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Bon Iver kommt für ein exklusives Konzert nach Berlin

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Man darf sich freuen: Im Oktober kommt Bon Iver für eine Exklusiv-Show in die Hauptstadt und hat auch sein drittes Album „22, A Million“ im Gepäck.

Dass Bon Iver nicht nur auf Platte überzeugt, sondern auch auf der Bühne in Sachen futuristischen Folk große Ausrufezeichen setzt, ist bekannt. Umso trauriger war es, als sie vergangenes Jahr die Tourdaten absagen mussten. Justin Vernon und seine Band kündigten nun aber einige Europa-Daten an und Berlin ist auch dabei! Das letzte Album „22, A Million“ erschien bereits 2016 und so dürfte der Hunger, einige Songs auch live zu hören, enorm groß sein. Dass diese Ankündigung im Februar 2018 gemacht wird, ist gar nicht mal so unpassend: Denn hier jährt sich auch das erste Album des Ausnahmekünstlers: „For Emma, Forever Ago“ erschien 2008. Man darf sich also jetzt schon auf den Herbst freuen und sicherlich einen schönen Mix aller Alben erwarten.

Das Konzert wird am 26. Oktober 2018 in der Max-Schmeling-Halle in Berlin stattfinden. Der reguläre Vorverkauf der Tickets beginnt am Montag, dem 05.03.2018. Die glücklosen Besitzer einer Karte, der abgesagten Tour dürfen hoffen diesmal mit dabei sein zu können. Für diejenigen wird bereits morgen 10.00 Uhr ein exklusiver Vorverkauf gestartet. Hoffentlich klappt diesmal alles! 

 

Eine autobiografische Reise – Gewinne 1×2 Karten für das Konzert von Tocotronic in Heidelberg

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Eineinhalb Jahre haben Tocotronic die Bühnen und Clubs gemieden.  Am 8. März spielen sie mit ihrem ihrem neuen Album „Die Unendlichkeit“ in der Heidelberger halle02 und haben mit Ilgen-Nur zusätzlich einen aufregenden Support mit dabei. 

Tocotronic ist keine übliche Band. Daher hat sich die anfängliche Verwirrung um das zwölfte Studioalbum der Band aus Hamburg relativ schnell wieder gelegt. Ein autobiografisches Album einer kompletten Band läuft einem halt doch nicht jeden zweiten Tag über den Weg. Das Leben des Dirk von Lowtzow wurde in 12 Kapitel gepackt und nennt sich als Ganzes „Die Unendlichkeit“. Ein Werk bei dem sich die deutsche Presselandschaft jubelnd in den Armen liegt. 

Tocotronic sind bei sich angekommen ohne dabei selbstreferenziell zu werden und bieten mit Songs wie „Electric Guitar“ oder „Hey Du“ jedem Individuum die Möglichkeit den gleichen Weg zu gehen. Die Band Tocotronic ist vielleicht so gut wie nie zuvor und beweisen dies nun auf ihrer Konzertreise. Sie bieten die Möglichkeit durch 25 Jahre Bandgeschichte zu reisen und haben mit Ilgen-Nur zusätzlich noch einen spannenden Support eingeladen. 

Slacker-Rock mit DIY-Charme von Ilgen-Nur

Die junge Musikerin macht lockeren Slacker-Rock mit viel Lo-Fi-Charme. Ihre erste EP „No Emotion“ wurde von Max Rieger (Die Nerven) aufgenommen und umfasst fünf „sad songs about growing up“. Die Single „Cool“ offenbart die Unsicherheiten junger Erwachsener, die durch steigende Mieten, den Druck bei der Jobsuche oder zwischenmenschlichen Beziehungen verursacht werden. 

The Postie verlost 1×2 Gästelistenplätze für das Konzert von Tocotronic am 8. März in der halle02 in Heidelberg. Die Bedingungen für den Lostopf sind das Liken des FB-Posts, unserer Facebook Page und das Verlinken eurer Begleitung. Der Einsendeschluss ist der 06.03. um 20:00. Die Allgemeinen Teilnahmebedingungen könnt ihr hier nachlesen.

Tickets gibt’s hier.

Ufo361 treibt das Marken-Game in seinem Video zu „BALENCIAGA“ auf die Spitze

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Still aus: Ufo 361 - "Balenciaga"

Im neuen Video des Berliner Rappers Ufo361 ist die Geburt eines Shirts der Marke Balenciaga zu sehen. „BALENCIAGA“ ist ein weiterer Ausschnitt aus dem am 13. April erscheinenden Album „808“.

Es könnte einer Szene aus Game Of Thrones entsprungen sein. Gleich zu Beginn des Videos zur Single „BALENCIAGA“ ist eine Frau in einer Waldhütte zu sehen, bei der offensichtlich gerade die Wehen eingesetzt haben. Lautes Gestöhne, dann ein Cut und der Betrachter findet sich in einer dunklen Industriehalle wieder. Neben einer weiteren weiblichen Protagonisten ist hier außerdem Ufo361 zu sehen. Komplett in Balenciaga gekleidet versteht sich. Und der Ton des Rappers ist gewohnt rau: es werden Gin-Flaschen zertrümmert und an Betonpfeiler uriniert.

Dann sieht man wie Ufo361 einem rot-leuchtenden Kreuz auf einem Hügel entgegenläuft. Genau in dem Moment springt die Kameraführung wieder in die Waldhütte und die Frau bringt vor einem Lagerfeuer ein Balenciaga-Shirt zur Welt. Mit diesen Bildern überspitzt der Berliner Rapper den herrschenden Markenwahn in der Trap-Szene. Regie führte der Berliner Christoph Szulecki und der Creative Producer des Videos ist Ufuk Bayraktar. Die spanische Marke Balenciaga gehört momentan in der Mode und Urban-Szene zu den angesagtesten Marken. Für Ufo361 steht sie in seiner neuesten Single sinnbildlich für seinen eigenen Erfolg. „BALENCIAGA“ ist ein weiterer Song aus seinem am 13. April erscheinenden Album „808“.

S. Carey – Hundred Acres

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Das dritte Album „Hundred Acres“ von S. Carey überzeugt durch Einfachheit, die absolut nicht langweilt. Es ist die warme Decke, die man sich in diesem kristallklaren Februar so sehr wünscht.

Carey besteht nicht nur aus Sean Carey selbst, sondern zählt noch Nick Ball, Zack Hanson, Jeremy Boettcher und Ben Lester dazu. Wer bei S. Carey kurz überlegt und sich der Gedanke einschleicht: „Ist das nicht der von…?“ – ja genau. S. Carey ist tatsächlich auch ein Mitglied der Band Bon Iver um deren Frontsänger Justin Vernon. Dass er aber auch mit seinem Solo-Projekt glänzt, zeigt sich nicht zuletzt auf der aktuellen Platte „Hundred Acres“. Die Bezüge zu Bon Iver sind nicht nur persönlicher Natur, sondern werden auch musikalisch sichtbar. Trotzdem gelingt es Carey mit seinem dritten Gesamtwerk eine ganz eigene Note zu kreieren, die er bereits in den Werken davor entwickelte.

Runde Symbiose aus Stimme und Instrumenten

„Rose Petals“ deutet direkt die Richtung an, welche die ganzen 10 Songs tragen werden: sanfte Gitarren-Pop-Musik. Dabei ist die Stimme von Sean Carey genauso weich, wie die im Titel genannten Rosenblüten. Der Opener trieft jedoch nicht vor Schnulzigkeit. Die Dornen der Rosen, an denen man sich stechen könnte, sucht man am glatt produzierten Song vergeblich, doch man vermisst sie auch nicht. Der zweite Song „Hideout“ kombiniert die Gitarre mit einem Klavier und kommt aufgeweckter daher, hält jedoch nicht vom Träumen ab. Mit jedem Song nimmt das Album an Fahrt auf, ohne dabei die gesetzten Angaben der Höchstgeschwindigkeit zu ignorieren. „Yellowstone“ definiert sich ebenfalls durch eine eingängige Einfachheit, die jedoch nicht plump wirkt und eine runde Symbiose aus Stimme und Instrumenten realisiert. Das enthaltene Spiel mit Gesang durch kanonische und loopähnliche Experimente steht für den schnelleren Charakter. „True North“ und „Emery“ repräsentieren wiederum Entschleunigung und den Gesamtton der Platte. Die Halbzeit erreicht man mit dem Titel, der für den Namen des Albums verantwortlich ist: „Hundred Acres“. „More I See“ folgt daraufhin und ist der Song, welcher vor knapp einer Woche als letzter Vorbote für das Album mit einem Video erschien. S. Carey zeigt sich auch hier mit einer Gitarre ausgestattet. Das Instrument scheint, so im Video, geradezu mit ihm verwachsen zu sein. Der Song zeigt auf, wie der Blick auf das Leben und sich selbst sein kann. Als Single-Auskopplung entschied man sich hier auch für den ohrwurmtauglichsten Song.

 

 

Neben „Hundred Acres“ und „More I See“ als Herzstücke des Albums, reiht sich noch „Fool’s Gold“ ein. Nein, der Song reiht sich nicht nur ein, sondern drängt sich bewusst noch vor die genannten Titel. S. Carey begründet die Wichtigkeit von „Fool’s Gold“ selbst: „This song is what started the whole record . . . everything came out of it and the vibe it created.” – und das hört man. Verwunderlich ist daher nicht, dass „Fool’s Gold“ bereits vor zwei Monaten dieses Album ankündigte. Die letzten beiden Titel „Have You Stopped to Notice“ und „Meadow Song“, folgt der charakteristischen Gesamtheit der Platte. Zum einen thematisieren sie den Blick auf die Welt, eine besondere Beachtung der Umgebung und die Naturverbundenheit. Zum anderen liefert S. Carey mit „Meadow Song“ erneut ein Spiel aus Instrumenten und Gesang. Schließlich führt er diese zwei Komponenten ad absurdum, indem er zeitweise die Stimme in den Hintergrund und die Instrumente in den Vordergrund erhebt, was besonders dem prominenten Einsatz von Streichern geschuldet ist.

Hörbare Unterstützung durch Sufjan Stevens und Gordi

„Hundred Acres“ entstand im Laufe einiger Jahre, das letzte Album „Range of Light“ wurde 2014 veröffentlicht. In der aktuellen Platte liegt ganz viel Herz und Handarbeit: Carey nahm die Songs bei sich zu Hause auf, mixte und produzierte diese dort. Für manche hörbaren Einflüsse und Zusammenarbeiten verließ er das heimische Studio. Hier sind beispielsweise Casey Foubert (Sufjan Stevens) und Sophie Payten (Gordi) als Unterstützer zu nennen.
Die Platte liefert nicht nur einen einheitlichen Klangteppich, sondern stellt auch den akustisch warmen Kakao dar. Außerdem eignet sich „Hundred Acres“ hervorragend als Soundtrack für Spaziergänge im noch kalten Februar. Diese winterlichen Spaziergänge muss man nicht zwingend über die lange Strecke der im Albumnamen verkündeten Maßeinheit zur Flächenbestimmung ausreizen, doch beim Hören der 10 Songs kann man sich schon schnell verlieren und die Zeit über die knapp 40 Minuten Spieldauer vollkommen vergessen.

 

Beste Songs: True North, All I See
VÖ: 23.02.2018 // Jagjaguwar

 

 

Nichts ist in Ordnung – Drangsal veröffentlicht das Video zu „Turmbau zu Babel“

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Max Gruber als Narziss – Drangsal reist mit seinem Video zu „Turmbau zu Babel“ durch die Kunstgeschichte und erinnert an altniederländische Malerei und weitere Absurditäten.

Drangsal als Narziss – besser hätten Fritz Schiffers und Drew Lint Max Gruber nicht in Szene setzen können. Narziss ist in der griechischen Mythologie der schöne Sohn eines Flussgottes, der sich in sein eigenes Spiegelbild verliebt und später tragischen Todes stirbt. In dem kunsthistorisch oft behandelten Thema erscheint unser Universalkritiker Max Gruber in seinem neuen Video zu „Turmbau zu Babel“. Neben der Haupthandlung des Narziss werden zudem auch noch eine verstaubte Drangsal und Nymphen mit Attributen gezeigt. Aufgelockert wird die Bildgewalt durch organische Fleischeslust.

Die Lippen in geronnener Milch, Fettaugen und roter Materie wirken anrüchig und abstoßend zugleich und greifen die Stimmung des neuen Songs von Drangsal auf. Doch nicht nur Narziss wird in dem Musikvideo kunsthistorisch wertvoll illustriert, sondern auch das Bildmotiv der Pieta. Es ist die Darstellung Marias als Mater Dolorosa mit dem Leichnam des vom Kreuz abgenommenen Jesus Christus, der hier natürlich von Max Gruber verkörpert wird. Die Stimmung des  in den CCC Filmstudios in Berlin gedrehten Videos lehnt sich durch den dunklen Hintergrund, die an Nymphen erinnernden Standbilder mit ihren Attributen wie dem Fisch und dem Getreide an die Genremalerei oder die Stilleben der Altniederländer an.

Max Gruber im Bildmotiv der Pieta

Neben Max Gruber sind außerdem Salome Kießling, Eric Wesemann, Marie-Madeleine Fuerl und Tim Marius von Dersch zu sehen. Es ist der erste Lustmacher aus dem am 27. April erscheinenden Album „Zores“. Der Longplayer wurde zusammen mit Markus Ganter und Max Rieger (Die Nerven) produziert.

Das beste Release der Woche – Porches

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Das beste Release der Woche wurde schon vor Wochen released. Macht nichts, das Video zu „Goodbye“ von Porches hat uns in den letzten Tagen besonders gut gefallen.

Aaron Maine kommt nicht ab von seiner metaphorischen Obsession: Ein Album namens The Pool, Songs, die wahlweise „Now The Water“, „Swimmer“ oder „Underwater“ heißen und im Video zur dritten Single des aktuellen Albums The House „Goodbye“ springt Maine im schmucken Anzug ohne zu zögern ins blaue Chlor eines Hallenbadbeckens. Es sind keine zwanzig Sekunden, die den New Yorker dabei zeigen, wie er sich seiner Klamotten entledigt und keine Miene verzieht, während die Luftbläschen um seinen Kopf herum empor steigen.Die Einsamkeit und das Alleine Sein sind sowohl auf The Pool als auch auf The House Hauptbestandteil der lyrischen Welt, die Maines Songs auch im Gerüst schneller Drum-Machines und Techno Anspielungen langsam und nachdenklich wirken lassen. Die Stimme des Sängers ist brüchig, eigentlich nicht zum Frontsänger-Dasein gemacht, manchmal überschlägt sie sich oder liegt merkwürdig abseits der übrigen Tonspuren und genau deswegen ergänzt sie die fragile, fast schüchterne Lyrik und macht Porches nahbar originell.

Auf „Goodbye“, einem der besten Songs auf The House fügen sich eine Piano Line, klar gehaltene Synthie Arrangements und ein einfacher Drum Beat zu einem wunderbar melancholischen Popsong, Porches sind für nicht mal drei Minuten ganz nah dran an dem Ideal, dem sie und ihr Sänger auf ihrem Album nachjagen. Der Song wächst, ist abgeschlossen und schafft damit das, was Maine, der das Album, wie seinen Vorgänger, in Eigenarbeit in seiner Wohnung aufgenommen hat, nicht die gesamte Struktur über halten kann, zu chaotisch und unfertig wirkt die Songauswahl auf The House. Sieht man sich das Video zu „Goodbye“ an, erscheint die Strukturlosigkeit, die Unsicherheit schon fast wieder gewollt, so schüchtern und isoliert, wie sich Maine in diesem kleinen Privatkonzert inszeniert. Porches gelingt es, trotz dem Hauch an Hipsterklischees, der vom Sound zum Visuellen allgegenwärtig zu spüren ist, nicht in anonyme Identitätslosigkeit abzudriften und vor allem durch Maines Lyrics die Nähe zur Aussage nicht zu verlieren. Wer diese Softness gerne näher erleben will, sollte sich um Tickets für die kommenden Termine der Tour kümmern, auf der auch vom 18. bis zum 20. April in Heidelberg, Berlin und Mainz gespielt wird.

So war es bei Faber in der halle02 in Heidelberg

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Stürmisch und drängend spielt sich Faber in die Herzen seines Publikums und lässt sich dabei zu Recht von der Menge feiern.

Der Faber-Hype zeigt sich vor allem an diesem Abend an der Fülle des Raumes – Ausverkauft heißt es am Ende des Abends. Und in der halle02 ist nach den ersten Takten der „Overtüre“ auch kein Durchkommen nach vorne mehr. „Als wir das letzte Mal hier waren, waren von euch so ca. 100 bis 200 Menschen da, jetzt seid ihr so viel mehr. Schön dass das mit dem Weitersagen so gut funktioniert hat“, berichtet Faber alias Julian Pollina mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen.

Allgemein ist alles was Faber an diesem Abend macht irgendwie zu cool für alles. So auch das Vintage-Bühnenbild aus großen Spiegeln und schummrigen Licht. Dabei lässt sich der Schweizer Singer-Songwriter von seinen Fans mit lauten Johlrufen, Klatscheinlagen und wildem Getanze feiern. Obwohl das Set erst langsam in Fahrt kommt, bilden sich schon zu „Widerstand“ die ersten ausgelassenen Tanz-Kreise. Ist zwar kein Platz da aber dann wird eben Platz gemacht in der Halle.

Faber @halle02 // © Jana Scheid
Faber @halle02 // © Jana Scheid

Zur Saloon-Melodie „Nichts“ gibt es dann die ersten Mitsing-Parts, die sich durch den ganzen Abend ziehen. Die markante Stimme von Faber geht von der ersten Minute an unter die Haut und besingt mal mitreißend, mal mitfühlend, mal nölend leiernd die frechen Texte. Dazu Folklore-Melodien vom Feinsten und hier und da ein paar Bläser und schon gibt es kein halten mehr.

Während mit „Sei ein Faber im Wind“, „Nichts und „Die Tram ist leer“ die Stimmung erst richtig auf den Siedepunkt kommt, wird es mit „Wem du’s heute kannst besorgen“ und „Brüstebeinarschgesicht“ erst richtig sexy im Raum. Überraschend für viele, die Faber an diesem Abend zum ersten Mal sehen, sind jedoch die in italienisch gesungenen Songs des Musikers. Doch nicht nur bekennt sich Faber hier zu seinen italienischen Wurzeln, auch spielt er phonologisch mit seinen Songs und so gibt es bei der Zugabe auch mal den Schlussakkord des ein oder anderen Songs auf Schweizerdeutsch.

Faber @halle02 // © Jana Scheid
Faber @halle02 // © Jana Scheid

Schluss ist nach der Zugabe jedoch noch lange nicht. Man hat das Gefühl Faber will gar nicht mehr gehen. So wird erstmal, der Gemütlichkeit wegen, der Bademantel übergeworfen und weitergespielt als gäbe es kein Morgen mehr. Immer wieder schließen instrumentalische Einlagen die Lücken zwischen den Songs. Und als wäre das ganze nicht schon groß genug, gibt es mit „So soll es sein“ und „Tausendfrankenlang“ den krönenden Abschluss. Feiern lässt sich Faber jedoch noch länger an diesem Abend.

Isolation Berlin – Vergifte Dich

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Zwei Jahre nach „Und aus den Wolken tropft die Zeit“ legen die vier Jungs von Isolation Berlin mit dem zweiten Studioalbum nach. Nahtlos knüpft „Vergifte Dich“ an die Gassenhauer des Debüts an – und das funktioniert hervorragend!

Mit „Aus den Wolken tropft die Zeit“ haben Isolation Berlin die Großstadtmelancholie massentauglich gemacht. Was nun folgt, sind laut ironischer Selbstaussage der Band die „unpersönlichsten Songs“, die sie bisher geschrieben haben. So unpersönlich sie angeblich auch sind, so sehr ähneln sie den Stücken des Debüts. Sowohl musikalisch als auch textlich schließt „Vergifte Dich“ lückenlos an seinen Vorgänger an. Der tiefsitzende Welthass von Sänger und Schreiberling Tobias Bamborschke ist noch längst nicht aus der Mode gekommen. In alter Tradition werden Herzen gebrochen, Theorien über das Dasein abgehandelt und alkoholische Getränke geleert.

Mit „Serotonin“ beginnt das neue Album in guter, alter Schunkelmanier, die stellenweise an deutsche Interpreten wie Vierkanttretlager erinnert. Wenn nichts mehr geht, dann geht immerhin noch der Pfandflaschenautomat, der selbst dem Leben der verzweifeltsten Seelen unter uns noch einen Sinn gibt. Mit dem zweiten Track, „Vergifte Dich“, kommt schließlich die rotzig-laute Attitüde zum Vorschein, die wir bereits mit dem Debüt kennen und lieben gelernt haben. Simple Schlagzeugrhytmen und Gitarrenriffs steigern sich, während Rauschgift als Alternative zur fehlenden Liebe und zum Seelenschmerz feilgeboten wird.

Aussichtslosigkeit, Verzweiflung und Misanthropie ziehen sich wie ein roter Faden durch die Songs des Albums. „Ich habe schon lange nicht mehr gelacht, und frage mich warum“, heißt es beispielsweise in „Wenn ich eins hasse, dann ist es mein Leben“ und auch der Titel „Die Leute“ strotzt nicht gerade vor Nächstenliebe.

Die Leute reden so viel Scheiße, es ist nicht zu glauben, nicht zu fassen. Die Leute reden so viel Blech, mir wird ganz schlecht.

Proberaum-Charme und dreckige Unperfektion sind die stetigen Begleiter der lyrischen Texte von Tobias Bamborschke. Dabei tingeln Isolation Berlin stets zwischen tieftrauriger Romantik wie in dem heißen Hit-Anwärter „Marie“ und drängenden, fast fiebrigen Melodien wie in „Kicks“, einer deutschen Übersetzung alter Joy Division-Stücke, hin und her. Langeweile ist ausgeschlossen: Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, geben Isolation Berlin preis, was sie von Gott und der Welt halten. Ehrlich währt bekanntlich am längsten, oder?

Eine Liebeserklärung an den Konzertflügel – Gewinne 1×2 Karten für das Konzert von Grandbrothers in Leipzig

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Am 1. März gastieren Erol Sarp und Lukas Vogel alias Grandbrothers im Leipziger UT Connewitz. The Postie verlost für das Konzert 1×2 Freikarten.

Nicht umsonst wurde die Musik der Grandbrothers bereits als „Chirurgie am offenen Herzen eines Konzertflügels“ bezeichnet. Die vielschichtigen Klangstrukturen aus den Bereichen Modern Classical, Jazz, Electronic und Ambient stammen alle aus einem einzigen Instrument – einem präparierten Flügel. Während Erol Sarp auf diesem spielt, erzeugt Lukas Vogel mittels selbstgebauter elektromechanischer Hämmer auf den Saiten und dem hölzernen Korpus völlig neue Rhythmen. Sämtliche scheinbar hörbaren, musikalischen Elemente – etwa Synthesizer, Cembalo oder elektronische Beats – sind Produkt der mechanisch ausgeklügelten Apparatur des Duos und werden durch Effekte und Loops live manipuliert. Die Kombination aus klassischen Klavierkompositionen und elektronischer Klangästhetik funktioniert auf diese Weise ohne synthetische Klangerzeuger – und ist eine Liebeserklärung an den Konzertflügel.

The Postie verlost 1×2 Gästelistenplätze für das Konzert von Grandbrothers am 1. März im UT Connewitz in Leipzig. Um am Gewinnspiel teilzunehmen, müsst ihr einfach nur unseren Facebook-Post und unsere Facebook-Seite liken und unter dem Beitrag kommentieren, wen ihr als Begleitung mitnehmen möchtet. Einsendeschluss ist am 27. Februar um 20 Uhr.

Tickets für das Konzert gibt es hier.