ist, sondern anerkennen sollte, dass es eine Krise ist. Aber es hat mir nicht zu sehr Angst gemacht. Ich glaube, weil es nicht einfach nur irgendwelche Zahlen waren, wie viele Tote uns so weiter, sondern eine sachliche und konstruktive Berichterstattung mit dem Thema konstruktiv an!

Samira:

Das ist eigentlich auch die clevere Lösung, sich relativ fern davon zu halten, sich vielleicht nur einmal am Tag darüber zu informieren, was es neues gibt, oder alle zwei Tage. Aber momentan sind wir auch schon an so einem Punkt angelangt, wo sich nicht jeden Tag was neues entwickelt. Wir wissen so ungefähr, wo wir gerade stehen, und wissen nicht genau, wie lange es noch anhalten wird, und nehmen das als eine große Unsicherheit wahr. Und da ist es auch total normal, dass da Ängste und ‚Sorgen kommen, weil wir so etwas halt alle noch nie gemeinsam erlebt haben. Das wichtige ist schon, darauf zu achten, dass man sich eben von diesen ganzen Medien distanziert und nicht eine Verschwörungstheorie nach der anderen liest, und dann selbst seine eigene Theorie kreiert. Und dann fängt nämlich dieses Katastrophisieren an, und da dann wieder rauszukommen, wenn man beispielsweise allein zuhause ist, ist nicht immer so einfach. Das fördert natürlich diese ganzen Angstgedanken, das Grübeln, die Sorgen.

Da ist momentan einfach ein großer Nährboden da.

Klar, wir sind ja in dieser unsicheren Phase, und da ist Angst, da ist Sorge, da sind Unsicherheiten, und das ist auch okay. Aber wenn das Ganze noch konstant Futter bekommt, dann wächst das halt superschnell. Man muss es nicht verdrängen. Wir sind in dieser Situation. Man sollte schon bewusst und auch ernsthaft mit der Thematik umgehen, aber sich jetzt nicht ausmalen, was passiert, wenn das Ende des Jahres immer noch so ist und wir nicht weitermachen können. Das bringt jetzt gerade noch nichts.

Julius:

Ja. Gleichzeitig hat man ja das Gefühl, dass man so eine Art Handlungsmacht bekommt, wenn man mehr darüber weiß. Ich habe dann immer das Gefühl, dass man dann vielleicht mehr Sicherheit hat, weil man zum Beispiel auch Tipps bekommt, was man tun kann, wie man zum Beispiel Hände waschen soll und so weiter. Es gibt ja dann schon so ein gewisses Gefühl von Sicherheit, weil man dann weiß, Arzt XY hat empfohlen, dass man die Hände 20 Sekunden waschen soll, mit heißem Wasser. Aber dann gibt es ja auch so eine Schwelle, ab der es einem halt keine Sicherheit mehr gibt. Sondern man weiß, ich hab jetzt meinen Rahmen gesteckt, und in dem kann ich handeln. Es ist halt auch so eine Schwelle, dass man halt leider auch gewisse Dinge nicht kontrollieren kann?

Samira:

Genau. Das ist der Mechanismus hinter der Angst. Angst entsteht aus dem Kontrollverlust und in dem Kontrollverlust befinden wir uns gerade kollektiv. Da passiert was um uns herum, und wir können es nicht kontrollieren. Funktioniert mein Geschäft weiterhin? Ist meine Existenz gesichert? Sind meine Finanzen gesichert? Kann ich meine Familie ernähren? Bleibe ich gesund? Wir können das nur bis zu einem gewissen Punkt kontrollieren. Und das ist eben, was wir machen können. Also wirklich zu überlegen, wie hole ich mir die Kontrolle wieder zurück.

Und das sind eben diese Mechanismen wie Hände waschen, Abstand halten, eine Maske tragen, und auch möglichst Social Media und generell Nachrichten zu minimieren, um dadurch nicht wieder in diese Angst reinzukommen. Zum Beispiel der Anblick von leeren Regalen kann es wieder sehr stark fördern, dass man wieder diese irrationale Angst bekommt, was wieder der Kontrollverlust ist. Und deswegen horten wir. Also es ist so eine Endlosschleife. Daher kann man diese Kontrolle nur bis zu einem gewissen Punkt, und danach ist quasi dein Machtbereich vorbei.

Dann kommt halt der Machtbereich des Viruses, und ob man den noch bekommt oder nicht, ist nun mal dahingestellt.

Julius:

Ja ok. Voll interessant!

Samira:

Es ist natürlich die Frage, was können wir machen? Ich habe in einem Podcast darüber erst gesprochen, worüber zum Beispiel in den Medien nicht berichtet wird, und auch in der Politik nicht berichtet wird. Dass wir anstatt, sag ich mal, jetzt nur Hände waschen und Abstand halten und Maske tragen, eigentlich jetzt auch darauf achten sollten, unser Immunsystem zu stärken, sprich wirklich so gesund leben, wie es geht. Vielleicht Intervallfasten ausprobieren, möglichst frische Kost zu dir zu nehmen, momentan möglichst kein Alkohol zu trinken. Wir sind sowieso allein zu Hause, und wenn wir dann noch anfangen, Alkohol zu trinken, kann es auch schnell wieder in diese Trauer und Melancholie umschwenken. Dass man sich dann denkt, jetzt bin ich eh alleine, also trinke ich mal ein Gläschen.

Wenn man da einen Hang zu einem latenten Suchtverhalten hat, ist das gerade eine potenzielle Gefahr. Man sollte versuchen, sich so gesund wie möglich zu ernähren, dass das Immunsystem jetzt wirklich stabil ist, dass wenn so ein Anflug von Virus kommt oder irgendwas anderes, was mich gerade schwächt, das Immunsystem stark bleibt . Und das wird eigentlich tatsächlich durch das Intervallfasten oder generell Heilfasten unterstützt. Das macht den Körper so stark. Es ist besser als jeder Impfstoff. Aber darüber spricht ja leider keiner. Es ist irgendwie zu einfach und da steckt eben einfach keine Interessengesellschaft hintendran, die davon profitiert, außer dass der Mensch gesund wird.

Julius:

Man kann das ja dann eigentlich etwas selbst in die Hand nehmen. Das ist eigentlich eine super Idee.

Samira:

Ja genau. Man darf autonom handeln, und man darf was für sich selbst tun. Gerade zum Thema Fasten, wo es mittlerweile zahlreiche sehr gute Studien gibt, die wirklich zeigen, wie sehr sich der Körper erholt. Der Körper regeneriert und repariert sich selbst. Da werden neue Zellen gebildet und das sind neue, gesunde Zellen.

Das ist super, egal, welche Erkrankung man hat. Wen man Medikamente nimmt, sollte man das mit einem Arzt absprechen. Aber wenn man an sich gesund ist, und man noch mehr für seine Gesundheit tun möchte, ist Fasten jetzt perfekt. Das ist nicht nur gut für die körperliche Gesundheit, sondern eben auch für die mentale Gesundheit. In einem Fastenprozess bekommst du eine ganz andere Klarheit. Man kann Gedanken besser strukturieren, und man bekommt wirklich einen freien Geist. Es ist nicht nur, dass körperliche Altlasten so ausgeschwemmt werden, sondern auch der Geist mal Ruhe bekommt und man sich mal mit ein paar Themen beschäftigen kann. Man kann die Zeit nutzen, weil man nicht die ganze Zeit isst oder trinkt. Man kann sich Dinge und Themen aufschreiben, und das wirklich für sich nutzen.

Den kompletten Talk gibt es hier in Video-Form:

Gus Dapperton singt in neuer Single „First Aid“ über Depressionen und kündigt zweites Album an

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Gus Dapperton // © Press

Auf der noch 2020 erscheinenden Platte entwickelt sich der New Yorker Bedroom-Pop Künstler weiter. Der erste Beweis dafür ist der neue Song, in dem sich Dapperton mit inneren Schmerzen und dem Leiden auseinandersetzt.

Während sich seine bisherigen Songs wie auf dem Debüt „Where Polly People Go To Read“ meist um die Liebe drehen, beschäftigt er sich auf seiner neuen Platte mit Depressionen. „Sorry about my head“ ist die erste Zeile von „First Aid“, um dann mit „it’s not here, i’m still learning how to fear“ fortzufahren. Dapperton beschreibt die Auswirkungen der seelischen Erkrankung, die Isolation, aber auch Heilungsprozesse und die Wertschätzung, die man seinen Liebsten entgegenbringt.

Diese Message bringt er eindringlich rüber. Zunächst zerbrechlich mit Akustikgitarre begleitet, intensiviert sich „First Aid“ im weiteren Verlauf. Der Song wird dichter und komplexer und auch Dappertons Stimme wird lauter, kräftiger und voluminöser. Als seine Schwester Amadelle gesanglich einsteigt und Live-Percussions einsetzten, erreicht der Song langsam seinen Höhepunkt. Dieser gipfelt in wiederholten Rufen nach „First Aid“, also Erster Hilfe. So als wolle er mitteilen: Wir (als Gesellschaft) müssen über Depressionen reden! Der Song zeigt, dass das ehemalige DIY-Sternchen auch musikalisch einen deutlichen Schritt nach vorne macht.

Übrigens: Dapperton hat exklusive „First Aid“-Shirts erstellt, die er verkauft. Sämtliche Einnahmen kommen dem Corona-Hilfsprogramm von United Way zugute. Abchecken: https://shop.gusdapperton.com/

Hört hier die neue Single „First Aid“ von Gus Dapperton:

Bright Eyes veröffentlichen mit „Forced Convalescence“ den zweiten Song des Jahres

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Bright Eyes // © Shawn Brackbill

Im März meldete sich die Indie-Folk Band nach neun Jahren mit „Persona Non Grata“ zurück. In der zweiten Single stellt sich Conor Oberst der Existenzangst – vom Bett aus. Neue Details zum Album gibt es noch nicht.

Neben dem klassischen, leicht depressiv wirkenden Conor Oberst-Gesang, gehen zu Beginn des Songs insbesondere zwei Komponenten ins Ohr: Das rhythmische Schlagzeug und die dominante Basslinie. Kein Wunder: Die Band hat sich hier mit Jon Theodore (Drums), ehemals bei The Mars Volta und Queens of the Stone Age, und Flea (Bass) von den Red Hot Chili Peppers verstärkt. Ein Gospelchor rundet den Song musikalisch ab und sorgt dafür, dass „Forced Convalescence“ sowohl erhaben, als auch lässig daherkommt.

Oberst befasst sich in den Lyrics mit den Problemen des Menschseins, der Verknüpfung von Vergangenheit und Zukunft und weiteren Fragen zur menschlichen Existenz – und das Ganze aus dem Bett heraus: „Forced convalescence and bed rest, staring contest, with the ceiling and my feet“. Es ist ein Song, der gewissermaßen zu der aktuell herrschenden Unsicherheit passt. Gut also, dass sich das Trio 2020 wiedervereint, um den Leuten so zumindest etwas Trost zu spenden. Aber auch für sie selbst fühlt sich das Comeback ihrer Band wie eine Heimkehr an, da die Freundschaft der Kern  von Bright Eyes sei, wie sie sagen.

Trotzdem lassen Oberst und Co. die Fans mit Fragen zurück. Viele hatten mit weiteren Informationen zum neuen Album (erscheint noch dieses Jahr bei Dead Oceans) gerechnet. Die für 2020 geplante Tour wird wegen des Coronavirus übrigens verschoben.

Hört hier die neue Single „Forced Convalescence“:

The Postie stellt vor: Charlie Burg releast den frühsommerlichen Song „Channel Orange In Your Living Room“

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Charlie Burg // © Jonathan Hunter Duncan

„Channel Orange In Your Living Room“ ist eine Hommage an Frank Ocean. Charlie Burg aus Brooklyn sinniert über die Kraft der Musik.

Charlie Burgs Inspiration für das eigene Schaffen entstammen aus musikalischen Werken von Lorde, The Strokes und Frank Ocean. Beim Hören seines neuesten Songs „Channel Orange In Your Living Room“ stellt man also fest, dass er durchaus bereits seinen eigenen Sound gefunden hat. Dieser bringt nämlich die zerbrechliche Gelassenheit eines Frank Oceans mit und zeigt aber auch unbekümmerte Phasen, wie man sie eigentlich von den frühen Strokes kennt.

Der Einfluss Frank Oceans ist auch in „Channel Orange In Your Living Room“ nicht zu leugnen, wie der Musiker aus Brooklyn selbst erklärt: „In ‘Channel Orange In Your Living Room‘ geht es um die Kraft der Musik, Momente ein Stück weit festhalten zu können. Manchmal fühlt sich Musik beinahe flüssig an. Sie nimmt dann die Form und das Wesen der Umgebung an, in der man sie hört. Und so lebt sie für immer in der eigenen Erinnerung fort“, erzählt er. „Wenn ich Frank Oceans Album  ‘Channel Orange‘ höre und mir dabei eine bestimmte Zeit oder Person vor Augen rufe, dann wird sich das komplett von dem unterscheiden, was sich jemand anders vorstellt. Diese formverändernde Qualität von Musik fasziniert mich. Ich würde mir wünschen, dass Leute in ihrem Zimmer sitzen und meinen Song hören und sich dann darauf einlassen, wie er nach und nach die Gestalt der Umgebung annimmt.“

Das Video zu „Channel Orange In Your Living Room“ gibt’s hier:

Vor allem mit dem letzten Satz stapelt Charlie Burg tief. Denn mittlerweile zählt er bereits über 20 Millionen Streams, die sich über mehrere EPs verteilen. Fans von Rex Orange County oder Mac DeMarco dürften beim gelassenen Sound des Musikers vor Entzückung strahlen. Angelehnt an seine Inspirationsquellen bietet Burg eine Mischung aus RnB und Indie, die müheloser klingen, als man im ersten Moment vermutet.

Musik liegt eben halt doch manchmal im Blut, wie sein Werdegang zeigt.Burg wuchs in der Umgebung von Detroit, Michigan auf. Mit fünf begann er zusammen mit seinen Geschwistern in der Synagoge zu singen und brachte sich bald Lieder von den Beatles und Coldplay auf der Akustikgitarre bei. Früh sog er alle möglichen Einflüsse auf, die von Punk über Hip Hop bis zu Joni Mitchell, Carole King und klassischen Motown-Sounds reichten.

Mit „Channel Orange In Your Living Room“ veröffentlicht Charlie Burg einen Song, der endlich mal wieder übertragenen Sonnenschein aus New York rüberstrahlen lässt. Wir sind sicher, dass wir in diesem Jahr noch öfter über die Musik des jungen New Yorkers stoßen werden.

Das Moped veröffentlicht das Musikvideo zu „Viel zu lang“

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Das Moped // © Sarah Knüpfer
Das Moped // © Sarah Knüpfer

Wehmütig und gelassen zugleich lässt uns das Moped mit ihrer Single „Viel zu lang“ an eine verpasste Sommerliebe und das Musikfernsehen der 2000er zurückdenken.

Die Indie-Pop Band Das Moped veröffentlicht das Video zu ihrer Coming of Age-Single „Viel zu lang“. Der erste Vorbote aus dem im Mai kommenden Debütalbum „Erstaunlich klar“ ist ein nostalgischer Song, der die Stärken der Band gut präsentiert. Trotz des Bedauerns an die unerfüllte Sommerliebe, die uns fast ein Tränchen verdrücken lässt, schwingt so viel positives und optimistisches in dem Sound, der mit seinen treibenden Synthies und Drums zu Dancemoves einlädt.

Der Refrain erinnert aber nicht nur an eine versäumte Sommerliebe, sondern unter den Umständen der derzeitigen „Quarantäne-Zeit“ auch an die Liebe zum Sommer, seinen Festivals und die Konzerte, die uns verwehrt bleiben und so bitterlich fehlen. „Es ist alles viel zu lang, es ist alles viel zu lang. Es ist alles viel zu lange her. Wie du schaust, wie du gehst. Du dich drehst, wenn du schläfst. Es ist alles viel zu lange her.“

Auch das schwarz-weiße Musikvideo, in dem Das Moped ordentlich abzappeln, bringt uns auf eine melancholische aber schöne Zeitreise als wir noch stundenlang Musikvideos auf Sendern wie MTV im Röhrenfernseher liefen ließen.

Vor einem Monat traf The Postie Das Moped im Whatsapp-Talk. Die Band spielte schon auf vielen Festivals, wie das Dockville und Reeperbahn Festival sowie als Special Guest von Wanda bei ihrer großen Hallentour und zukünftig auch nach der Coronakrise als Vorband von Roy Bianco & den Abbruzati Boys. Die eigene Tour zum neuen Album folgt dann ebenso.

 

Hier seht ihr das Video von Das Moped zur Single „Viel zu lang“:

Neue Songs, die du in letzter Zeit möglicherweise verpasst hast

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Auf dem Foto: girl in red // © Fabian Fjeldvik

Einen Vergleich zu „der jetzigen Zeit“ ersparen wir euch und doch merkt man, dass man aufgrund der Fülle an News schnell mal den Blick für neue Musik verliert. Aus diesem Grund haben wir euch spannende, neue Songs zusammengepackt.

Alfie Templeman – Happiness In Liquid Form

Abgesagte Festivals, Social Distancing und gecancelte Urlaubspläne. Die Vorzeichen für den Sommer 2020 stehen aktuell alles andere als gut. Umso schöner ist es, dass es Alfie Templeman mit seinem neuen Song „Happiness In Liquid Form“ doch noch gelingt, ein wenig Sommer-Vorfreude aus uns herauszukitzeln. Angesprochen auf die aktuelle Situation erklärt der 17-jährige: “It’s a tough time for everyone right now so hope this brings a little happiness into people’s lives!”

Amilli – Alone In The Rain

Ein weiterer Song, den ihr aktuell auf dem popkulturellen Radar haben solltet, ist „Alone In The Rain“ von der Bochumer Künstlerin Amilli. In dem Track kombiniert Amilli lässigen Millenial-RnB mit eigens im Tonstudio in L.A. aufgenommenen Streichern.

girl in red – midnight in love

Gegenüber dem NME meinte girl in red aka Marie Ulven über ihren neuen Song „midnight love“: „I have a really close friend that’s had this dude calling and texting her all the time, every night. At 3am, he’s like, ‘Are you awake?’ He’s not necessarily using her intentionally, but it’s become this relationship where he’s kinda calling her to get laid. That reminded me of something that I was doing to this girl.“ Es geht in „midnight in love“ um eine Art toxische Abhängigkeit, die das Selbstwertgefühl einer Person auf weirde Art und Weise verändert. Musikalisch gibt es gewohnten Bedroom-Pop, der Bock auf das kommende Album macht.

Kllo – Still here

Kllo machen Tanzmusik für Träumer. Die beste Ausgangslage, um selbst bei Kontaktverbot eine gute Zeit zu haben. Mit „Still Here“ dreht das Duo aus Melbourne für euch auf – und zwar nur für euch.

Yung Lean – Violence

Es gibt neues Material vom Cloud-Rap-Guru Yung Lean. Und das Ganze wie immer mit lässigem Flow: „Liquid knives to the sky, it’s a place of sorrow/On the top of the tower with my bow and arrow/Liquid lives, lost my flight when I saw the rainbow/Lot of ice, lot of ice when we in the castle“.

Bicep – Atlas

Nach Jamie XX veröffentlicht mit dem irischen DJ-Duo Bicep jetzt das nächste elektronische Schwergewicht einen neuen Track. In „Atlas“ integrieren Bicep organische Synth-Lines mit gebrochenen Percussions und ätherischen Vokalaufnahmen. We like!

ENDLICH RUDERN – Herzsanierung

Was steckt hinter der Bewegung „Münchner Schule“? Richtig, sehr wenig. Denn ENDLICH RUDERN haben bis auf ihre Herkunft recht wenig mit der Stadt am Hut und haben auch nicht vor sich musikalisch groß von Minga inspirieren zu lassen. Dies hört man auch bei „Herzsanierung“ raus. Einer Post-Punk-Nummer, in der es um die Verletzung romantischer Zurückweisung geht.

Perfume Genius – On The Floor

Eigentlich sollte Mike Hadreas aka Perfume Genius in diesem Frühjahr gemeinsam mit Tame Impala durch die USA touren. Daraus wird jetzt wohl leider nichts. Neue Musik gibt es allerdings trotzdem. Am 15. Mai veröffentlicht Perfume Genius sein neues Album „SET MY HEART ON FIRE IMMEDIATELY“. „On The Floor“ ist die zweite Singleauskopplung der Platte.

Odd Couple – Dübelmann

… und zum Abschluss ein Soundtrack für eure Renovierungsprojekte.

Feng Suave werfen in „I’m Warping Here“ einen Blick in die Vergangenheit

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Feng Suave // © Max Dorsogna

In ihrer neuen Single thematisieren Feng Suave die verpassten Momente der Vergangenheit.

Wer kennt den Gedanken nicht? „Hätte ich es doch nur gemach? Aber warum nicht?“, genau über diese immer wiederkehrenden Überlegungen sprechen Feng Suave in ihrem neuen Song „I’m Warping Here“. Der Song schließt einen sofort ins Herz und nimmt den Zuhörer mit in die Vergangenheit der beiden Niederländer.  Auf der Sound-Ebene bleibt sich die Band treu und zelebriert Indie-Pop in seiner gelassensten Art und Weise.

Psychedelische Momente stehen im Vordergrund, die Vocals werden von den sanften, prägnanten Stimmen getragen und insgesamt fühlt man sich wie an einem warmen Frühsommertag. Mit „I’m Warping Here“ bewegen sich Feng Suave weg von der ursprünglichen Bedroom-Pop-Atmosphäre und legen den Fokus auf ausgefeilte Finesse in der Produktion und live im Studio eingespielten Instrumenten, ohne jedoch die feine Poesie der Texte in den Hintergrund zu drängen.

Mit „I’m Warping Here“ veröffentlichen die beiden jungen Musiker aus Amsterdam am 17. April nach „Maybe Another Time“ und 2Toking, Dozing“ einen weiteren Track von der im Juni folgenden EP „Warping Youth“.

„I’m Warping Here“ von Feng Suave gibt’s hier:

In dem Song „Diego Maradona“ besingen Provinz die Unsterblichkeit der Jugend

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Nach einem Hoch folgt oft der tiefe Fall. In „Diego Maradona“ singen Provinz eine Hymne über die Karriere des argentinischen Superstars und vergleichen dies mit der vermeintlichen Unsterblichkeit der Jugend.

Die Folk-Pop-Band Provinz veröffentlichen mit „Diego Maradona“ den nächsten mitreißenden Song aus ihrem kommenden Debütalbum „Wir bauten uns Amerika“, das am 14.08.2020 erscheint. In der Single geht es um die Ahnung drohender Leere und Sinnlosigkeit, versteckt hinter der süßen Macht und dem Unsterblichkeitsgefühl der Jugend: „Wir nehmen uns, was wir wollen wir sind hellwach. Schießen uns ab wie Diego Maradona. Und ich hab‘ Langeweile, denn hier unten hinterm Hügel. Gibt es meistens nichts zu feiern, also schieß mir den Kopf.“

Die Idee zum Song kam Sänger Vincent Waizenegger durch den Dokumentarfilm über die Fußballlegende. Das starke Bild einer Ikone mit seiner durchgeknallten Art sowie der tiefe Fall von Maradona nach seiner Karriere fand er inspirierend und konnte es nicht fassen, wieso noch kein Song über ihn existiert. Als Fußballfans wollte die Band dies nicht so stehen lassen. Bei Instagram versicherte Vincent mit beinahe hundertprozentiger Glaubwürdigkeit, dass Diego Maradona einen persönlichen Auftritt in dem Musikvideo hinlegen würde. Dem Ganzen machte wohl die aktuelle Corona-Situation und ausfallende Flüge einen Strich durch die Rechnung. Eine Alternative musste her also kreierte die Band kurzerhand einen eigenen Snapchat-Filter mit typischer Diego Maradona-Frise. In einer Aktion ruften sie dann ihre Fans dazu auf Clips zu schicken, um in ihrem Video aufzutauchen.

Hier gibt es die neue Single „Diego Maradona“ von Provinz: