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So war es bei Der Ringer in München

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Die derzeit vielleicht interessanteste Band Deutschlands auf der Tour zum Debütalbum – flirrender Krach im Orangehouse

Nach der Veröffentlichung von „Soft Kill“ im Januar diesen Jahres und der kollektiven Begeisterung der Musikpresse für den sterilen und gleichzeitig überschäumenden Mix aus technologischer Kälte und emotionaler Sehnsucht der fünf jungen Männer aus Hamburg also die Tour zum Debüt, auf der man Der Ringer unter anderem auch im Oranghouse im Münchener Westen erleben konnte. Ebenfalls dabei waren die Newcomer Erregung öffentlicher Erregung vom gemeinsamen Hamburger Label Euphorie, die letzte Woche noch ihre neue Single „Wo soll ich hin?“ veröffentlicht hatten.

Obwohl die Stimme von deren Sängerin Anja Kasten zum Teil ein wenig im übrigen Postpunk Feuerwerk untergeht, ist genau diese Rauheit und die Ungeschliffenheit des Sounds der Band mit dem sperrigen Namen, von dem man sich mehr als einmal fragt, ob man ihn nun originell oder prätentiös finden soll, der kratzige Performancemittelpunkt des Quintetts aus Hamburg und Berlin. Im Kontrast zur eher klassisch punkigen Bühnenattitüde der Vorband, treten Der Ringer selbst vor einer atmosphärisch stillen Wasserprojektion auf und Sänger Jannik Schneider bleibt sich auf der Bühne treu: Verstellte Stimme, wenig Interaktion mit dem Publikum, Songs werden knapp bis gar nicht angekündigt und umso spektakulärer umgesetzt. „Knochenbrecher“, „Ohnmacht“ oder „Violence“ scheinen in ihren explosiven Höhepunkten schier zu platzen, Gitarrist Jakob Hersch fällt ekstatisch zu Boden, nur um mit seinen vier Bandkollegen wieder in die nächste Synthieorgie hineinzurennen. Der Ringer mögen keine Showband sein und sind sicher keine Rampensäue, aber sie bringen dem Publikum „Soft Kill“ in seiner Sehnsucht und in seiner versteckten Wärme mit einem angemessenen Hauch Brutalität näher. Wer braucht schon Säue auf Rampen?

Leider zu erwähnen ist wahrscheinlich auch, dass im Orangehouse am Samstag vielleicht fünfzig Leute vorbeigeschaut haben und der Konzertraum damit nicht mal annähernd zur Hälfte gefüllt war, was man Bands wie Der Ringer und Erregung Öffentlicher Erregung dann doch so gar nicht wünscht. Vielleicht klappt’s ja bei der nächsten Tour und der Süden Deutschlands erscheint zahlreicher, wenn Der Ringer mit Roboterstimme zum Tanz bitten. Vielleicht dann nicht mehr als Geheimtipp der Postpunk-Szene und hoffentlich vor gefüllten Sälen. Wäre ihnen natürlich zu wünschen, aber vor allem jedem Musikinteressierten zu empfehlen.

 

 

 

 

Das Maifeld Derby gibt große Bandwelle bekannt

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Das Festival überzeugt wieder mit viel Exklusivität. Neben der Legende Thurston Moore hat das Maifeld Derby außerdem unter anderem SOHN, Parcels und Acid Arab bestätigt.

Das Mannheimer Maifeld Derby hat sich vom absoluten Geheimtipp zum musikalischen place to be gemacht. Das zeigt nicht nur das immer prominenter werdende Line Up, sondern auch die immer besser werdenden Verkaufszahlen. Die Organisatoren schaffen es Jahr für Jahr sich eine treue Kundschaft zu erziehen und neue Gesichter für sich zu begeistern. Ähnliches gilt auch für etliche Acts, die gerne nach Mannheim zurückkehren.

So findet man in der neuen Bandwelle neben Inner Tongue auch White Wine, Gewalt und Sometree wieder. Natürlich kann das Maifeld Derby auch wieder mit großen Namen wie SOHN, Acid Arab, Thurston Moore oder WHY? punkten. Die Australier Parcels sorgen für die nötige Portion Funk auf dem Gelände. Neben folgenden Acts wurden auch noch Amanda Palmer &Edward Ka-Spel, Minus The Bear, King Khan And The Shrines, Klangstof, Zeal & Ardor, Tall Heights, Rue Royale, Marlon Williams, Josin, Sonars und Kelly Kapøwsky am Sonntagabend für das vom 16. bis zum 18. Juni stattfindende Festival bestätigt.

Für die aktuelle Preisstufe gibt es noch rund 100 Resttickets. Sind diese erstmal vergriffen, startet die finale Preisstufe mit 95 € inkl.. Gebühren + ÖPNV. Folgende Bands wurden bereits in einer ersten Ankündigung bestätigt: Moderat, Metronomy, American Football, Kate Tempest, Whitney, Kate Tempest, King Gizzard & The Lizard Wizard, Mitski, Voodoo Jürgens, Ryley Walker, Andy Shauf, Dear Reader, The Tidal Sleep, Kikagoku Moyo, Royal Canoe, Wand, Tiere Streicheln Menschen, Friends of Gas, Heim, Papst, Suzan Köcher.

 

Wir haben nach Gründen gesucht warum Falco auch heute noch ein großes Thema für die Popkultur ist

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Falco ist nicht erst seit der einwöchigen Huldigung an ihn ein reales Thema in der Jugendkultur. Mit dem Projekt „Junge Römer“ lud die Red Bull Music Academy vom 23. bis 29. nationale und internationale Newcomer und Musikgrößen ein, um den 60. Geburtstag des Hans Hoelzel gemeinsam zu feiern. Warum Falco selbst 2017 ein derartiges Ansehen genießt, versuchen wir anhand ausgewählter Argumente zu beleuchten.

Wir wollen Bilderbuch nicht unterstellen, dass das Release ihrer neuen Platte MAGIC LIFE in unmittelbarer, zeitlicher Nähe zum 60. Geburtstag Falcos steht. Und doch kann man eine gewisse Begeisterung der Band für den King Of Austrian Pop nicht von der Hand weisen. So schreibt die Zeit beispielsweise in ihrer aktuellen Rezension zum neuen Album folgendes: „Der Erfolg einer Austro-Pop-Band hängt deshalb immer auch davon ab, welche Haltung sie zu Falco einnimmt, seinem Machismo, seiner Dekadenz und seiner Funkyness.“ Es ist die so oft zitierte Wiener Schmäh, die sich Bilderbuch zu eigen gemacht haben. Der Sänger Maurice Ernst betont in den Vorab-Interviews zu MAGIC LIFE nicht rein zufällig öfter, dass es ein Album geworden ist, das man annehmen kann aber nicht muss. Und so galt auch Falco zu Lebzeiten wohl zu den wohl meistgehassten Musikern im deutschsprachigen Raum.

Seine polarisierende Arroganz und die wirkende Rücksichtslosigkeit begeistern jedoch nicht nur Bilderbuch, sondern auch den Oasis-Part der österreichischen Popkultur. Die Rede ist von Wanda. Die Musiker, die öfter mal mit kontroversen Texten auf sich aufmerksam machen und Lieder über inzestuöse Tendenzen und Drogen schreiben, haben ihre verklärte Inspiration an den Nationalhelden 2015 erstmals öffentlich gemacht. Mit der Coverversion zu Falcos „Out Of The Dark“ haben die Wiener ihre ganz eigene Interpretation des Songs, der erst posthum zum Erfolg wurde. Es wäre jedoch zu einfach die große Begeisterung an Falco nur anhand des regionalen Bezugs festzumachen. Es steckt deutlich mehr dahinter.

In der Popwelt findet man momentan eine große Renaissance der 80’s wieder. Indie-Bands, die in ihrer Kindheit in den 80er-Synth-Pop gefallen sind, findet man aktuell wie Sand am mehr. Diese Tatsache spielt natürlich dem Schaffen Falcos in die Karten. Dieser hat zwar eine zu diffuse Diskographie vorzuweisen um sein musikalisches Können auf ein einzelnes Genre festzunageln und doch findet man natürlich auch bei ihm deutliche New Wave, Synth-Pop und Funk-Elemente wieder. Ein Beispiel hierfür ist die Platte „Junge Römer“ aus dem Jahr 1984. Das zweite Studioalbum des Wieners wurde, genau wie auch das erste Album, von Robert Ponger produziert, konnte jedoch zur damaligen Zeit nur mit mäßigem Erfolg in den Charts punkten. Heute wird „Junge Römer“ als eine der stärksten Platten in der Vita von Falco gesehen und inspiriert sicherlich auch Bands wie die Newcomer FLUT aus Oberösterreich.

FLUT überzeugen mit toller VHS-Optik in ihren Videos und auch ihre aktuelle Single „Linz bei Nacht“ lässt an den großen Falco erinnern. Wer sich hier nicht an den 80’s erinnert fühlt, dem ist nicht mehr zu helfen. Ein anderes Beispiel für großen 80’s-Pathos ist der in Herxheim geborene Drangsal. Dieser orientiert sich zwar eher an der britischen Musikkultur der 80er Jahre, sprich Morrissey und The Smiths. Dennoch zeigt es, dass die lange so verpönte Epoche gerade seinen zweiten Frühling erfährt und sehr en vogue ist.

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Einen Faktor, den sich viele Musiker bei Falco abschauen ist seine musikalische Wandelbarkeit. Anfang der 80er kannte man ihn vor allem durch Songs, die an die neue deutsche Welle erinnerten. Mit seinem bereits thematisierten Album „Junge Römer“ vermischte er dann erstmalig eine Fülle an Genres miteinander, was später die Karriere Falcos prägen sollte. Zwar war sein musikalisches Neuerfinden auch oftmals das Resultat von fehlendem finanziellen Erfolg und doch gab es vor ihm wenig Musiker, die es verstanden derartige Kurswechsel zu verziehen. Das beste Beispiel hierfür bietet das Endstadium seiner Karriere mit dem er Anfang der 90er noch einmal neu durchstarten wollte.

Heute hat die Single „Mutter, Der Mann Mit Dem Koks Ist Da!“ in der Popkultur Kultstatus erreicht. Neben der Enttabusierung des Drogenkonsums, ist sicherlich auch der trashy 90’s Eurodance-Beat „Schuld“ am großen Hype um den letzten Hit Falcos. Ein junger Musiker, der auch an der Geburtstagswoche Junge Römer teilgenommen hat ist Yung Hurn, der sich mit K.Ronaldo ein alter Ego geschaffen hat um seine musikalische Kreativität freier ausleben zu können. Dieses Phänomen findet man auch bei Falco wieder, der den Song nicht unter seinem bekannten Künstlernamen veröffentlicht hat, den er sich übrigens an Anlehnung an den DDR-Skispringer Falko Weißpflog gegeben hat. Vielmehr versuchte er mit dem Pseudonym T>>MA erneut auf sich aufmerksam zu machen.

Neben seiner musikalischen Freiheit, schuf der Mutbürger Falco sich auch durch seine Multilingualität neue Wege. Nimmt man die Single „Junge Römer“ oder den Megahit „Rock Me Amadeus“ als Beispiel, wird deutlich, dass der Musiker sich eine fast eigene Sprache angeeignet hat. Durch seine Aura, sein öffentliches Selbstbewusstsein und seine Nonchalance rechtfertigte er den kreativen Mix aus seinem Wiener Dialekt, Hochdeutsch, Englisch und romanischen Sprachen. Bis heute bedienen sich viele Musiker am Denglish und nehmen sich auch sonst die Freiheiten heraus in eine anderen Sprache als in ihrer Muttersprache oder in Englisch zu singen. Alles eine Frage des Verkaufens wie Alex Turner bei seinem Nebenprojekt The Last Shadow Puppets mit der Nummer  „Les Cactus“ beweist. Mit einem Französisch, das eher für den Pauschalurlaub gedacht ist, versucht der Brite sich an der Langue D’Amour. Das Resultat wird durch die entsprechende Selbstinszenierung  Turners im Endeffekt doch wieder zu einem gelungenen Gesamtkonstrukt.

Insgesamt kann man sagen, dass es viele Faktoren sind, die Falco rund 20 Jahre nach seinem Tod noch einmal einen derartigen Hype bescheren. Ein Hauptgrund ist sicherlich das gerade alles übertreffende Pop-Inferno aus Österreich, das vor allem von Bands wie Bilderbuch, Wanda oder Yung Hurn getragen wird. Dazu kommt eben, dass die 80’s momentan designtechnisch wie auch musikalisch als der Shit gelten und doch bietet die Rolle Falco und der Mensch Hans Hoelzel Raum für eine noch größere Faszination, die allen voran mit dem unfassbaren Talent des Musikers zusammenhängt.

Auf der zweiten Seite findet ihr eine Videoplaylist mit den markantesten Hits von Falco in Kombination mit von ihm inspirierter Musik.

Pscht: Erregung Öffentlicher Erregung

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Beim Hamburger Label Euphorie passieren Dinge. Erregung Öffentlicher Erregung präsentieren zum Beispiel ihre erste Single.

„Wo soll ich hin?“ fragt Anja Kasten verzweifelt in der gleichnamigen Single, die am 15.02. samt dazugehörigem Video erschienen ist. Während der Betrachter durch eine in kühlen Bildern gehaltene Mischung aus überfüllten Photoshop-Ebenen, ArchiCAD Landschaften und sterilen Dummygesichtern fällt, wiederholt sich die titelgebende Frage immer wieder und auf Antworten wartet man vergebens. Zugegeben, die Auflösung des eigenen Selbst und isolierte Sinnlosigkeit sind im Jahr 2017 nichts großartig innovatives und Erregung Öffentlicher Erregung sind sicher nicht dabei, das Postpunk Rad neu zu erfinden, dafür erinnert das Video noch zu sehr an die Labelkumpels und aktuellen Tourfreunde von Der Ringer, aber wer die Band aus Hamburg und Berlin live erlebt, sieht sich einer Band gegenüber, die sich sowohl im Auftreten als auch in der musikalischen Performance zum einen schüchtern und zurückhaltend und zum anderen enorm spannend, mitreißend und emotional entwickelt.

Dieses Jahr im Mai soll die erste EP, die bereits vollständig aufgenommen ist, bei Euphorie erscheinen und wir hoffen, mehr von der Wut und der Verlorenheit die Erregung Öffentlicher Erregung in „Wo soll ich hin?“ verbreiten, erleben zu können. Die Band, bestehend aus Sängerin Anja Kasten, Michael Schmid (Drums), Michael Hager (Gitarre), Laurens Bauer (Bass) und Philipp Tögel (Synthies) ist derzeit noch mit Der Ringer auf Tour und ihre erste Single gibt’s hier.

Für Fans von: Die Goldenen Zitronen, Der Ringer, Die Sterne

 

Lana Del Rey gibt sich auf ihrer neuen Single „Love“ gewohnt melancholisch

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Nachdem die letzten Tage in LA mehrere Plakate von Lana Del Rey aufgetaucht sind, hielten sich die Spekulationen um eine neue Single hartnäckig. Nun ist sie mit „Love“ zurück.

„Love“ ist die erste Single aus dem bevorstehenden Album der Musikerin für das es aber weder Datum noch Titel gibt. Für ihr neuestes Werk hat Lana Del Rey mit ihrem langjährigen Weggefährten Rick Nowels zusammengearbeitet, der auch schon bei ihren vorherigen Alben seine Finger mit im Spiel hatte. Zusätzlich zu Nowels haben auch Benny Blanco und Emile Haynie an der neuen Single mitgewirkt. Viel hat die US-amerikanische Sängerin noch nicht über die neue Platte preisgegeben, nur meinte sie, dass sie im Gegensatz zu den Alben davor nicht für sich selbst, sondern für die Fans sein wird.

Schon sehr bald soll dann auch ein erstes Video zu „Love“ erscheinen, dass möglicherweise den archi-typischen Charakter der Single noch untermalen wird. Denn auch die Plakate im Vorfeld weisen wieder diesen deutlichen Retro-Stil der Sängerin auf, den sie seit 2011 eindrucksvoll verkörpert. „Love“ reiht sich nahtlos in die Reihe melancholischer Lana Del Rey Songs ein und wird bei den Fans sicherlich gut ankommen.

Bilderbuch – MAGIC LIFE

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Konventionen und Erwartungshaltungen sind nicht das Ding von Bilderbuch. Anders kann man sich die ständigen Stilbrüche nicht erklären. Bereits 2015 haben die Wiener mit SCHICK SCHOCK erstmalig den Bruch zu der oft festgefahrenen Indie-Szene gewagt und der Erfolg gab ihnen Recht. Wie nach einem Umstyling à la Guido Maria Kretschmer (ist positiver gemeint, als es sich liest) überzeugten die vier Musiker mit Singles wie „Maschin“, „Spliff“ oder dem grandiosen „OM“. Aber auch sonst hat die Platte alles zu bieten was das Hit-Herz begehrt. Mit dem Opener „Willkommen im Dschungel“ hatten Bilderbuch damals quasi den Slogan für das Album angekündigt. Ein Wirrwarr aus neuen Eindrücken prägte das Album und so verwundert es nicht, dass es auch auf MAGIC LIFE gleich zu Beginn ein Statement gibt.

„I <3 Stress“ ist eine klare Ansage an diejenigen, die gedacht haben, dass Bilderbuch ein zweites SCHICK SCHOCK releasen werden. Die Vorboten „Sweetlove“, der eben angesprochene „I <3 Stress“ und „Erzähl Deinen Mädels Ich Bin Wieder In Der Stadt“ wurden im Netz von der Community eher negativ aufgenommen. Und doch scheint es fast so, als hätten die Österreicher genau das gewollt.  „Peitsch mich Baby, ich brauch‘ Hits“, säuselt der Sänger Maurice Ernst mit Autotune auf dem Opener vor sich hin und gibt die Richtung vor. Ernst und seine Gang denken nicht im jetzt. Sie denken Future und in dieser Stimmung ist auch MAGIC LIFE ein Sammelsurium aus Future Funk, R’n’B und Indie.

Für Prince Nostalgiker gibt es mit „SUPERFUNKYPARTYTIME“ einen 80’s Radio-Banger, der zusammen mit dem SUPERMEGASONG „Bungalow“ einen der raren Hits des vierten Studioalbums bietet. Der Hit-Mangel macht MAGIC LIFE aber keineswegs zu einer schlechteren Platte. Im Gegenteil: die Unbequemlichkeit die Bilderbuch an den Tag bringen, entfesselt einen beim Hören wahrhaftig und lässt einen zu einem lässigen Dude à la Maurice Ernst werden. Die schrillen Gitarrenklänge des Gitarristen Michael Krammer sind fast die komplette Spiellänge über Wegbegleiter und bilden eine angenehme Homogenität, der ansonsten so vielfältigen Platte. Bei „Baba“ zeigen Bilderbuch, dass sie den Spagat zwischen Reggae und Cloud Rap spielend leicht beherrschen. Songs wie diese sind ein Schlag in die Fresse für jeden starren Musiknerd, der es nicht wagt über den Tellerrand zu schauen. Dabei ist es nicht so, als würden die Songs komplett inspirationslos im genreleeren Raum hängen. Mit „Investment 7“ oder „Erzähl Deinen Mädels Ich Bin Wieder In Der Stadt“ findet man nämlich auch Nummern wieder, die man abgesehen von den Filter und Autotune-Effekten als klassische Bilderbuch-Nummern bezeichnen könnte. Aber was ist bei den Jungs schon „classic“. Vielmehr sind sie classy und cool. Word!

Songs wie diese sind ein Schlag in die Fresse für jeden starren Musiknerd, der es nicht wagt über den Tellerrand zu schauen.

„Für dich ist alles gratis“, heißt es im Closer „sneakers4free“. Die Bois von Bilderbuch geben nämlich mit MAGIC LIFE nicht bloß, kostenlosen Unterricht in Sachen Offenheit, sondern beweisen auch, dass man als ehemalige Indie-Band durchaus Street Credibility haben kann. Erst kürzlich tauchte im Netz ein Snapshot von Maurice Ernst mit dem österreichischen godfather of popular akwardness Yung Hurn auf. Das freigeistige Denken, das Genres zu einer reinen Schreiberei der Musikjournalisten macht, ist die größte neugewonnene Stärke einer Band, die vor Lässigkeit nur so strotzt. MAGIC LIFE sind 40 Minuten pures Selbstbewusstsein. Bilderbuch lassen viele Fragen offen, sodass man sich als Hörer einfach keine Fragen mehr stellt. Deswegen lehnt man sich zurück, gönnt sich ’nen feschen Drink und reist mit MAGIC LIFE back to Future.

Beste Songs: Bungalow, Sweetlove, Baba

VÖ: 17.02.2017 // MASCHIN/Universal

Magic Island nimmt uns mit „Like Water“ mit auf ihre geheimnisvolle Insel und teasert das Album an

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Das Debütalbum der jungen Musikerin Magic Island erscheint am 24. Februar. Bis dahin verzaubert sie und mit ihrer aktuellen Single „Like Water“.

Knapp 200.000 Klicks hat die Single „Like Water“ seit dem Release vor einigen Tagen bereits zu verbuchen. Kein Wunder, so zieht der Sound den Hörer gleich in einen Bann. Die Bassdrum klingt wie ein Wasserfall in slow-motion und so plätschert der Song so auf einen hinab und man weiß nicht so richtig wie einem geschieht. Die Musik von Magic Island klingt vertraut und doch fremd und mysteriös. Mit dem Erfolgsrezept konnte sie bereits bei ihren vorherigen Singles „Rundry“ und „Little Love“ überzeugen.

Die Single wurde wie das bevorstehende Album in Magic Islands Homestudio in Neukölln aufgenommen und abgemischt von Dawid Szczesny (Normal Echo) und Lucas Chantre (Fenster). Nach dem Release am 24.02 spielt sie ein paar Shows in Paris, Amsterdam und Warschau bis in die USA zum legendären SXSW geht. Dieses Festival in Austin, Texas hat bereits vielen, heutigen Größen zum Durchbruch verholfen und so schnuppern wir auch bei Magic Island bereits ein wenig Fame.

 

 

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Yung Hurn besingt in seinem Liebeslied Diamanten und lässt seine Kritiker verstummen

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Yung Hurn zeigt mit seiner Love Hotel Band, dass er es noch immer drauf hat gängige Hits zu schreiben. „Diamant“ schwirrt seit gestern im Netz herum.

Die Auszeit in Tokio hat Yung Hurn richtig gut getan. Wie der Zusammenhang zwischen den 80ern und Japan bei Yung Hurn zustande gekommen ist, ist uns dennoch ein Rätsel. Vokuhila, dicke Rollkragenpullis, Pornobrillen (inklusive passendem Schnauzer) und Sauna-Club-Feeling prägen den neuen Song des Wiener Bois. Vielleicht platzte die Begeisterung für das vergangene Jahrzehnt bereits vor einigen Wochen bei seinem ausverkauften Gig auf der Falco-Woche „Junge Römer“ in Wien aus ihm heraus, wo er im Club WUK seine größten Hits spielte.

Mit „Diamant“ gibt uns Yung Hurn mit seiner Love Hotel Band nun eine erste Kostprobe seiner am 14. März erscheinenden EP „Love Hotel“, die wohl im gleichen Stil daherkommen wird. Die typisch verzerrten Gitarrenklänge und das Auto-Tune lassen wohl nicht nur die Freunde von Der Ringer Luftsprünge machen, sondern gefallen auch dem aktuellen Zeitgeist. Für den Clip holt sich Yung Hurn außerdem mit dem Schauspieler Lars Eidinger prominente Gesellschaft mit auf seine persönliche Zeitreise.  Produziert wurde der Track von DJ Stickle.

sir Was veröffentlicht neue Single „Revoke“ und kündigt Tourdaten an

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Niemand schafft es zurzeit Folk, Indie, Jazz und Elektro so mühelos zusammen zu werfen wie der Schwede sir Was. Kurz vor Release seines Debütalbums im Frühjahr gibt es neben einem weiteren Vorgeschmack auf die Platte auch erste Tourdaten für Deutschland.

Der Schwede Joel Wästberg aka sir Was ist ein musikalisches Genie, der nicht nur alle Instrumente für sein Debüt selbst eingespielt hat, sondern schafft es der Art-Pop-Liedermacher sich stets jeglicher Genrezuordnung zu entziehen und kennt obendrein auch keine musikalischen Grenzen.

Bestes Beispiel dafür ist die aktuelle Single „Revoke“, eine verträumte Indie-Pop-Nummer gemischt mit HipHop, Elektro, Funk und Soul. Zusammen mit dem Regisseur und Künstler Frederik Egerstrand von der Filmproduktion Egerstrand&Blund verpassten die beidem dem Song ein Video, dass den Alltag in all seinen Facetten zeigt. Denn „Revoke“ handelt von dem Wunsch, Dinge in seinem Leben rückgängig machen zu können, Fehler zu beheben und Falsche Entscheidungen zu annullieren, um so einen anderen Weg einschlagen zu können.

Neben all der Melancholie beherbergen die Songs des schwedischen Multiinstrumentalisten jedoch auch viel Hoffnung. Enthalten ist der Track auf dem Debütalbum „Digging A Tunnel“, das am 10. März via City Slang erscheint. Passend zum Debüt geht sir Was anschließend auf Europatour, dabei macht er im April auch Halt in Hamburg und Berlin. Tickets für die Shows gibt es ab sofort an allen bekannten VVK-Stellen und bei Eventim.

sir WAS live:

08.04. – Hamburg, Clubheim im Schanzenpark
09.04. – Berlin, Berghain Kantine