Der Musik nach zu urteilen, ist Montreal seit einigen Jahren die vorwärtsdenkendste Stadt Nordamerikas. Nicht nur lässt Efrim Menuck regelmäßig unkonformen Post-Rock von der Hauptstadt der Provinz Québec in die Welt, auch Bands wie Ought, Majical Cloudz oder Suuns überwinden auf ihre eigene Art Genrevorstellungen. Letztere machten das auf Zeroes QC, Images du Futur und der Radwan Ghazi Moumneh-Kollaboration Suuns and Jerusalem In My Heart durch elektronisch gespielten Art Rock mit Einflüssen aus Krautrock und Minimalism. Auf seinem vierten Album Hold/Still macht das Quartett eine Transformation durch, wie man sie bei These New Puritans und PVT schon erlebt hat.
Die zweite Single, „Paralyzer“, suggeriert nach dem typisch beschwingten Krautbeat von Images du Futur und „Translate“, der ersten Auskopplung aus Hold/Still,einen ungewöhnlichen Tempowechsel. Die Drums und Synths von „Paralyzer“ wirken wie in Schlick getaucht, während Ben Shemie in bester Richard Pike-Manier von dem Gift namens Liebe singt. Die bei Suuns schon zum Standard gehörende Jammergitarre erweckt den Eindruck, man befinde sich in einem Body Horror Film von David Cronenberg. Das Video zum Song zeigt dann tatsächlich einen in Dunkelblau getauchten Raum voller Fässer à la Half-Life, in dem sich eine gewaltsame Sexszene nur andeutet.
Hold/Still erscheint am 15. April auf Secretly Canadian. Wie das Album klingt, könnt ihr eine Woche vorher in unserer Review lesen. Im Mai sind sie außerdem für drei Termine in Deutschland und Österreich, bevor sie am 5. Juni beim Maifeld Derby auftreten. Die Tourdaten findet ihr unter dem Video.
„Paralyzer“:
Suuns live:
19.05. – Berlin, Berghain 27.05. – Neustrelitz, Immergut Festival 28.05. – KleinReifling (AT), Seewiesen Festival 05.06. – Mannheim, Maifeld Derby Festival
Die legendären Raver kommen mit neuer Platte für zwei exklusive Termine nach Deutschland.
Trainspotting ist so einer der Filme, der einfach zur Allgemeinbildung gehört. Selbiges gilt auch für das Duo von Underworld, das nämlich für den legendären und schon fast heroischen Soundtrack gesorgt hat. Mit ihrer Hitsingle „Born Slippy“ und dem dazugehörigen Album dubnobasswithmyheadman hat die Band bis heute Legendenstatus erreicht. Der Melody Maker meinte damals (man merkt, dass man es hier mit einem geschichtsträchtigen Act zu tun hat):Ein atemberaubender Hybrid, der den Moment des Erwachsenwerdens der Clubkultur markiert und dabei zu uns allen spricht „
Nun sind Underworld mit einer neuen Platte am Start und spielen u.a. am Freitag 18.03. im Maimarktclub in Mannheim und sind aktueller denn je. Wer sich die aktuelle Mode der hippen und angesagten Kids anschaut der merkt schnell, dass Sportswear, Sonnenhüte und Tennissocken wieder extrem angesagt sind. Da reiht sich so ein ordentlicher Rave zusammen mit Underworld auf ihrer Release-Party doch perfekt ein, oder?
Das Video feiert zwischen Wald und Diskothek die anstehende EP.
BEATNIKBOY haben vieles mit ihrer Heimat München gemeinsam. Bodenständig, naturverbunden und doch ehrgeizig, nachvornepreschend und im Wandel. Diese Polarität spielt auch im brandneuen Video zu ihrer Single „Empire“ eine große Rolle. Die schon fast unverschämt malerischen bayrischen Wälder stehen nämlich im Kontrast zum doch Kellerclub-ähnlichem Indietronic-Sound der Band. Das in Eigenregie ausgearbeitete Video zeigt das mitreißende Abenteuer eines heldenhaften Bergjungen in dem sich Traum und Realität vermischen.
Verträumte Realität ist aber nur eines vieler Schlagworte, die BEATNIKBOY auf ihrer EP Empire anschneiden. So findet man beispielsweise auch versteckte Kritik am Hipsterrum oder an aufgebauschter Nostalgie in den verschiedenen Songs wieder. Trotz dieser Themen bleibt der Sound des Trios aber zu jedem Zeitpunkt tanzbar und damit reif für die nächte Indie-Party. Ab dem 23. März kann man sich aber gerne selbst ein Bild davon machen, denn da erscheint die EP des spannenden Projektes von Moritz Graßinger (Vox, Synth, Gitt), Julo Bernhard (Vox, Synth, Gitt) und Martin Schneider (Drums, Edrum, Sampler).
„Ey, Indie hören doch nur noch Männer in tiefer Midlife Crisis.“ Mit folgendem Vorurteil hat das Genre seit einigen Jahren zu kämpfen. Es gibt verschiedene Gründe hierfür, einer ist aber ganz sicher, dass viele neue Bands sich eher an ihren großen Vorbildern wie Joy Division, The Smiths, The Cure orientieren und deswegen oftmals nicht die Eier oder den Horizont für Experimente haben wollen. Verwerflich ist dies keinesfalls, wenn dann solche großartige Sachen wie Drangsal, Blossoms oder High Tyde oder Sunflower Bean dabei herausspringen. Hier folgen aber nun zehn Acts, die unserer Meinung das Zeug dazu haben ein eingestaubtes oder manchmal zu nostalgisches Genre wieder aufzupolieren und hipper than hip wirken zu lassen.
Deutscher Laid-Back-Indie: Golf
Letztes Jahr noch Ping Pong, dieses Jahr Macaulay Culkin. Griffige Songtitel haben die vier Kölner jedenfalls schon mal drauf. Plakativ gesehen könnte die Band als eine Laid-Back-Version von Bilderbuch durchgehen. Groovy Rhythmen, clevere Texte und noch groovigere Hemden sind das Kapital von Golf. Dieses Jahr kommt mit Playa Holz das mit Spannung erwartete Debüt der vier Musiker und wir sind davon überzeugt, dass die Band noch große Wellen damit schlagen wird. Quasi von Köln mit ’nem Tropensturm in die große Welt hinaus. Es gibt schlimmere Vorstellungen.
Skatermukke Deluxe: Haus
So klingt also Skatermusik 2016. Haus fünf hippe Jungs aus London deren zweite Leidenschaft neben der Musik wohl das Skaten ist. In ihrem Video zu „Haze“ wird dies eindrucksvoll zur Schau gestellt. Der Song wird dominiert durch die einprägsamen Vocals des Sängers Ashley Mulimba. Irgendwie typisch britisch und doch in neuem Gewand. Wenn Skatermukke so klingt, sollte man sich vielleicht ein Board zulegen…
Ihr Sound klingt ein wenig so, als hätte man die Songs von Two Door Cinema Club am Strand durch eine Zuckerwattemaschine gezogen. Tropische Elemente werden gekonnt mit typisch britischem Indie-Pop-Gedöns vermischt. Das Resultat ist eine unglaubliche Tanzbarkeit und Leichtigkeit, die das große Label Parlophone Ende letzten Jahres dazu gebracht hat einen Deal mit der Band aus Brighton abzuschließen. Momentan touren Fickle Friends fleißig durch UK und arbeiten mit Hochdruck an ihrem Debüt.
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Für die Presse war der Niederländer anfangs immer der kleine Bub, der seine Musik mit einem Kassettenrekorder aufnimmt. Mittlerweile steckt aber viel mehr hinter dem Projekt Yuko Yuko. Der junge Musiker hat nämlich kürzlich sein erstes, richtiges Debütalbum veröffentlicht. In einer Welt irgendwo zwischen Lo-Fi, Indie und einer Menge Abfuck liegt der Sound des Mannes aus Groningen und Mac Demarco scheint er wohl selber auch ganz ordentlich zu finden. Eine ziemlich Explosive Mischung!
Früher waren Hard-Fi die selbsternannten Ritter der Vororte Londons, heute fragt kein Mensch mehr nach der Band. Selbst eingefleischte Fans wissen was momentan bei den Jungs aus Staines abgeht. Es gilt also eine Lücke zu füllen. Große Chancen dürfen sich hier Real Lies ausrechnen. Die drei Briten haben nämlich alles um selbst 2016 noch genügend Airplay im Radio zu bekommen. Sie haben wider erwarten keine Radiogesichter, einen urbanen Style und machen Indie, der zeitgemäßer kaum sein könnte. Der stark von den 90ern geprägte Sound vermischt nämlich Indie-Romantik mit hippem Urban Outfitters-Flair.
Auf der nächsten Seite geht es mit fünf weiteren Acts weiter.
Die drei Briten stellen ihre Comeback-Single „Every So Often“ vor.
„Trust Me.. I’m A Genius“. Den Spruch hat wohl jeder schon irgendwann einmal in seinem Bekanntenkreis zu hören bekommen. Bei The Family Rain war es 2012 der Startschuss in eine spannende Karriere. Das Trio, bestehend aus den Gebrüdern Ollie, Timothy und William Walter, sind zu einem Zeitpunkt aufgetaucht an dem es eigentlich für reinen Gitarrenrock schon wieder ein wenig bergab ging.
Scheiss drauf, haben sich die Jungs wohl gedacht und seitdem bereits auf quasi sämtlichen großen Festivals in UK aber auch in Deutschland gespielt. Trotzdem wurde es die letzten Monate und Jahre fast schon verdächtig ruhig um The Family Rain. Umso größer war also die Freude, als die Band vor einigen Tagen mit „Every So Often“ ihr Comeback bekannt gegeben haben. Das dazugehörige Video hat mit Fisheye-Perspektive und einem Tropenhaus alles was das heutige Hipsterherz begehrt und so kann man sich getrost auf die anstehende EP freuen.
Viele verbinden mit Digitalism wahrscheinlich Zeiten wo man noch halbnüchtern zu „Pogo“ mitgegröhlt hat und David Guetta noch einigermaßen cool war. In Zwischenzeit ist viel passiert und sind wir mal ehrlich: so wirklich hatte man das Duo nicht mehr auf dem Schirm. Alles hab so viel, denn die gute Nachricht ist, dass die beiden mittlerweile sehr erwachsen gewordenen Musiker Jens Moelle and İsmail Tüfekçi es noch einmal wissen wollen.
Die zweite gute Nachricht ist, dass das Duo seinem Sound treu geblieben ist, der ganzen Maschinerie lediglich ein 16er Update verpasst hat. So klingen die beiden Vorboten „Utopia“ und „Battlecry“ noch immer nach französischem Disco-Sound, Rave und Indie und doch hört man der Musik an, dass die Macher keineswegs stehengeblieben sind. Laut eigener Aussage der Musiker beschreibt der Sound auf dem neuen Album namens Mirage einen Schnappschuss einer ganz eigenen Welt mit der sich aber auch andere Menschen identifizieren können.
Die Tracklist liest sich wie folgt:
1. Arena
2. Battlecry
3. Go Time
4. Utopia
5. Destination Breakdown
6. Power Station
7. Open Waters
8. Mirage [Part One]
9. Mirage [Part Two]
10. Indigo Skies
11. Dynamo
12. The Ism
13. Shangri-La
14. No Cash
15. Blink
„Battlecry“ ist einer der beiden Vorboten von Mirage:
Am Sonntag kommen die Indie-Pioniere nach Heidelberg.
Love. Es gibt kaum ein anderes Wort mit dem man so viel verbindet. Freude, Schmerzen, Konsum. Für Konstantin Gropper und Get Well Soon ist das große Wort aber auch Pop und so hat der Musiker es sich zum Thema für sein neues Studioalbum gemacht. Das vierte Werk ist ungewohnt hell und munter geworden, wie frische Liebe halt.
Kein Wunder also, dass dieses beliebte Schlagwort auch gleich zum Motto der momentanen Tour geworden ist. So tourt Gropper samt Band mit viel Liebe durch ganz Deutschland und macht am Sonntag dem 6. März auch in Heidelberg halt. Der Support kommt vom nicht weniger liebevollen Dagobert und so kann man damit rechnen, dass der Sonntag sehr schnucklig werden wird. Gerne darf man da auch enger aneinanderrücken. Einlass ist an 18:00, losgehen wird es dann um circa 19:00 in der halle02.
Ein Link, ein Herz in der Mail. Das war’s. Mehr haben uns WEIRDO nicht verraten und selbst Bekannte der Band wollten nicht mit der Sprache herausrücken. So haben wir uns also selber auf die Suche nach Informationen gemacht: ohne Erfolg! Auf der Soundcloud-Seite wird man sogar hämisch mit dem Hashtag #Who The Fuck Are Weirdo begrüßt. Vielleicht werden wir gerade deswegen gezwungen uns tatsächlich, wahrhaftig mit der Musik auseinanderzusetzen.
Und die hat es in sich. Das elektronische Grundgerüst ist eng verwurzelt mit tropischen Klängen und auch der Begriff Indie schwirrt trotzdem noch irgendwie umher. Irgendwann tritt der Song dann mit den Worten „du bist bescheuert“ an den Hörer heran und spätestens ab da weiß man, dass „Butter“, so der Titel des Songs, nur schwer mit anderen Songs zu vergleichen ist.
Das Schweizer Duo zeigt sich von seiner funky Seite.
Manche Wörter besitzen Magie. „Motorik“ zum Beispiel: Beim Musikfan ruft der Begriff sofort eine ganze Welt hervor, ein krautiges „Negativland“, durch die „Autobahn“ mit Düsseldorf und Köln verbunden. „Klaus“ ist ein weiteres, die Assoziationen reichen von ebenjenem „krautig“ und Neu! zu „urdeutsch“ und, laut dem Internet, „some unpleasant WWII associations“. Schließlich, um das Ganze abzurunden, löst das Wort „kosmisch“ eine kaleidoskopische Bilderflut aus, an der unter anderem Pink Floyd und Tangerine Dream Schuld sind.
Klaus Johann Grobe vereinten all diese Konnotationen auf ihrem Debütalbum Im Sinne der Zeit. Tanzbarer Krautpop mit deutschen Texten und unwiderstehlichen Melodien. Gestern hat das Duo die erste Single aus ihrem neuen Album Spagat der Liebe veröffentlicht. Die zweite Kollektion Zürcher Popspezialitäten erscheint am 6. Mai auf Cargo Records, danach geht’s im Affenzahn weiter auf Tour (Termine unten). Für „Wo Sind“ haben Dani und Sevi die analoge Heimorgel durch einen fransigeren Synthesizer ausgetauscht und dem Liebezeit-Rhythmus einen deutlichen Funkeinschlag verpasst. Einfache Veränderungen, die aber einen ähnlichen Oha-Effekt auslösen wie „Multi-Love“. So sonnig kann deutschsprachige Musik sein.