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Sound im Wandel – Search Yiu im Interview

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Search Yiu // © Iga Drobisz

Am morgigen Freitag erscheint „Alles was ich habe“, das neue Album von Search Yiu. Wie schon auf seiner vorherigen EP „Halt mich wach“ und den bisher veröffentlichten Singles ist eine klare Weiterentwicklung seines Sounds zu beobachten. Um über diesen Wandel, die Musikbranche und Herausforderungen innerhalb dieser zu sprechen, trafen wir ihn in Berlin im Volkspark am Weinberg zu einem Interview.

Nach seinem ersten Longplayer „Ride On“ aus dem Jahr 2016 war es eine Zeit lang etwas ruhiger um Search Yiu. Letztes Jahr erschien dann überraschend ein neuer Track mit dem Titel „Alles anders“. Ein passender Titel, der eigentlich ein neues Kapitel im Buch Search Yiu einschlug. Nicht nur, dass er in seiner Muttersprache sang, sondern auch eine gewisse Veränderung im Sound war zu bemerken. Darauf folgten weitere Tracks und schließlich die EP „Halt mich wach“. Danach blieb Search Yiu weiterhin busy, haute neue Singles raus und spielte unter anderem Support für Shows von Drangsal und Rockstah. Nun erscheint sein neues Album „Alles was ich habe“, welches seinen Sound weiter definiert.

Im Vorfeld hast du einige Singles des Albums nach und nach rausgehauen. War es geplant, dass aus diesen letztendlich ein Album entsteht?

Ne, null. Ich wollte eigentlich Singles machen das ganze Jahr über. Dann war ich aber ’ne Woche im Studio. In so einem kleinen ohne Fenster. Da war ich mega produktiv. Tatsächlich war ich dort sogar die meiste Zeit alleine.

Teilweise fange ich die Beats selbst an und teilweise lasse ich sie mir von Freunden schicken, von Rip Swirl zum Beispiel, der auch die Hauptproduktion für das neue Album gemacht hat. Dementsprechend hatte ich einige Skizzen rumliegen, an denen ich dann weitergearbeitet habe. Dann dachte ich: „Wenn ich die drei Songs, die ich bereits draußen habe, noch dazu nehme, habe ich schon 9 Songs.“ Zufällig war Mia (Morgan) zu diesem Zeitpunkt in Berlin und dann habe ich gesagt: „Kommst du rum? Ich habe hier noch ’ne Skizze.“ Kurz darauf hat sie also noch auf den Track gesungen und somit waren es insgesamt 10 Songs. Dann dachte ich „Why the fuck not?“

Welche Bedeutung hat das Medium „Album“ im Jahr 2019 noch?

Da unterhalte ich mich tatsächlich mit vielen Leuten drüber. Es gab so Leute aus der Industrie, die zu mir meinten: „Mach lieber Singles.“ Vermutlich weil es besser für die Streamingzahlen ist. Ich hab bisher nur eine EP („Halt mich wach“) und „Ride On“ von 2016, was für mich aber eher ein Mixtape ist.

„Alles was ich habe“ fühlt sich jetzt mehr an, wie ein Debütalbum. Und das wollte ich auch. Außerdem habe das Gefühl, dass die Leute sowas auch gerne haben wollen und man gut damit Arbeiten kann. Dass man sich ein Konzept überlegt und alles darum herum aufbauen kann. Ich glaube also nicht, dass das Album jemals aussterben wird. Danach mach ich wahrscheinlich aber auch erstmal wieder Singles (lacht).

Dadurch, dass ein Album auch meist etwas Zusammenhängendes ist, kann man es ja auch gut als Ganzes vermarkten.

Voll! Es hat auf jeden Fall auch einen roten Faden. Dazu kommt, dass ich noch an einem kleinen Trauma leide, weil ich so lange nichts released habe. Damals hatte ich noch ein Management, mit dem ich nicht so gut connected habe. Ich wurde immer eher gebremst, Sachen zu releasen, obwohl ich immer viel fertig hatte.

Deshalb habe ich mir seit der EP geschworen, dass ich so viel wie möglichen releasen möchte. Wenn ich die übrigen sieben Songs weiter einzeln veröffentlicht hätte, dann wäre das über einen Zeitraum von zusätzlichen sechs bis sieben Monaten gewesen. Das wollte ich nicht.

Du sagtest, „Alles was ich habe“, fühlt sich für dich wie dein Debütalbum an. Wodurch zeichnet sich dein neues Album im Vergleich zu deiner bisherigen Musik aus?

Naja, ich bin halt in erster Linie besser geworden! (lacht) Ich denke, insgesamt habe ich mich einfach weiterentwickelt. Sei es textlich, als auch musikalisch. Außerdem habe ich mit den richtigen Leuten zusammengearbeitet, was eine extrem große Rolle spielt.

Auch glaube ich, dass ich noch mehr meinen eigenen Sound gefunden habe. Die Musik vor der EP klang zwar schon nach mir, aber jetzt habe ich meinen Sound gefunden; so wie ich bin und auch sein will. So blöd das auch klingen mag.

Warum der Switch auf Deutsch?

Also erst einmal, weil ich angefangen habe, deutsche Musik zu konsumieren; speziell Deutschrap. Das habe ich vorher nicht getan. Dazu hat mein ganzes enges Umfeld deutsche Musik gemacht. Irgendwann hatte ich dann einfach Bock und dachte, ich probier es. Dabei habe ich gemerkt, dass ich mich viel wohler damit fühle und dass ich mich natürlich, weil es eben meine Muttersprache ist, viel besser ausdrücken kann. Im Englischen war ich immer so ein bisschen eingeschränkt. Das bin ich jetzt gar nicht mehr.

Du hast vorhin ja schon angesprochen, dass Rip Swirl die Hauptproduktion des Albums gemacht hat. Wie ist diese Zusammenarbeit zustande gekommen?

Luka (Rip Swirl) spielt in der Love Hotel Band von Yung Hurn. Da wiederum spielt auch noch ein anderer Freund von mir mit. So habe ich also von ihm erfahren und mir seine Sachen auf Soundcloud angehört. Danach hab ich ihm geschrieben, ob er mal Bock hat, was zu machen. Dann haben wir uns kennengelernt und letztes Jahr „Alles anders“ zusammen gemacht. Das hat so nice geklappt, weil er ein extrem entspannter Typ ist, aber eben auch immer alles on point macht und sehr zuverlässig ist.

Inzwischen haben wir uns sehr gut angefreundet und hängen richtig viel rum. Deshalb war es dann für mich selbstverständlich, dass ich mit ihm das Album machen will und er hatte zum Glück auch Bock! Ich bin ihm da auch unendlich dankbar. Wir waren dann auch viel bei ihm im Studio, ohne, dass ich ein Budget hatte. Also alles auf Freundschaftsbasis.

Du hast bewusst auf ein Label verzichtet und machst alles in Eigenregie. Warum hast du dich dafür entschieden und was sind die Vor- und Nachteile?

Ich bin jetzt schon länger im Musikbusiness unterwegs, habe auch teilweise mal hinter den Kulissen gearbeitet. Ich find es auch geil und will in der Industrie bleiben; immer und egal wie. Aber teilweise ist es auch fucked-up, wie es im Show-Biz vermutlich überall ist. Man kriegt super viel Bullshit erzählt, das habe ich über die Jahre gelernt. Am Anfang, als ich neu in Berlin war und mich Labels etc. eingeladen haben, war ich richtig hyped. Meistens ist es aber das selbe Gelaber. Man merkt, dass ganz viele sich quasi nach einem Handbuch orientieren. Aber natürlich auch nicht alle, ich habe auch viele gute Leute kennengelernt und ich will es nicht pauschalisieren.

Außerdem dauert es immer ewig. Wenn ich das Album jetzt über ein Label hätte veröffentlichen wollen, hätte ich zuerst einmal schauen müssen, mit wem quatsche ich. Dann hätte man sich getroffen und wenn überhaupt was zustande gekommen wäre, dann hätte es lange gedauert, bis es released worden wäre. Das wollte ich auf keinen Fall. Also habe ich gesagt, mache ich das Self-Release.

Bei einem Self-Release steht dann ja vermutlich aber auch entsprechend viel Mehrarbeit dahinter.

Es geht eigentlich. Also momentan mache ich super viel selbst, da ich gerade auch kein Management habe. Das wollte ich aber auch so, weil ich mir gedacht habe, das kann ich selbst alles handeln. Hier und da gibt es so Dinger, wo ich denke: „Ah, shit! An das habe ich jetzt gar nicht gedacht!“ Aber ich habe natürlich auch ein Team an Leuten, die mir helfen und Rat geben. Ich bin also nicht komplett auf mich allein gestellt.

An sich ist es ja auch easy, etwas zu releasen, wenn man es nur digital macht. Ich habe einen Vertrieb und die gucken, dass die Songs für Playlists gepitcht werden, was momentan ja so das Wichtigste ist. Ansonsten find ich es einfach gut, dass man alles selbst in der Hand hat. Ich darf releasen was und wann ich will. Das ist ein sehr gutes Gefühl!

Nicht nur professionell, sondern auch privat bewegst du dich in dem Kreis um Drangsal, Die Nerven, Mia Morgan etc. Sowohl Max (Drangsal) als auch Mia (Morgan) sind auf deinem neuen Album als Featuregäste vertreten. Wie ist es für dich, in diesem (hauptsächlich der Gitarrenmusik zugeschriebenen) Kreis derjenige zu sein, der eher Musik in Richtung R&B macht?

Da habe ich ehrlich gesagt noch nie so drüber nachgedacht. Ich fühle mich sehr wohl in dieser Gruppe, ich meine, das sind alles gute Friends. Ich finde alles geil, was die machen und fühle es zu 100%.

Entsprechend habe ich mir auch noch nie Gedanken darüber gemacht, dass ich innerhalb meiner Crew am meisten von dem Fokus auf Gitarrenmusik abweiche. Letztendlich ist das aber auch okay so! Ich meine, Max und Mia sind ja trotzdem auf meinem Album und konnten mir ihren Input geben. In beiden Fällen ist es eine sehr schöne Kombination geworden. Dieser Mix ist  für mich etwas sehr bereicherndes. Dadurch gibt es immer frischen Wind.

In deinem Podcast „Kein Thema“ redest du in der Episode mit Mia unter anderem auch über psychische Problematiken. Auch auf deinem Album beschäftigst du dich teilweise mit dieser Thematik. Mit welchen Herausforderungen hat man diesbezüglich als aufstrebender Indiemusiker zu kämpfen?

Es ist schon schwierig, klar. Ich habe natürlich auch noch einen anderen Job haben müssen, mit dem ich mir mein Geld verdient habe. Das hindert einen natürlich aber immer ein bisschen daran, sich komplett auf die Musik zu konzentrieren.

Dann auch das, was ich vorhin schon angesprochen habe. Dass einem in der Musikindustrie immer viel versprochen wird. Gerade, wenn man neu in dieser Branche ist und man erstmal alles glaubt, was einem erzählt wird. Da war es schon schwierig, zu lernen, nicht jedem direkt alles abzukaufen. Letztendlich war es aber schon immer mein Traum, davon leben zu können und das kann ich jetzt. Deshalb geht es mir ziemlich gut gerade! Die psychische Verfassung hängt natürlich nicht nur mit der Musik zusammen oder wie ich mich künstlerisch verwirkliche. Aber es spielt sicherlich eine Rolle.

Inwiefern ist deine Musik für dich ein Medium, mit diesen Themen umzugehen?

Meine Musik hilft mir da extrem. Wie so eine Art Eigentherapie. Ich glaube das geht den meisten Artists so. Für mich war meine Musik bisher die beste Therapie. Besser als die Therapeuten, die ich bislang hatte. (lacht)

Was müsste sich im System ändern, dass es junge, aufstrebende Künstler*innen einfacher hätten?

Also es gibt ja schon Förderungen und zum Beispiel auch die KSK (Künstlersozialkasse). Aber insgesamt habe ich schon das Gefühl, dass komplette Newcomer*innen es schwerer haben, sowas zu bekommen, als welche, die schon etwas erfolgreicher sind. Es gibt zum Beispiel so Richtlinien, wie viel du aus künstlerischen Tätigkeiten verdienen darfst und wie viel aus anderweitigen Jobs. Das ist dann auch tricky, wenn du dein Geld verdienen musst, aber mit der Musik noch nicht ausreichend reinkommt. Gleichzeitig darfst du aber aus den anderen Tätigkeiten nicht mehr verdienen. Vielleicht könnte man es dahingehend ein bisschen umstrukturieren.

Insgesamt stellt sich ja in diesem Zusammenhang auch die Frage nach der Kausalität. Also, ob Künstler*innen durch ihre generelle psychische Konstitution dazu neigen, anfälliger für psychische Probleme zu sein oder ob das System, also die Außenfaktoren da die Hauptrolle spielen.

Ich finde, das ist in etwa die selbe Frage, warum es zum Beispiel auch bei Freundeskreisen teilweise so ist, dass viele aus der Gruppe psychische Struggles haben. Da ist es glaube ich so, dass es ja auch eine Ebene ist, wo man connected. Wenn man sich gegenseitig versteht und weiß, wie jemand fühlt. Aber ich kann dir natürlich auch nicht beantworten, ob entsprechende Menschen dann eher Musik machen oder ob man durch die Außenfaktoren innerhalb der Musikbranche letztendlich auf diese Art belastet wird.

Wer Search Yiu live sehen will, hat die Chance dazu am 27. September im Musik & Frieden in Berlin, zu seinem ersten Headline-Konzert.

Hört hier „Würde für dich sterben“ vom neuen Album von Search Yiu:

Fotos: Iga Drobisz
Design: Dion Schlesiger

 

 

The Postie präsentiert: W. H. Lung kommen für ein exklusives Konzert nach Berlin

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W. H. Lung // Press Pic

Irgendwo zwischen Krautrock und Synthie-Pop: W. H. Lung kommen im Herbst für eine Show nach Berlin und präsentieren dabei Material vom aktuellen Album „Incidental Music“.

Wallende Synthesizer treffen auf sich aufbauende Gitarrenrythmen, dazu psychedelische Klänge und man verschmilzt gar mit der Soundlandschaft von W. H. Lung. Die Band aus Manchester orientiert sich in ihrem Sound an musikalischen Vorbildern wie LCD Soundsystem, Future Island oder auch Liquid Liquid. Besonders auffällig wird das auf dem Debütalbum der Band, das im Frühjahr diesen Jahres erschienen ist. Inspiriert vom Berliner Sound der 1970er Jahre kommt „Incidental Music“ wie eine luftig leichte Sommerprise daher.

Neben einem Auftritt beim diesjährigen Reeperbahn Festival spielen W. H. Lung im September auch ein Konzert in Berlin und präsentieren dabei zahlreiche neue Songs von ihrem Debütalbum.

The Postie präsentiert: W. H. Lung

19.09.2019 – Berlin, Musik Und Frieden (kleiner Raum)

Tickets gibt’s an allen bekannten VVK-Stellen!

Hört hier in „Overnight Phenomenon“ von W. H. Lung:

15 musikalische Highlights auf dem Melt Festival 2019

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Jorja Smith covert
Jorja Smilth // Press Pic

Nachdem Asap Rocky weiterhin in Schweden in Untersuchungshaft sitzt, musste ein Ersatz für den Headliner Slot am Samstag gefunden werden. Das Melt Festival hat kurzerhand mit Stormzy reagiert. Wen ihr euch sonst noch vom 19. – 21. Juli geben solltet, verraten wir.

Stormzy

Ob Banksy sich auch für den Auftritt beim Melt etwas einfallen lässt, darf angezweifelt werden. Fakt ist jedoch, dass Stormzy nicht nur wegen Bankys Schutzweste Geschichte geschrieben hat mit seinem Glastonbury-Auftritt. Der Brite ist längst über die Grime-Szene hinaus bekannt und vermischt mittlerweile Gesangseinlagen mit dem rauen Ton der britischen Viertel.

Samstag, 23:00 – 00:45, Melt Stage

Skepta

Neben Stormzy ist Skepta der britische Grime-Star schlechthin. Mit seinem Debütalbum Konichiwa hat er im Jahr 2016 den renommierten Mercury Prize gewonnen, der traditionell eher an weiße, besonnene Musiker geht. In diesem Jahr hat er mit seinem zweiten Album „Ignorance Is Bliss“ nachgelegt und hat gezeigt, dass er keineswegs ein One-Album-Wonder ist. Wer das nicht glaubt, kann sich einfach mal von der Energie seiner Live-Shows überzeugen lassen.

Sonntag, 20:45 – 21:45, Melt Stage

Sudan Archives

Sudan Archives schafft es ihre Violine in einem RnB-Kontext gut aussehen zu lassen. Das alleine ist eigentlich schon Grund genug sich die US-amerikanische Musikerin in all ihrer Vielfalt und Experimentierfreudigkeit am Freitag auf der Gremmin Stage zu geben.

Freitag, 22:30 – 23:50, Gremmin Stage

Charlotte Adigéry

Als Electro-Pop mit einem schlauen Hint an Humor hat Pitchfork es kürzlich die neue EP von Charlotte Adigéry beschrieben. Diese Feststellung teilen wir und können den Pop mit karibischen Wurzeln nur strengstens empfehlen.

Freitag, 19:00 – 19:40, Highsnobiety Soundsystem

Flohio

Funmi Ohiosumah ist in der Musikszene eher bekannt als Flohio. Geboren wurde die 25-Jährige in Nigeria, aufgewachsen ist sie jedoch in Bermondsey, einem Viertel im Süden Londons. Seit einigen Monaten mischt sie mit ihrem wütenden Grime nicht nur die Männerdomäne auf, sondern auch die großen Mags und die Londoner Fashion Week.

Freitag, 22:45 – 23:50, Highsnobiety Soundsystem

박혜진 park hye jin

Park Hye Jin ist Produzentin, DJ, Rapperin und Sängerin aus Südkorea. Mit ‚IF U WANT IT‘ hat sie ihr Debüt veröffentlicht und vereint darauf Lo-Fi-House Tracks, die euch mit englischen und koreanischen Parts schonmal in Open-Air-Stimmung bringen. Spannender kann elektronischer Sound kaum klingen!

Sonntag, 21:30 – 22:50, Forest Stage

Mahalia

Groovende Popsongs treffen auf ein Musiktalent, das bereits im Alter von acht Jahren erste Texte geschrieben hat. Die Sängerin, Songwriterin und Schauspielerin kommt aus Leicester und hat sich zu keinem Zeitpunkt von dem Druck des Musikbusiness verrückt machen lassen. Lasst euch von den Killersongs auf dem Melt überzeugen.

Samstag, 19:00 – 19:540, Gremmin Stage

Boy Pablo

Vielleicht neben Katzenvideos der süßeste Internet-Hype seit Jahren: Boy Pablo. Seine Musik erinnert an Mac DeMarco, deine Teenie-Zeit und die schnulzigen 80s Hits deiner Eltern.

Sonntag, 19:15 – 20:10, Melt Stage

Slowthai

Wer sein Album „Nothing Great About Britain“ nennt und sich sinnbildlich öffentlich an den Pranger stellt, hat alleine dafür schon unseren vollsten Respekt gewonnen. Slowthai ist die lebendig gewordene Wut über die verfehlte Politik Großbritanniens und live der Gegenentwurf des Marathonläufers Yung Hurn.

Freitag, 22:00 – 22:40, Highsnobiety Soundsystem

Octavian

Octavian ist Energie!

Samstag, 00:30 – 01:20, Gremmin Stage

Bilderbuch

Bevor „deutsche Dings“ komplett ausgeschlachtet ist, wollen wir schnell noch einmal davon Gebrauch machen. Bilderbuch = deutsche Blur.

Freitag, 21:15 – 22:10, Melt Stage

Arca

Arca ist in den letzten Jahren zu einer der spannendsten Produzenten geworden. Seine Videos dürfen getrost als Kunstwerke angesehen werden und auch die Live-Shows sollte man nicht verpassen.

Sonntag, 00:00 – 01:10, Gremmin Beach

Jorja Smith

Eine Stimme, eine starke Frau, ein Muss.

Freitag, 23:30 – 00:20, Melt Stage

Agar Agar

Nach zwei grandiosen EPs folgt diesen Herbst endlich das Debütalbum des französischen Duos. Clara Cappagli und Armand Bultheel machen melancholischen Indie-Pop. Kombiniert mit Claras charakterischer Stimme und der oftmals wiederkehrenden hartnäckigen Bassschleifen in den Tracks. Alles sehr atmosphärisch und gleichzeitig sehr ironisch – absoluter Geheimtipp der schon gar kein Geheimtipp mehr ist!

Samstag, 20:15 – 21:10, Gremmin Stage

Jimothy

Jimothy fka Jimothy Lacoste ist der Gegenentwurf der wütenden Grime-Szene in UK. Der Musiker zeigt auf humoristische Art und Weise den Alltag in seiner Heimat und kommentiert es trocken mit „Life’s getting quite exciting“. Live sicher auch!

Freitag, 23:15 – 23:50, Highsnobiety Soundsystem

M¥SS KETA

Was Tommy Cash für die männliche Welt ist, ist M¥SS KETA für die Frauenwelt. Doch was sind schon Gender? Und vor allem: Was sind schon Genres und Schubladen?

Freitag, 00:30 – 01:40, Highsnobiety Soundsystem

Das beste Release der Woche – Mavi Phoenix

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Still aus: Mavi Phoenix - bullet in my heart

Mit „bullet in my heart“ bringt Mavi Phoenix den Anteil an Persönlichkeit in Musik auf ein neues und beeindruckendes Level.

Anfang der Woche liefert Mavi Phoenix nicht nur eine wunderbare Single namens „bullet in my heart“, sondern auch eine wichtige Message. Dabei beweist sie Mut, enorme Transparenz ihrer eigenen Innenwelt und zeigt sich sehr persönlich. Die Zeilen, mit denen das Musikvideo schließt, sind hier direkt an den Anfang zitiert: „I´m on a journey, finding out who I am and who I want to be. It´s a process and for now any gender pronouns are okay with me.“

Genauer eröffnet die Österreicherin ihre Transgender-Identität. Bei Trangender-Personen handelt es sich um Menschen, die im falschen Körper geboren werden. Das biologische Geschlecht entspricht nicht dem gefühlten Geschlecht, der eigentlichen Genderzuordnung. Dabei beschreibt Mavi einen inneren Kampf, den sie bereits seit der frühsten Kindheit austrägt. Umso berührender ist der Part im Song, indem eine Kinderstimme die Zeilen präsentiert. Mit „bullet in my heart“ macht Mavi Phoenix deutlich, ehrlich zu sich selbst zu sein und hierzu auch endlich die benötigte Kraft zu haben. Seit der Veröffentlichung des Musikvideos erhielt die Künstlerin sehr viel Zuspruch und Bewunderung dafür, derart persönlich und mutig mit ihrer Situation umzugehen. Der Song setzt ein Zeichen, ihre Gefühle nicht mehr ignorieren zu wollen.

Mit „bullet in my heart“ erschien nun die dritte Singleauskopplung. Im Voraus machte im April „Romantic Mode“ den Anfang, woraufhin „Ugly“ im Juni folgte. Die geplante Tour wird ebenfalls „Ugly“ heißen – Tickets sind hier erhältlich. In Zeiten, in denen zurecht der zu hohe Männeranteil auf Festivals kritisiert oder die Sexualisierung der Frau im Hip-Hop moniert wird, zeigt Mavi Phoenix einmal mehr, wie toxisch ein binäres Geschlechtermodell per se sein und welch innerer Kampf damit einhergehen kann, sich eben nicht eindeutig als weiblich oder eben auch männlich identifizieren zu können. Mavi Phoenix ist klar als eine Art Vorbild zu betrachten und die musikalische sowie persönliche Reise ist mit Bewunderung und Spannung zu verfolgen.

Das persönliche Video zu „bullet in my heart“ gibt es hier:

The Postie präsentiert: Das Jetzt & Immer Festival gibt mit Razz und Moglii die ersten Acts bekannt

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Moglii // Press Picture

Mitten im Grünen geht am 14. September das Jetzt & Immer Festival in Ratingen in die erste Runde. Mit Razz und Moglii sind bisher auch die ersten Acts für die Premiere bestätigt.

„So n’ richtiges Festival“ versprechen die Veranstalter des Jetzt & Immer Festivals. Und das ganze auch noch in Ratingen am Grünen See.  Umgeben von der freien Natur, lokaler Street-Art, Bier und Snacks lässt es sich am Besten zu feinen musikalischen Klängen tanzen. Die erste Bandwelle wird dabei angeführt von Razz. Das Quartett aus dem Emsland kombiniert geschickt Indie-Rock, Garage und moderne Beats miteinander und schaffen daraus ein einzigartiges Soundspektrum.

Für die richtigen Tanz-Vibes auf dem Open-Air-Event wird Moglii sorgen. Der Düsseldorfer Produzent und Musiker lässt wallende Synthesizer mit Indie-Pop und elektronischen Beats verschmelzen. Ohne seine Band Mogelbaum tingelt der Künstler in diesem Jahr Solo durch die Festivallandschaft. Mit seinem leichten und zugleich futuristischen Sound hat es Moglii geschafft sich auch über die Stadtgrenzen von Düsseldorf hinweg einen Namen zu machen. Beim Jetzt & Immer erwartet die Besucher vor allem ein energiegeladenes Set voller tanzbarer Beats und durchdrigenden Klanglandschaften.

Weiterhin bestätigt sind auch der Stuttgarter-Rapper Weekend, die Funk-Pop-Band Jeremias sowie Indie-Pop-Band Friday and the Fools, deren eines Mitglied sogar Mitveranstalter des Jetzt & Immer ist. Einfach mal gekonnt aufs eigene Festival gebucht – welche Überraschungen die Organisatoren für die Premieren-Sause noch auf Lager haben wird in den kommenden Wochen angekündigt. Tickets sowie alle Infos rund um das Jetzt & Immer findet ihr auf der offiziellen Homepage des Festivals.

The Postie präsentiert: Jetzt & Immer Festival

14.09.2019 – Ratingen, Am Grünen See

Razz bringen die geballte Indie-Power zum Jetzt & Immer Festival:

 

Sparkling kündigen mit „We Don’t Want It“ ihr Debüt an

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Sparkling // Videostill aus "We Dont Want It"

Weg mit den Strukturen – Mit „We Don’t Want It“ streben Sparkling musikalisch, wie auch im dazugehörigen Clip, nach vorne und kündigen zugleich ihr Debütalbum für August an.

„Du willst, dass alles gleich bleibt? Für immer, alles gleich bleibt? Wir gehen zurück in der Zeit… We Don’t Want It“, heißt es in den ersten Takten der dritten Vorabsingle zum Debüt von Sparkling. „We Don’t Want It“ richtet sich gegen konservative Ideen und festgefahrene Strukturen. Um das zu erreichen wird weiter nach vorne gestrebt. Im dazugehörigen Clip ist der Blick von Sparkling aus diesem Grund stur nach vorne gerichtet. Um den vorherrschenden Strukturen zu entkommen, errichtet die Band nicht nur ein Gerüst, dem sie empor klettern können, auch Zäune, Bäum und Berglandschaften sind dem Trio kein Hinderniss.

Genauso leidenschaftlich wie die Band visuell nach vorne strebt, prescht das der Track auch musikalisch vor. „We Don’t Want It“ lebt von den fuzzigen Synthiewellen, den treibenden Drums und dem eingängigen Sprechgesang des Trios. Enthalten ist die Single auf dem Debüt „I Want To See Everything“, welches am 23. August via Vitamin A Records erscheinen wird. Aufgenommen wurde das Erstlingwerk im vergangenen Jahr in Düsseldorf und London, wie es auf der Facebook-Seite der Band heißt. Es soll zehn Songs enthalten, welche komprimiert auf Platte gepresst, die Erfahrungen und Energie der Band widerspiegelt. Anlässlich des Release geht die Band im Herbst auf ausgedehnte Album-Release-Tour.

Tourdates: Sparkling „I Want To See Everything“-Release Tour

23.10.2019 – Hamburg, Uebel & Gefährlich
24.10.2019 – Jena, Rosenkeller
25.10.2019 – Chemnitz, Atomino 2
26.10.2019 – Bielefeld, Nr.Z.P.
02.11.2019 – Paris, Supersonic
15.11.2019 – Berlin, Maze
16.11.2019 – Nürnberg, Club Stereo
17.11.2019 – Hannover, Café Glocksee
21.11.2019 – Göttingen, Dots
22.11.2019 – Köln, Gebäude 9
29.11.2019 – Bremen, Lagerhaus
30.11.2019 – Darmstadt, Bedroomdisco

Tickets gibt’s an allen bekannten VVK-Stellen!

In „We Don’t Want It“ streben Sparkling nach vorn und hüllen uns in fuzzige Synthiewellen:

Positive Vibes für mich selbst – Amber Mark im Interview

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Amber Mark // © Bea Helman

Noch bevor die 25-jährige Künstlerin Amber Mark als Teen den Schulabschluss in der Tasche hatte, hat sie mit ihrer Mutter schon auf drei verschiedenen Kontinenten gelebt. Heute produziert und schreibt sie ihre Popsongs in New York, die mit Soul-, House-, Electro- und Bossa Nova-Einflüssen genauso abwechslungsreich wie ihre bisherigen Wohnorte sind.

Während damals andere Kids in ihrem Alter schon einen Schulwechsel als große Veränderung wahrgenommen haben, ist Amber Mark mit ihrer Mutter bereits zwischen Kontinenten umgezogen. Aufgewachsen in New York, Miami, Indien und Berlin, hat die 25-Jährige mittlerweile einen beachtlichen Lebenslauf vorzuweisen. Durch einen Chor kam sie zur Musik, schrieb in ihren Teenjahren Songs in ihrem Schlafzimmer, brachte sich das Produzieren bei und lud die Demos mit Anfang 20 auf Soundcloud hoch. Auf der Plattform, die wahrscheinlich schon die meisten jungen Talente einer Generation sichtbar gemacht hat, wurde so auch Amber Mark entdeckt. Vor zwei Jahren veröffentlicht sie ihre erste Platte „3:33am“, auf der die Künstlerin es schafft die Trauer um den frühen Tod ihrer Mutter sowohl textlich als auch musikalisch in unglaublich hoffnungsvollen und positiv geladenen Popsongs zu verarbeiten. Mit „Conexão“ erschien letztes Jahr die Nachfolger-EP, eine Ode an das Verliebtsein, begleitet von sanften Bossa-Nova-Rythmen.

Wir trafen uns mit Amber Mark vor ihrem Konzert in Berlin, um mit ihr über das Aufwachsen zwischen Kontinenten, Bossa Nova und Kompromisse, die man als DIY-Künstlerin eingehen muss, zu reden.

Heute Abend spielst du ein Konzert in der Kantine am Berghain in Berlin. Als Teenager hast du hier eine Zeit lang in der Stadt gewohnt. Fühlst du dich noch mit der Stadt verbunden, wenn du wieder hierhin zurückkehrst?

Ja, ich fühle mich ein bisschen nostalgisch. Um ehrlich zu sein, als ich gestern herkam war ich ziemlich emotional. Das letzte Mal als ich hier war, war das mit meiner Mom. Sie kommt aus Deutschland und immer wenn ich hier bin, fühle ich allein deswegen schon eine Verbindung. Jetzt gerade bin ich zum ersten Mal seitdem ich 14 war wieder in Berlin. Das ist aufregend, aber auch fast ein bisschen bitter.

Hattest du Lieblingsplätze als du hier gelebt hast?

Ich war 12 als ich hier gelebt habe, also was auch immer ich mochte, es war wahrscheinlich nicht besonders cool (lacht). Meine Mom hat mich öfters zum Mauerpark mitgenommen und da gefiel es mir echt gut. Als Kind mochte ich Parks sehr gerne und dort auf Bäume zu klettern.

Ich habe gelesen, dass du generell viel in deinem Leben umgezogen bist. Zuerst waren du und deine Mom in Miami und New York, in Indien und dann in Berlin. Ich kann mir vorstellen, dass das Umziehen von Kontinent zu Kontinent ziemlich große Veränderungen für dich waren. Was war dein erster Eindruck, als ihr in Indien angekommen seid?

Als wir in Indien gelandet sind, waren dort Massen an Menschen am Flughafen und um ehrlich zu sein, es hat nicht besonders gut gerochen. Der Flughafen war nicht so toll. Aber ich war total fasziniert von Indien. Ich hatte noch nie eine Kultur wie diese erlebt, obwohl ich vorher schon so viel davon gehört habe. Meine Mom hat sich immer sehr stark mit indischer Kultur auseinandergesetzt, besonders mit der Kultur Nordindiens. Sie war selbst auch Buddhistin und ich bin als Kind mit buddhistischen Mönchen um mich herum aufgewachsen. Das war also nichts komplett Neues für mich. Was mich eher aus der Fassung gebracht hat, war zum Beispiel wie Leute mit dem Kastensystem gelebt haben. Was ich in Indien wirklich gerne mochte, waren kleine Ausflüge, die ich mit meiner Mom unternommen habe. Ich war total gerne in den Bergen als Kind. An die Gerüche in Indien musste ich mich trotzdem erstmal gewöhnen. Und generell die Fliegen und dass du nicht einfach Wasser aus dem Wasserhahn trinken kannst. Das zu lernen war für mich eine ganz neue Erfahrung. Mit neun Jahren wusste ich noch nicht, dass Menschen so leben, also war es auch eine sehr wichtige Erkenntnis für mich in dem Alter.

Bist du dort auch zur Schule gegangen?

Meine Mom hat mich zuhause unterrichtet.

Dadurch dass du so oft umgezogen bist, war die Erfahrung hart für dich, die Leute, die du kennengelernt hast, immer wieder hinter dir zu lassen?

Ja, den Teil daran habe ich wirklich gehasst. Aber einige Menschen sind zum Glück in meinem Leben geblieben seitdem ich ein Kind war. In jedem Sommer in der Monsunzeit in Indien bin ich zurück nach New York gegangen und habe meine Familie dort besucht. Aber Freunde, die ich auf unseren Reisen getroffen habe und zu denen ich auch eine Bindung aufgebaut hatte, musste ich oft hinter mir lassen. Und das war manchmal etwas frustrierend. Besonders als Kind immer wieder neu anfangen zu müssen. Aber es war auch aufregend und hat mir wahrscheinlich beigebracht mit neuen Situationen umzugehen und mit Menschen zu socialisen.

Lass uns ein bisschen über deine Musik reden. Deine aktuelle EP aus dem letzten Jahr trägt den Titel ‚Conexão‘ und das ist Portugiesisch für Verbindung. Alle deine Lyrics sind ansonsten ja auf Englisch. Warum hast du dich für den Portugiesischen Titel entschieden?

Weil die Platte, die ich mir vorgestellt habe, sich viel um Bossa Nova Vibes gedreht hat. Als Kind habe ich echt viel Bossa Nova gehört. Meine Mom war ein Riesenfan von João Gilberto und der ganzen Gilberto Familie, Stan Getz und anderen Bossa Nova Künstler*innen. Als Kind habe ich mich total in dieses Genre verliebt und dann in der Highschool sogar Portugiesisch Unterricht gehabt, weil ich lernen wollte wie man in Portugiesisch singt. Leider habe ich meine Lehrerin gehasst, sie hat das quasi für mich ruiniert (lacht). Ich habe den Unterricht dann immer geschwänzt, weil ich dachte das wird Zeitverschwendung. Den Titel „Conexão“ habe ich gewählt wegen der Vibes der Genren auf der Platte. In „Conexão“ geht es darum, sich wieder zu verlieben, die Höhen und Tiefen, die damit zusammenhängen und die Sinnlichkeit. Und ich fand schon immer, das Bossa Nova ein sehr romantisches Genre ist und wollte es gerne in meine Musik einbinden. Also dachte ich mir, das ist perfekt um das zu treffen, worüber ich reden will.

Ich finde, wenn ich mir deine Songs anhöre, haben sie generell immer einen sehr positiven und oft auch hoffnungsvollen Vibe. Selbst wenn du über Themen redest, die eigentlich sehr tragisch sind. Wo nimmst du deine positive Energie her?

Ich weiß nicht, ich fühle mich eigentlich gar nicht so positiv. Vielleicht schreibe ich deswegen so, weil ich eigentlich gar nicht so drauf bin (lacht). Mit „3:33am“ habe ich eigentlich nur versucht das zu verarbeiten, was ich gerade durchgemacht habe. Ich brauchte etwas, das mir dabei hilft und mich wieder hochzieht. Deswegen sind viele der Songs so upbeat geworden und keine traurigen Balladen. Ich wollte, dass es wird, wie wenn man tanzt, aber gleichzeitig dabei weint. Diesen Mix der Emotionen, den man manchmal einfach nicht versteht. Wenn du traurig bist und gerade eine harte Zeit durchmachst, aber auch hoffnungsvoll in die Zukunft schauen kannst. Das ist das, wo ich gerne hinwollte. Auch wenn ich über Liebe schreibe. Eigentlich wollte ich das ja nie machen, weil ich es immer ein bisschen cheesy finde. Und wenn, dann sollte es kein trauriger Liebessong sein, sondern wie bei „Love Me Right“ etwas self-empowerndes.

Wenn wir in deinem Ansatz Musik zu machen ganz an den Anfang gehen – Was war dein erster Bezug zur Musik? Wie hat quasi alles angefangen?

Mit der Musik, die meine Mom hörte als ich ein Kind war. Ich denke, das hat auch meine Wahrnehmung ziemlich beeinflusst. Künstler*innen wie Earth Wind & Fire, Stevie Wonder, Sade und Ella Fitzgerald – besonders sie war ein Riesenvorbild für mich. Eigentlich wollte ich als Kind immer Tänzerin werden, aber als Teenager habe ich dann angefangen, in einem Chor zu singen, als ich nach Berlin gezogen bin. Das war quasi mein Einstieg in die Musik. In New York habe ich dann ein Jahr lang eine High School für darstellende Künste mit Gesang im Hauptfach besucht. Und als wir nach Miami gezogen sind, bin ich einer Band beigetreten und habe bei den Auftritten gemerkt, dass ich genau das machen will – als Künstlerin performen. So kam ich dann auch zum Songwriting und habe als Teen angefangen, ein bisschen mit einem Produktionsprogramm zu experimentieren, „Garage Band“ hieß das. Als ich dann meinen Abschluss hatte, habe ich mein Produktionsgame geupgraded und mit „Logic“ gearbeitet. So bin ich dann so richtig zum Produzieren gekommen. Bis dahin hatte ich immer nur geschrieben, konnte die Songs aber nicht zu Ende produzieren. Dann, so mit 19, 20, 21 Jahren habe ich meine selbstproduzierten Songs auf Soundcloud hochgeladen und dann hat alles richtig angefangen.

Du hast ja eben schon erwähnt, dass Sade als Kind für dich eine deiner Idole war – Wie cool war es, als sie dir gesagt hat, dass ihr deine eigene Version ihres Songs „Love Is Stronger Than Pride“, die auch auf deiner aktuellen EP erschienen ist, gefällt?

Das war sehr surreal! Ich konnte es echt nicht glauben. Jemand, der bei meinem Label arbeitet hat das möglich gemacht. Die beiden sind immer noch Freunde und er hat sie damals bei seinem Label unter Vertrag genommen. Wir haben also ein Cover von dem Song gemacht, es allerdings umgeschrieben. Und wenn du das so veröffentlichen willst, brauchst du aber erstmal die Genehmigung der Künstlerin. Er meinte, er geht am Mittwoch sowieso mit Sade essen, dann kann er ihr auch gleich den Song vorspielen. Am nächsten Tag kam dann eine Nachricht von ihm, Sade würde meine Version lieben und wünscht mir allen Erfolg für meine Musik. Und mir ist der Mund runtergeklappt, dass sie überhaupt weiß, wer ich bin. Ich fühle mich, als ob ich lügen würde, wenn ich die Story erzähle, weil es sich so surreal anfühlt.

Du hast mir ja grade von deinen Anfängen als Produzentin erzählt, hast du deine beiden EPs auch komplett in Eigenregie produziert?

„Conexão“ und „3:33am“ am habe ich beide komplett selbst produziert, ja. „Love Me Right“ hat ein paar Trap-Drums am Ende, die nicht von mir stammen, aber das ist das Einzige. Jetzt habe ich angefangen, mit anderen Musikproduzent*innen zusammenzuarbeiten und das ist eine komplett neue Erfahrung für mich. Es fühlt sich ziemlich anders an und macht mich auch ein bisschen nervös. Meine neuen Singles „Mixer“ und „What If“ habe ich nicht selbst produziert, aber ich versuche gerade da die Mitte zwischen beidem zu finden. Mein Herz hängt immer noch daran, alleine in meinem Schlafzimmer meine Songs zu produzieren. Andere Menschen beim Musikmachen um mich herum zu haben, macht mich nervös. Aber Produzent*innen sind so viel schneller als ich (lacht). Wofür ich Stunden am Keyboard brauche, weil ich nicht wirklich weiß, wie man Keyboard spielt, spielen sie das ein und es ist fertig.

Sehr viele Leute kommentieren unter deinen Videos, dass die Ästhetik und der Sound sie an die Soul-, Funk- und Disco-Ära erinnert. Ziehst du daraus Inspiration?

Es kommt auf den Song an. In „Mixer“ auf jeden Fall, der Haupteinfluss für das Video war „Saturday Night Fever“. In der ersten Szene läuft der Hauptprotagonist Tony Manero mit einem Eimer Farbe die Straße lang und checkt dabei alle Frauen aus. Ich wollte die Rollen umdrehen, sodass eine Frau alle Männer auscheckt, während sie die Straße runterläuft. Bei den anderen war der Bezug gar nicht so direkt, bei „Love Me Right“ zum Beispiel. Ich liebe Blumen und habe sehr viele Blumen in das Video einbezogen.

Du denkst dir also auch alleine die Konzepte für deine Videos aus?

Ja, auch wenn ich glaube die Leute, die mit mir an den Videos arbeiten würden es wertschätzen, wenn ich ein bisschen schneller wäre. Es braucht immer eine Weile bis ich weiß, wo das Video visuell hingehen soll und am Ende wird es doch komplett anders. Außerdem muss man, wenn man mit anderen Personen zusammenarbeitet, auch immer ein paar Kompromisse eingehen. Die Person, die Regie führt ist ja auch ein*e Künstler*in mit eigenen kreativen Vorstellungen. Also musst du sichergehen, dass du auch die richtige Person für die Zusammenarbeit auswählst, sodass eure Ideen und Vorstellungen am Ende zusammenpassen.

Jetzt gerade lebst du ja schon eine Weile in New York. Ist es so, dass du den Drang verspürst, weiterzuziehen, weil du in deinem Leben ja so viel umgezogen bist? Oder im Gegenteil, gerade eher glücklich bist, für eine Weile an einem Ort zu bleiben?

Jetzt gerade reise ich wahrscheinlich viel mehr als vorher in meinem Leben. Aber ich bin glücklich, meine Base in New York zu haben und würde es tatsächlich genießen, dort ein bisschen mehr Zeit verbringen zu können (lacht). Wenn ich mal einen Monat am Stück in New York sein kann ist das schon etwas Besonderes. Aber wenn ich eine lange Zeit einfach nur an einem Ort bleiben würde, würde mir das sicher sehr schnell zu viel sein und ich würde wieder weiterreisen wollen. So oft wie ich mich auch übers Reisen beschwere, eigentlich mag ich es ziemlich gerne (lacht).

In deinen Videos präsentierst du ja jedes Mal einige Looks. Hast du eigentlich ein Style Idol?

Nein, tatsächlich nicht. Irgendwie wird mir diese Frage ziemlich oft gestellt. Ich überlege grade, aber wenn ich ein Vorbild habe, dann ändert es sich die ganze Zeit. Mal trage ich gerne casual sporty Kleidung und ein andermal wird es richtig fancy. Meine Inspiration ändert sich eigentlich ständig.

Bei „Put You On“ musste ich ziemlich an den Film „Clueless“ denken.

Guter Punkt! Bei „Put You On“ wollten wir einen Oldschool New York Vibe in das Video bringen. Also auch auf die Neunziger Ästhetik eingehen, die gerade so beliebt ist.

Hier könnt ihr Amber Marks aktuelles Video „Mixer“ anschauen:

Bon Iver kündigen mit „Faith“ und „Jelmore“ ein neues Album an

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Bon Iver // ©Graham Tolbert & Crystal Quinn

Mit „i,i“ veröffentlichen Bon Iver am 30. August den Nachfolger von „22, A Million“. Im Rahmen der Ankündigung erscheinen gleich zwei Vorboten des neuen Albums: Die Singles „Faith“ und „Jelmore“ geben einen kleinen Vorgeschmack auf das kommende Release.

Mit „i,i“ kündigen Bon Iver nicht nur ein weiteres Album der Superlative an, sondern auch einen heißen Anwärter auf die besten Alben des Jahres. Warum? Die Tracklist birgt bereits einige bekannte Namen – die Songs entstanden unter anderem in Kooperation mit musikalischen Größen wie James Blake, Aaron Dessner, Bruce Hornsby oder Velvet Negroni. Auch „Faith“ und „Jelmore“ wurden in Zusammenarbeit mit anderen Musikern produziert. Buddy Ross, Francis Starlite und Bryce Dessner arbeiteten gemeinsam mit der Band an den beiden Tracks.

Ein kryptischer Trailer, den die Band vor der Ankündigung des vierten Albums veröffentlichte, klärt darüber auf, dass sich mit „i,i“ ein Kreis schließen wird: „For Emma, Forever Ago“ symbolisierte mit dem Winter den Anfang der Band, „Bon Iver, Bon Iver“ verkörperte das Aufblühen im Frühling und den Sommer brachte „22, A Million“. Mit „i,i“ wird nun der Herbst eingeleitet.

Für Justin Vernon wird die Band mit dem neuen Album erwachsen. „It feels like when you get through all this life, when the sun starts to set, and what happens is you start gaining perspective. And then you can put that perspective into more honest, generous work“, erklärt er in einer Pressemitteilung.

Hier könnt ihr euch „Faith“ und „Jelmore“ anhören:

Fye & Fennek zeigen sich mit „Better Lover“ im 80’s-Synthie-Pop-Gewand

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Fye & Fennek // Videostill aus "Better Lover"

In „Better Lover“ lässt Fye diesmal gesanglich Fennek den Vortritt. Heraus kommt dabei ein eingängiger 80s-Pop-Song, der es nur durch den knalligen Clip noch schafft mehr Retro-Vibes zu versprühen.

Ausgefallene Hemden, bonbonfarbene Hintergründe und ein alter Opel Berlinetta in quietschorange: Im Clip zur aktuellen Single „Better Lover“ greifen Fye & Fennek tüchtig in die Nostalgie-Kiste und bauen passend zum Sound eine wahrliche 80er-Jahre-Kulisse auf.

Fernab des gewohnten Indie-Surf-Flairs nähert sich das Duo in der aktuellen Single mit ihrem Synthie-Pop an die 80er an und schließen sich damit dem aktuellen 80’s-Trend der Musikszene an. Gewohnt anders klingt „Better Lover“ vor allem, da dieses Mal Jan Fennek die Vocals für den Track übernimmt – Bandkollegin Fye steht ihm im Refrain aber unterstützend zur Seite. Heraus kommt so ein völlig neuer Sound des Duos, der sich aber in den herrschenden Synthie-Pop-Kosmos von Fye & Fennek bestens anzusiedeln weiß.

Seht euch hier den freshen Clip zu „Better Lover“ an: