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Jon Hopkins liefert mit „Emerald Rush“ den ultimativen Festival-Soundtrack

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Massive! Das würde man in Großbritannien wohl zu der neuen Single „Emerald Rush“ von Jon Hopkins sagen. Sein neues Album wird im Mai erscheinen. 

Jon Hopins hat sein erstes Album seit fünf Jahren angekündigt und mit „Emerald Rush“ gibt es nun auch eine erste Single zu hören. In gedrosseltem Tempo schlagen die erhellenden Beats auf einen ein. Ein Soundteppich aus emotional aufgeladenen Akk0rden legt sich über den kompletten Song, wie man es sonst von Moderat kennt. Die Single ist ein erster Teaser aus dem am 4. Mai erscheinenden Album „Singularity“ und mit Sicherheit einer der Festival-Hymnen des Sommers. Der Brite tritt in Deutschland unter anderem auf dem Melt! Festival und beim Maifeld Derby auf. 

Das Video zu „Emerald Rush“ stammt von Robert Hunter und Elliot Dear. Das animierte Video zeigt wie ein junger Typ durch eine Iris geschleudert wird, wach wird und sich auf eine unbestimmte Reise begibt. Nur mit einem Hoodie bewaffnet macht er sich auf den Weg durch unendliche Wälder. Dort trifft er eine seltsame Käfer-Spezies, die ihn zu einer Höhle führen wird. 

Superorganism – Superorganism

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Das Pop-Kollektiv Superorganism hat nach langem Warten endlich sein gleichnamiges Debütalbum veröffentlicht und bereichert uns mit seinem originellen und modernen Sound.

Superorganism könnten nicht mehr den Puls unserer Zeit treffen. Global und digital sind zwei Elemente die nicht nur ihre Musik ausmachen, sondern in ihre Musik eingebunden werden. Was für viele Künstler ein langer Prozess ist, gelang den 8 Musikern von Superorganism in kürzester Zeit: sie haben ein Konzept, welches sie erfolgreich in ihre Musik einbringen können. Sie untermalen ihre Songs mit einem außergewöhnlichen visuellen Augenschmaus. Hypnotisierende Katzen, surfende Shrimps, farbenfrohe Muster und natürlich Leadsängerin Orono Noguchi sind nur ein paar Auszüge aus den Visuals die das Kollektiv um die zehn Songs in ihrem ersten Album erschuf.

Musikalisch bewegen sie sich recht experimentell zwischen Indie Dance und Psychedelic Pop. Ihre erste Single “Something for your M.I.N.D”, die Anfang 2017 erschien, schaffte es auf den Soundtrack von FIFA 2018. Die Single ist verspielt und erinnert leicht an die Produktionen der britischen Sängerin M.I.A. Die sanfte Stimme der Japanerin Orono Noguchi sowie die kreativen Samples machen die Songs von Superorganism einzigartig und man hört schnell, dass selbst die multikulturellen Einflüsse ihren Weg in deren Musik gefunden haben. Das Zusammenspiel aus Rhythmus, Gitarren und Autohupen in dem Track “Relax” erinnern an traditionelle Geisha Teehaus-Musik und die Riffs in “Everybody wants to be famous” könnten von einem sonnigen Tag an den Stränden Hawaiis inspiriert sein.

Bei dem internationalen Background der Gruppe nicht überraschend. Das Kollektiv zählt Mitglieder aus Großbritannien, Japan, Südkorea, Australien und Neuseeland. Alle, bis auf die Koreanerin Soul, leben mittlerweile in einem großen Haus im östlichen London und haben aus ihrem Zuhause bereits ein Studio für ihre Arbeit gemacht. Ein wahrer Musikertraum. Unter den Voraussetzungen kann man davon ausgehen, dass wir noch mehr von der quirlig-kreativen Gruppe hören werden. Zu hoffen bleibt nur, dass ihr Stil weiterhin originell und einzigartig bleibt.

Beste Songs: Reflections On The Screen, Nai’s March, Relax

Vö: 02.03.2018 //Domino// GoodToGo

Sam Vance-Law – Homotopia

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Sam Vance-Law gehört zu den Künstlern, die bereits vor ihrem ersten Album auf dem Radar vieler aufmerksamer Musikliebhaber auftauchten. Nun ist die Wartezeit vorüber und sein Debüt „Homotopia“ ist im Musikregal und bei diversen Streamingdiensten zu finden.

Wenn nicht mit offenem Munde vor Bewunderung gegenüber des jungen Kanadiers, dann wenigstens mit offenen Ohren – so sollte man Sam Vance-Law begegnen. Musikalisch betrachtet, entspricht er einem Benjamin Button. Denn wo andere sich in jungen Jahren dem Pop verschreiben und erst im fortgeschrittenen Alter zur Klassik finden, sah es bei ihm umgekehrt aus. Noch mit 16 Jahren galt sein Interesse der klassischen Musik, was sich erst beim Umzug von England zurück nach Kanada änderte. In Edmonton hatten seine neuen Freunde fast nichts mit klassischer Musik zu tun und spielten in Rock-, Pop-, Punk- und Noise-Bands, erzählte uns Sam Vance-Law kürzlich im Interview. Da habe er sich direkt in die Stimmung und die Lieder verliebt. Mit dem ersten Album „Homotopia“ stellt er den Versuch an, auf seine Art und Weise diese zwei musikalischen Welten zusammenzubringen.

Kammermusikalischer Pop mit Ohrwurmfaktor

Der Opener „Wanted To“ der Platte macht direkt deutlich, dass ihm das Zusammenbringen der musikalischen Welten gelingt. Der Song beginnt mit Streichern, harmoniert mit einem Klavier und Sam Vance-Laws sanfter Bariton-Stimme. Mit dem Titel „Homotopia“ gibt er den insgesamt 10 Songs eine Überschrift, die thematisch alle Songs durchziehen wird. So handelt der erste Song davon, mit einem Jungen tanzen zu wollen. Der zweite Song „Let’s Get Married“ beweist zum einen, wieso Vance-Laws Musik gerne als „kammermusikalischer Pop“ beschrieben wird und zum anderen unterstreicht er hier seine eigenen Wurzeln. In England war er nämlich Teil des Choir of New College Oxford und chorische Elemente lassen sich auch in diesem Track finden.

„Prettyboy“ kündigte „Homotopia“ als erste Singleauskopplung an: ein kräftiger Song mit hohem Ohrwurmfaktor aber dennoch mit einem ernsten Unterton. Zunächst heißt es: „All the straight boys want him/And all the pretty girls wanna look just like him/’Cause he’s fine“. Dann aber: „But all the straight boys hunt me / And no the pretty girls don’t mean a thing to me / I’m not fine, not fine.“

 

Yes, I would sleep with myself

Bei „Narcissus 2.0“ wird eine weitere Fassette des Musikers deutlich: Humor. Denn hier modernisiert er die Geschichte aus der griechischen Mythologie des Narziss, der niemand anderen liebte als sich selbst. Schließlich verliebte sich dieser in sein eigenes Spiegelbild. In Vance-Laws Worten heißt dies in der Version 2.0: „Yes, I would sleep with myself, if I were just a bit younger“. „Stat. Rap“ und „Isle Of Man“ machen beide die orchestralen Momente des Albums stark. Mit „Gayby“ folgt die aktuellste Singleauskopplung. Auch hier wieder ein feiner, aber tiefer Song. Im Video dazu spielende Kinder, bunte Hintergründe, Shirts und viele Süßigkeiten von Muffins über Torte und Donuts.

Konstantin Gropper als Mitproduzent

Darauf folgt „Faggot“, dieser Song ist wohl der rockigste und auch wütendste Track auf „Homotopia“. „I Think We Should Take It Fast“ ist ebenfalls einer der drei bereits vor dem Album erschienenen Songs. Interessant ist, dass Sam Vance-Law alles andere als schnell ist, sondern betrunken im Video vielmehr umher torkelt. In der Wahlheimat Berlin scheint er neue Freundschaften geknüpft zu haben, die sich auch im Video nachverfolgen lassen. Denn dort erkennt man Drangsal, der schon im Clip zu „Prettyboy“ dabei war. Außerdem sind unter anderem noch Search Yiu und Wallis Bird als Teile des Casts zu entdecken. Gut vernetzt ist er also, der gebürtige Kanadier.

„Bye Bye Baby“ ist weniger ein Abschied, sondern vermittelt vielmehr ein positives Gefühl, alle Songs direkt noch einmal anhören zu wollen. Hier beweist der Künstler aufs Neue, dass ihm die Vereinbarkeit von klassisch-orchestraler Musik mit Pop gelingt.
Sam Vance-Law definiert sich durch das Inspirieren und Inspiriertwerden und daraus entstehende Zusammenarbeit und Freundschaft. Wo ihn die Freunde in Edmonton zu anderen Genres führten, so geschah es auch in Berlin. Dort lernte er beispielsweise Konstantin Gropper kennen und spielte zunächst Violine bei dessen Band Get Well Soon. Die Begeisterung des musikalischen Schaffens beruhte auf Gegenseitigkeit und verwunderlich ist daher nicht, dass Konstantin Gropper bei „Homotopia“ mitproduzierte.

Im bereits erwähnten Interview mit uns antwortete er auf die Frage, was er den Hörern bezüglich des Titels „Homotopia“ und der Thematik der Homosexualität sagen wolle: „Die Lieder sind Geschichten über die Liebe und Hass und Sex und Familie und Ehe und Fantasien und Hamburgeressen und Tanzengehen und alles, was alle Menschen machen. Natürlich sind es auch Geschichten, die aus einer Perspektive kommen, die ein bisschen anders ist, als in den meisten Popsongs. Aber, egal was ich sage, es gibt nichts Besseres, als einfach reinzuhören.“ Somit sei Sam Vance-Law an dieser Stelle auch hier das letzte Wort gelassen und die Empfehlung gegeben, das Album selbst anzuhören. „Homotopia“ ist nämlich nicht eine Dystopie oder Utopie der erlebten Welt eines homosexuellen Mannes, sondern das Geschichtenerzählen eines Menschen über eine Welt, die jeder kennt und die sich nicht in Schubladen stecken lässt. Schon gar nicht in einen Dualismus, der sich ausschließlich durch die sexuelle Orientierung eines Menschen definiert.

 

Beste Songs: Prettyboy, Gayby
VÖ: 02.03.2018 // Caroline International // Universal Music

Foto: J. Konrad Schmidt

Das Bergensbølgen-Phänomen – Great News im Interview

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Great News // © Linn Heidi Stokkedal

Am 16. Februar erschien das Debüt der drei Norweger Even Kjelby, Kim Åge Furuhaug und Ole Kristian Einarsen. Mit ihrem Daze-Pop, einer Mischung aus Pop und Shoegaze bringen sie frischen Wind in die Gefilde des Indie-Pops. Im Interview zeigen die drei Jungs von Great News, dass sie obendrein einen ausgesprochen guten Humor haben.

Bergen wird nicht gerade selten als bedeutender Entstehungsort neuer Musik gehandelt – „Bergensbølgen“ lautet der Begriff, mit dem die Medien die musikalische Entwicklung bezeichneten, die Anfang der 90er Jahre und in den 2000ern von Künstlern aus der norwegischen Hauptstadt ausging. Glücklicherweise wurde niemand dabei verletzt, scherzen die drei Jungs von Great News als sie in Bezug auf die Musiklandschaft Norwegens im Interview über das Phänomen sprechen. Wir finden: Kein Wunder, dass es für den Einfluss der Musik aus Bergen bereits einen Namen gibt – auch Kjelby, Furuhaug und Einarsen machen mit ihrem Daze-Pop eine völlig neue Musikrichtung auf, sind gewissermaßen Vorreiter eines neuen Genres. Im Interview spricht das Trio außerdem über ihre Inspirationsquellen, die Produktion von „Wonderfault“ und ihre Zukunftspläne – und bringen uns dabei das ein oder andere Mal zum Schmunzeln.

Wie kam es zur Gründung eurer gemeinsamen Band?

Wir haben wie jede andere Band angefangen, denke ich. Drei Jungs, die ihre Zeit damit verbringen Musik zu machen. Even und Ole haben sich getroffen, als sie mit einem gemeinsamen Freund in einer Band spielten. Da hat Even schnell gemerkt, dass Ole das Zeug zu einem besten Freund hat und so gründeten sie ihre eigene Band.

Was inspiriert eure Musik?

Wir haben so viele verschiedene Inspirationsquellen. Aber die, bei denen wir uns einig sind, sind wohl Fleetwood Mac, AC/DC and Scatman John. Wir beziehen auch eine Menge Ideen von Filmkomponisten wie Thomas Newman and John Williams. Außerdem werden wir sehr von Gordon Ramsay und seinen Kochkünsten inspiriert – er ist offensichtlich sehr zornig, also muss sein Essen überirdisch schmecken! Und von dem berühmten Skifahrer Bjørn Dæhli, wie er durch den Schnee gleitet ist phänomenal.

Wie würdet ihr die Musiklandschaft Norwegens beschreiben? Gibt es irgendwelche Bands, die ihr uns empfehlen würdet?

Die norwegische Musiklandschaft ist sehr unvorhersehbar. Viele Hügel, Höhen und Tiefen, weißt du? Wir haben einige legendäre Berge und Flüsse, die man alle besuchen kann. Und von Bergen ausgehend gab es einmal eine Musikwelle, „bergensbølgen“ genannt, die mit großer Kraft über das ganze Land rollte. Viele Leute wurden davon beeinflusst, aber glücklicherweise wurde niemand verletzt. Wir leben auch alle in Iglus und reiten jeden Morgen auf Bären zur Arbeit.

Wir würden die Bands Young Dreams, Softcore Untd. und No States empfehlen. Sie sind wahre Leviathane – wenn ich das so sagen darf.

Ihr habt „Wonderfault“ alleine aufgenommen. Wie habt ihr das gemacht? Erzählt mir von euren Erfahrungen.

Wir haben das Album mit den Mitteln produziert, die uns zur Verfügung standen. Deshalb wollten wir keine Entschuldigungen hören, wie „Wir können mit den Aufnahmen nicht anfangen, weil uns dies oder das im Studio fehlt“.

Wir haben im Februar 2017 angefangen, an dem Album zu arbeiten und es im Februar 2018 veröffentlicht. Man könnte es damit vergleichen, einen Furz ein Jahr lang zurückhalten zu müssen: Wenn du ihn rauslässt, bist du etwas verlegen, aber gleichzeitig sehr stolz. Und du bist dir sehr unsicher, wie die Leute darauf reagieren werden. Manche werden sagen „Guter Job“, andere „‚Holy mother of titts‘, was ist falsch mit dir?“ Der ein oder andere wird sich daran wahrscheinlich nicht stören, weil er es gewöhnt ist, jeden Tag eine Menge Scheiße zu sehen und zu hören.


Was ist eure Definition von „Wonderfault“?

„Wonderfault“ ist etwas, das mit seinen Fehlern wunderschön ist und auch nicht komplett makellos sein muss, um schön zu sein.

Wie arbeitet ihr als Band zusammen? Gibt es eine Aufgabenteilung?

Even ist der Masseur, der überprüft, ob die anderen Bandmitglieder glücklich und in bester Gesundheit sind – für gewöhnlich sind sie das. Ole ist quasi so etwas wie unser Schraubschlüssel in den Zahnrädern. Er legt auch mal den Finger in die Wunde und hat die Aufgabe alles zu hinterfragen, was wir tun, sagen oder fühlen. Einmal hat er sogar seine eigene Existenz hinterfragt, das brachte nichts Gutes. Wir würden ihn doch nicht nach Indien oder irgendwohin reisen lassen, um seinen Sinn zu finden oder, Gott verbiete, sich selbst. Kim ist der ernannte Fahrer: Er arbeitet für Foodora (Lieferservice), deshalb bringt er uns immer Essen, wann auch immer wir hungrig sind. Außerdem ist er für uns als Tourmanager tätig.

Was sind eure Zukunftspläne? Welche Ziele möchtet ihr als Band noch erreichen?

Unser Plan für die nächste Zeit ist, nicht zu sterben und eine Taubenfarm zu eröffnen, auf der wir Tauben beibringen werden, Instrumente zu spielen, sodass wir eine Tauben-Jazzband gründen können… mit dem Namen „Tauben-Jazzband 3“. Wenn das erledigt ist, möchten wir mit Great News Ink durchstarten, wo wir Dinge verkaufen, von denen du noch nicht wusstest, dass du sie brauchst. Socken mit Fersenwärmern. Singende Staubsauger (Wir werden einfach eine Flöte reinstecken). Eine Laptop-Waschmaschine, in der du all deine Laptops reinigen kannst, bis sie neu und glänzend aussehen. Und natürlich die Hauptsache: Wir benutzen Schuhe für die Füße, aber was ist mit unseren Händen? Wir werden die Schuhindustrie mit „hand shoes“ beziehungsweise „shond“ revolutionieren.

Englische Version
How did Great News start out?

We startet out like any other band I guess. Three boys who spend their time playing music. Even and Ole met while playing in a band with a mutual friend. Even realized that Ole was best friend material so they soon found themselves starting their own band.

Where does the inspiration for your music come from? 

We have so many different sources of inspiration. But the ones we have most in common must be Fleetwood Mac, AC/DC and Scatman John. We also draw a lot from movie composers like Thomas Newman and John Williams. We are also very inspired by Gordon Ramsay and his cooking, he is apparently very angry so his food must taste like heaven. And the famous skier Bjørn Dæhli, his glide is phenomenal.

How would you describe the musical landscape in Norway? Are there any bands you would recommend?

The musical landscape in Norway is very unpredictable. Lots of hills, ups and downs you know. We have some legendary mountains and rivers, which all are possible to visit. In Bergen we had a music wave called „bergensbølgen“, it washed over the country with great force. A lot of people was effected by it, but luckily no one was hurt. We also live in igloos and ride bears to work every morning.

We would recommend the groups YOUNG DREAMS and a rap group called SOFTCORE UNTD., and a band called NO STATES. They are true leviathans. If I’m allowed to write that.

You recorded „Wonderfault“ on your own. How did you do this? Tell me about your experiences.

We made this album with what we had available. So we don’t want to hear any excuses like „we can start recording yet cus we lack this and that in the studio“.

We started working on the album in February 2017 and pooped it out to the public February 2018. So u could compare it to holding in a poop for a year. When you let it out you’re a bit embarrassed but also very proud. And you’re real uncertain how people will react to it. Some will say „good job“ some say „holy mother of titts, what is wrong with you?“ Someone will probably not be affected by it at all cause they’re used to seeing and hearing a lot of shit on a daily basis.

What is your definition of „Wonderfault“?

The definition of Wonderfault is something that is beautifully broken or not needing to be completely flawless to be beautiful.

How do you work together as a band? Is there any division of tasks?

Even is the massage guy who checks in on the other guys to see if they’re happy and in good health, usually they are. Ole is the wrench in the gears. His job is to question everything we do, say or feel. He even questioned his own existence once, he came up with nothing lucky for us. We wouldn’t want him traveling off to India or something to find meaning, or god forbid, himself. Kim is the designated driver. He works for Foodora (food service) so he brings us food whenever we’re hungry. He’s also the tour manager.

What are your plans for the future? Which goals do you want to achieve as a band?

Our plan for the next decade is not to die, start a pigeon farm, where we’re going to teach them to play instruments so we can make a pigeon jazz band called… Pigeon Jazz Band 3. When that is done we’re gonna start Great News ink where we sell things you didn’t even know you needed. Socks with heel warmers. Singing vacuum cleaners. (We’re probably just gonna stick a flute to it). A laptop washing machine where you can put all the laptops in your household and hose them down to look all new and shiny. And of course the main thing. We use shoes for our feet but what about our hands? We’re going to revolutionize the shoe industry with hand shoes or “shond” if you will.

So war es bei Grandbrothers in Leipzig

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Mit ihrer sympathischen Art und einer beeindruckenden Klanglandschaft erwärmten Erol Sarp und Lukas Vogel alias Grandbrothers am 1. März die Herzen des Publikums im ältesten Lichtspieltheater Leipzigs.

Ganz ruhig war es, als Erol Sarp und Lukas Vogel, besser bekannt als das Duo Grandbrothers, die Bühne des Leipziger UT Connewitz betraten und den Konzertraum mit Klang erfüllten. Der Konzertflügel, das Instrument des Abends, schien bestens an diesen Ort zu passen – umrahmt von der ehrwürdigen Steinkulisse des alten Lichtspieltheaters. Allerlei Apparaturen und Kabel, rund um den Flügel befestigt und im Halbdunkel nur zu erahnen, wurden nun nach und nach in Bewegung gesetzt. Diese besondere Mischung aus klassischen Kompositionen und elektronischer Klangästhetik war es wohl auch, die ein so bunt gemischtes Publikum an diesem Abend ins UT Connewitz zog. Lange warten musste man auf die Band des Abends nicht – auf eine Vorband wurde verzichtet. Die Frage zu beantworten, welcher Künstler den Abend für Sarp und Vogel passend eröffnet hätte, wäre wohl sowieso ein schwieriges Unterfangen gewesen.

„Schön, dass ihr trotz der Kälte zu unserem Konzert gekommen seid“, begrüßte das Duo ihr Publikum nach dem ersten Stück. Mit ihrer sympathischen Art bringen sie den ein oder anderen direkt zum Schmunzeln, als sie erklären, dass sie hin und wieder kurz pausieren müssen, um die Hämmerchen, mit dem der Konzertflügel präpariert wurde, erneut in Position zu bringen. Eine genaue Erklärung der Konstruktion folgte dann einige Songs später: Erol Sarp, der Mann am Flügel, zeigte geduldig, wie die verschiedenen Töne und Beats auf den unterschiedlichen Oberflächen – auf den Holz- und Metallteilen des Flügels – erzeugt werden. Durch das Hoch- und Runterpitchen, dem Loopen und der Verfremdung einzelner musikalischer Elemente am Computer entsteht schließlich die einzigartige elektronische Klangästhetik.

Grandbrothers // © Maria Posselt

Grandbrothers spielten an diesem Abend sowohl Stücke von ihrem 2017 veröffentlichten Album „Open“ als auch von ihrem Debüt „Dilation“. Hits wie „Bloodflow“ und „Rotor“ zogen das Publikum ebenso in den Bann wie ruhigere Stücke – beispielsweise „Honey“. Durch die Bühnengestaltung, bestehend aus horizontal angeordneten Lichtringen, hat das Duo an diesem Abend ein audiovisuelles Konzerterlebnis abgeliefert, das einen nachhaltigen Eindruck hinterließ und auch als Sitzkonzert durchaus gut funktionieren würde. Die charmante Art und Weise, mit der Erol Sarp und Lukas Vogel durch den Abend führten, erwärmte die Gemüter trotz kalter Außentemperaturen.

Das beste Release der Woche – Ilgen-Nur

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Ilgen-Nurs letztjährige Veröffentlichung „No Emotions“ verband Coming of age Storytelling mit Slacker Attitüde. Zweifelnde Texte über die Wirren der Adoleszenz, DIY Ästhetik und klare Ansagen zur deutschen Popkultur: Gut, dass Ilgen-Nur mit ihrer neuen Single „Matter of Time“ wieder da ist.

Ilgen-Nur Borali beklagt 2017 auf dem Pop-Kultur Berlin Festival die leider immer noch meist geringe Anzahl an weiblichen Acts in den Line-Ups der deutschen Mainstream Festivalszene. Betrachtet man 2018 die bisher zusammengestellten Lineups von Festivals wie dem Hurricane/Southside (65 Acts, davon fünf mit weiblicher Beteiligung) oder dem Rock am Ring (72 Acts, bei sieben steht auch eine Frau auf der Bühne), stellt man fest, dass das von der aus Stuttgart stammenden Indiemusikerin angesprochene Problem auch in diesem Jahr realer denn je ist. Natürlich ist es deswegen von enormer Wichtigkeit, dass sich Künstler*innen wie Ilgen-Nur, Mine oder Sookee  öffentlich gegen die strukturelle Ungleichheit, die hinter solchen Zahlen steckt, aussprechen, es wäre allerdings auch hilfreich, einen grundsätzlicheren Ansatz von Solidariät und Awareness über die gesamte Musikszene hinweg erkennen zu können.

Im selben Interview zweifelt Borali ein wenig verlegen daran, ob sie denn jetzt schon Teil der Popkultur wäre, die sie bisher eigentlich eher in betrachtender Haltung wahrgenommen hatte. Allein durch ihr Ansprechen der gerade genannten Probleme und zu gleichen Teilen durch ihre Kunst selbst, müsste man ein ziemliches Brett vor dem Kopf haben, wenn man sich diesem spannenden Teil aktueller popkultureller Entwicklung entziehen wollen würde. An wem ist es überhaupt festzulegen, wer und was denn nun zu diesem undefinierbaren Gebilde namens Pop zu zählen hat? Mit „Matter of Time“, der ersten Single im immer noch jungen Jahr, erweitert Borali ihre lyrische Bandbreite, während ihre Gitarren-Musik dem Indie der Erstlings-EP treu bleibt. Empathisch und emotional gesungen, sagt dir Ilgen-Nur: Durchhalten, irgendwann wird’s besser. Vielleicht sogar ganz bald. Die derzeit in Hamburg lebende Künstlerin ist ab März auf Tour auf Deutschland. Wer sich eine der interessantesten Indie Musikerinnen live auf der Bühne ansehen will, kann dies zum Beispiel am 08.03. in der Halle02 in Heidelberg, am 12.03. im E-Werk in Köln oder am 16.04. in der Berliner Columbiahalle anpeilen. Einfach mal mit jemandem hingehen, dem man frei nach Borali sagen kann: „Even the bags under your eyes are nice“.

CHVRCHES mit neuem Song „My Enemy“ und Albumtermin

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Was Anfang Februar noch ziemlich mysteriös angedeutet wurde, machen CHVRCHES jetzt dingfest: Es wird ein drittes Album geben. Ein weiterer Vorgeschmack ist nun der Song „My Enemy“.

Im noch jungen Monat Februar veröffentlichten Lauren Mayberry, Iain Cook und Martin Doherty den Track „Get Out“. Das Video dazu bot ganz viel Futter für Vermutungen. Nun ist klar: Im Mai wird ein neues Album erscheinen. Unter anderem erkannte man zudem im ersten Video den Sänger der Band The National Matt Berninger. Als aufmerksamer Beobachter entging einem dies nicht und man erhoffte bereits vor knapp vier Wochen ein Feature auf der kommenden Platte. Man erwischte Berninger in „Get Out“ beim Plakatieren und entdeckt in großen Lettern den Schriftzug „Friend or Foe“. Mit der aktuellen Veröffentlichung des Songs „My Enemy“ ist klar, dass Spürnasen mit der Hoffnung auf eine Zusammenarbeit mit dem National-Sänger recht behalten sollten.

Das dritte Album soll das bisher poplastigste der Band werden. Dennoch fährt „My Enemy“ deutlich ruhigere Töne auf. Mayberry und Berninger treten in einen Dialog. Es geht um Liebe, das Scheitern einer Beziehung und Schuldzuweisungen. Mayberry singt: „And you could be my remedy, if you could show me love.“ Wohingegen der Frontmann von The National entgegnet: „I got no more time to hear who you think you should blame. Because all your words are so vile, so vicious, so vain.“.

Die Hauptthematik des Songs deutet auch den Titel des Albums an. Es wird auf den Namen „Love is Dead“ hören und am 25. Mai 2018 erscheinen. Man darf gespannt sein, welche Vermutungen aus dem „Get Out“-Video sich noch bestätigen werden.

Hoch hinaus mit „Swangin'“ – blackwave veröffentlichen neuen Song

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Das belgische Hip Hop-Duo blackwave hat am 23. Februar ihre neue Single „Swangin'“ veröffentlicht. Nach ihrer ersten EP „Mic Check“, die 2017 herausgebracht wurde, bewiesen Willem Ardui und Jay Parker bereits, dass das nicht das Letzte war, was wir von den beiden Rappern hören werden. Mit „Swangin“ landen die beiden Antwerper einen nächsten Hit der uns abheben lässt.

Passend dazu präsentieren sich die beiden Musiker in ihrem Video zu „Swangin’” als Astronauten die auf Pepsi und Asia Nudeln stehen. In Raumanzügen glänzen sie in einem Moment als coole Rapper im All und im anderen Moment hängen sie lässig an einem Imbiss rum. Das Video erinnert an zwei coole (Weltraum-)Helden aus den 80er Jahren – die rappen und tanzen können. Die erfahrenen Musikvideoregisseure Aäron Beyers und Eloi Cyuzuzo Nsanzaband schaffen mit dem Video eine überaus passende visuelle Untermalung, in dem der Track bis auf den letzten Beat mit dem Video harmoniert.

Der R’n’B’-haltige Track ist eingängig und bedient sich einem Retro-Trompeten-Sample was ihm eine funkige Note verleiht und auch stilistisch an „Big Dreams“ erinnert. Mit den Zeilen „Up in Space like I’m Kubrick“ nimmt der R’n’B’-haltige Track mit dem scharfen Beat auch lyrisch Bezug zu Raum, Zeit und Materie und deutet auf Stanley Kubrick an, ein US-amerikanischer Regisseur, der bekannt dafür war, jede seiner Szenen bis ins Detail zu perfektionieren.

Mit der  Single „Swangin'“, die am 23. Februar auf Sony Belgium erschien und die erste Single aus ihrem kommenden Debütalbum ist, gelang den beiden belgischen Musikern eine humorvolle  Anknüpfung an ihren unverkennbaren Stil ohne dabei ihren musikalischen Anspruch zu verlieren.

Die besten Songs des Monats – #Feb

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Iceage // © Steve Gullick

Der Februar treibt die Launen nach unten, den Frühling vor sich her und mit uns einen schlechten Scherz. Wer bereits auf Frühling hoffte, sieht sich bitterkalt enttäuscht. Für die Wut gegen etwas, das sich so gar nicht ändern lässt, gibt es in unserer Liste der besten Songs des Monats dieses mal endlich wieder Punk.

Iceage – Catch It

Nach ihrem 2014er Album Plowing Into the Field of Love wurde die Band aus Kopenhagen für den originellen Genremix aus Americana und Post-Punk gelobt, als erfrischend ideenreich beschrieben Kritikerinnen von Rolling Stone bis Pitchfork das dritte Album der Dänen. Nach vier Jahren erscheint neben der Ankündigung einer Tournee durch Europa und die USA auch ein neuer Song, der sich im Vergleich zur ironischen Auseinandersetzung mit amerikanischer Gitarrenmusik des Vorgängeralbums weitaus düsterer und ernster ausgibt, inklusive schrubbend-chaotischem Finale. Elias Bender Rønnenfelt zieht seine Worte in die Länge, aufgewühlt und nachdenklich sinnt er vor sich hin, bis er zur Frage gelangt: „You want it, you want it again. Why don’t you come and ask me? I adore you my friend.“ Ob es Abneigung oder Verachtung sind, die in seiner Stimme durchdringen, bleibt unerklärt. Iceage lassen sich auf „Catch It“ in einen Strom aus kalter Wut fallen und finden im neuen Jahr zum Punk zurück. In stoisch dänischer Coolness, versteht sich.

Beach House – Lemon Glow

Nach der doppelten Albumveröffentlichung 2015 mit Depression Cherry und Thank Your Lucky Stars waren Fans des melancholischen Synthie Duos aus Baltimore für längere Zeit versorgt, was den Output der Band anging. Es stellte sich aber auch eine gewisse Festgefahrenheit im musikalischen Eindruck ein. Sphärische und irgendwie immer gleich anmutende Verzerrungen aus Hall und Synthies wurden zu einem Markenzeichen, das die Band nun 2018 mit ihrer ersten Single seit drei Jahren, die gleichzeitig die erste Veröffentlichung zum neuen Album, das noch im Frühling erscheinen soll, darstellt, zur Seite legt. „Lemon Glow“ ist weniger nachdenklich und wird von einer sich konsequent wiederholenden Synthie Line schier unaufhaltsam nach vorne geschoben. Victoria Legrand und Alex Scally zeigen, wie progressiv man sich vom immer noch um Themen wie Intimität und Zurückgezogenheit strukturierten lyrischen Grundgerüst entfernen kann, um seinen Stil perspektivisch zu erweitern. An Originalität verlieren Beach House dennoch nicht.

Die Nerven – Niemals

Was passiert, nachdem man den zweiten Vorboten zum neuen Album der Nerven gehört hat, fasst die Band aus Stuttgart ganz hervorragend in einem ihrer Instagram Posts zusammen. „Niemals“ ist weniger destruktiv als die erste Single „Frei“, lyrisch aber genauso spannend. „Finde niemals zu dir selbst“ ruft Sänger Max Rieger fast proklamierend und wiederholt seinen laut gedachten Gedanken im Refrain. Nagende Unklarheit ob des eigenen Selbst und das kontinuierliche Thema der individuellen Auflösung setzen sich fort in Riegers Lyrik, auch auf dem am 20. April erscheinenden Album Fake werden erleuchtende Selbstfindung oder die berühmt-berüchtigte eigene Mitte höchstwahrscheinlich und glücklicherweise eher seltener Thema sein. Das „Nein“ des Punks, den ja jeder ganz frech und fesch schon tausend Mal begraben hat, hat sein Sprachrohr in den sich abkehrenden und verweigernden Texten Riegers sicher.

Twin Shadow – Saturdays (feat. HAIM)

Nachdem George Lewis Jr. bereits zwei Songs mit den HAIM Schwestern auf ihren letzten Alben Days Are Gone und Something To Tell You aufgenommen hat, dreht sich die Kombination der Musiker nun um 180 Grad und HAIM werden mit ihrem Feature für „Saturdays“ auf Twin Shadows nächster LP Caer zu hören sein. Dabei herausgekommen ist ein Synthie-Gitarren-Radio -Popsong, der so auch gut und gerne auf einer Kassette der eigenen Eltern zu finden sein könnte. Wie Lewis Jr. über die Gitarrenlicks hinwegsingt, wie Danielle Haim ihren ein wenig zu schmal geratenen Gesangspart enthusiastisch steigert, das erinnert dann doch an 80er Größen wie Prince, dessen „Little Red Corvette“ Twin Shadow und HAIM live bereits auch gemeinsam gecovert haben. Wer einen Song braucht, der erklärt, warum es Samstags doch viel schöner ist, zu zweit schmusend und mit vor Schmetterlingen überquellenden Schädeln zuhaus zu bleiben, der oder die höre hier mal genauer hin.

Isolation Berlin – Serotonin

Wo man sich selbst die Nächste ist, ist man sich selbst auch wahnsinnig egal. Wo es nichts mehr gibt, was einen noch aus dem beißenden Frost des Selbsthasses holt, da gibt es keinen Menschen mehr, der sich nach dir sehnt und kein warmes Bett hält deine Einsamkeit vor der Tür. Dem lyrischen Ich geht es nach wie vor dreckig, in den Texten Tobias Bamborschkes. Der Rausch, die schale Übelkeit, das Selbstmitleid fließen durch die Straßen Berlins, wie grauer Schneematsch, der sich kalt und grau durch die Schuhsohlen drängt. Wo auf Und aus den Wolken tropft die Zeit noch versucht wurde, Verlust und Herzbruch zu ertragen, stellt sich auf Vergifte Dich fast gleichgültige Akzeptanz von Sinnlosigkeit und existenzieller Absurdität ein. „Sei doch nicht traurig, nein! Vergifte Dich!“ heißt es im Titelsong. Bamborschkes Figuren kämpfen sich weiterhin durch sich selbst, ohne Auflösung, ohne Ansatz einer Chance sich aus dem Sumpf des eigenen Charakters zu ziehen, es bleibt nur das Rauschgift. Mal im Chanson, mal im krachenden Punk.

Beach Fossils – Agony (Yung Lean Cover)

Als schlichtes Youtube Cover veröffentlicht, überzeugt die „Agony“ Version der Beach Fossils mit rudimentärem DIY Stil. Für das Video werden Handy- und Laptop-Aufnahmen zusammengebastelt und unter einen violetten Filter gelegt. Die Musik selbst besteht aus minimalistischen Drums, Piano-Synthies und dem ruhigen Gesang Dustin Payseurs. Melancholisch ist Yung Leans Original, melancholischer das Beach Fossils Cover. Der Song, der auf Stranger als Piano Ballade von der Angst in der Einsamkeit den Verstand zu verlieren erzählt, erfährt im Cover nahezu keine strukturelle Veränderung, es ist viel mehr Payseurs Stimme und der dezente Gitarreneinsatz, die „Agony“ zu einem ruhigen, sehr sphärischen Beach Fossils Stück machen.

Superorganism – Reflections On The Screen

Es wächst und wächst die Begeisterung für das achtköpfige Popkollektiv Superorganism aus London. Nach den Singles „Something For Your M.I.N.D.“ und „Everybody Wants To Be Famous“ macht sich auch „Reflections On The Screen“ weiterhin gut als Spannungsaufbauer für das am 02. März erscheinende Debütalbum. Tourstopps in London, Glasgow, Oslo oder Brighton sind bereits ausverkauft und auch die weit mehr über eine Million Klicks auf Youtube für „Everybody Wants To Be Famous“ lesen sich für die Band sicher ganz annehmbar. Wer mit dem Internet Pop der Band noch gar nichts anfangen kann, sollte sich unbedingt mal durch die wunderbare Homepage der Band klicken (Wer einen Weltraumwahl nicht gut findet, sollte vielleicht nochmal ins Bett gehen) oder kann sich hier ein bisschen genauer über Band und Musik informieren.

Car Seat Headrest – Beach Life-In-Death

2011 nimmt der damals 19 Jahre alte Will Toledo die LP Twin Fantasy auf, sein angeblich sechstes Album unter dem Namen Car Seat Headrest. Fast durchgängig erzählt dieses Konzeptalbum von der gerade zu Ende gegangenen Beziehung zu einem Mann aus Toledos direktem Umfeld, manisch und getrieben von der Angst, an der Trennung kaputt zu gehen, verrückt und aufgelöst. „Beach Life-In-Death“ ist 13 Minuten Low-Fi-Punk und noch nicht einmal der längste Song des Albums. Toledos Gitarre wird wie ihr Besitzer durch die sich verändernden Schichten des Songs gejagt, rastlos und kurz vor dem Durchdrehen torkelt er durch die 19 Strophen, ohne dabei einen einzigen sich wiederholenden Chorus aufzufinden. Twin Fantasy, das für die Neuveröffentlichung nochmals neu aufgenommen wurde, zeigt Toledo als sensiblen Songwriter, dessen Figuren weit davon entfernt sind, sich im Strudel aus Zerbrechlichkeit und emotionaler Überforderung zurecht finden zu können.

Girlpool – Picturesong

„Picturesong is a word invented to explore what we create in each other when we want to feel deep love because of loneliness or otherwise, and brings into question the reality and delusion of the things we feel“. So beschreiben Girlpool ihren zum ersten des Monats veröffentlichten Song, der in Zusammenarbeit mit Dev Hynes, seines Zeichens Mastermind hinter Blood Orange, entstanden ist. Die ruhigen Melodien des Duos und das eindringliche Songwriting verbinden sich auf „Picturesong“ mit einem kurzen aber spannenden Gitarrenfinale. Hynes, der diesen Monat unter anderem die beiden Songs „Black History“ und „Christopher & 6“ veröffentlicht hat und davor in produzierender Funktion am Porches Album The House tätig war sagt über seine Zusammenarbeit mit Cleo Tucker und Harmony Tividad „I’m such a fan of Girlpool, and loved working with them. Their harmonies are some of my favourites that are out there“. Recht hat er, Besucherinnen der kommenden USA Tour des Duos freuen sich zurecht auf eine der interessantesten Bands des Jahres.

Wolf Alice – Boys (Charlie XCX & The Cure Cover)

Ja, das ist ein schlichtes „Like A Version“ Cover & per sé keine Neuveröffentlichung, aber hört euch diesen Mischmasch aus „Boys“ von Charlie XCX und dem Cure Klassiker „Boys Don’t Cry“ einfach mal an. Für einen kurzen Moment fällt es ganz leicht zu vergessen, warum es doch wunderbar ist, dass diese Band eben nicht immer so süßlich wie hier unterwegs ist.

Drangsal – Turmbau zu Babel

Über die Drangsal, ihre erste Single zum im April erscheinenden Album Zores haben wir im letzten Monat eigentlich genug geschrieben. Deswegen gibt’s Näheres zum Song hier und ein kunsthistorisches Schmankerl zum Video hier. Das Album erscheint am 27. April, bis dahin wird sich Max Gruber in Interviews wahrscheinlich noch ein wenig öfter damit herumschlagen müssen, eher als Remineszenz an Vergangenes, als als selbständiger Individualist wahrgenommen zu werden. Schade, hätte eigentlich nach den ewigen und ermüdenden Cure Vergleichen während der Begeisterung um Harieschaim auch mal genug sein können.