Diese weiblichen Acts mischen die deutsche Musikszene nicht nur am Wetlfrauentag auf

Es ist wieder Weltfrauentag. Bereits im vergangenen Jahr haben wir verschiedene Musikerinnen vorgestellt, die man im Auge behalten sollte. Diese Aufzählung wollen wir mit folgenden Acts ergänzen und auch noch einmal hervorheben, dass es nach wie vor gravierende Unterschiede im gesellschaftlichen Umgang mit Frauen gibt und es diese gilt zu ändern. Jetzt aber erst einmal auf euch/uns!

Diese weiblichen Acts haben wir euch im letzten Jahr vorgestellt. 

LAYLA

Sexismus im Deutschrap ist nichts Neues. Häufig sind die von Männern verfassten Texte voll mit frauenfeindlichen Zeilen und in ihrer Plumpheit kaum zu übertreffen. Wie man 2021 ganz charmant über Sexualität rappt, zeigt die vielseitige Künstlerin LAYLA. Vor allem in ihren Songs „So Smooth“ und der neuesten Single „Creamy“ zeigt die Berlinerin, dass sie kein Blatt vor dem Mund nimmt. Ganz egal, ob sie dabei sanfte R’n’B Sounds auflegt oder selbstbewusst wie in „Creamy“ rappt. LAYLA will Frauen unter anderem in ihrer sexuellen Selbstbestimmtheit empowern und kennt dabei keine Grenzen.

MULAY

Der Begriff der Enttabuisierung ist allgegenwärtig und doch begleiten uns unausgesprochene Tabus täglich. Mit ihrer Single „SHAME“ möchte sich Mulay von diesen Fesseln lösen und ruft zu mehr Selbstakzeptanz auf. Mulay ist eine in Berlin lebende Alternative/RnB Singer-Songwriterin, Produzentin und Künstlerin. Sie nutzt die Musik nach eigener Aussage auch als eine Art Therapie eines unterbewussten Hilfeschreis. „Schreiben ist für mich eine Art Therapie, eine Stimme meines Unterbewusstseins, die mir hilft mich selbst besser zu verstehen. Wie auch die Musik, ist es für mich eine Ausdrucksform ungefilterter Gedanken, Gefühle und innerer Konflikte“, erklärt sie.

LIZ

Haftbefehl kriegt Konkurrenz in der Gegend Frankfurt/Offenbach am Main: LIZ. Die junge Musikerin flowt mit ähnlich viel Energie wie ihr männlicher Kollege und liefert seit einiger Zeit Hit um Hit. Die Zeit nannte sie erst kürzlich „Deutschraps Rotstift“.

Verifiziert

Lo-Fi-Pop mit House-Einflüssen und Rap-Parts: So könnte man das Genre von Verifiziert aus Wien zusammenfassen, wenn man dies dann mag. Ihre Ambitionen zeigt sie mit ihrem neuesten Release „Schlaflos“, welches von Florida Juicy produziert wurde. Dieser ist Teil der Erotik Toy Records. Am besten checkt man die Künstlerin regelmäßig aus, damit man nicht sagen kann, man hätte es nicht gewusst, wenn der Hype erst einmal so richtig kickt.

BABYJOY

Ein frischer Wind weht durch Berlin Schöneberg. Seit 2017 wächst hier eine Nische im Deutschrap heran, die sich mittlerweile über Köln und Hamburg in ganz Deutschland verbreitet hat. Jetzt kommt Babyjoy – und klingt anders als alles, was wir aus dem Westen Berlins kennen.

BLOND

What? Ein Song über die Periode? Das will doch keiner hören! Wie – dann auch noch Texte über das große Geschäft? Auf öffentlichen Toiletten? Ekelhaft! Das ist ja alles gar nicht so ladylike! Die Band BLOND juckt das zum Glück alles mal so gar nicht – auch, wenn die Themen ihrer Musik dem ein oder anderen „Thorsten“ so gar nicht gefallen dürfte. Mit einer ordentlichen Schippe Authentizität und Selbstironie schrecken Nina, Lotta sowie Johann vor nichts zurück und behandeln Tabuthemen mit Humor. In ihrem Song „Thorsten“ rechnen sie mit Mansplaining ab – der Titel ist ein Synonym für all die Idioten, denen sie auf Tour begegnet sind und den Künstlerinnen hilfsbereit diese komplizierte Technik erklären wollten. Ach ja, voll nett, dieser Thorsten.

Steiner & Madlaina

Wenn man seit der Schule gemeinsam Musik macht und sich noch immer nicht auf die Nerven geht, ist das ein Zeichen für eine starke Freundschaft. Dies drücken Steiner & Madlaina nicht nur durch ihre musikalische Harmonie aus. Immer wieder erwähnen sie in Interviews, wie wichtig ihnen das Wirken in einer Band. Gemeinsam wollen sie gegen den in der Musikszene vorherrschenden Sexismus vorgehen.

Nura

Muss man Nura noch groß vorstellen? Sie gehört seit geraumer Zeit zu den stärksten Persönlichkeiten, die die deutsche Rapszene zu bieten hat. Ein Fakt, der diese These bestätigt? Wer ist denn mit seiner Biofrafie „Weißt du, was ich meine?“ für viele junge Frauen ein Vorbild?

VIVI

Auf ihrem Instagram-Channel beschreibt die Musikerin ihre Genre selbst als „GANGSTER POP in berlin“ und trifft damit ins Schwarze. Durch den Lo-Fi-Vibe vermittelt VIVI eine gelassene Stimmung und mit „Unsere Liebe ist wie Tegel Baby“ hat sie ganz nebenbei noch einen heißen Anwärter für Dating-App-Captions am Start.

KeKe

In „Ladies“ untermauert KeKe die Position von ihr als starker Frau. In dem gleichen Atemzug spricht sie aber auch allen anderen Frauen Mut zu sich selbstbewusst zu geben. So lange du dich als Frau fühlst, sollst du dich auch verdammt nochmal als Frau geben! Ganz egal was die gesellschaftliche Norm und Erwartung dieser Definition ist. Und genau deshalb ist sie dieses Jahr, wie auch letztes Jahr in unserer Liste zum Weltfrauentag.

YETUNDEY

Als Tochter eines Nigerianers und einer halb Französin schwebt YETUNDEY immer zwischen zwei Kulturen. Mit Rap kommt sie erst relativ spät in Kontakt, was auch mit ihrem Umzug nach Berlin zu tun hat. Von dort aus startet sie ihre musikalische Karriere. Mittlerweile gilt ihre einzigartiger Stil aus RnB, Rap und Grime als einer der spannendsten in der Szene, weshalb man in nächster Zeit noch mehr von YETUNDEY erwarten kann.

Gianni Mae

Gianni Mae lässt sich nicht gerne reinreden. Dies lässt sie in dem Interview, das sie der deutschen Vogue gegeben hat mit Aussagen wie „Man sollte einfach machen, was man will“, durchblicken. Damit steht sie genau für die Art von starke Frau, die es 2021 benötigt. Passend dazu ihr „Pussy Boomerang Freestyle“. Wir haben die Musikerin erst kürzlich in unserer Rubrik „New Heroes“ vorgestellt.

C’est Karma

Mit einer Stimme zwischen Björk und Fever Ray, der Energie von Idles und starkem gesellschaftlichen Aktivismus wird die luxemburgische Musikerin C’est Karma beschrieben. Würden wir auch so unterschreiben!

Ace Tee

Ace Tee hat für eine Künstlerin aus Deutschland einen ungewöhnlichen Werdegang. Mit „Bist du down?“ landete sie 2016 einen Hit, der im Ausland fast besser ankam als im eigenen Land. Vielleicht lag es daran, dass RnB auf Deutsch noch immer zu wenig Beachtung geschenkt wird. Vielleicht kam die sehr männlich geprägte Szene aber auch schlichtweg nicht mit dem Selbstbewusstsein der Musikerin klar. Mittlerweile hat sie sich international einen Namen gemacht. Erst kürzlich hat sie das Crack Magazine in einem längeren Beitrag gefeaturt.