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Vom Dichten und Performen – Tamino im Interview

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In seine Debütsingle „Habibi“ hat der 21-jährige Musiker Tamino derart viel Schmerz und Gefühl hineingelegt, dass ihm die Musikwelt gleich zu Füßen liegt. Wir haben mit dem Musiker auf dem Maifeld Derby über die Einflüsse seiner Herkunft in seiner Musik gesprochen aber auch über Inspirationsquellen und über die Kunst der Literatur.

Tamino heißt mit bürgerlichem Namen Tamino-Amir Moharam Fouad und kommt aus der flämischen Stadt Antwerpen. Der Musiker mit libanesischen und ägyptischen Wurzeln hat sich das Musizieren zu einem Großteil selbst beigebracht – als Ventil der Sprache eines Jugendlichen. Mittlerweile ist die Musik des erst 21-Jährigen gereift und so spielt er mit den Einflüssen der arabischen Pop- und Musikkultur. Seine Debütsingle „Habibi“, was auf Deutsch so viel wie „Meine Liebe“ bedeutet, zeigt die Einflüsse von Nick Cave oder Leonard Cohen.

Wir haben den stilsicheren und für sein Alter schon fast unverschämt reifen Musiker auf dem Maifeld Derby getroffen. Dort hat er auf dem beliebten Parcours d’Amour gespielt. Eine Stage, die an eine Tribüne eines Reitstadions grenzt und die Musiker daher oftmals vor eine große Herausforderung stellt. Damit nicht genug, denn Taminos Gig war zeitgleich mit The Kills und dem Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM.

Du hast grade deinen Auftritt auf dem Maifeld beendet. Wie hat dir die Show gefallen? Du hattest es als vermeintlicher Newcomer mit The Kills und dem Deutschlandspiel starke Konkurrenz.

Ja, das war wirklich nicht so leicht. Die Bühne hat auch ein komisches Set-up. Es ist ein komisches Gefühl, dass die Leute deine Beine sehen können.

Auf einer normalen Stage kann man ja auch nicht sehen, wenn Leute gehen, am Parcour d’Amour aber schon. War es komisch die Leute gehen zu sehen?

Ja, absolut, sehr komisch! Ich habe die ganze Zeit meine Augen geschlossen, weil einem natürlich die Leute die gehen viel mehr auffallen, als die die voll dabei sind. Ja, das war schwer, aber ich war trotzdem total begeistert von der Reaktion des Publikums.

Du hast Standing Ovations bekommen!

Ja, die Leute waren super. Es war toll das zu fühlen.

Deine Stimme ist extrem emotional und vielschichtig, ich habe gelesen, dass das auch mit deinem Background zu tun hat? Ist es auch ein Art den arabischen Teil deiner Herkunft auszudrücken zu wollen?

Ich versuche es nicht aktiv. Aber wenn man sich arabische Musik anguckt und sie analysiert, wie zum Beispiel eine Ikone wie Oum Kalthoum, dann reißt sie einem das Herz heraus. Also wirklich alles. Und ich denke nicht, dass das im Moment außerhalb der arabischen Welt viel gemacht wird. Vielleicht ist das eine Erklärung wo der Einfluss herkommt.

Der Booker des Maifeld Derbys hat dich kürzlich mit dem Musiker Hozier verglichen. Wie du, hat auch er vor einigen Jahren auf der Parcours d’Amour-Bühne gespielt. Ein paar Monate später lief sein Song „Take Me To Church“ überall…

Oh, ich mag ihn! Er ist ein sehr sehr guter Sänger. Vor allem sein Hit-Song ist richtig gut. Ich kann den immer hören.

Du spielst ja manche Songs mit deiner Band und manche alleine. Wie ist es im Studio, machst du da alles alleine?

Ich spiele fast alles selbst, aber mein Drummer spielt Schlagzeug. Es gibt bei uns aber auch Drums, die auf dem Computer programmiert sind. Wir haben einen Bassisten, aber ich spiele auch einige der Basslines selbst. Meistens bin ich also tatsächlich alleine mit meinem Produzenten im Studio. 

Einer deiner meistgeklicktesten Songs auf Youtube ist ein Cover von „I bet that you look good on the dance floor“ von den Acrtic Monkeys. Stört es dich, dass ein Cover so viele Clicks hat und nicht einer deiner eigenen Songs?

Ich habe nicht wirklich viele meiner Songs auf Youtube. Und das Cover ist schon eine Weile online, meine neuen Sachen noch nicht so lange. Und es machst mir auch nichts auch.

Hast du mal in die neue Platte der Arctic Monkeys reingehört? Wenn ja, was ist dein Eindruck? 

Ja und ich mag es teilweise. Aber vielleicht muss ich mich einfach noch daran gewöhnen. Aber ich bin ein großer Fan der Texte, ich war schon immer ein großer Fan ihrer Lyrics!

Ich finde nur auf die Lyrics bezogen, ist es ihr bestes Album.

Ich muss glaube ich nochmal richtig reinhören, aber Alex Turner überrascht mich immer wieder. Er hat das gleiche Talent wie Bob Dylan. Bob Dylan war 21, als er einige seiner besten Songs geschrieben hat und ich glaube er hat gar nicht so viel darüber nachgedacht. Es ist einfach ein Talent.

Du hast einen langen Weg hinter dir, was deine Musik angeht. Angefangen hast du ja mit einer Punk Band…

Ja, das stimmt. Ich habe angefangen Songs zu schreiben, als ich 14 war. Mein erster Song war ein schlechtes Liebeslied für ein Mädchen. Typisch (lacht). Damals mochte ich das wirklich.

Wie kam es zu der Veränderung von Punk zu dem was zu jetzt machst?

Stück für Stück. Mit 14 drehten sich meine täglichen Emotionen vor allem um Wut und Ungerechtigkeit. So „Scheiß auf die Welt“. Man hasst alles, wenn man 14 ist. Da versteht man, dass die Welt nicht fair ist. Und als jemand, der Musik macht, war es für mich klar, dass sich diese Gefühle in lauten Gitarren und Zerstörung und so Zeug äußern. Als ich älter wurde habe ich angefangen die Welt etwas differenzierter zu sehen, mit einer neuen Brille. Also hat sich auch meine Musik verändert. Aber das war nie eine Entscheidung, sondern ein natürlicher Prozess.

Woher nimmst du heute deine Inspiration?

Hauptsächlich aus Büchern. Ich liebe es zu lesen. Nachdem man ein Buch oder auch nur eine Seite gelesen hat, bleibt etwas hängen, also ist es wirklich eine tolle Inspirationsquelle.

Ibeyi haben erzählt, dass Damon Albarn von Blur mal gesagt habe, dass man sich in einen Raum voller Bücher einschließen soll, wenn man Inspiration für Musik sucht. Nicht mit anderer Musik. Ist das nicht ein interessanter Aspekt, dass ein Musiker mit derart vielen, musikalischen Projekten sich seine Inspiration in der Literatur holt?

Interessant! Ich finde das super logisch. Ich meine, sicher hört er auch sehr viel Musik. Wenn man sich zum Beispiel sein afrikanisches Projekt ansieht, wird klar, dass er sehr viel afrikanische Musik gehört haben muss und dort war und natürlich ist das auch super inspirierend. Aber ich finde was er sagt macht Sinn, denn Literatur hängt viel mehr mit dem Geist zusammen und die Weisheit in einem Buch entsteht durch Jahre langes Denken. Der Schriftsteller schreibt es dann in einem Buch auf und alles wird nochmal perfektioniert und das ist verrückt. Das hat man manchmal auch mit Musik, wenn man sich Leonard Cohen anhört zum Beispiel.

Stört es dich, dass du Musik machst, während Bücher so viel mehr Weisheit transportieren?

Nein, ich mag Musik im Moment sehr. In Musik kommen so viele Dinge zusammen, die ich mag. Theater… Ich habe mit Theater angefangen, also liebe ich es auf der Bühne zu stehen. Ich liebe es zu performen. Ich denke auch nicht, dass ich ganz ungeschauspielert bin, wenn ich auftrete. Musik ist schauspielern und singen und man macht etwas, das mehr als nur Songs ist. Es sind so viele Dinge in einem Song. Du hast die Melodie, den Rhythmus, den Text, der mir besonders wichtig ist. Lyrics können auch eine gewisse Weisheit transportieren. Bücher geben einem den vollen ‚Mindkick‘, in einem Song kriegt man vielleicht nur ein Kapitel. Ich mag es wirklich. Vielleicht schreibe ich irgendwann mal ein Buch. Ich bin nicht sicher, ob ich talentiert genug bin, aber vielleicht, wenn ich weiser geworden bin, schreibe ich mal ein Buch.

Man kann ja Songs auch wie Gedichte betrachten. Also auch eine Form der Literatur…

Ich sehe in Songs keine Gedichte. Vielleicht kann man manche Songs einfach lesen und die Aussage bleibt, vor allem bei Songs von Leonard Cohen. Aber die meisten Songs sind keine Gedichte. Sogar Bob Dylan Songs nicht. Die meisten Songs will ich nicht nur lesen. Es ist anders als einfach ein Buch mit Gedichten zu öffnen. Und ich liebe es Gedichte zu lesen. Aber zum Beispiel das Talent von Kendrick Lamar zeigt sich in der Kombination aus den Lyrics mit dem Flow und dem Rhythmus. Er zeigt sein Talent im Song. Wenn ich den Songs nicht kennen würde, könnte ich den Text lesen und denken „ja das sind ein paar gute Reime“, aber man braucht die Musik damit es richtig funktioniert. Man braucht den Flow, die Performance. Ein Gedicht braucht das nicht. Es gibt auch Ausnahmen, wie Leonard Cohen. Seine Gedichte sind so gut, die hätten Songs sein können. Das Reimschema ist so gut, die hätten Songs werden können.

Du bist aus Antwerpen, richtig? Wie ist es so dort Musik zu machen? Es ist immer wieder bemerkenswert wie viele gute Musiker aus so einem kleinen Land wie Belgien kommen.

Oh ja, Antwerpen ist eine sehr gute Stadt zum Leben und es gibt viele gute Musiker, das sagen meine Freunde von Außerhalb auch immer. Ich glaube es ist egal, wie klein ein Land ist, wichtig ist seine Geschichte und ich finde Belgien hat eine Vergangenheit in der viele Künstler einfach gemacht haben, worauf sie Bock hatten. Außerdem ist der Surrealismus etwas, das in der Geschichte der belgischen Kunst immer wieder aufgetaucht ist. Ich denke, das beeinflusst die Musik die in Belgien gemacht wird.

Ich mag es, dass belgische Musik oft so DIY klingt.

Ja auf jeden Fall! Ich denke es geht vor allem um die Songs. Wenn der Song gut ist, ist der Rest auch gut.

Die letzte Frage, ist eine klassische Abschlussfrage: Hast du Pläne für die Zukunft?

Ja, in der nahen Zukunft ist mein Leben für die nächsten paar Jahre verplant. Teil des Plans ist es einfach mal alles laufen zu lassen. Aber mein Album kommt auch Ende des Sommers raus. Normalerweise macht man die typischen Sachen mit einem Album, aber es kann immer sein, dass etwas Außergewöhnliches passiert und man außergewöhnliche Sachen machen kann, man weiß nie. Wir werden sehen. Ich habe letztes Jahr ein paar besondere Sachen gemacht auf die ich auch ein bisschen stolz bin. 

Das noch titellose Album von Tamino soll im Spätsommer erscheinen. Bis es soweit ist, kann man ihn beispielsweise beim Haldern Pop oder auf dem Reeperbahn Festival live erleben.

„Habibi“ von Tamino:

Slaves suchen im Video zu „Chokehold“ einen neuen Drummer

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Still aus "Slaves Chokehold"

Nach einer gefakten Trennung auf Social Media veröffentlichen Slaves ein neues Video zu ihrer Single „Chokehold“ und suchen einen neuen Drummer. 

Vor etwa drei Jahren konnte das britische Duo Slaves mit ihrer Single „Cheer Up London“ so etwas wie Hype kreieren, dabei war das Konzept denkbar einfach. Man setzte zwei sehr wütende, weiße Männer auf eine Bühne und lässt sie darüber sinnieren, dass London in seiner ganzen Gentrifizierung doch eigentlich ganz passabel ist. Drei Jahre später haben sich Royal Blood als feste Instanz der britischen Zwei-Mann-Bands installiert und Slaves suchen mit ihrer anstehenden Platte „Acts of Fear and Love“ nach ihrem Platz im Ring. 

Ein möglicher Ausweg könnte die humoristische Gestaltung der Musik und vor allem der Musikvideos sein. Ihren typischem NME-Humor haben Isaac Holman, Laurie Vincent immer mal wieder in Songs aufblitzen lassen. Im Zuge ihrer neuesten Single „Chokehold“ haben die beiden Musiker versucht ihre Trennung auf Social Media zu inszenieren. Dabei wurde auf die Single „Cut And Run“ zurückgeblickt in denen weiße Männerbeine in kurzen 80s Hosen zu sehen sind. Das Video ist eine Art Britpop-Call On Me, in dem sich der Drummer Isaac Holman vermeintlich besser schlägt als sein Kollege Laurie Vincent. Daraufhin schmeißt Vincent ihn aus der Band und sucht in „Chokehold“ nach einem neuen Sänger. 

Für das Casting bewerben sich einige Indie-Hochkaräter, die tatsächlich im Video auftauchen: Ben Thatcher (Royal Blood), Joel Amey (Wolf Alice), Dom Boyce (Peace), Sam Doyle (The Maccabees), Amber Grimbergen (HINDS) und sogar die Britpop-Legende Dave Rowntree von Blur. Daneben sind außerdem noch ein Phil Collins liebender Gorilla aus einer britischen TV-Werbung zu sehen und zwei Imitatoren von Joey Jordison (Slipknot) und Peter Criss (Kiss). Doch irgendwie will niemand so recht in das Bandschema passen, bis dann gegen Ende der Audition doch unverhofft Isaac Holman auftaucht und seinem Mate aus der Patsche hilft. Wahre Männerfreundschaft halt. „Acts of Fear and Love“ erscheint am 17. August und ist das dritte Studioalbum von Slaves. 

Das Video zu „Chokehold“ von Slaves gibt es hier: 

 

Jungle veröffentlichen das Video zu ihrem Sommerhit „Heavy, California“

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Still aus "Jungle - Heavy, California"

Jungle haben den mit „Heavy, California“ den Sommer jetzt endgültig für dich beansprucht. Der Song wird auf ihrem neuen Album „For Ever“ erscheinen. 

Mit „Heavy, California“ und den ergänzenden Tanzmoves haben Jungle das Rennen um den coolsten Sommerhit deutlich für sich entschieden. Es ist der mittlerweile vierte Song, den die Briten nach ihrer langer Pause veröffentlicht haben. 2014 erschien das Debüt und man könnte fast den Eindruck erwecken, dass die Band auch ein wenig versucht ihre Schuldgefühle wegen der langen Wartezeit zu dämmen. Jungle veröffentlichen nämlich fleißig im Doppelpack neue Songs und so gibt es neben „Heavy, California“ gleich auch noch „Cherry“ als Kirsche für die Fans obendrauf. 

Nun gibt es endlich Gewissheit – das neue Album „For Ever“ von Jungle erscheint am 14. September auf XL Recordings.

Vor einigen Wochen haben sie ihr Comeback mit „Happy Man“ und „House in LA“ eingeleitet. Da es die Band aber liebt seine Fans im Dunkeln tappen zu lassen, gab es auch hier keinerlei Informationen dazu, ob die Songs Teil eines neuen Longplayers sein werden. Nun gibt es endlich Gewissheit – das neue Album „For Ever“ von Jungle erscheint am 14. September auf XL Recordings. Stilistisch wurde der vielseitige Sound des Duos aus London kaum verändert. Die funkigen Neo-Soul-Elemente stehen nach wie vor im Vordergrund. An einigen kleinen Stellen kann man erkennen, dass der Sound einfach nur eine Auffrischung für das Jahr 2018 erhalten hat. 

„Heavy, California“ ist der vielleicht gängigste Song, der bis dato releasten Songs. Euphorisch und zugleich sehnsüchtig wird Kalifornien und die damit verbundenen Erinnerungen besungen. Das dazugehörige Video zeigt junge Tänzer auf einer grünen Wiese. Es wird sich minimalistisch in den Sonnenuntergang gesungen. Den Machern des Clips Josh Lloyd-Watson & Charlie Di Placido gelingt es mit viel Minimalismus und der Hilfe eines Sonnenuntergangs eine very kalifornische Stimmung beim Betrachter auszulösen. Die Vorfreude auf „For Ever“ wurde von „Heavy, California“ auf jeden all nicht getrübt – im Gegenteil. 

IDER versprühen mit ihrer neuen Single positive Vibes

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IDER /© Lottie Turner

Mit „You’ve Got Your Whole Life Ahead Of You Baby“ präsentieren IDER einen weiteren Vorgeschmack auf ihr Debüt im kommenden Jahr.

Ständig das Gefühl zu haben sein Leben in den Sand zu setzen, geschweige denn einen Plan davon zu haben, wohin man möchte. Und dann diese ganzen Irrungen und Verwirrungen in der emotionalen Gefühlslage – willkommen in den Mittzwanzingern. Genau über diesen Zustand haben IDER einen Song geschrieben. Über den Wunsch mit der rückblickenden Einsicht in Situationen richtig zu handeln und dabei weniger ängstlich und unsicher durch die Zeit der twenty-something zu schreiten.

Doch gibt es mit „You’ve Got Your Whole Life Ahead Of You Baby“ auch endlich wieder einen neuen Song des Londoner-Duos. Entstanden ist der Track durch Gespräche zwischen Megan Markwick und Lily Somerville sowie durch geteilte Gefühle innerhalb der Clique. Seit das energetische Pop-Duo aus London im vergangen Jahr den Track „Body Love“ gedroppt hat, gab es keine neuen Veröffentlichungen mehr des Zweigespanns. Produziert wurde die Nummer, wie schon zuvor die Debüt-EP von IDER im eigenen Schlafzimmer zuhause in London. Die emotionsgeladenen Pop-Songs des Duos entfalten sich erst in intimen Settings so richtig.

Harmonischer Zweigesang und groovige Beats

Musikalisch klingt die Nummer vor allem lässig. Zu dem schmeidigen und groovigen Beat des Indie-Pop-Tracks reiht sich der harmonische Zweigesang des Duos perfekt mit ein und versprüht nur so die positiven Vibes des Songs: „Don’t worry, don’t stress, do your best“.

Im Moment sind IDER sehr beschäftigt. Nicht nur arbeiten Megan und Lily derzeit an ihrem Debütalbum, das voraussichtlich Anfang nächsten Jahres erscheinen soll, sondern sind IDER aktuell auch auf diversen Festivals in ganz Europa unterwegs. Hierzulande ist das Duo am 30. August auf dem c/o pop Festival in Köln zu sehen.

King Princess präsentiert sich im Clip zu „Holy“ wie eine Göttin

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King Princess in "Holy"

Mit „Holy“ veröffentlicht die Singer-Songwriterin King Princess einen weiteren Song aus ihrer aktuellen EP und verpasst der sinnlichen Soul-Pop-Nummer ein sommerliches Gewand.

Während unsereins bei den derzeitigen Temperaturen jede freie Minute im kühlen nass verbringen könnte, liefert King Princess zu ihrer nächste Single das passende Sommervideo. Sinnlich besingt Mikeala Straus alias King Princess ihr Liebeslied „Holy“ während sie durch kristallklares Wasser gleitet oder sich auf einem weiten Feld in der Sonne liegend entspannt.

Spiritueller Soul-Pop

In dem Clip zu „Holy“ sieht man die Sängerin aus Brooklyn stets in bunte Farben gehüllt, immer mit einer gewissen Spiritualität angeheftet, die King Princess geradezu göttlich erscheinen lässt. So sieht man die Singer-Songwriterin in einer Variation verschiedener göttlicher Posen in dem Video, während sie ihrem imaginären Lover Zeilen wie „Honey, on your knees when you look at me“ durch die Kamera zusingt. Ist Gott vielleicht doch weiblich?

„Holy“ ist die aktuelle Veröffentlichung der EP „Make My Bed“ und nach der Debüt-Single „1950“ die nächste beeindruckende Nummer von King Princess. Mit ihren souligen Pop-Nummern und den authentischen Songzeilen wird Mikeala Straus in der Queer-Szene schon seit längerem gehyped. Doch auch in der Musikszene hat sie neben Produzent Mark Ronson, Rommy Medley Croft von The XX und Charli XCX schon jetzt eine lange Liste an Bewunderern.

Eine Homage an die 90er: Bloodhype zeigen ihren Clip zu „Romeos“

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Bloodhype / Press Pic

Mit ihrer EP „Wolves“ haben Bloodhype Anfang des Jahres die Bühne der Indie-Rock-Szene betreten – jetzt legen sie mit dem unheilvollen cineastischen Clip zu „Romeos“ nach.

Verzerrte Synthesizer, Grunge-Einflüsse und schrammelige Gitarren prägen den Sound von Bloodhype und machen den klassischen Indie-Rock der Band edgy. Dazu die subtilen Melodien und eine Prise Nostalgie und man fühlt sich zurück in die 90er Jahre versetzt.

Düsterer Track, unheilvolles Video

Nicht nur der Sound der Band ist geprägt von den 90ern, sondern auch der aktuelle Clip zu „Romeos“. Für das Video zur Single „Romeos“ flog die Band in die USA, wo sie in New Jersey mit einem Filmteam einen wirklich sehenswerten Clip gedreht haben. Der düster-hymnische Track wird von den Bildern perfekt in Szene gesetzt und nicht nur einmal erinnert die Kombination aus beidem sehr an die Ästhetik mancher Netflix-Produktion.

Im Herbst geht es für das Berliner Indie-Kollektiv auf Tour. Bisher sind drei Daten angekündigt. In München und Hamburg sind Bloodhype als Support von I Heart Sharks zu sehen und in Saarbrücken eröffnen die Berliner für Blackout Problems. Bei den Shows stellen Bloodhype dann unter Beweis wie gut ihre Songs live zünden.

Bloodhype live

07.09.18 München, Strom
08.09.18 Hamburg, Uebel & Gefaehrlich
05.11.18 Saarbrücken, Garage

Die besten Stills aus dem Video zu „Tranquility Base Hotel & Casino“ von den Arctic Monkeys

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Still aus "Arctic Monkeys - Tranquility Base Hotel & Casino"

Mit dem Video zu „Four Out Of Five“ haben die Arctic Monkeys bereits gezeigt, dass sie großer Fan von Stanley Kubrick zu sein scheinen. Mit „Tranquility Base Hotel & Casino“ führen sie die Geschichte der ersten Single fort. 

Gleich die erste Aufnahme zeigt Alex Turner in seiner Rolle als mächtiger Mann. Wie in alten Herrschaftsbildern steht er in einem John Travolta-esquen Anzug vor der Glasfassade seines Tranquility Base Hotels. 

Der Vorhang geht auf und als Betrachter blickt man auf den Ausblick, den man vom Peppermill Resort in Reno, Nevada hat. Dort wurde nämlich ein großer Teil von „Tranquility Hotel Base & Casino“ gedreht. 

Im Song „Star Treatment“ singt Alex Turner erstmals über The Martini Police. „who you gonna call, The Martini Police?“fragt er selbstbewusst. Jetzt wissen wir, dass es die Hausband des Tranquility Base Hotels ist. Wir hoffen, dass die Band mit mehr als nur ein paar Martinis gezahlt wird, denn das Pensum, dass sie ablegen müssen ist enorm. Zwei mal am Tag und das vier Tage die Woche. 

Ein Lageplan des Geländes, falls man sich mal verlaufen sollte. 

Mehr Stanley Kubrick und „A Space Odyssey“ geht wohl kaum. Alex Turner und die Arctic Monkeys machen auch keinen Hehl daraus, dass der Regisseur durchaus als Inspiration für ihr aktuelles Album gedient hat. Die Platte steckt voll mit Referenzen und Metaphern aus Science Fiction. 

 

Eine Szene mit so viel Meme-Potenzial. Der letzte Musiker, dem derartiges gelungen ist, ist Drake in „Hotline Bling“. „Mark speaking!“

Welcher Mensch stellt sich einen lebensgroßen Elefantenkopf in seine Hotelsuite? Man könnte es Dekadenz nennen, oder halt einfach schlechten Geschmack. 

„Kiss me underneath the moon’s side boob“

Und da ist es passiert. Die Welt sieht einen oberkörperfreien Alex Turner. Für manche Fans wird das Leben nie wieder so sein wie zuvor. 

In dieser Szene versteckt sich ein weiterer Hinweis auf einen Song aus dem sechsten Studioalbum der Arctic Monkeys. Dem „Batphone“ wird nämlich ein kompletter Track gewidmet. Vielleicht wird diesem technische Detail bei einem zukünftigen Video noch eine wichtige Rolle zugeteilt. 

Wie bereits in „Four Out Of Five“ gibt es auch im aktuellen Video wieder einen Cut in dem Alex Turner beim Filmen von Pferden gezeigt wird. Diesmal befindet er sich aber nicht im Vorgarten des Castle Howard, sondern in der Wüste von Nevada. Bis auf die ästhetische Anlehnung an Stanley Kubrick, lässt nicht bis jetzt noch kein Sinn dahinter erkennen. 

Auch hier erinnert der Raum stark an die Farbgestaltung und die Stimmung, die Kubrick in seinen Filmen dargestellt hat. 

Die Pferde wurden geupgradet und so cruist Alex Turner mit einem Roller über die Highways. Sein BFF Miles Kane, der lange Zeit die britische Mod-Szene verehrte, wäre stolz auf ihn. 

Hier die Review zu „Tranquility Base Hotel & Casino“ von den Arctic Monkeys

Alle Stills sind aus dem Video zu „Tranquility Base Hotel & Casino“. 

 

 

 

 

The Postie präsentiert: Phoria kommen im November nach Deutschland

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Phoria / ©Thom Undrell

Phoria kommen im November für vier Konzerte nach Deutschland und präsentieren dabei auch endlich neues Material.

Zwei Jahre ist es her seit die Orchestralen-Indie-Rocker von Phoria ihr Debüt „Volition“ veröffentlichten. Dabei gibt es die Band schon seit 2010. Ganze zwei Jahre später gibt es jetzt mit „When Everything Was Mine“ und „RROTOR“ auch endlich wieder neue Songs der Band aus Brighton zu hören. Dabei entführen Phoria gewohnt wieder in ihre traumhaften Klangkulissen voller akkustischer und elektronischer Spannungsfelder, die nur so aufeinander zu prallen scheinen.

Neben dem überwältigen Sound überzeugen Phoria auch durch Sänger  und Klangmeister Trewin Howards Kopfstimme, die geradezu unter die Haut geht. Allgemein lassen es die Jungs aus Brighton eher ruhiger angehen – musikalisch soll es jedoch perfekt sein. Und weil gut Ding Weile braucht lassen sich die Briten seit ihrer Gründung schon immer viel Zeit mit ihren elegant-filigranen und gar zerbrechlichen Melodien. Für Anfang des kommenden Jahres ist aber endlich ein neues Album geplant und bis dahin vertröstet die kürzlich veröffentlichte EP die Fans mit den neuen Songs.

Nachdem die Band schon eine handvoll Konzerte hierzulande gegeben hat, geht es für das Quintett im November erneut auf Deutschlandtour. Bei vier Konzerten präsentieren Phoria nicht nur altbekannte atmosphärische Indie-Balladen, sondern auch neues Material ihrer EP „When Everything Was Mine/Rrotor“. Unser Tipp: Schnell sein! Die Tickets für die letzten Shows der Band waren meist schnell vergriffen.

The Postie präsentiert Phoria auf Tour:

07.11.2018 Dortmund, FZW
08.11.2018 Berlin, Urban Spree
09.11.2018 München, Heppel & Ettlich
10.11.2018 tbc

 

Riffs für heiße Tage

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Über den Sommer gibt es geteilte Meinungen: Lieblingsjahreszeit oder unzumutbare Temperaturen? Hier spalten sich die Gemüter. Gurr haben im Mai mit „Hot Summer“ sogar eine waschechte Anti-Sommerhymne  veröffentlicht. Wir finden, das alljährliche musikalische Sommerloch und die drückende Hitze bieten eine gute Möglichkeit, einige unserer Favoriten vorzustellen.

Ead Wood & The Heights – Ignored

Mit „Ignored“ feiert die erste Single der kommenden EP von Ed Sole alias Ead Wood ihre Veröffentlichung. In alter DIY-Manier wurden die Songs für „Beige Dreams“ von der Band selbst aufgenommen, abgemischt und produziert. Mit ihrem psychedelischen Sound sorgt das Gespann aus Bristol für ein Surf Rock Revival, das teils an Künstler wie Real Estate oder The Stone Roses erinnert. „Ignored“ handelt von den Konsequenzen verblassender Beziehungen und missglückter Kommunikation.

 

Shame – One Rizla

Für ihr Debüt „Songs Of Praise“ wurden Shame zu guter Recht von der Musikpresse als Hoffnungsträger des britischen Punks gefeiert. Gezeichnet von den politischen Entwicklungen in Großbritannien, nimmt das Gespann um Charlie Steen kein Blatt vor den Mund: Soziale Missstände werden angeprangert, Konsumwütige und Hedonisten kritisiert. Wut und Aggression sind die ständigen Begleiter von Shame: Mal brodeln die Gefühle unter der Oberfläche, mal brechen sie aus. Mit „One Rizla“ erinnern die fünf Jungs aus London definitiv an die erfolgreichen Musikveröffentlichungen der Nullerjahre.

Free Cake For Every Creature – Around You

„Around You“ ist eine Indie-Pop-Hymne an den Rausch junger Liebe. Zu Akustikgitarre und tuckernden Drums singt Katie Bennett alias Free Cake For Every Creature über die anfängliche Euphorie, Liebesbekundungen auszutauschen und den ganzen Tag miteinander abzuhängen. „I just want to hang around you“, heißt es in der Vorabsingle des kommenden Albums „The Bluest Star“, das noch im August erscheinen soll.

Parquet Courts – Wide Awake

Dank Parquet Courts sind wir hellwach! Die Post-Punk-Band hat mit „Wide Awake!“ 2018 ihr tanzbarstes Album veröffentlicht. Die Euphorie, die im gleichnamigen Titelsong entfacht wird, steht stellvertretend für das ganze Album. Anders als die Musik verleihen die lyrischen Texte aus der Feder von Sänger Andrew Savage dem Groove der Platte hier und da einen bittersüßen Beigeschmack.

Our Girl – I Really Like It

Nach vierjähriger Bandgeschichte, Auftritten mit musikalischen Größen wie Pale Waves und ihrem Einstand bei SXSW veröffentlicht das Trio sein langersehntes Debüt „Stranger Today“. „It’s the sound of three friends totally at ease in their own space, discontent with being anywhere else; a vibrant document of what it’s like to be young, invigorated and amongst people who feel the same“, verraten Our Girl gegenüber der Presse. Mit „I Really Like It“ erscheint die erste Single der Platte: Verträumte Fuzz-Gitarren und intime Lyrics fusionieren zu einem ehrlichen Liebeslied.

We Were Promised Jetpacks – Hanging In

Vier Jahre und eine kreative Schaffenskrise später veröffentlichen We Were Promised Jetpacks nach „Unravelling“ erstmals neues Material. „Hanging In“ ist der Vorbote des vierten Albums, das im September diesen Jahres erscheinen soll. Auf „The More I Sleep The Less I Dream“ möchte die Band zu ihren Wurzeln zurückkehren. Mit dem düsteren und melancholischen „Hanging In“ erscheint eine Single in alter Jetpacks-Manier, die – ohne langweilig zu sein – an das Debüt von Darren Lackie, Adam Thompson, Michael Palmer und Sean Smith erinnert.

Rolling Blackouts Coastal Fever – Exclusive Grave

Rolling Blackouts Coastal Fever kredenzen uns Indie-Rock im Uptempo: Ausufernde Gitarrensolos, intelligente Texte und eingängige Melodien lassen das Tanzbein schwingen. Mit „Talking Straight“ schöpfen die Australier das Hit-Potenzial auf ihrem Debüt in Gänze aus – eine Ausnahme ist der Titel allerdings nicht. Mit „Hope Downs“ verwandelt sich der Strand im Handumdrehen zum Indie-Ballermann.

Mozes and the Firstborn – Hello

Immer wieder wird der durchgedrehte Diego Maradona als Enfant Terrible und Rockstar des Fußballs bezeichnet. Warum? Naja, es gab den ein oder anderen Vorfall mit einer gewissen weißen Substanz und auch sonst lebt der Argentinier nicht den healthy Lifestyle. Dennoch sind wir uns sicher, dass er in seinem Leben noch keinen Marathon rauchend bestritten hat. Melle von Mozes and the Firstborn schon. Der Frontmann der niederländischen Band hat im Zuge des Videodrehs zu ihrer neuen Single „Hello“ seine Lungen mit dem kalten Rauch von Zigaretten angereichert. Die 20 Kilometer durch Brüssel ist er tapfer zu Ende gelaufen. „Hello“ ist die dritte Single von Mozes and the Firstborn in diesem Jahr.