Die Kaninchenskulptur des Künstlers Jeff Koons hat bei einer Versteigerung den Rekord von David Hockney übertroffen.
91,1 Millionen Dollar (rund 81,2 Millionen Euro). Das ist der Betrag, der bei der Versteigerung vor einigen Tagenbeim Auktionshaus Christie’s über die Theke ging. Damit hat die 102cm große Skulptur einen bis dato noch nie erreichten Preis eines Kunstwerkes von einem noch lebenden Künstler übertroffen. Der bisherige Rekordhalter „Portrait of an Artist (Pool with two figures)“ von David Hockney wurde damit abgelöst. Der Käufer von „Rabbit“ ist nicht bekannt.
Der postmoderne Künstler Jeff Koons ist einer der kontroversesten Künstler unserer Zeit und lässt die Grenzen zwischen Kunst und Konsum verschmelzen. Die ungeheure Summe zeigt zudem die Ungleichheit, die in unserer Gesellschaft herrscht. Das Werkt besteht aus Stahl, einem Material das Koons selbst als „pure Sex“ bezeichnet. Der Hase oder das Kaninchen, wie man es nimmt, ist im typischen Stil des Künstlers gehalten. Die runden Formen sind schlicht aber verspielt gehalten und erinnern an die Ballonkunst auf Jahrmärkten oder wie man so von Clowns kennt.
Nach zwei EPs veröffentlichte das Duo The Day im Januar nun endlich ihr Debüt-Album „Midnight Parade“. Im Oktober wird die Tour dazu um einen zweiten Teil ergänzt.
The Day besteht aus Laura Loeters und Gregor Sonnenberg und während alle von den bevorstehenden Europawahlen sprechen, verwirklicht das Duo schon längst eine ganz besondere Form von gelebtem Europa. Wohingegen ihre erste Begegnung als Studenten an der Hogeschool voor de Kunsten im niederländischen Arnheim zu verorten ist, wohnt Sonnenberg aktuell in Hamburg und Loeters im niederländischen Utrecht. So verwirrend im EU-Kontext die Brexit-Debatte sein mag, ist London bezeichnenderweise der erste Stopp des zweiten Teils ihrer „Midnight Parade-Tour“. Damit geht große Freude einher, denn mit ihrem Gig dort begehen sie ihre erste UK-Show. Ein Zeichen der Band ist also eine Tendenz dafür, sich zu verbinden und Ländergrenzen verschwimmen zu lassen. Eine ähnliche Auflockerung von Grenzen vollziehen Loeters und Sonnenberg auch in Sachen musikalischem Genre.
Genau kann man ihre Art von Musik nämlich nicht unter eine Überschrift packen. Deutlich werden aber Hinwendungen zum Dream- und Synthiepop, der meist leichtfüßig und in jedem Fall intelligent daherkommt. Oppositionen wie der Bandname und der erste Albumtitel erweisen sich eher als eine tragbare Symbiose. Gar nicht mal so pathetisch ausgedrückt, beweisen The Day einen Blick auf die großen und kleinen Dinge des Lebens. Dazu gehören insofern nicht nur die sprichwörtlichen Sonnen-, sondern eben auch die Schattenseiten. Obwohl ein konkretes Genre auf die Musik von The Day nicht zutrifft, ist dafür aber umso mehr ein großer DIY-Charakter festzustellen. Bei dem Duo passiert viel in Eigenregie und Selbstbestimmtheit. Im Herbst kann man sich dann nochmal abseits der aktuell nahenden politischen Wahlverantwortung anschauen, wie eine europäische Utopie gelebt werden kann. Tickets für die Tour gibt es hier.
Grunge-Gitarren, femininer Gesang und Slacker-Attitüde: Pip Bloom verzaubern mit ihrem einzigartigem Charme und bringen ihn auch hierzulande auf die Bühne.
Ein Name, der klingt wie aus einem Astrid-Lindgren-Roman und ein Sound, der beweist, dass rauer Indie auch 2019 noch frisch klingen kann: Pip Blom streben gerade zu einem Sternchen am Slacker-Himmel auf. Die Songwriterin aus Amsterdam und gleichzeitige Namensgeberin der Band hat schillernden Pop schon längst hinter sich gelassen, denn als Kind träumte Pip Blom stets davon einmal beim Eurovision Songcontest antreten zu können.
Im Alter von 19 Jahren begann sie, an eigenen, gitarrenverliebten Songs zu arbeiten und hat sich spätestens seit der 2018 erschienenen EP „Paycheck“ völlig charakteristischen Saitensounds verschrieben. Ob hypnotische Melodien („Come Home“), tanzbare Ohrwürmer („Daddy Issues“) oder lässige Slacker-Attitüde („Pussycat“), von Pip Blom können wir wohl noch Einiges erwarten.
Im Herbst kommt das Gespann für mehrere Termine nach Deutschland und bringt seinen lässigen Grunge-Charakter auf die Bühne. Willkommener Bonus: So wird auch die Wartezeit auf das lang ersehnte Debütalbum versüßt.
Im Heidelberger Karlstorbahnhof steht der Mai fast schon traditionell im Zeichen der LSBTTIQ Community. Das Queer-Festival ist aktuell in seiner bereits 11. Edition und lädt wieder einige Hochkaräter ein.
Heidelberg ist in den letzten zehn Jahren zu einem der wichtigsten Orte der LSBTTIQ Community geworden. Dies mag beim Gedanken an die Beschaulichkeit der Stadt auf den ersten Blick weit hergeholt klingen und doch sind die 3000 Besucher jährlich sicherlich kein Zufall. Seit mittlerweile über zehn Jahren veranstalten Martin Müller und Dominic Hauser im Heidelberger Karlstorbahnhof das Queer-Festival und laden nicht nur passende Acts ein, sondern schaffen auch einen Ort der Toleranz und Liebe.
Ein Raum für Toleranz und Aufklärung
Seit der Initiierung des Festivals hat sich das Line-Up mehr als verdoppelt. Was mit zwei Konzerten, einer Lesung und einer Club-Show begann, ist längst zu einem Programm aus Konzerten, Partys, Lesungen, Perfomances und Kunst-Ausstellungen geworden. Zu keinem Zeitpunkt war des Festival ein in sich geschlossener Raum. Der Karlstorbahnhof reicht einer ganzen Region die Hand und lädt dazu ein am queeren Leben teilzuhaben und es besser kennen zu lernen.
Musik zeigt sich hier als Türöffner und daher haben die Veranstalter auch dieses Jahr wieder einige spannende Acts nach Heidelberg holen können. Am 14. Mai kommen Inner City für eins ihrer seltenen Deutschlandkonzerte in den Karlstorbahnhof. Kevin Saunderson hat zusammen mit Juan Atkins und Derrick May Mitte der 80er in Detroit die Musikrichtung entwickelt, die kurze Zeit später unter dem Namen Techno durch die Decke ging. Doch die Veranstalter kramen nicht nur in der Legendenkiste herum, sondern supporten auch junge, aufstrebende Acts. Ein Bespiel hierfür ist Tia Gostelow.
Legenden der Electro-Szene: Inner City
Die erst 19-jährige Musikerin ist in ihrer Heimat Australien längst einer der spannendsten Newcomer des Landes. Ihr Debütalbum „Thick Skin“ aus dem vergangenen Jahr wurde weltweit gut aufgenommen und schnell folgte ein Einladung zum SXSW Festival in Texas. Ihr Sound ist laid back, erzählt aber die Geschichten einer jungen Frau, die in Sachen Intimität kein Blatt vor den Mund nehmen möchte. Am 24. Mai folgt ein Doppelkonzert von Priests und Soccer Mommy. „Es liegt etwas unheimliches in der Verführung eines ganzen Bundesstaates,“ sagt Drummer Daniele Daniele von Priests und zeigt damit, dass die US-Band im aktuellen Klima längst Überzeugungsarbeit leisten muss. Freihe Gedanken sind keine Selbstverständlichkeit mehr in einem Land in dem der Präsident täglich diskriminierende Texte twittern darf.
Das zweite Konzert am 24. Mai kommt von Sophie Allison aka Soccer Mommy. Die junge US-amerikanische Sängerin kommt im Mai erstmals nach Deutschland um ihr hochgelobtes Debütalbum live zu performen. „Clean“ ist eins der besten Indie-Rock-Alben des Jahres und verspricht auch live zu einem einzigartigen Moment werden zu können. Neben den genannten Acts, treten zudem auch Caroline Rose und Jens Friebe im Rahmen des Queer-Festivals auf.
Mit der diesjährigen Ausgabe hat das Festival in diesem Jahr im Rahmen einer zweitägigen Konferenz Kulturschaffende aus ganz Europa, um gemeinsam über die gesellschaftliche Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt zu diskutieren lassen. Es demonstriert die Rolle und die Wichtigkeit, die das Festival für die LSBTTIQ Community in ganz Deutschland hat. Das Queer-Festival in Heidelberg ist mehr als nur ein Kulturfestival. Es ist ein Ort der Nächstenliebe, der Toleranz und auch der Aufklärung geworden und so lange Gegenwind von rechts kommt, ist es wichtig, dass es Veranstaltungen wie das Queer-Festival gibt.
Frack und Schnäuzer oder auch pastellfarbene Lider: Im Video zu „Die“ setzt sich Stella Donnelly hämisch mit der eigenen Sterblichkeit auseinander und schlüpft dabei in verschiedene Charaktere.
Stella Donnelly im Sarg, Stella Donnelly als Chauffeur im Leichenwagen oder Stella Donnelly erdolcht mit einem Messer in der Brust – in ihrem neusten Clip „Die“ zeigt sich die sonst so fröhliche australische Sängerin in schauerlichen Darstellungen. So sieht man die Australierin in der Uptempo-reichen 80’s-Dance-Hymne beispielsweise als Krankenschwester verkleidet im Video herumrennen, während sie kurze Zeit später in einem Sarg performt und dabei immer wieder „I don’t wanna die“ vor sich her singt. Selbst mit einem Messer in der Brust schafft es die Sängerin bezaubernd schön auszusehen und zugleich Stil zu zeigen. Dieser spiegelt sich vor allem aber in ihrer Chauffeur Szene mit Frack und Schnäuzer wider. Bei den vielen Outfit wechseln in nur drei Minuten könnte so mancher Gast auf der vergangenen Met-Gala blass vor Neid werden.
Nach der Debüt-EP „Trush Metal“ im Frühling 2018 und der zuletzt veröffentlichten Single „Tricks“, erschien mit „Beware Of The Dogs“ am 8. März das Debütalbum der australischen Sängerin. Und noch ein kleiner fun fact: Geschrieben hat Stella Donnelly den Song für sich zum Rennen. Wozu sonst könnte man auch besser wegrennen, als vor der Vortellung der eigenen Sterblichkeit?
Im Jahr 2017 veröffentlichte die Wahl-Hamburgerin ihre erste EP „No Emotions“. Das Debütalbum „Power Nap“ wird nun mit dem Vorboten „In My Head“ auch akustisch angekündigt.
Die Künstlerin Ilgen-Nur gilt als „Slackerqueen“. Dass sie den Begriff erstmal googlen musste, erzählte sie uns vor knapp einem Jahr im Interview. Wie sehr Gemütlichkeit aber auch mit Fleiß einhergehen kann, beweist sie nun mit der Veröffentlichung von „In My Head“. Der Song kündigt das lang erwartete Debütalbum namens „Power Nap“ an, das am 30. August erscheint. Nachdem die Musikerin bereits Shows für Tocotronic eröffnete und auch Teil des Drangsal-Kosmos ist, geht es schon vor der Veröffentlichung des Albums auf die erste eigene Tour. Das schon seit April und ab September gibt es dann nach einigen Festivals noch mehr Termine, die könnt ihr hier nachsehen. Der Song „In My Head“ kommt, wie von Ilgen-Nur gewohnt, ziemlich gemütlich daher. Gitarrensounds gepaart mit ihrer ruhigen und angenehmen Stimme und Einflüssen aus Pop.
Scheinbar bestätigt sie auch weiterhin die Charakteristika einer Slackerqueen. Der Song handelt vom Sonntag, den sie mit Kaffeetrinken verbringt, das Fehlen der Milch im Kühlschrank bemerkt und den Raum nicht verlässt, solange sich niemand meldet und die Tage dann lieber in Gedanken verbringt. Im Refrain heißt es: „I spend my days in my head“ und Glück findet sich in den Momenten, wenn man für sich alleine sein kann.Im Video zeigt sich die Musikerin, anders als im Track besungen, tatsächlich in New York und begibt sich somit eben doch nach draußen. Es darf sich auf das Album gefreut werden. Interessanterweise verbindet der Titel „Power Nap“ genau die zwei Komponenten, die an Ilgen-Nur so spannend sind. Energie, die in Power steckt und Nap, der für Gemütlichkeit und Ruhe steht.
Seht hier das Video zu „In My Head“ von Ilgen-Nur:
„Zwei Seelen kämpfen, ach!, in meiner Brust“, ist die Umwandlung eines Goethe Zitats, mit der Kaltenkirchen aus Wien die Essenz in „Harry Haller“ anrühren möchte.
Auf der einen Seite steht schlageresquer Pop, auf der anderen Seite kühler New Wave. Genau diese zwei Seelen schlagen in Kaltenkirchens Brustkorb. Das Pseudonym, das sich Philip Maria Stoeckenius erschaffen hat, ist nämlich ein Ventil großer Worte, das mit seinem neuesten Werk „Harry Haller“ ausbrechen möchte.
Kaltenkirchen stammt aus der Nähe Stuttgart, lebt aber mittlerweile der Stadt Falcos – in Wien. Von dort aus kombiniert er die Tiefgründigkeit der deutschen Gegenwartsliteratur mit den großen Gesten des deutschen Pops. Seine Inspiration holt sich Kaltenkirchen von Acts wie Falco oder den Protagonisten der NDW. Er beansprucht genau jenen Sound für sich und verwandelt ihn in seinen ganz eigenen Antischlager. Der Sound wirkt bei grober Betrachtung, simpel und zugänglich. Dahinter versteckt sich jedoch immer auch ein Funke von Gesellschaftskritik oder Eigenreflexion, mit welchen der festgefahrenen Bedeutungshorizonte überwinden möchte.
NDW mit 2019er Punk-Attitüde
Hinter der ursprünglichen Person des „Harry Haller“ verbirgt sich die Hauptfigur aus Hermann Hesses Steppenwolf. Dieser gilt als Hommage an Goethes Faust, welcher sein komplettes Leben lang von zwei konkurrierenden Energien getrieben wurde. Ein Umstand, welcher auch Kaltenkirchen für sich erklärt hat und in seiner Single die Bipolarität auf die Spitze treibt. Schlageresque Beats treffen auf Punk-Attitüde, die sich um ein Gewand der Neuen Deutschen Welle hüllen. „Harry Haller“ ist nach „Wir sind das Volk“ und „Wolke“ das dritte Release des Künstlers, der die Lücke zwischen Acts wie FLUT, Mia Morgan, Das Moped oder Drangsal füllt.
Still aus dem Video zu "On the Square" von Mac DeMarco.
Mit „On the Square“ veröffentlicht Mac DeMarco nicht nur einen letzten Vorboten auf sein am Freitag erscheinendes neues Album „Here Comes The Cowboy“, sondern liefert mit den creepy Visuals vielleicht auch das Material für euren nächsten Alptraum.
Mac DeMarco liebt die selbstironische Inszenierung. Das zeigt nicht nur die Social Media-Präsenz des kanadischen Musikers, sondern vor kurzem auch schon das Video zu „Nobody“. Darin zeigte sich Mac als ungeheurer entstellte, grüne Kreatur mit typischen American Dream-Accessoires wie einem Cowboyhut und einem Bademantel. Das gesellschaftskritische Verkleidungsspiel setzt Mac DeMarco auch im Video zu „On the Square“ fort.
Der Sänger tritt im Anzug und mit einer weißen, alienartigen Maske auf eine Theaterbühne. Im Zuschauerraum sitzt ein einziger Mann, gespielt von Tommy Midnight. Auf der Bühne befindet sich eine Schale Milch, in die Mac DeMarco seinen Kopf taucht und sich daraufhin in verschiedene Tiere verwandelt. Klingt weird? Ist es auch! Aber es setzt visuell genau an „Nobody“ an. Ob es sich in den Tierverkörperungen jetzt um Spiegelungen von gesellschaftlicher Unmenschlichkeit handelt oder verschiedene Rollen aufgezeigt werden, in die man heute tritt, um z.B. zu Erfolg zu gelangen ist nicht klar ausformuliert. Bei so viel Interpretationsspielraum könnt ihr ja direkt mitphilosophieren und so die letzten Stunden vor dem Albumrelease überbrücken.
Hier seht ihr das Video zu Mac DeMarcos „On the Square“:
Mit ihrem wilden Gerne- und Post-Alles-Mix sowie ihrem Debütalbum kommen die Niederländer von EUT auf Tour und verbreiten mächtig Nineties-Flair.
Derart catchy Musik wie die von den Schulfreunden EUT, hat man schon lange nicht mehr auf die Ohren bekommen. Ihr verschrobener Genre-Mix spuckt einen Post-Alles-Mix aus, der perfekt in die weirde Pop-Zeit aktuell passt. Es scheint sogar, als würde der Hype um EUT mit jeder Single größer und größer werden.
Dabei peitschen die Songs von EUT geradezu vorwärts. Angetrieben von der kräftigen, einzigartigen Stimme von Sängerin Megan de Klerk sowie dem jugendlichen Elan der Band ist der Sound der Band energetisch und treibend. Dabei orientieren sich die Amterdamer auch an musikalischen Vorbilder der 90er Jahre, wie beispielsweise Hole, Pixies, Wilco oder auch Weezer. Ihre Liebe zu handgemachter Musik äußert sich vor allem auf ihrem Debüt „Fool For The Vibes“, das im vergangenen Herbst erschienen ist.
Als Support haben die Amsterdamer den Stuttgarter Philip Brooks im Gepäck. Bei dem 21-jährigen Blondschopf steht alles im Zeichen verträumter Indie-Pop-Melodien, die den Hörer direkt im Inneren treffen. Mit seiner ersten Single „Honey Let’s Just Drive“ erregte er mit über 100.000 Spotify-Klicks schon einige Aufmerksamkeiten. Im Vorprogramm von EUT wird der Stuttgarter mit seinen verträumten Sound-Kulissen das Publikum bestens auf die Band einstimmen.