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The Postie präsentiert: Froth live in Deutschland

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Froth // © Presse
Froth // © Presse

Froth haben sich nach einer langen Suche endlich selbst gefunden und veröffentlichten zuletzt ihr aktuelles Album „Duress“. Im Spätsommer sind sie auch in Deutschland.

Die bisherigen LPs von Froth klingen immer etwas negativ besetzt: „Patterns“, „Bleak“, „Outside (briefly)“ und zuletzt „Duress“. Dabei handelt es sich bei Froth absolut nicht um eine düstere Band. Vielmehr verliert sie sich in experimentellem Songwriting und Instrumentals. So zeigen sich Froth sehr offen gegenüber verschiedenen Genres. Während sie sich in einem Album noch Shoegaze-Klanglandschaften widmen oder sich an Krautrock orientieren, ergibt sich immer wieder der Einsatz des Synthesizers. Eine Hinwendung zum elektronischen Sound ist somit definitiv erkennbar. Seit ihrer Gründung 2013 in Los Angeles ist ganz schön viel passiert. Sogar eine zweijährige Pause hat die Band bereits hinter sich. Die ergab sich bestimmt nicht aus Müdigkeit, sondern begründete die Energie, nochmal richtig Anlauf zu nehmen.

Die erste Veröffentlichung sollte ursprünglich sehr nostalgisch und limitiert auf einer Kassette erscheinen. Die plötzliche Aufmerksamkeit begründet wohl das, was im Kern Froth heute noch ausmacht. Zwar kein Geheimtipp mehr, aber auf ihre eigene Art und Weise speziell und in jedem Fall hörenswert. Der Mix aus der Rückgewandtheit und dem trotzdem vorhandenen Blick in die Zukunft erzeugt diesen Sound, der sich manchmal sogar vor den Gesang drängt. Nicht nur auf Platte, sondern ebenso auf einer Bühne kann man sich gerne von dieser Band überzeugen lassen. Froth gehen nicht nur auf große Tour in den USA, sondern sind ebenso in Europa zu sehen. Die Möglichkeit sie in Deutschland zu erleben, hat man in drei Städten. Vielleicht zeigt sich die Band da dann ähnlich sportlich, wie im Video zu „Laurel“. Dort lassen sie sich im wahrsten Sinne des Wortes zu eine Partie Basketball animieren.

Live-Termine von Froth:

30.08.2019 – Berlin, Urban Spree
31.08.2019 – Hamburg, Off The Radar Schröderstift
02.09.2019 – München, Import/Export

Hier gibt’s das Video „Laurel“ von Froth:

Der French-Pop-Künstler Kazy Lambist teilt seine Sommer-Playlist mit uns

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Unter dem Namen Kazy Lambist wirbelt Arthur Dubreucq seit einiger Zeit die French-Pop-Szene mächtig auf. Uns hat er seine liebsten Tracks für den Sommer verraten.

Sein Savoir-Faire hat sich Kazy Lambist zum Großteil selbst beigebracht. Der in der schönen Stadt Montpellier lebende Musiker lernte als Kind klassisches Klavier. Ihn selbst verschlug es aber schnell in einige Gitarrenbands durch die er dann auch den Zugang zu Indie und ähnlichen Genres gefunden hat. Zuhause waren es vielmehr die Platten von Serge Gainsbourg, die ihn begleiteten. Durch seine Eltern machte er auch immer wieder Bekanntschaft mit afrikanischen Klängen, die man auch heute noch subtil in seiner Musik wiederfinden kann.

Ein Schlüsselmoment in seinem Leben war der Soundtrack zu „The Virgin Suicides“ von Air, der auch der erste Song seiner Sommerliste ist. Durch diesen Song öffnete sich nicht nur sein musikalischer Horizont, sondern es wurde auch ein eigener Anspruch festgelegt. Nach dem Abitur verschlug es den heute 25-jährigen Musiker nach Kanada, wo er seine Liebe zum Hip Hop entdeckte. Der Werdegang von Kazy Lambist ist von der Sprengung von Genre-Grenze geprägt und es ist als bedürfte es genau dieser Brüche um zum runden Ergebnis seiner Musik zu gelangen. Kazy Lambist vereint nämlich verschiedenste Einflüsse in seiner ganz eigenen, zugänglichen Auffassung des Pops. Songs wie „Tous les jours“ oder „Annecy“ oder sein Album „33 000 FT.“ versprühen sommerliche Leichtigkeit, die durch seiner Sommer-Playlist verstärkt wird.

Air – playground Love

From the soundtrack of „The Virgin Suicides“, this is one of my favorite tracks ever. It is always in my head. The chords and the melody are simply perfect.

Tyler the creator – Boredom

I’m a big fan of this guy who is never afraid to push himself in new artistic directions.

Kanye West – Flashing Lights

This song comes from a hiphop guy who was early interested in pop and electronic music including the french touch and managed to mix it with his rap music. We can think what we want about him as a person or a musician but he is an amazing creative director.

A$AP Rocky – Fukk Sleep

In love with his 2018 album „TESTING“.

Jorrdee – Et si

Underground hiphop scene leader Jorrdee doesn’t care about having clean productions, he releases nasty weird stuff and his univers is unique. Really emotional track.

Ateyaba – Lgbiri

Might be the best rapper in my hometown Montpellier.

Hamza – Life

Loved his voice and melodies.

Men I Trust – Tailwhip

Amazing canadian pop band.

Parcels – Older

This australian pop band was a lot inspired by the french touch music. Perfect soundtrack for a summer by the sea.

Altin Gun – Supurgesi Yoncadan

Really appreciate the turkish scene. Forever dancing to this. I also love the band Jakuzi.

Yaeji – Raingurl

Korean singer Yaeji sounds like no-one else and it is always very well produced.

The Beatles – I Want You

So innovating, I never get bored of this song. The second part of the song is so heavyyy! The whole „Abbey Road“ album is unbelievable.

Die neue Single von „Tous les jours“ von Kazy Lambist gibt’s hier:

The Postie präsentiert: Das Plädoyer – FIBEL geben drei Jahresabschlusskonzerte

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FIBEL // Presse

Nach der grandiosen „Kommissar“-Tour Anfang des Jahres geht das Mannheimer Quartett im Dezember erneut auf Tour. Unter dem Titel „Das Plädoyer“ spielen sie drei exklusive Shows.

Seit wir im März 2017 das erste Mal von FIBEL berichteten, erlebte die Band einen ganz schönen Höhenflug. Vorläufiger Höhepunkt dessen war sicherlich der Release ihrer Debüt-EP „Kommissar“ im vergangenen Jahr. Auf dieser präsentierte die Band ihren von New-Wave geprägten Sound, welcher ihnen direkt einen Platz im Herzen des hiesigen Musikfeuilletons verschaffte.

Im Anschluss an den Release der EP begab sich das Quartett auf Tour und spielte unter anderem zwei Headliner-Touren; zuletzt die „Kommissar“-Tour Anfang des Jahres. Auch auf namenhaften Festivals war die Band vertreten. So bestritten sie beispielsweise ein Heimspiel auf dem Maifeld Derby und traten vor einigen Wochen live auf der Fusion auf.

Um den Komplex „Kommissar“ nun abzurunden, werden FIBEL Im Dezember drei exklusive Gigs unter der Überschrift „Das Plädoyer“ spielen: in Berlin, Nürnberg und Mannheim. Sicherlich hat die Band dabei die ein oder andere Überraschung in Petto. Ebenfalls angekündigt wurden besondere Gäste, die sich zu diesem Anlass mit FIBEL die Bühne teilen werden. Während Berlin und Nürnberg sich diesbezüglich noch etwas gedulden müssen, wurden für den Heimatgig in Mannheim bereits Blond und Blinker als Special Guests angekündigt.

Wer die gewaltige Liveshow von FIBEL miterleben will, kann sich an allen bekannten Vorverkaufsstellen Tickets für die Shows zulegen.

„Das Plädoyer“ präsentiert von The Postie:

11.12.2019 Berlin, Cassiopeia + Special Guest
13.12.2019 Nürnberg, Club Stereo + Special Guest
14.12.2019 Mannheim, Alte Feuerwache + Blond & Blinker

Seht hier das Video zu „Ehrlichkeit“:

 

Mia Morgan – Gruftpop

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Geschichten aus der Gruft: Dass Mia Morgen gerade die deutsche Musikszene aufräumt und mit „Waveboy“ für tagelange Ohrwürmer sorgt muss man wohl niemandem mehr erklären. Drangsal und Kraftklub sind Fans der ersten Stunde und auch wir haben spätestens seit dem Interview mit der Kasselerin einen gewaltigen crush. Mit der EP „Gruftpop“ legt Morgan jetzt neue Songs nach und präsentiert direkt die Bandbreite des gleichnamigen und von ihr erfundenen sowie wohl perfektionierten Genres.

Dass „Waveboy“ noch nicht ihr gesamtes Pulver verschossen hat, wird hier schon beim Opener „Valentinstag“ klar: Anfängliche Orgeltöne, ein klarer Schnitt zu dynamischen Synthie-Sounds und faszinierend-affektierter Gesang umrahmen hier den gegensätzlichen Ausruf „Es ist Valentinstag und ich will dir dein Herz brechen“. „Gruftpop“ ist genau das, was es verspricht zu sein: Gut gemachter, glatter und an den richtigen Stellen kantiger Pop, der eben so gut nur durch rosarote Brillen erzählen könnte. Tut er aber nicht. Stattdessen hat Morgan richtige Geschichten zu erzählen, schlüpft in anschauliche, lyrische Rollen und bietet intime Einblicke. Toxische Zwischenmenschlichkeiten („Immer Immer Immer“) besingt sie dabei genauso passioniert und unnachahmbar wie pures Verliebtsein („Waveboy“).

Musikalische Referenzen, die sich nicht in Schubladen drücken lassen

Neue, deutsche Welle, die Ärzte oder Drangsals „Zores“: Musikalisch lauern so einige Referenzen auf der EP und gleichzeitig ist keine zu 100 Prozent zutreffend. Allein durch ihren Gesang der stetig zwischen feminin, herzzerreißend, kunstvoll und tief wechselt, öffnet Mia Morgan sich eine ganz eigenen Schublade. 80s-Synthies und Tic-Tac-Toe’scher Sprechgesang verwandelt sie fließend in melodische Stimmkunst („Immer Immer Immer“) und reiht auf ihrer Debüt-EP Ohrwurm an Ohrwurm, Hit an Hit. „Gruftpop“ ist gleichzeitig Revival-Zeitgeist und völlig aus der Zeit gefallen. Vielleicht auch, weil Morgan mit „Waveboy“ selbst schon längst Einfluss auf die aktuelle Popkultur genommen hat.

Denn es ist ein Song, der wie Mia es in unserem Interview treffend schildert „weit über „Das ist ein guter Song, den gönn ich mir gerne“ hinausgeht“. Ein Song, der einen ganzen Stereotyp, den des sensiblen und in vielerlei Hinsicht geschmackvollen Waveboys, definiert. Ein Song, der selbst Merch-meidende Hörer dazu verleitet, liebevoll gestaltete Shirts bei der Künstlerin selbst zu erwerben. Zusammen mit Produzent Max Rieger hat Morgan auch in der EP-Version den Charme bewahrt, den das von ihr allein veröffentlichte Demo mit sich brachte. Trotzdem findet auch die beliebte, erste Variante ihren Platz auf „Gruftpop“. Zwischen lyrischer Metaebene und ehrlicher, trauriger Wortschönheit bietet die EP auch nach mehrmaligen Durchgängen noch echte Schmuckstücke zu entdecken. Zumindest so lange, bis das Debütalbum folgt.

Beste Songs: Gothgirl, Es Geht Dir Gut, Waveboy
VÖ: 05.07.2019 // Eklat Tonträger GmbH

Das Video zu „Es Geht Dir Gut“ von Mia Morgan gibt’s hier:

Videopremiere: Franc Moody zeigen in „Dream In Colour“ die Grenzenlosigkeit der Menschheit

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Franc Moody //

Funky Energie – Das Duo aus Großbritannien Franc Moody stellt das Video zu ihrer neuen Single „Dream In Colour“ vor.

Um das Warten auf das Debütalbum zu verkürzen liefern Franc Moody das Video zu „Dream In Colour“ und tauchen darin in absurde Parallelwelten ein. Es gibt weniger Bands, die aktuell in Großbritannien derart unbekümmert daherkommen wie Franc Moody. Mit ihrem Sound tauchen sie in tropische Funk-Gefilde ein und packen dabei aber ihr Rave-Shirt ein und abends geht es anschließend in den britischen Club. Die neue Single „Dream In Colour“ ist ein smarter Vorgeschmack auf das Debütalbum an dem das Duo aktuell arbeitet. Die Musiker selbst sagen zu ihrer neuen Single folgendes: „Dream In Colour ist auf jeden Fall eine feine Scheibe von Franc Moody. Der Track verbindet digitale Reiche mit den echten Themen des Lebens. In dieser Form ist auch der Song entstanden, der eine Mischung bestehend aus digitalen Elementen und manuell gespielten Instrumenten ist.“

Ähnlich bipolar ist auch das dazugehörige Video der Musiker, welche Franc Moody wie folgt beschreiben: „Die Regisseurin Marta Brodacke hat von Anfang an den Vibe des Songs verstanden und hat es einfach mega umgesetzt! Sie ist in Welten eingetaucht in denen Digitales auf die echte Welt trifft. Mit ihren Bildern betont sie den Reichtum und die Farben des Lebens mithilfe von Tanzen. Dadurch wird den Robotern menschliches Leben eingehaucht. Wir haben selber am Großteil des Drehs teilgenommen und konnten nicht glauben, wie talentiert die Tänzer sind und wie gut alles miteinander harmoniert hat. Es hat sich einfach so angefühlt, als wäre jeder zu 100% am nicen Resultat des Videos beteiligt.“

Das Video zu „Dream In Colour“ von Franc Moody gibt’s hier:

Ilgen-Nur gibt mit „Easy Way Out“ weitere Einblicke in ihr Debüt

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Ilken-Nur // Videostill aus "Easy Way Out"

In „Easy Way Out“ begibt sich Ilgen-Nur auf eine düstere Autofahrt in die Ungewissheit und gibt zugleich weitere Einblicke in ihr kommendes Debüt.

Ilgen-Nur am Steuer eines alten Ford Mustangs, eine verlassene Landstraße mitten im Wald und auf der Straße liegende Personen – was hier wie die perfekte Szenerie für einen Horrorfilm erscheint, ist in Wahrheit das Setting für das Musikvideo zur Ilgen-Nur’s zweiter Singleauskopplung aus dem kommenden Debütalbum „Power Nap“. In „Easy Way Out“ setzt sich die Sängerin der Ungewissheit aus. Nach und nach sammelt sie auf ihrer Reise die Menschen auf der Straße auf und nimmt sie mit auf eine Fahrt ins Ungewisse.

“Der Song handelt von der Versuchung, den einfachsten Weg aus einer Situationen zu nehmen, obwohl das am Ende rücksichtslos und verletzend gegenüber sich selbst sein kann,” erläutert Ilgen-Nur. Irgendwo zwischen Slackertum und Teenager Angst ist auch die aktuelle Single anzuordnen und kommt musikalisch im lässigen Indie-Pop-Sound daher. Die Nummer ist ein weiterer Vorbote auf das Debüt „Power Nap“, das am 30. August erscheint. Anlässlich des Release geht es für Ilgen-Nur im Herbst mit dem neuen Material auch auf eine ausgedehnte Tour.

Tourdaten: Ilgen-Nur

27.09.19 – Worms, Pop-Up-Festival
28.09.19 – Wolfsburg, Sauna Club
15.10.19 – Nürnberg, Pop Festival
15.10.19 – München, Import Export
16.10.19 – Luxemburg, De Gudde Wëllen
29.10.19 – Essen, Weststadthalle
30.10.19 – Dresden, GrooveStation
04.11.19 – Erfurt, Engelsburg
05.11.19 – Wiesbaden, Schlachthof
06.11.19 – Köln, Bumann & Sohn
07.11.19 – Bielefeld, Movie
08.11.19 – Braunschweig, Eule
09.11.19 – Paderborn, Wohlsein
14.11.19 – Heidelberg, Karlstorbahnhof
15.11.19 – Augsburg, SohoStage
16.11.19 – Schorndorf, Manufaktur
23.11.19 – Münster, Gleis 22
27.11.19 – Bremen, Lagerhaus
30.11.19 – Hamburg, Molotow
06.12.19 – Chemnitz, Atomino
07.12.19 – Berlin, Kantine am Berghain

Tickets gibt’s an allen bekannt VVK-Stellen.

Seht hier Ilgen-Nur’s Horrorszenario in Dauerschleife zu „Easy Way Out“:

The Postie präsentiert: Multi-Instrumentalist Jordan Rakei kommt im Herbst nach Hamburg, Berlin und Köln

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Jordan Rakei // ©Claudio Lillo Asst

Musikalisch sitzt Jordan Rakei mit seinem Mix aus Neo-Soul, Trip-Hop und gefühlvollem Jazz gern zwischen den Stühlen. Im Herbst kommt der Neuseeländer für drei Konzerte nach Deutschland.

Mit seinem modernen Jazz-Verständnis und seinem Hip-Hop-lastigen Soul zieht Jordan Rakei schon seit längerem die internationale Aufmerksamkeit auf sich. Durch Kollaborationen mit Tom Misch und Disclosure machte er sich in der Szene schnell einen Namen. 2016 veröffentlichte er in Eigenregie sein Debütalbum „Cloak“, das nicht zuletzt wegen seines einzigartigen Sounds große Wellen schlug. Spielend leicht wechselt der australisch-neuseländische Sänger dabei zwischen seinen Rollen als Musiker, Produzent und Singer-Songwriter.

Das aktuelle Album „Origin“ ist von dystopischen Zukunftsvisionen inspiriert und befasst sich thematisch mit dem technologischen Fortschritt sowie dessen direkten Auswirkungen auf die Menschlichkeit. Anlässlich der neuen Platte, die im Juni diesen Jahres erschienen ist, geht es im Herbst für den Wahl-Londonder auf Welttournee, für drei Konzerte macht er dabei auch hierzulande Halt.

The Postie präsentiert: Jordan Rakei

28.09.2019 – Hamburg, Mojo Club
29.09.2019 – Berlin, Columbia Theater
01.10.2019 – Köln, CBE

Tickets gibt’s an allen bekannten VVK-Stellen!

Hört hier die aktuelle Single „Rolling Into One“:

Wir verlosen 2×2 Tickets für die finale Ausgabe des Open Source Festivals

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Faber // © Stefan Braunbarth

Jahrelang konnte das Open Source durch sein vielfältiges und buntes Line-up überzeugen. Das Festival war der Inbegriff von Grenzüberschreitungen. Seit einer Woche ist jedoch klar – das Open Source Festival wird in diesem Jahr zum letzten Mal über die Bühne gehen. Wir verlosen 2×2 Tickets für die finale Ausgabe am 13. Juli mit Sohn und Faber.

Egal ob Indie, Rap, Eletronica oder Pop – Beim Open Source Festival in Düsseldorf kommen Fans jeglicher Genre auf ihre Kosten. Das Tagesfestival ist für sein grenzüberschreitendes Programm bekannt und präsentiert neben angesagten Newcomern und etablierten Acts auch vielversprechendes aus der Kunst- und Kreativszene in seinem Line-up. Seit einigen Tagen ist jedoch bekannt, dass das Open Source Festival in diesem Jahr seinen Abschied feiern wird. Die Gründe sind vielseitig und doch naheliegend – Das Open Source ist zu teuer. Laut Philipp Maiburg, künstlerischer Leiter des Festivals, hat es einfach nicht mehr gereicht. Gegenüber dem Düsseldorfer-Anzeiger hat Maiburg ein ausführliches Interview zur finanziellen Lage der Veranstaltung gegeben. Leider kein Einzelschicksal, sondern ein Problem, mit dem viele kleine Festivals hierzulande zu kämpfen haben.

Nichtsdestotrotz geht das Open Source nicht ohne großen Krawall. Für die finale Ausgabe konnten die Veranstalter Sohn und Faber als Headliner für sich verpflichten. Daneben ist das Festival vor allem für seine Vielzahl an Neuentdeckungen und seine Grenzüberschreitungen bekannt. So kooperiert das Open Source unter anderem mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus. Woods Of Birnam sind vier Fünftel des ehemaligen Musikprojekts Polarkreis 18. Sänger Christian Friedel steht mittlerweile beruflich auf der Theaterbühne – beim Open Source tritt er als Woods Of Birnam mit einem Shakespeare-Soundtrack auf.

Auch Suzan Köcher sind beim Open Source wieder mit dabei:

Experimentierfreudig und künstlerisch wird es mit dem Auftritt von Yves Tumor. Sein aktuelles Album wurde von Pitchfork als „benchmark in experimental music“ betitelt. Der aus Tennesse stammende und in Turin lebende Produzent ist für seine Live-Shows berühmt-berüchtigt und verbindet gekonnt Performancekunst mit experimentellen elektronischen Klängen und Punkattitude. Doch auch an Neuentdeckungen hat das Line-up in diesem Jahr wieder einiges zu bieten. Neo-Soul mit Einflüssen aus Jazz und Pop beschert euch die junge Kölner Songwriterin Stud. Auch aus Köln, dafür aber elektronischen Indie-Pop mit Soul liefern die vier Musiker von Parking Lot Flowers und Drens aus Dortmund werden dem Publikum mit ihrem Surfpunk einheizne. Alle Bestätigungen und Infos findet ihr auf der offiziellen Homepage des Festivals.

Gewinnt 2×2 Festivaltickets für das Open Source!

The Postie verlost 2×2 Festivaltickets für die finale Edition des Open Source Festivals. Die Bedingungen für den Lostopf sind das Liken des FB-Posts, unserer Facebook Page und das Verlinken eurer Begleitung. Der Einsendeschluss ist der 08.07.2019 um 09:00 Uhr. Die Allgemeinen Teilnahmebedingungen könnt ihr hier nachlesen.

The Postie präsentiert: Open Source Festival 2019

13.07.19 – Düsseldorf, Galopprennbahn

SOHN ist Headliner bei der letzten Ausgabe des Open Source Festivals:

Die Kerzen – True Love

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Die Kerzen // © Helmut Kraus

Das Debütalbum von Die Kerzen wimmelt nur so von Referenzen. Musikalisch setzen sie den Sound der 80er New-Romantic Welle gekonnt in Szene, ohne dabei altbacken zu klingen. Gepaart wird das Ganze mit Texten, die liebevoll und skurril zugleich sind. Das Hauptthema der Platte ist aber natürlich schon im Titel enthalten: es geht um die „True Love“. Doch gibt es diese überhaupt?

Bereits im letzten Jahr wurden wir mit einer ersten Veröffentlichung der im Mecklenburgischen Ludwigslust beheimateten Band beglückt. Die auf der „Erotik International“ EP enthaltenen Tracks gaben einen ersten Eindruck des Sounds der Die Kerzen. Dieser war geprägt von mit Reverb gefüllten Vocals, choruslastigen Gitarren und eingängigen Synths. Musiknerds der Nation warfen entsprechend mit Referenzbands der 80er, wie Perfab Sprout oder Tears for Fears, um sich. Guckt man hinter die Kulissen, ist der Kerzen-Kosmos vermutlich ein Produkt ihrer Umwelt.

Will man sich als Millennial von der Provinz abgrenzen, geschieht dies sicherlich nicht selten durch die Identifikation mit popkulturellen Strömungen. Außerdem muss der Monotonie der Kleinstadt ja irgendwie entgangen werden. Zum Glück entschieden sich Die Katze, Fizzy Blizz, Jelly del Monaco, und Super Luci dafür, diese Ödnis mit dem Produzieren von Musik zu füllen. Dabei beziehen sie in ihrer Musik alles ein, was sie in irgendeiner Weise beeinflusst hat. Beispielsweise: japanische Pop-Kultur, Hollywoodfilme und eben ein sorgfältig aufgearbeitetes, fundiertes Wissen über 80er Popmusik. Dem Internet sei Dank! Da Die Kerzen aber eben auch nur Menschen sind, und wie wir alle ein Bedürfnis nach Nähe haben, dreht sich ihre Musik natürlich auch um Liebe. Und nicht nur um irgendeine Liebe. Sondern um die „True Love“.

Romantik und Sehnsucht

Im heutigen Sprachgebrauch bezeichnet das Wort Romantik meist einen sentimentalen Zustand des Gefühlsreichtums. Damit einher geht häufig auch eine gewisse Sehnsucht. Sprich, ein zu diesem Zeitpunkt nicht erfülltes Verlangen nach einer Sache, nach einer Person. Die Kerzen machen auf „True Love“ diesem Begriff alle Ehre. Gleich im Opener „Blue Jeans“ besingt Die Katze das Verliebtsein und die Bewunderung für sein Gegenüber. Der Track wird von einem lässigen Beat getragen und begleitet von funky Gitarren. Ein Track, der beim Engtanz mit leichtem roten Licht und Nebel unter der Discokugel laufen sollte.

Ähnlich geht es weiter im zackigeren „Saigon“, der zweiten Singleauskopplung des Albums. Viele kennen es: eine flüchtige Clubbekanntschaft, an die man sich am nächsten tag nur noch schemenhaft erinnert. Doch diese Momente bleiben. Schnell malt man sich aus, wie man sich zufällig erneut trifft und einen solchen Moment wiederholt. Vielleicht noch einmal in Berlin. Vielleicht aber auch im fernen Osten. Der Fantasie sind schließlich keine Grenzen gesetzt. Spätestens bei Jelly del Monacos verträumten Querflöteneinsatz ist es um einen selbst geschehen und man schwelgt in persönlichen Erinnerungen.

Diesen Momenten eifern Die Kerzen auch in „Mit Seide“ nach. Im Laufe einer Partynacht entsteht eine Spannung zwischen den Beiden Protagonisten. Die  restliche Billo-Wodka-Mate Mische wird schnell weggeext, sodass man das Weite und die Zweisamkeit aufsuchen kann. Das Knistern zwischen den beiden ist förmlich herauszuhören: „Schwarze Jeans an deinen Lenden / Mein Herz in deinen Händen“. Wünscht sich nicht jede*r einen solchen Moment des gegenseitigen Begehrens?

Im Augenblick

Die Kerzen maßen sich auf „True Love“ nicht an, Lösungen zu präsentieren. Vielmehr geht es um eine Beschreibung des Hier und Jetzt. Sie singen darüber, was sie wahrnehmen und was ihnen in ihrer Realität auffällt. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Situationen fiktiv bzw. logisch sind oder nicht. Das Einfangen einer Stimmung nimmt im Endeffekt den höchsten Stellenwert ein.

Bei ihren Beschreibungen wird häufig die Absurdität der Welt deutlich. Nicht selten ertappt man sich durch die Bildhaftigkeit der Situationen bei einem Schmunzeln. Ein Paradebeispiel dafür ist zum Beispiel im Track „Zu Spät“ zu finden: „Und am Flughafen Berlin-Tegel warte ich auf dich / Der Kit-Kat schmilzt in meiner Hand“. Wie gerne imaginiert man die Tragödie, wie Die Katze mit einem Schokoriegel in der Hand am Gate vergeblich auf seine Liebe wartet. Doch davon lässt er sich nicht entmutigen und fliegt schließlich alleine nach Rio, um das Beste aus der Situation zu machen.

Ähnliche lyrische Feuerwerke werden mannigfaltig ebenfalls auf „Karamba“ gezündet, welcher bereits einen Platz auf der zuvor erschienen EP fand. Es ist fast so, als hätte man zeitgenössische Deutsche Trap Artists á la RIN oder Yung Hurn einer musikalischen Gehirnwäsche unterzogen und rauf und runter mit ihnen 80er Synth-Pop gehört: „Die Powerbank ist leer / Die Kerzen Open-Air“ oder “ Und du willst hier nicht mehr weg / Cola-Whiskey in deinem Tetrapack“ sind nur einige der Highlights.

Die Frage nach der wahren Liebe

Wie der Albumtitel „True Love“ verrät, geht es im Großteil der Tracks um Liebe. Auf dem gleichnamigen Track singt die Katze: „Ich hol dich hier raus / Baby, True Love!“ Begleitet von janglepoppigen Gitarren und klassischen 80s Synths beschreiben Die Kerzen melancholisch eine tragische Liebe. Gemeinsam ausbrechen; doch woraus? Vielleicht aus der Provinz, vielleicht aus der nicht funktionierenden Beziehung. Vermutlich wird nicht ohne Grund Joy Divisions Evergreen „Love will Tear us apart“ zitiert.

Doch wird es in der Großstadt anders sein? Im sanften Outro „Solarium“ singt Die Katze über seine Anfangszeit in Berlin; nach dem Ausbruch aus der Nord-Ostdeutschen Kleinstadt. In den Straßen Neuköllns lernte er eine Person kennen, mit der er einige Zeit verbrachte. Scheinbar jedoch, haben beide die Schattenseiten der Hauptstadt kennengelernt und sie gehen getrennter Wege. Ob er wohl immer noch an der Hermannstraße sehnsüchtig auf sie wartet?

Die Kerzen versuchen auf ihrem Debütalbum eine Antwort auf die Frage nach der „True Love“ zu finden. Oder? Vielleicht gibt es auf diese auch keine. Wir sind eben nur Menschen und daher nicht perfekt. Sondern mal sprunghaft, mal standhaft, mal verliebt, mal genervt. Und das alles darf sein. Die Kerzen halten uns und sich selbst einen Spiegel vor Augen: Dass wir so sind wie wir sind, uns nicht immer so ernst nehmen müssen und dass das alles auch mal komisch sein darf.

Beste Songs: Saigon, True Love, Zu Spät
VÖ: 05.07.2019 // Staatsakt

Seht hier das Video zur dritten Single „Al Pacino“:

Fotos: Marcus Wojatschke