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Anlässlich zum 40. Geburtstag von Joy Divisions „Unknown Pleasures“ werden neue Musikvideos zu den Songs gedreht

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Still aus "Joy Division - I Remember Nothing"

Den Anfang macht der Clip zu „I Remember Nothing“. Neun weitere Musikvideos sollen folgen.

Am Samstag wird eins der ikonischsten Musikalbum des 20. Jahrhunderts 40 Jahre alt – „Unknown Pleasures“ von Joy Division. Im Zuge dessen hat die Band das sogenannte „Unknown Pleasures: Reimagined“ ins Leben gerufen. Ein Projekt bei dem zehn verschiedene Regisseure sich der verschiedenen Songs auf dem Album annehmen und sie visualisieren.

Den Anfang macht das isländische Duo Helgi & Hörður mit dem Song „I Remember Nothing“. Lange Kamerafahrten über die Rauheit aber gleichzeitig auch über die Schönheit ihrer isländischen Heimat werden zeigt. In diesen Weiten interagieren zwei Männer auf bizarre Art und Weise miteinander. Youtube stellt am 21. Juni sämtliche Clips bei einem Event in London vor. Mit dabei ist auch der Drummer von Joy Division Stephen Morris. Neben ihm stehen zusätzlich noch Persönlichkeiten wie Matt Everitt, Orian Williams (bekannt durch den Film „Control“), Feargal Ward and Adrian Duncan auf der Bühne.

Den Clip zu „I Remember Nothing“ von Joy Division gibt’s hier:

Das Sequel zu „Shining“ namens „Doctor Sleep“ zeigt einen ersten Trailer mit Ewan McGregor

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Still aus "Doctor Sleep"

.Die Geschichte von „Doctor Sleep“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Stephen King aus dem Jahr 2013.

Wie der Vater, so der Sohn – das muss sich Stephen King 2013 gedacht haben, als er den Roman „Doctor Sleep“ veröffentlicht hat. In dieser Story ereignet Danny Torrance ein ähnliches Schicksal im Overlook Hotel wie seinem Vater im Film „Shining“. 1980 war es noch der virtuose Stanley Kubrick, der Jack Nicholson durch die Korridore des Hotels gejagt hat. Im Jahr 2019 ist es Danny Torrance, der mit seinen übernatürlichen Visionen in Menschen hineinhorchen kann. Damit sieht er das Unheil quasi kommen und nutzt dieses „Gesicht“ auch dementsprechend ein.

Schnell wird ihm dieser Skill in einem Hospiz zum Verhängnis und er wird von Rose the Hat,  gespielt von Rebecca Ferguson, verfolgt. Gedreht wurde das Sequel von Mike Flanagan. Der US-Amerikaner konnte mit seiner Netflix-Serie „The Haunting of Hill House“ bereits einen großen Erfolg verbuchen und traut sich nun also an die Fortsetzung eines absoluten Filmklassikers. Der Film kommt noch im November dieses Jahres in die Kinos.

Den Trailer zu „Doctor Sleep“ seht ihr hier:

10 musikalische Highlights auf dem Maifeld Derby 2019 (2/2)

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Von Wegen Lisbeth // © Nils Lucas
Von Wegen Lisbeth // © Nils Lucas

So richtig verraten wollten die Veranstalter des Maifeld Derby Festivals noch nicht, ob zukünftig wieder zu ordentlich kuratierter Musik gefeiert werden darf. Aktuell stehen die Chancen wohl bei 50/50. Umso wichtiger also, dass man das Jahr vor der Pause in vollen Zügen genießt. Daher stellen wir euch 2×10 musikalische Tipps für das Maifeld Derby 2019 vor.

Mavi Phoenix

Ihr wollt lieber abzappeln, statt gemütlich auf der Tribüne des Parcour D’amour zu sitzen? Dann ist Mavi Phoenix genau das richtige für euch! Geballte Live-Power, deftige Beats und eingängige Melodien animieren zum sofortigen mittanzen. An der österreichischen Popmusikerin und ihrem unvergleichbaren Soundmix aus Hip-Hop, Pop, RnB, Elektro und Trap führt derzeit kein Weg vorbei. Jeder Song der Österreicherin ist ein Hit und die Show von Mavi Phoenix bei dem Festival hiermit eine absolute Empfehlung!

Samstag, 16:40 – 17:25 Uhr – Fackelbühne

Kate Tempest

Für die Qualität des Maifeld Derbys spricht vor allem, dass Kate Tempest das Festival nun schon zum dritten Mal beehrt. Angefangen im Parcour d’amour über die Fackelbühne bis hin zum diesjährigen Auftritt im Palastzelt fasziniert die Britin ihr Publikum mit ihrer Wortgewandtheit. Lyrik, Poesie, Rap, Theater – die Schaffensfelder der Londonerin Kate Tempest sind ebenso weitreichend, wie ihre Musik besonders ist.

Samstag, 19:00 – 19:55 Uhr – Palastzelt

Novaa

Derzeit ist die 21-jährige Novaa noch ein Geheimtipp, doch seit der Veröffentlichung ihres selbstbetitelten Debütalbums im April diesen Jahres, könnte sich das rasch ändern. Orchestral, elektronisch, organisch und hyperreal ist die Sound-Kulisse, die Novaa um sich herum aufbaut. Mit ihrer zeitgenössischen elektronischen Musik, die mal gefühlvoll und dann wiederum sehr eingängig und Beat-lastig sein kann, trifft die Sängerin den Nerv derzeit. Wie die neuen Songs live klingen, davon kann man sich am frühen Freitagabend selbst überzeugen.

Freitag 18:00 – 18:40 Uhr – Palastzelt

Parcels

Genauso wie 2017 das Brückenawards Zelt beim Auftritt von Parcels gewackelt hat, wird auch in diesem Jahr das Palastzelt aus seinen Fugen gehoben. Mit ihrem funky Indie-Sound senden die Australier tanzbare, eingängige Klänge ab, die sofort in Mark und Bein übergehen. Hier steppt der Tanzbär!

Freitag, 20:55 – 22:00 Uhr – Palastzelt

Snail Mail

Mit gerade einmal 19 Jahren zeigt uns Lindsey Jordan alias Snail Mail wie cool gefühlvoller Garage-Rock sein kann. Ihr Debüt „Lush“ klingt üppig und opulent und ist wegweisend für eine neue Generation des Indie-Rocks. Ein Album, dass beim ersten Hörern klingt wie ein Klassiker – intelligent, arrangiert und cool. Neu ist der Sound der Sängerin aber nicht. Ihr melancholischer Lo-Fi kommt im Gewand lauter, verhallter Gitarren daher. Doch bietet Snail Mail dadurch in ihren Songs einen ungewöhnlichen, starken Flow, der mitreißt.

Sonntag, 14:40 – 15:30 Uhr – Palastzelt

Yassin

Nach fünf Kollab-Alben und ohne Audio88, ist Yassin derzeit auf Solo-Pfaden unterwegs. Seine Platte „Ypsilon“ klingt nach einem bunten Rap-Mix aus Synthies, Streichern und viel Autotune. Dazu gibt es viel reflektierten Zeitgeist und einen großen Hauch von DIY-Charakter.

Samstag, 21:00 – 21:50 Uhr – Hüttenzelt

The Streets

Mit The Streets holt das Maifeld Derby den Soundtrack so manch einer Jugend nach Mannheim. „I reckon you’re about an 8 or a 9“, mit diesen Worten hat sich Mike Skinner alias The Streets vor knapp einem Jahrzehnt unsterblich gemacht. Nach fast zehnjährigem Schaffen geht Mike Sinner zum Glück noch nicht die Luft aus uns so dürfen sich die Besucher auf eine energetische Live-Show sowie den ein oder anderen neuen Song freuen.

Samstag, 23:00 – 00:20 Uhr – Palastzelt

Von Wegen Lisbeth

Mit einem zweiten Album, dessen Titel nach einer Teenie-Mailadresse klingt, haben sich Von Wegen Lisbeth dieses Frühjahr mit neuem Material zurückgemeldet. „sweetlilly93@hotmail.com“ sprüht dabei genauso wie schon zuvor ihr Debüt „Grande“ voller Wortakrobatik, experimentellen Sound-Klängen und viel Synthie-Pop. Gepaart wird der Sound der Band nur noch mit der lässigen Attitüde der Berliner und der abgefahrenen Bühnenshow – grelle Lichter, viel Grün und hippe Outfits werden dem Auftritt am Samstag beim Maifeld gebührend Glamour verleihen!

Samstag, 20:50 – 22:00 Uhr – Palastzelt

Odd Couple

Es gibt Bands denen man ihre Herkunft nicht anhört. Ihr mögt uns wahrscheinlich für bescheuert halten, dass wir deutsche Texte geografisch nicht zuordnen können und doch machen Odd Couple nicht das, was man als deutschen Sound bezeichnen würde. Laute Gitarren prallen auf eine doch sehr rhythmische Melodik, die live sicherlich das komplette Hüttenzelt füllen wird.

Freitag, 21:00 – 22:00 Uhr – Hüttenzelt

Balthazar

An dieser Stelle könnten wir euch jetzt auch locker Tocotronic vorstellen. Da wir aber sicher sind, dass man diese nicht mehr vorstellen muss. Eigentlich muss man auf internationaler Bühne auch folgende Belgier nicht mehr groß vorstellen. Und dennoch bedarf es eines kleinen Reminders für Balthazar. Ihr letztes Album „Fever“ ist ein bunter Mix aus Disco, Indie & RnB – vielversprechend!

Samstag, 22:00 – 23:00 Uhr – Fackelbühne

Texte: Melina Rehhorn, Yannick Philippe

10 musikalische Highlights auf dem Maifeld Derby 2019 (1/2)

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International Music // Presse

So richtig verraten wollten die Veranstalter des Maifeld Derby Festivals noch nicht, ob zukünftig wieder zu ordentlich kuratierter Musik gefeiert werden darf. Aktuell stehen die Chancen wohl bei 50/50. Umso wichtiger also, dass man das Jahr vor der Pause in vollen Zügen genießt. Daher stellen wir euch 2×10 musikalische Tipps für das Maifeld Derby 2019 vor.

International Music

Deutsche Musik hat es in Zeiten von Matthias Schweighöfer, Andreas Bourani und Tim Bendzko nicht immer ganz leicht. Zum Glück gibt es da noch Projekte wie das von International Music. Das Dreiergespann aus Essen lässt uns aufatmen: der Gesang herrlich abwesend und emotionslos, die Gitarren mal melancholisch vor sich herplätschernd, mal krachend. Und was ist Pedro Goncalves Crescenti, Peter Rubel und Joel Roters Geheimrezept? Ganz einfach: Cool bleiben!

Sonntag,18:30 – 19:20 Uhr, Hüttenzelt

P.A. Hülsenbeck

Den Aufkleber namens Sizarr tragen die Musiker der ehemaligen Indie-Band sicherlich noch länger mit sich rum. Einfach weil die Szene sich noch nicht ausreichend die Mühe gemacht hat, sich mit der aktuellen Musik der Künstler zu beschäftigen. Dann würde man nämlich schnell merken, dass allesamt ihren jugendlichen Leichtsinn abgeworfen haben und sich nun komplett anderen Genres widmen. In dem Fall von P.A. Hülsenbeck artet dies in jazziger Pop-Noir-Furore aus.

Freitag, 18:10 – 19:00 Uhr – Parcours d’Amour

Andrea Poggio

Der Ragazzo Andrea Poggio aus Mailand ist ein heißer Anwärter der Geheimtipp des Maifeld Derbys 2019 zu werden. Bei seinem Electropop und der Dolce Vita, die bei der italienischen Sprache von Natur aus mitschwingt, braucht es nur noch ein paar Sonnenstrahlen und der nächste Urlaub kann gestrichen werden. Denn warum sollte man sich Urlaub nehmen, wenn die Riviera musikalisch nach Mannheim kommt?

Freitag, 17:20 – 18:00 Uhr – Fackelbühne

Amyl and The Sniffers

Festival-Sonntage neigen in der Regel dazu die ruhigsten zu sein. Idealerweise hat man zwei durchzechte Nächte hinter sich und die Mittagssonne prallt auf den eh viel zu warm gewordenen Schädel. Damit man nicht in eine Art Schockstarre verfällt, hat das Maifeld Derby mit Amyl and The Sniffers eine der lautesten Live-Bands des Jahres nach Mannheim geholt. Die Australier sind wild, dreckig und reißen wahrscheinlich in dem einstündigen Set das Hüttenzelt gleich mit ab.

Sonntag, 21:00 – 22:00 Uhr – Hüttenzelt

ANGER

Liebe ohne Metal – bei dem Bandnamen von Nora Pider und Julian Angerer liegt der Verdacht nahe, dass man es mit einer Metal-Band zu tun. Tatsächlich aber liefert das Duo aus Österreich innovativen Indie mit 2019er Anstrich ab. Ihre Doppelsingle „Baby / Sie Schreit“ ist skurril wie charmant und lässt gewisse Züge von Bilderbuch nicht von der Hand weisen.

Samstag, 15:20 – 16:00 Uhr – Fackelbühne

Jordan Rakei

Zugegeben mit Nick Murphy fka Chet Faker ist spätestens seit seinem letzten doch sehr seichtem Album leider weniger zu rechnen. Gut, dass wenigsten der Wahl-Londoner Jordan Rakei weiterhin Modern Soul macht auf den man sich verlassen kann. Während sein Kollege weiter auf großer Findungsreise ist, entdeckt Rakei lieber immer neue Klangwelten und traut sich mit beiden Füßen in diese unentdeckten musikalischen Pfützen zu springen. Den Joke von wegen „erfrischend“ sparen wir uns an dieser Stelle.

Freitag, 19:20 – 20:10 Uhr – Palastzelt

Yin Yin

Techno-Heads mit Scheuklappen behaupten gerne, dass elektronische Musik Stimmungen schafft, die mit Gitarrenmusik nicht möglich seien. Yin Yin aus den Niederlanden widerlegen dies kurzerhand in dem sie bei dem diesjährigen Lente Kabinet-Festival in ihrer Heimat aufgetreten sind – einem Disco & Electro-Festival.

Freitag, 19:15 – 20:05 Uhr – Hüttenzelt

Gurr

Es ist schon fast eine Schande, dass es Gurr noch nicht auf das Maifeld Derby geschafft haben. Gefühlt, hätten sie genau so gut die letzten zwei Jahre auf dem Festival in Mannheim auftreten können. Gut, dass sie dies nun mit ihrer unbekümmerten Art nachholen.

Freitag, 20:10 – 20:55 Uhr – Fackelbühne

Tomberlin

Nimm das Trump! In Zeiten in denen in den USA politisch und moralisch die Welt unterzugehen scheint, setzt sich Tomberlin für queer-feministische Diskurse ein. Damit wirkt ihre zurückhaltende Musik wie eine Insel im aufgeladenen Klima ihrer Heimat.

Samstag, 20:50 – 21:40 Uhr – Parcours d’Amour

The Mauskovic Dance Band

Der Titel der niederländischen Band könnte eine süße Anlehnung den Feivel den Mauswanderer sein, der als kleiner Mäuserich mit seiner Familie in die USA ausgewandert ist. Begleitet wird er in dem Fall von tropischen Klängen, die von den vier Musikern aus Amsterdam stammen. The Mauskovic Dance Band ist so etwas wie die afro-infusierte Version von Parcels, die kein Bein stillhalten lassen.

Sonntag, 12:30 – 13:30 – Fackelbühne

 

Warum Gitarrenmusik im Jahr 2019 immer noch relevant ist – black midi im Portrait

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black midi © Anthrax Studio

Dass ein solcher Hype um eine Band entsteht, die nicht nur Gitarrenmusik macht, sondern dabei auch noch dermaßen herausfordert, konnte man sich in 2019 kaum noch vorstellen. Mit ihrer unbedarften Herangehensweise und Kreativität schaffen black midi es, einem ganzen Genre wieder Leben einzuhauchen. Am 21. Juni erscheint ihr Debütalbum „Schlagenheim“ via Rough Trade. Auf diesem zeigen black midi, was sie am Besten können: immer in Bewegung bleiben.

Würde man den Sound von black midi als Gefühl wiedergeben wollen, käme einem relativ schnell Rastlosigkeit in den Sinn. Zum einen dadurch, dass ihre Songs gespickt sind mit Rhythmen- und Tempiwechseln. Zum anderen, weil alles, was black midi machen, irgendwie weird und überraschend zugleich ist. Sei es ein abrupt beginnendes, sanftes Jazzinterlude zwischen zwei krachenden Gitarrenparts oder ein Frontmann, der bei Liveauftritten tanzt, als würde er in einer Crabcore Band spielen. Irgendwo zwischen Swans, Death Grips, Miles Davis und Talking Heads. Oder auch eben nicht.

Ohne einen einzigen Track veröffentlicht zu haben, schafften es black midi Anfang des letzten Jahres, einen Hype zu generieren, der sogar über die Grenzen Großbritanniens hinaus ging. Durch eine Reihe an Auftritten im The Windmill, eine Venue im Londonder Stadteil Brixton, als auch durch Supportshows für die Kollegen von Shame, wurde relativ schnell klar, dass da etwas Besonderes im Anmarsch ist. Ende Mai 2018 erschien dann ihre langerwartete Debütsingle „bmbmbm“. Diese führte bei Musikliebhabern und der internationalen Musikpresse gleichermaßen zu erhöhtem Speichelfluss und dem Verlangen nach weiterem Material. Singles folgten, zuletzt zum Beispiel „Crow´s Perch“ und „Talking Heads“. Schließlich steht nun ihr Debütalbum „Schlagenheim“ für den 21. Juni in den Startlöchern.

BRIT School und Improvisation

Frontmann Geordie Greep und Gitarrist Matt Kelvin lernten sich während ihrer Zeit in der renommierten BRIT School kennen (eine weiterführende Schule für darstellende Künste in London, aus der bereits Weltstars wie Adele oder Amy Winehouse hervorgingen). Um ihren manchmal bis zu zwei Stunden andauernden Jams die entsprechende Portion Rhythmik beizufügen, holten sie Drummer Morgan Simpson mit ins Boot. Ähnlich wie Greep spielte dieser, bedingt durch sein familiäres Umfeld, bereits in jungen Jahren in verschiedenen Kirchenbands. Diese Prägung nahm das Trio mit in ihre eigene Musik, wodurch vor Allem die Improvisation einen besonderen Stellenwert einnahm.

Kurz vor ihrem Abschluss an der BRIT School nahmen sie sich dann im Rahmen eines Assignments zum Thema Weltmusik dem Stück „Hero“ der Düsseldorfer Krautrock-Urgesteine NEU! an. Dieser von Improvisation dominierte Auftritt war in gewisser Weise die Geburtsstunde von black midi und ihrem Sound.

The Brixton Windmill und Dan Carey

Danach ging alles relativ schnell. Auf der Suche nach Gigs versendete Greep E-Mails an alle möglichen Venues in London, um letztendlich eine positive Rückmeldung vom The Windmill in Brixton zu bekommen. Im selben Atemzug wurde dem Trio dann bewusst, dass ihnen eigentlich ja noch eine Person am Bass fehlte. Kurzerhand stieß also Bassist Cameron Picton dazu, sie probten den gesamten Tag vor der Show und spielten sie dann. Die Livequalitäten von black midi verbreiteten sich wie ein Lauffeuer. Schnell hatten sie weitere Gigs im The Windmill in der Tasche und spielten als Supportband für Shame. Spätestens, als diese dann aufriefen, man solle pünktlich zur Vorband erscheinen und black midi als „the best band in London“ betitelten, war es dann um sie geschehen. Merke: Das alles vor einer einzigen Veröffentlichung.

Bei einer ihrer Shows im The Windwill war dann Dan Carey zu Gast, seines Zeichens Produzent von Indie-Größen wie Franz Ferdinand, Hot Chip oder Bat for Lashes. Nach dem Konzert kam er auf die Band zu und sagte, er wolle den „boom boom boom“ Track aufnehmen. Kurz darauf begaben sie sich gemeinsam ins Studio und die Studioversion zu „bmbmbm“ entstand.

Schlagenheim

Ende letzten Jahres ging das Quartett mit Dan Carey erneut ins Studio, um weitere Tracks aufzunehmen. Aus diesen Sessions entstand nun das Material für „Schlagenheim“, dem Debütalbum der vier Londoner, welches am 21. Juni erscheint. Beim erstmaligen Hören des Albums fühlt man sich zuerst einmal erschlagen. Der Opener „953“ beginnt in hohem Tempo, mit einem nicht gerade harmonischen Gitarrenriff, dazu setzen komplexe Drums ein und alles wirkt extrem hastig. Nach und nach findet der Track seine Ruhe und ein gezupftes Gitarreninterlude entspringt dem Chaos, begleitet von Greeps eindringlichem Gesang. Ähnlich wie auch „bmbmbm“ gipfelt der Track in einem nahezu wahnsinnigen Instrumentalpart: das Tempo wird angezogen, die Strukturen sind repititiv, die Intensität nimmt weiter zu. Erreicht man als Hörer*in diesen Part, kann man das Konpfnicken kaum inhibieren. Diese Stellen erinnern teilweise eher an einen progressiven Technotrack, als an eine Gitarrenband. Und genau das ist das Spannende.

Ähnliche Phänomene ziehen sich durch das gesamte Album. So auch im kurzen, aber prägnanten Herzstück des Albums, „Near DT,MI“. Wie auf dem Großteil ihrer Songs verpacken black midi auch hier gesellschaftskritische Lyrics in ein Gewand aus Krach und Ruhe. Rastlosigkeit und Hast überfordern zuerst, doch ergeben nach mehrfachem Hören letztendlich Sinn. Das größte Kunststück von black midi ist es, ein scheinbar undurchdringliches Album als ein Popalbum erscheinen zu lassen. Zuerst wirkt alles unaufgeräumt, disharmonisch, wirr. Doch nach einiger Zeit bleiben eben diese Elemente kleben. Das Chaos geht auf, hat Wiedererkennungswert und bleibt gleichzeitig überraschend.

Bloß kein Stillstand

Wenn man über black midi also eine Sache sagen kann, ist es, dass sie eines nicht mögen: Stillstand. Sie betrachten alles aus einem anderen Blickwinkel, passen sich nicht an und versuchen, aus Allem einen eigenen, neuen Wert zu ziehen. So auch bei ihren Liveshows. Bisher spielte die Band lediglich eine Handvoll Shows in Deutschland. Eine davon vor kurzer Zeit auf dem Immergut Festival in Neustrelitz.

So wie viele andere Besucher betrat auch der Autor dieses Artikels das Zelt auf dem Immergut Festival, in dem die Band im Begriff war, ihren Gig zu spielen. Ebenso wie viele andere Besucher verließ er, sich mit den Händen an den Kopf fassend und diesen schüttelnd, das Zelt nach dem Auftritt auch wieder. Die Intensität und technische Raffinesse der Band, besonders des Drummers Morgan Simpson, ist beinahe nicht zu fassen. Gleichzeitig bemerkt man, dass viel Improvisation mit im Spiel ist. Zwar sind Strukturen grob vorgegeben, doch versucht die Band aus ihren Songs jedes Mal etwas Neues zu machen. Und trotz der Komplexität schaffen sie es, tanzbare Musik zu machen und die Menge zum toben zu bringen.

Der Hype, der um black midi entstand, ist absolut gerechtfertigt. Das beweisen sie nicht nur auf ihrer Debüt-LP „Schlagenheim“, sondern auch durch ihre Liveauftritte. Wer in 2019 dafür sorgt, dass sich Menschen um eine Gitarrenband, die auch noch dermaßen komplexe Musik macht, scheren, muss Einiges richtig gemacht haben.

Wer den gewalten Liveauftritt von black midi dieses Jahr noch sehen möchte kann das an diesen Terminen tun:

08.08.19 -10.08.19 – Haldern, Haldern Pop Festival
07.10.19 – Berlin, Lido
08.10.19 – Hamburg, Kampnagel
09.10.19 – Köln, Bumann & Sohn

Einen Livemitschnitt von „bmbmbm“ gibt´s bei den Kollegen von KEXP:

Levi’s unterstützt junge Musiktalente und lässt sie mit Acts wie Chefket, Leoniden oder Drangsal auftreten (+Verlosung)

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Den Traum, Musik zu machen haben viele. Doch als aufstrebender Künstler in der Branche Fuß zu fassen, ist wahrlich kein Leichtes. Aus diesem Grund hat Levi’s 2016 das Levi’s Music Project in Deutschland gestartet. Mit den zugehörigen Support Music Nights wird der nächsten Generation eine Plattform geboten, bei der sie mit den großen des Business gemeinsam performen dürfen.

Ihm Rahmen des Levi’s Music Projects sind in den letzten Jahren unter anderem schon zwei Musikschulen gegründet worden. Hier finden alle Jugendliche, die Interesse an Musik haben Raum ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Unterricht von Songwriting bis Beatproduktion stehen auf dem Stundenplan. Wer möchte, kann sich der Band anschließen oder ein neues Instrument lernen. Das Ziel des Projektes ist nicht nur, Jugendliche für Musik zu begeistern. Es geht auch darum diejenigen zu integrieren, die Aufgrund von Herkunft oder auch fehlenden finanziellen Mitteln bisher keinen Anschluss gefunden haben. Schon einige bekannte Musiker haben sich dem Projekt angeschlossen – Zusammen mit Milky Chance ist zum Beispiel 2017 eine neue Musikschule in ihrer Heimatstadt Kassel entstanden.

Die Levi’s Support Music Nights knüpfen an dieses Projekt an. Hier erhalten einige der Kids die besondere Chance, auf eine Bühne ihre Musik mit anderen zu teilen. Mehr noch dürfen sie als Support für einen bekannten Act auftreten. Dieses Jahr haben hierzu schon Konzerte zusammen mit Drangsal oder Megaloh stattgefunden.

Gewinnt Gästelistenplätze für die Levi’s Music Night mit Chefket

Bald folgen Events mit Leoniden und Chefket. Wenn ihr gerne bei einem dieser speziellen Konzerte dabei sein wollt, habt ihr die Möglichkeit 2×2 Gästelistenplätze für die Levi’s Support Music Night am 14.06. in Hamburg zu gewinnen. Hier performen Chefket, Chefboss und die Band des Levi’s Music Project. Was ihr für die Tickets tun müsst? Liked uns bei Facebook und erwähnt eure Begleitung in den Kommentaren unter dem Post. Das gleiche Spiel gilt alternativ bei Instagram. Folgt uns dort, liked den Post und taggt die Person in den Kommentaren, die euch zum Konzert begleiten soll. Einsendeschluss ist der 12. Juni um 20 Uhr. Die allgemeinen Teilnahmebedingungen findet ihr hier.

Das Video zu Chefkets „Gel Keyfim Gel“ gibt’s hier:

The Postie präsentiert: Au/Ra auf UK/Europa-Tour mit Stopp in Berlin + Verlosung

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Au/Ra // © Grant Spanier

Im Oktober erschien die EP namens „X Games“, der jüngste Song von Au/Ra „Assassin“ mit dazugehörigem Video erst im Frühjahr. Jetzt kommt sie auf UK- und Europa-Tour. Wir verlosen Tickets für Berlin.

Ihre Musik stellt sich Au/Ra nach eigenen Angaben als Anime vor. „Einzigartig, bunt und ein bisschen seltsam“. Bei ihrer anstehenden UK- und Europa-Tour darf man sich davon Live einen Eindruck verschaffen. Jamie Lou Stenzel alias Au/Ra ist gerade erst 17 Jahre alt geworden und legt einen beeindruckenden Output vor. Denn kaum gehen einige Wochen ins Land, erscheint schon die nächste Veröffentlichung. Jetzt geht es aber erstmal auf Tour, die sie am 12. Juni auch nach Berlin führen wird.

Ein bisschen kommt Au/Ra mit ihrer Station in Berlin auch nach Hause. Geboren ist sie zwar auf Ibiza und lebt seit 11 Jahren auf Antigua, ihre Eltern stammen jedoch aus Deutschland. Auf eine gewisse Art und Weise überall beheimatet, erklärt sich dann auch ihre Trilingualität: Deutsch, Spanisch und Englisch gehören zu den Sprachen, die sie fließend beherrscht. Genauso vielseitig ist in dem Sinne auch ihre Musik, die viele Elemente aus Pop miteinander verbindet und trotz der Orientierung an Anime und Fantasy einen sehr erwachsenen Eindruck macht. Nachdem Au/Ra zuletzt für Acts wie Tove Styrke oder EDEN die Shows eröffnen durfte, geht sie nun auf ihre eigene Headliner-Tour durch UK und Europa.

Ihr wollt Au/Ra in Berlin live erleben?

The Postie verlost 2×2 Gästelistenplätze für das Konzert im Privatclub am 12. Juni in Berlin. Um am Gewinnspiel teilnehmen zu können, müsst ihr nur unseren Facebook-Post und unsere Facebook-Seite liken und eure Begleitung in die Kommentarspalte verlinken. Alternativ seid ihr ebenso im Lostopf, wenn ihr uns auf Instagram folgt, den Post liket und auch da eure Begleitung in der Kommentarspalte verlinkt. Einsendeschluss ist der 10. Juni um 20 Uhr. Die allgemeinen Teilnahmebedingungen könnt ihr hier nachlesen.

Termine der UK/Europa-Tour:

05. Juni 2019 – Joiners, Southampton // UK
06. Juni 2019 – O2 Academy2 Islington, London // UK
09. Juni 2019 – Pinkpop Festival Megaland, Landgraaf // Niederlande
10. Juni 2019 – Le Pop-Up Du Label, Paris // Frankreich
12. Juni 2019 – Privatclub, Berlin // Deutschland

Seht hier das Video zu „Assassin“ von Au/Ra:

Biig Piig trifft mit ihren Songs mitten in die Melancholie ihrer Generation

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Biig Piig // © Melt! Booking

Nach Zwischenstationen in Irland und Spanien hat die 21-jährige Jess Smyth in London den Ort gefunden, an dem sie Musik machen will. Mal rappend, mal singend trifft sie die Melancholie der Teens und Mittzwanziger ihrer Generation. Ihre Tracks schweben dabei fließend zwischen Bedroom Pop, Neo-Soul und LoFi-HipHop.

Zwei kleine ‚Pigtails‘ neben dem Scheitel sind ihr Markenzeichen und ihr Künstlerinnenname entstand als sie betrunken das Menü auf der Pizzakarte las. Biig Piig mischt die Londoner Musikszene mit einer Mischung aus leichtfüßiger Naivität und reifer Lässigkeit auf.

Dass ihr Erfahrungsschatz nicht von ungefähr kommt, wird schon am gut gefüllten Lebenslauf der 21-Jährigen ersichtlich. Geboren wurde Jess Smyth in Irland, zog dann aber bereits als Kind mit ihrer Familie nach Spanien. Einige Jahre später verloren sie wegen eines neubeschlossenen Eigentumsgesetzes dort ihr Haus, zogen zurück nach Irland und dann letztendlich nach London, wo die Familie jetzt einen Pub in Hammersmith betreibt. Jess beschreibt den Pub selbst wie eine Zeitkapsel, die es trotz der extremen Gentrifizierung Londons schafft, die relativ niedrigen Preise beizubehalten, dieselben alten Platten spielt und ein Stammpublikum anzieht.

Freestyles auf Homepartys

Jess‘ prägnanter Stil wurde geboren, als sie mit 19 ungeplant auf einer Hausparty zum Freestylen ans Mikrofon gezogen wurde. Während ihrer Zeit auf dem College hatte sie den Produzenten Mac Wetha, der auch einen Teil ihrer jetzigen Tracks produziert hat, und die Künstlerin und Musikerin Lava La Rue kennengelernt. Lava La Rue, die das Londoner Kollektiv NINE8 gegründet hatte, nahm Jess zu einer deren Hauspartys mit. Nach dem spontanen Freestyle war allen klar, dass Jess als Biig Piig unbedingt zum Kollektiv dazustoßen muss.

Nachtschichten in der Spielothek

Schon eine ihrer ersten Singles „Vice City“ feiert Premiere bei dem Berliner YouTube Format „Colors“. Inspiration für ihre Songs findet Biig Piig nicht nur in ihren vielen Umzügen und den damit verbundenen Lebensänderungen, sondern auch in ihren zahlreichen Nebenjobs. Als ihre wahrscheinlich prägendste Erfahrung nennt sie dabei den Job als Poker Dealer im Casino. Zwischen vielen Nachtschichten und der Belastung Menschen unter anderem beim Verlieren ihrer Monatsersparnisse zuzuschauen, schrieb sie ihren Song „Vice City“.

Im Umfeld junger Kreativer Londons entstehen in Zusammenarbeit Biig Piigs erste EP und Videos. „Big Fan of the Sesh, Vol.1“, die erste EP einer geplanten Trilogie erscheint 2018. Darauf vereint Biig Piig spielerisch LoFi-HipHop Beats mit Jazz Vibes und einer Stimme, die Neo-Soul, RnB und Rap-Parts verbindet. Mit ihren Texten trifft sie das Lebensgefühl junger Millennials in ihrer Umgebung auf den Kopf. Das Leben in der Großstadt zwischen Partys, fragilen Beziehungen und Ängsten.

‚I just wann lay here / And smoke my cig and drink my wine and think / I wanna lay here / Until my hurting is done‘

Besonders der Song „Perdida“ sticht aus der EP hervor, in dem sie mühelos von samtigen englischen Vocals zu auf Spanisch gerappten Parts wechselt. Und damit auch wieder einen Bogen zu ihrer Zeit in Spanien schlägt. Als Teaser auf ihre erste EP veröffentlichte Jess ein 4-minütiges Video rauschiger Sequenzen mit Snippets der fünf Songs. Sequenzen von Londons Nachtlebens und Hauspartys, Aufnahmen ihres Dads im Pub der Familie oder Jess alleine zwischen dem rosa Retro-Stillleben am Telefon.

A World Without Snooze

Mit „A World Without Snooze, Vol.2“ ist dieses Jahr Biig Piigs zweite EP erschienen. Nebenbei hat sie mit ihrem Kollektiv NINE8 die gemeinsame hiphop-lastige Platte „No Smoke“ veröffentlicht und plant eine Mode-Linie. Es bleibt also spannend, was Jess als nächstes vorhat. Auch wenn wir uns mit dem Debütalbum wahrscheinlich noch gedulden müssen bis sie ihre EP-Trilogie vervollständigt hat.

Wer Biig Piig diese Jahr live sehen möchte, kann das bis jetzt an diesem Termin tun:

16.10.19 – Berlin, Kantine am Berghain

Das Teaser-Video zu „A World Without Snooze, Vol.2“ gibt’s hier:

Foto: Undine Markus

Bon Iver stellt mit „Hey Ma“ und „U“ gleich zwei neue Singles vor

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Bon Iver // ©Graham Tolbert & Crystal Quinn

Die beiden neuen Songs von Bon Iver wurden bereits am Wochenende beim All Points East Festival in London vorgestellt. Ob ein komplettes Album folgen wird, ist noch unklar. 

Da haben die Besucher des All Points East in London nicht schlecht gestaunt, als Bon Iver am Sonntagabend zwei neue Songs live gespielt haben. Der US-amerikanische Musiker war der Headliner des Festivals in Großbritannien und verwies während seines Gigs auf die Website „icommai.“. Dort findet man nicht nur die beiden neuen Tracks „Hey Ma“ und „U“, sondern auch eine lange Liste an Künstlern, die offensichtlich mit Vernon an neuem Material gearbeitet haben. 

Neben Bon Iver hat sich auch Jai Paul mit neuer Musik zurückgemeldet

Der Fontmann und Kopf von Bon Iver selbst hielt sich gewohnt kryptisch und nun steht natürlich der Verdacht im Raum, dass die Website ein freundlicher Hinweis auf eine neue Platte ist. Es wäre das fünfte Studioalbum der Band und gleichzeitig der Nachfolger des experimentellen „22, A Million“. „Hey Ma“ und „U“ zeigen sich weitaus zugänglicher und zeichnen sich besonders durch die eindrucksvolle Stimme von Justin Vernon aus. Falls ihr das aktuelle Projekt verfolgen wollt, solltet ihr auf jeden Fall regelmäßig auf „icommai.“ Ausschau halten. 

Lyric-Videos zu „Hey Ma“ und „U“ gibt’s hier: