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Trudy

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Die Band Trudy ist Sex, Drugs & Rock n Roll und doch so wahnsinnig süß.

Wie oft wurde Gitarrenmusik schon totgeschrieben und doch gab es immer wieder Bands, die es geschafft haben das Genre aus seinem eigens zugelegten Sumpf zu ziehen. In Großbritannien treibt momentan ein Trio namens Trudy aus Liverpool/Leeds sein Unwesen, die das Zeug dazu hat eben genau diese Band zu sein.

Ihr Sound ist bittersüß, unbeholfen und voll mit verkapptem Herzschmerz. Mit eben genau diesen Faktoren heben sie sich von der grauen Masse ab. Sie klingen wie eine undercover 60’s Girlband, die sich ins Jahr 2016 geschlichen hat und uns an ihren Gefühlen und Leben teilhaben lassen möchte. Ihre aktuelle Single „Baby I’m Blue“ ist die Antwort auf viele Fragen, die das alltägliche Leben so stellt. Ob man betrunken ist, grad ’ne passende Ausrede braucht oder die Menschheit einfach daran teilhaben lassen möchte welches Fußballteam man supportet – eine Antwort geht immer: „Baby I’m Blue“. Danke dafür (und für den Ohrwurm)!

Für Fans von: Kitsch, Sweetness & Rock n Roll

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2015: Die Songs des Jahres

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Ein Jahressoundtrack in 100 Liedern

Es ist vorbei. Das anstrengende, grausame, aber zugleich atemberaubende und optimistisch stimmende Jahr 2015 ist an sein Ende gelangt. Wir haben (mal wieder) miterlebt, wie Bands sich neu erfinden, auseinandergehen, zurückkommen oder schlicht ihren hohen Standard halten. Wir haben auch (mal wieder) ein paar herbe Enttäuschungen erlebt, aber daran wollen wir uns jetzt nicht aufhängen. Es ist schließlich Listmas und wir wollen das Jahr gut ausklingen lassen.

Damit euch während der Feiertage nicht langweilig wird, haben wir euch deshalb eine festliche Playlist zusammengestellt. Hier findet ihr in mehr oder weniger chronologischer Folge all die Songs, die uns in diesem Jahr beeindruckt haben. Von jedem Künstler gibt es nur einen Song – sonst hätten ja Tame Impala, Bilderbuch und Unknown Mortal Orchestra (mal wieder) einen zu großen Vorteil gehabt. Wir hoffen euch gefällt unsere Auswahl und freuen uns auf eure Vorschläge!

Ihr könnt euch währenddessen schonmal auf nächstes Jahr freuen: Neben der Alternativen Liste und zwei Best-of-2015 Specials haben wir für 2016 so einiges vor… Bis dahin schöne Feiertage,

Fichon & Yannick


EBY und Pillars durchforsten den Ozean

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Der italienische Produzent hat sich mit Pillars aus Großbritannien zusammengetan.

Zwischen Italien und Großbritannien liegen nicht nur etliche Kilometer sondern auch der Atlantik. Aber genug Wikipediawissen, es geht hier schließlich um Musik und die hat es in sich. „Oceans apart“ heißt das Stück das bei der Kollaboration zwischen EBY und Pillars herausgekommen ist. Der Song beginnt mit dem Rauschen eines Plattenspielers, dann schlägt die glasklare Stimme der Sängerin aus London ein. Ab dem Zeitpunkt wird der Song von ihr geleitet, ohne zu dominieren und versprüht so eine mystische und doch irgendwie klare, rationale Stimmung. Es ist ein Song zum Sichfallenlassen.

Pillars ist keine unbekannte bei The Postie und so wurde bereits mehrmals auf dem Blog darüber berichtet. Im Vordergrund steht immer wieder ihre klare Stimmung, die mit minimalistischen Beats und Arrangements zu angenehmen Pop-Nummern verarbeitet wird.

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10 Weihnachtssongs, die eigentlich keine sind

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10 Weihnachtssongs, die eigentlich keine sind

Songs wie „Last Christmas“ oder die Coco Cola-Werbung hört man getrost pro Tasse Glühwein gefühlt fünf Mal. Aus diesem Grund bringt es für uns auch wenig sich jetzt zusätzlich auf die Indie-Versionen der eh meist schlechten Weihnachtslieder zu stürzen. Deswegen haben wir beschlossen, dass wir eine Liste erstellen von Songs, die unserer Meinung nach den Geist der Weihnacht ganz gut ergreift ohne, dass im Hintergrund mit Biegen und Brechen (und sämtlichen Klischees) für das Weihnachts-Image gekämpft wird.

Keaton Henson – You Don’t Know How Lucky You Are

Es wird bestimmt auch noch bei anderen Beispielen in der Liste passieren, dass die Lyrics nicht so wirklich mit Weihnachten zusammenpassen, aber darum geht es uns auch nicht. Es geht um ein Gefühl und wer kann schon mehr Gefühle transportieren als der grandiose Keaton Henson?

 

Fleet Foxes – White Winter Hymnial

Ihr merkt schon, das hier wird ’ne folkige Geschichte. Mit „White Winter Hymnial“ haben Fleet Foxes ein schnuckeliges Wintermärchen geschaffen, das bei einer warmen Tasse Tee und gutem Gebäck einfach nicht fehlen darf.

 

The Last Shadow Puppets – Wondrous Place

Dass wir große Fans des Projektes The Last Shadow Puppets sind, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Und wie der Zufall es halt will, hat unsere Mediathek uns auf folgenden Song verwiesen. Nicht nur der Rythmus tendiert in Richtung Weihnachten, sondern auch das Einsetzen des Tambourins lässt doch sehr an die ewig eingesetzten Glockenspiele erinnern.

Courteeners – Lullaby

Ach, da ist er der Geist der Weihnacht. Liebe, Luv, Amore. Und wenn man sich jetzt zu dieser cheesy Nummer auch noch ein paar süße Glocken vorstellt, ist die Stimmung doch perfekt, oder?

Florence + The Machine – Cosmic Love

Bei diesen tollen Lichtern, wird doch jeder Hobbygärtner und Weihnachtsdeko-Fetischist neidisch. Das Laub im Video lässt zwar eher auf Herbst vermuten, aber hey Erderwämung lässt grüßen. Außerdem würde die Stimme der Sängerin jeden Weihnachtschor vor Scham erröten lassen.

 

The 1975 – Chocolate

„Chocolate“ ist durch seinen Namen aber wie dafür gemacht einen großen Schokonikolaus zu verputzen.

 

The Rifles – Tangled Up In Love

Die Nummer bleibt nach ihrem Fauxpas auf Twitter wohl der letzte große Hit von The Rifles. Schade eigentlich, denn musikalisch schwankten die Musiker immer zwischen Indie-Pub und tollen, gefühlvollen Songs. PS: UKIP ist scheisse.

Honne – Warm On A Cold Night

Wer sitzt nicht an Heiligabend gerne mit seinen Liebsten zusammen und kuschelt einfach mal eine Runde? Honne fassen dies in ihrem Song „Warm On A Cold Night“ perfekt zusammen und ebnen somit den Weg für ein harmonisches Weihnachten.

Alex Turner – Piledriver Waltz

Alex Turner ist der einzige Mensch, der es gleich zwei Mal in die Liste geschafft hat. Kein Wunder, denn kaum ein anderer Musiker aus dem grobgefächerten Bereich des Indie beherrscht das Spiel zwischen Gefühl und Witz so gut wie er. Mit „Piledriver Waltz“ hat er nicht nur eine Nummer für Liebesbefürtige, sondern auch für unsere Weihnachtsliste geschrieben.

Dan Croll – Home

Der Folk-Effekt hat wieder zugeschlagen. Dan Croll du kleiner Halunke hast es doch tatsächlich geschafft dich mit dieser tollen Nummer in die Liste hier einzuschleichen. Wir gönnen es dir. Frohe Weihnachten!

Es gibt auch durchaus Weihnachtssongs, die man problemlos hören kann:

Chuck Berry – Run Rudolph Run

„Johnny Be Good“ als Weihnachts-Edition? Klingt fast zu gut, um wahr zu sein: Chuck Berry hat dies im Jahr 1958 aber tatsächlich so umgesetzt.

 

Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys – Schneeflocken in Calabria

Mehr Kitsch geht nicht! Und das seit den 80ern. Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys wissen, wie sie ihre treue Fanbase glücklich machen. Buon Natale!

The Pogues – Fairytale Of New York

Legenden! Nuff said.

Bright Eyes – Blue Christmas

… weil Weihnachten manchmal auch Resignation ist. Hier am Beispiel von „Blue Christmas“.

Sufjan Stevens – Christmas In the Room

Indie-Christmas hat einen Namen: Sufjan Stevens. Der Musiker hat das Thema in den letzten Jahren durchgespielt, wie kaum jemand anderes.

Björk – Jólakotturinn

Du stehst auf Weihnachtslieder, die in isländischer Folklore wurzeln? Björk (wer auch sonst) ist die Person für dich. ¨

LCD Soundsystem – Christmas Will Break Your Heart

Selbst der größte Daddy der Indie-Disko wird an Weihnachten zu einem Santa mit dem berühmten Wohlfühlbauch. Eine Legende besagt nämlich, dass sich James Murphy jedes Jahr um Weihnachten herum mit einem roten Mantel gesehen wird. Ob sich hinter dem Musiker und Produzenten vielleicht der Weihnachtsmann versteckt?

Mehr gute Weihnachtssongs gibt es hier

 

Search Yiu hat uns verraten zu welchen Songs er auf Partys am meisten abgeht (+Interview)

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Search Yiu // © Iga Drobisz

Dass nicht Berlin, sondern Landau die Talentschmiede des deutschen Musikgeschäfts ist, ist seit dem Erfolg von Sizarr längst bekannt. Inzwischen haben aber auch Acts wie Drangsal oder eben Search Yiu ihre eigene Basis geschaffen. Besonders Search Yiu hat hier seinen eigenen, kreativen Weg eingeschlagen. Mit einer Mischung aus RnB, Ambient und Hip-Hop ist er wohl der nächste große Scheiss der Berliner Hipster, die dann wieder laut schreien, das sie doch die ersten waren, die auf die Musik abgefahren sind. Search Yiu sieht dem Ganzen aber eher gelassen entgegen und geht nach dem Motto Netflix&Chill an die Sache heran.

Mit anderen Leuten zusammenzuarbeiten gibt Songs immer neuen Pepp, wie ich finde.

Hey, vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst The Postie ein paar Fragen zu beantworten! Lass uns dann auch gleich anfangen. Momentan tourst du ja mit Sizarr durch das Land. Wie läuft es bis jetzt und gibt’s irgendwelche besonderen Momente, die du hervorheben möchtest?

Bisher haben wir nur eine Show supportet. Es hätte eigentlich in Zürich losgehen sollen, aber als wir früh morgens gen Schweiz wollten, merkten wir, dass der Tourbus aufgebrochen wurde. Es wurde leider viel geklaut und obwohl der Bus am selben Tag gefixt und Ersatzinstrumente zusammengeholt wurden, war es leider zu spät, um in Zürich zu spielen. Das war ein beschissener Moment, aber in Köln hatten wir eine super Zeit vor vielen Leuten. Also ein schöner Auftakt. In Bielefeld stoßen wir dann wieder zu den Sizarrs für 4 Tage, ich freue mich.

Es ist aber nicht nur die Tour, die dich und Sizarr verbindet, richtig? Kannst du uns vielleicht ein wenig mehr über deine Beziehung zu der Band erzählen?

Wir sind alle im selben Dorf (Godramstein) aufgewachsen. Wir kennen uns also seit dem Kindergarten bzw. Grundschule. Wir sehen uns häufig, haben eine gute Zeit und sie haben mich stets unterstützt, so auch bei der Musik. Philipp spielt auch in meiner Live Band an der Gitarre. Ich habe sie allesamt sehr lieb.

Deine Songtitel tragen oft aufregende Namen wie „MTVBoy“ oder „NBAStreet“ und könnten ohne die passende Musik dazu zu hören auch von Money Boy stammen. Sind dir die Titel wichtig und wie kommt es dazu?

Haha da ist was dran. Wobei Money Boys Songtitel wohl nicht zu toppen sind. Meine Titel beziehen sich so gut wie nie auf den Inhalt. Ich versuche welche zu finden, die nicht nach Herzschmerz oder Liebe klingen und die es eher seltener gibt. Ich habe mal ‚MTV‘ im Urban Dictionary eingegeben (lol) und bin dann irgendwie auf MTVboy gekommen. Und natürlich habe ich fast alle Shows auf MTV gemocht…’Next’, ‚Pimp My Ride’, ‚Cribs’ ‚MTV Masters’ ect. NBA Street war mein Lieblings Playstationspiel damals. Also nur Begriffe, die mich prägten, aber sich nicht auf die deprimierenden Texte beziehen.

Manche deiner Songs haben einen fast schon sakral anmutenden Charakter. Willst du vielleicht ein wenig über deine Einflüsse und Herangehensweise plaudern?

Bis ich 19 Jahre alt war habe ich nichts außer Hip Hop und RnB gehört, das hat mich dementsprechend viel geprägt. Um auf den „sakral“ anmutenden Charakter zu kommen, mit Kirche oder Religion habe ich nichts am Hut, die Vorliebe für chormäßige Gesänge kommen wohl eher von den Ambient-Einflüssen wie beispielsweise Grouper, die ich sehr verehre.

Was die Herangehensweise an Songs angeht, läuft es bei mir eigentlich immer gleich ab. Ich beginne mit Ableton ein paar Chords über die ich etwas einsinge und darauf dann alles aufbaue. Zur Fertigstellung von Songs arbeite ich am liebsten mit Freunden zusammen, meine Mitbewohner (Drangsal und Kalk Raus, welcher das Album auch mixt und mastert) sind beteiligt und auch Philipp von Sizarr. Mit anderen Leuten zusammenzuarbeiten gibt Songs immer neuen Pepp, wie ich finde.

So dann kämen wir auch schon zur letzten Frage, um die kein Musiker herum kommt. Wie sieht für dich ein perfekter Freitagabend aus?

Mit Freundinnen/Freunden auf dem Bett abhängen, Netflix schauen, Essen bestellen. Ab und an auch gerne raus gehen, aber dafür hat man ja noch den Samstag.

Auf der folgenden Seite findet ihr die Songs zu denen Search Yiu auf Party am meisten abgeht.

Bones – WhatWasThat?

Bones höre ich täglich rauf und runter, er macht einfach alles richtig…eignet sich auch für Feten.

R. Kelly – Thoia Thoing

Ein toller Song! Einer der bescheuertsten Texte, aber ein toller Song.

Quiltland – Zenith

Ich liebe ihre Musik. Dieser Song nimmt mich jedes mal ein.

Skrillex & Diplo with Justin Bieber – Where Are Ü Now

Diplo mochte ich schon immer, Justin sowieso, und Skirllex hat einen genialen Refrain gezaubert.

MGS – O.T.S.

Bis auf den letzten Verse ein Banger.

Soulja Boy – Ridin Round

Soulja Boy macht viel Mist, aber ist irgendwie auch faszinierend…diesen Track mag ich sehr.

 

Kanye West – All Day

Kennt wohl jeder, funktioniert immer!

Vår – No One Dances Quite Like My Brothers

Über diesen Track würde ich mich enorm freuen bei einer Feier, für zwischendurch wäre das sehr schön.

The Weeknd – The Hills

Für mich ist Beauty Behind the Madness das Album des Jahres.

 

Travis Scott – Ok Alright (ft. ScHoolboy Q)

Ich habe drei, vier Anläufe gebraucht, bis ich das Album liebte. Diesen Song allerdings von Anfang an.

Bone Crusher – We Never Scared

Immer noch ein Hit.

 

The Postie präsentiert: The Paper Kites auf Tour

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Die Australier von The Paper Kites kommen Anfang nächsten Jahres für mehrere Termine nach Deutschland.

Vier Jahre mussten wir nun warten bis Musiker von The Paper Kites mit einer neuen Platte um die Ecke kommen. twelvefour nennt sich der neue Longplayer der Band aus Melbourne und erscheint am 8. Januar. Und eines kann man jetzt bereits feststellen: die Band ist bewusst nicht auf ihren eigenen Hype-Train aufgesprungen, sondern hat sich völlig losgelöst von vorherigen Lobhuldigungen auf ihre neue Platte konzentriert. So kann die neue Platte durchaus als Konzeptalbum gesehen werden bei dem das Quintett ihr Künstlerdasein und ihre Kreativität voll ausschöpfen wollten und konnte.

Aufgenommen wurde die Platte Anfang 2015 in Seattle in Zusammenarbeit mit dem Grammy-nominierten Phil Ek, der auch schon bei Acts wie Father John Misty, Fleet Foxes oder The Shins seine Finger mit ihm Spiel hatte. Mit Songs wie „Revelator Eyes“ oder „Electric Indigo“ hat The Paper Kites uns bereits einen Ausblick gegeben in welche Richtung die mit Spannung erwartete Platte gehen könnte. Da die Band selbst aber nicht als Studioband, sondern eher als exzellente Liveband bekannt ist, lässt sie sich es natürlich nicht nehmen Anfang 2016 durch Deutschland zu touren. Diese Tour wird mit großem Stolz von The Postie präsentiert und so solltet ihr die Augen aufhalten was zukünftige Verlosungen angeht.

Hier kann man die Band live sehen:

27.01.2016 München, Orangehouse
28.01.2016 Nürnberg, MUZ Club
29.01.2016 Berlin, Musik & Frieden
30.01.2016 Hamburg, Molotow
31.01.2016 Köln, Studio 672
04.02.2016 Heidelberg, Halle 02 Club

Das Video zu „Revelator Eyes“ gibt’s hier:

Vimeo

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Prêt à écouter 8: Rangleklods

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In den Pantheon des elektronischen Pop

Das diesjährige Prêt à écouter ist noch stärker auf Geheimtipps ausgerichtet als die Ausgabe von 2014. Für Kodiak Deathbeds, Alex Vargas und the Slow Show kann die Verleihung des Mercury Prize an Benjamin Clementine deshalb nur ein gutes Zeichen bedeuten. Auf der anderen Seite gibt es in diesem Jahr keinen Act, der es an Berühmtheit mit Metronomy aufnehmen könnte – am nächsten dran sind Deerhunter, die die Konzertreihe letzte Woche eröffnet haben. Der Verzicht auf einen großen Headliner hat den Effekt, dass die Wahl des Festivalhighlights umso mehr die persönliche Angelegenheit jedes Besuchers ist. Unsere Wahl fällt wohl vorschnell auf Rangleklods, die mit ihrem Konzert am vergangenen Mittwoch gezeigt haben, dass sie in den Pantheon des experimentellen Pop-Electro gehören, neben Nicolas Jaar und Mount Kimbie.

Als Vorband spielt das Kölner Duo Waking Up In Stereo. Deren Electro kann leider live nicht so begeistern, was zum Teil auch daran liegt, dass von der Lesung von Theresia Enzensberger kurz zuvor noch die Sitzblöcke im Raum stehen und sich instinktiv alle hinsetzen. Immerhin haben die beiden Spaß, ihre Musik wirkt auch für die Boxen zuhause interessant. Es ist nur leider extrem laut, was sich auch beim Auftritt des Hauptacts nicht bessern wird. Bei der Lautstärke, mit der Rangleklods ihre Songs in den halbvollen Saal dröhnen, ist die Schmerzgrenze leider einmal zu oft erreicht.

Was einem zuerst auffällt, als Rangleklods in den ersten Song starten, ist die Aura von Esben Andersen. Der Däne bewegt sich wie ein Schamane über die Bühne, während er singt. Steht er an seinem Mischpult, wird er zu einem begeisterten Jungen, der gerade zum ersten Mal das Sampling Pad entdeckt. Pernille Smith-Sivertsen, die andere Hälfte von Rangleklods, wirkt dagegen konzentriert, aber nicht weniger von der Musik begeistert, egal ob sie singt, auf dem Pad trommelt oder eine Art E-Klarinette spielt. Bei zwei Songs kommt auch ein Gerät zum Einsatz, mit dem Andersen per Handbewegung die Effekte kontrollieren kann, wie eine Mischung aus Theremin und Sampling Pad. Schwer zu beschreiben, umso beeindrucker, mitanzusehen, wie er den Song zusammenpresst, herunterdrückt und wieder freigibt. Überhaupt erinnert die Art, wie Rangleklods ihre Musik (live und im Studio) präsentieren, an Turntablism: Die Songs werden immer interessant gehalten, indem sie mit Sounds überladen und von Effekten beeinträchtigt werden, ohne dass dabei der Rhythmus verloren geht.

Mit gerade einmal zwei Alben und einer EP im Gepäck spielt das Duo eine bunte Mischung aus alten und neuen Songs. Am Anfang stehen „Behaviour“ von der Home EP und „Schoolgirls“ von Straitjacket, am Ende mit „Lost U“ und „Young & Dumb“ nochmal zwei große Hits. Was dazwischen passiert, bewegt sich von theatralischen Popsongs über entschleunigte Experimente wie „Dry Me Out“ bis hin zum großen EDM-Ausbruch in der Mitte des Konzerts. Dass man sich plötzlich fast wie bei einem Rusko Set fühlt, bringt die Zuschauer entweder zum Tanzen – oder zum Lachen. Den Move haben sie ihrer Landsfrau Mö abgeschaut, die live ebenfalls unerwartet in Dubstep-Territorium abdriften kann. Mag man gut finden oder nicht, die Freude am Experimentieren mit elektronischer Musik passt jedenfalls gut zum ähnlich gewagten Programm des diesjährigen Enjoy Jazz. Der Karlstorbahnhof zeigt sich zum zwanzigsten Jubiläum mehr denn je als der vorwärtsgewandteste Konzertsaal Heidelbergs.

Dass der Auftritt von Rangleklods den Spagat zwischen avantgardistischer Clubmusik und konzertfähigem Electropop schlägt, liegt zum Teil auch an den Einflüssen, die live noch deutlicher zutage treten: Chicago House, Synthpop und Disco aus den 80ern, aber auch Dream Pop à la „Nightcall“, the xx und langsamer, bedrückender Techno. Mitunter kann das klanglich recht aggressiv werden, dann erinnern die Soundwände an den Noise Ambient von Oneohtrix Point Never. Sowohl Andersen als auch Smith-Sivertsen haben außergewöhnliche Stimmen, die den Songs Gestalt geben und dadurch sehr zum Sound beitragen. Live sind diese aber leider mit zu viel Hall belegt, ein bisschen klangliche Nacktheit hätte an einigen Stellen gut getan. Abgesehen davon schaffen es Rangleklods an diesem Abend aber sehr gut, die Grenzen zwischen Clubmusik, Sound Art und Pop verschwimmen zu lassen. Vielleicht wirkt der Geheimtipp-Effekt ja auch bei den Dänen.

Prêt à écouter 8: Ariel Pink

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I fink u freeky and I like you a lot

Das Schicksal von Steve Moore ist ein Paradebeispiel für die Art, in der das Internet und seine Memes Einfluss auf die reale Welt nehmen. Der Schlagzeuger, der durch ein Youtube-Video als Mad Drummer oder „drummer at the wrong gig“ bekannt wurde, hat durch seine 15 Minuten Webfame weltweit Anerkennung von Schlagzeugmagazinen und Drummern bekommen und trat auf einem Drum Festival sogar als Headliner mit Mike Portnoy auf. Grund dafür, dass das Video vor fünf Jahren viral ging, war sein akrobatisches Gehabe, das im Kontext des eher unspektakulären Classic Rock Songs von ZZ Top lächerlich exzessiv wirkte. Gleichzeitig war es irgendwie bewundernswert, mit welcher Energie Moore als Drummer einer Coverband volksfesttaugliche Pop/Rock Hits in „over the top performances“ verwandelte.

Einen ähnlichen Effekt hat ein Konzert von Ariel Pink. Zwar war der Drummer am vergangenen Freitag nicht unnötig virtuos – im Gegenteil, er wirkte stellenweise wie ein Aushilfsdrummer, der zwar die komplizierten Rhythmen der Songs kennt, aber die einfachen Übergänge schludrig dahinspielt. In seiner Gesamtheit war der Auftritt der siebenköpfigen Band aber so übertrieben, dass man als Zuschauer erst kopfschüttelnd gelacht hat und dann doch ziemlich begeistert war. Ariel Rosenberg (so Pinks bürgerlicher Name) hat nämlich im Laufe des Abends mehr als einmal die Grenze zwischen Kitsch und Kunst übertreten.

Im Nachhinein ist der Kontrast zur Vorband dadurch umso stärker. Jack Name treten als zwei Musiknerds auf, die ihre eigenwilligen Songs ohne Atempausen herunterspielen. Einer sitzend, einer stehend, geht zwar der Showgehalt gegen Null. Musikalisch ist das dafür geradezu hypnotisierend, zwischen Shoegaze, weirdem Electropop und extrem verzerrten Gitarrensoli. Auf ihre eigene Art sind Jack Name auch ein bisschen over the top, aber deutlich ernster als der Hauptact.

Pink in Siegerpose // © Philipp Fischer.
Pink in Siegerpose // © Philipp Fischer.

Ariel Pink startet hingegen ohne Umschweife mit den Hits: Mit „White Freckles“, „Four Shadows“ und „Lipstick“ reproduzieren er und seine Band den energetischen Anfang von pom pom, Pinks letztem Album, auf der Bühne. Zwischen Haunted Graffiti Songs und dem Cover von „Baby“, das seit ein paar Jahren zu Pinks Repertoire gehört, spielen sie im Laufe des Konzerts die restlichen Ohrwürmer der unglaublichen starken ersten Hälfte von pom pom, die alle mit viel Theatralik und trotzdem oder gerade deshalb sehr ansteckend dem Publikum dargeboten werden.

Gerade live merkt man, dass jenes Album trotz der fast schon irrwitzigen Eklektizität sein eingängigstes ist. Einer der Höhepunkte ist „Dinosaur Carebears“, das mit der Aneinanderreihung von Orientalischem, Post-Punk, Zirkusmelodie und entspanntem Dub musikalische Schizophrenie live zum berauschenden Mindfuck macht. Wenn er stattdessen bei Songs wie „West Coast Calamities“ wie eine unzufriedene Kreuzung zwischen Freddy Mercury und Ian Curtis ins Mikro jammert, funktioniert das weniger gut. Von den Hautend Graffiti Songs kann einzig das minimalistische, aber gesanglich umso beeindruckendere „Nostradamus & Me“ überzeugen.

Nach „Netherlands“ ruft das Publikum zehn Minuten lang nach einer Zugabe, doch die bleibt ihm verwehrt. Der nur in Bikini, Gürtel und Cowboyhut gekleidete Drummer erhält beim Abgang von der Bühne nochmal einen fast so großen Applaus wie Pink selbst, der mit seiner exzentrischen Art das Gegenteil von Deerhunter Bradford Cox ist. Den Spitznamen, den das Internet ihm gegeben hat, ist nicht etwa Mad Singer, sondern sogar King of the Freaks. Gleichzeitig wird er für seine kontroversen Meinungen der Frauenfeindlichkeit bezichtigt. Das Konzert im Karlstorbahnhof zeigt mal wieder, dass man Kunst und Künstler trennen muss. Ariel Pink mag ein provokanter Freak sein, als Songwriter und Entertainer sorgt er jedoch vor allem für eine Sache: gute Laune.

Setlist:

White Freckles
Four Shadows
Lipstick
Gettin‘ High in the Morning
Nostradamus & Me
Dinosaur Carebears
Bright Lit Blue Skies
Only in My Dreams
Put Your Number in My Phone
West Coast Calamities
One on One
One Summer Night
Baby
Menopause Man
Not Enough Violence
Netherlands


 

Prêt à écouter 8: Deerhunter

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Als Musik noch nicht Meta war

Bevor ich etwas zu dem ersten Konzert des achten Prêt à écouter Festivals schreiben kann, muss ich eine Sache klarstellen: Ich bin kein Deerhunter Fan. Klar, ich habe vor dem Konzert im Karlstorbahnhof meine Hausaufgaben gemacht. Aber trotzdem ich mir Monomania und Halcyon Digest über die Jahre immer wieder angehört habe, konnten mich Bradford Cox und seine Jugendfreunde nie wirklich überzeugen. Warum, konnte ich bis vorgestern nicht sagen.

Bevor ich mich erneut der Band und meinem Unverständnis ihrer enormen Anziehungskraft – der Karlstorbahnhof ist brechend voll – widmen kann, spielt Cox als Atlas Sound die Vorband. Viel elektronischer klingt das, mehr nach einer Ein-Mann-Version von Beach House. Oder, wie ein Zuschauer sagt: „Das könnte auch von dem David Lynch Album sein.“ Der hagere Cox weiß durchaus, wie man Atmosphäre schafft. Selbst zu diesem Zeitpunkt ist der Saal gut gefüllt, auch wenn Atlas Sound nicht mit dem Material von Deerhunter mithalten kann und Cox‘ Charisma noch nicht zum Vorschein tritt.

Jenes Charisma ist einer der Gründe, weshalb Deerhunter live nicht mit den Alben-Deerhunter zu vergleichen sind. Entgegen der Maxime „Traue nie einem Mann, der eine Trucker Cap trägt“ schafft Cox immer wieder, das Publikum für sich zu gewinnen, indem er Geschichten erzählt und Fassbinder zum besten Filmemacher des 20. Jahrhunderts erklärt. Er weiß, dass ein guter Frontmann nicht nur Songs ansagt, sondern den Zuschauern das Gefühl gibt, er sei ein alter Freund. Während das Quartett zu Anfang noch durch die Songs rast und das Konzert zu einer kurzweiligen Erfahrung macht, nutzen sie die zweite Hälfte, die Zuschauer mit ausgedehnten Jams davon zu überzeugen, dass sie mehr sind als eine einfache Liveband. Was bei „Desire Lines“ auch auf Platte klappt, funktioniert bei den meisten Songs nur auf der Bühne: Die Band aus Atlanta, Georgia braucht Raum, Songs wie „Fluorescent Grey“ oder „Agoraphobia“ zu entfalten. Bei ersterem Song holt Cox sogar noch einen Zuschauer auf die Bühne, der die Gitarre in die Hand gedrückt kriegt und zur Geräuschkulisse beiträgt. Währenddessen stürzt sich der Frontmann auf sein Keyboard und richtet damit wohltuendes Unheil an.

Man fühlt sich um 20 Jahre zurückgeworfen, in eine Zeit, als Musik noch nicht Meta und „post rock“ war, nach Loveless und vor Kid A. Die Einflüsse von My Bloody Valentine treten live besser zutage, das Drumming von Moses Archuleta gibt der Musik manchmal eine krautige Kante. Eine weitere große Erkenntnis ist, dass ein Konzert von Deerhunter ziemlich noisy ist. Plötzlich erinnert Cox an Thurston Moore, der ebenfalls früh seinen eigenen Weg finden musste und auf ähnliche Weise den Eindruck vermittelt, machen zu können, was er will, ohne sich zu sorgen, was dabei herauskommt. Das werden mir später auch Archuleta und Gitarrist Lockett Pundt bezeugen, die schon seit Anfang an bzw. seit dem zweiten Album dabei sind. Dass Cox der Motor von Deerhunter ist, bestreiten sie nicht, aber sie sind mehr als nur seine Backing Band. Ob sie sonst so mühelos zwischen Songs von ihren EPs und dem neuen Material von Fading Frontier hin- und herwechseln könnten, kann man bezweifeln.

Die Zuschauer jedenfalls sind begeistert und dieser Rezensent ist es auch. Die Albumversion von „Agoraphobia“ ist nur ein Echo der Freiheit, mit der sie live spielen. Die letzte Band, die rückwärts gewandte Rockmusik so selbstsicher und scheinbar ohne körperliche Grenzen gespielt hat, war Ought – ebenfalls im Karlstorbahnhof und ebenfalls Auslöser einer Epiphanie. Ich bin zwar immer noch kein richtiger Fan. Die nächste Tournee werde ich mir aber auf keinen Fall entgehen lassen.

Setlist:

Desire Lines
Breaker
Duplex Planet
Revival
Don’t Cry
Living My Life
Rainwater Cassette Exchange
All the Same
Take Care
Nothing Ever Happened

Ad Astra
Fluorescent Grey
Cover Me (Slowly)
Agoraphobia

Deerhunter live beim Pitchfork Music Festival Paris:

http://www.dailymotion.com/video/x3ag66o_deerhunter-full-concert-live-pitchfork-festival-2015_music