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The Secret Sits im „Close Up“

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Neue Single mit Video vom Debüt Growings

Nächsten Monat erscheint Growings, die erste, crowdgefundete LP der Art Rocker von The Secret Sits. Mit „Close Up“ machen uns die Kölner den Mund wässrig und brechen nebenher eine Lanze für heimische, „brainy“ Popmusik. Die erste Single ist in der Albumversion deutlich subtiler und verhaltener als noch in ihrer Urfassung. Stellt euch Dutch Uncles‘ „Decided Knowledge“ als The Antlers-Coverversion vor und ihr kommt dem vertrackten Groove von „Close Up“ nahe. Im Video zum Song umkreisen und verrenken sich zwei Tänzerinnen in einer von Licht durchfluteten Halle wie zwei Geliebte im Laufe ihrer Beziehung. „Es geht um die Ambivalenz zwischenmenschlichen Verhaltens,“ so Schlagzeuger Jakob Lebsanft, „ein Sich-Näherkommen und Sich-Abstoßen. Um Machtgefälle innerhalb von Beziehungen, die Frage, wieviel Selbstaufgabe für soziales Verhalten nötig ist.“ Growings erscheint am 15. Mai über Bionic Records, eine Review werdet ihr demnächst bei uns lesen können.

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„Close Up“:


Fichon

Bitte, wer? (Waxahatchee, Manu Delago)

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Waxahatchee

Chan Marshall meets Bob Dylan: Waxahatchee // © Don Giovanni Records.
Chan Marshall meets Bob Dylan: Waxahatchee // © Don Giovanni Records.

Waxahatchee ist das Folk-Projekt von Katie Crutchfield, einer Sängerin/Gitarristin mit ungeschliffener Stimme und Fransenpony. Der Begriff „Folk“ ist allerdings mit Vorsicht zu genießen: Ihr zweites Album Cerulean Salt klingt stellenweise mehr nach Cat Powers Sadcore-Elegien. Anderswo schafft Crutchfield mit rudimentärer Instrumentierung und rhythmischem Gitarrenspiel eine gewisse Bob Dylan-Atmosphäre. Ihr neues Album Ivy Tripp ist noch keine zwei Wochen alt und hat durch die Bank gute Kritiken bekommen, genau wie Cerulean Salt. Wer Lo-Fi Singer/Songwriter Pop mag, wird Waxahatchee lieben. (Sonntag, 15:50-16:40, Fackelbühne)

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Manu Delago Handmade

Er hängt an seinem Instrument. HA. Ha. ha...: Manu Delago // © Manu Delago.
Er hängt an seinem Instrument. HA. Ha. ha…: Manu Delago // © Manu Delago.

Ihr wisst es vielleicht nicht, aber ihr habt Manu Delago wahrscheinlich schon einmal gehört. Der Österreicher ist wohl der berühmteste Hang Drum Spieler und hat auf Björks Biophilia für die höhlenartigen Sounds von „Virus“ gesorgt. Nach ein paar Soloalben hat er angefangen, mit elektronischen Beats zu spielen, die auf dem neuen Album Silver Kobalt ab und zu von Gesang unterstützt werden. Live tritt Delago mit seiner Band Manu Delago Handmade auf, die mit Kontrabass, Klavier und Drumpads den Bio-Sci-Fi Sound von Biophilia reproduziert. Wie oft hat man schon die Gelegenheit, die Hang in professionelleren Händen als denen von Straßenmusikern zu sehen? (Freitag, 22:10-23:00, Parcours d’Amour)

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Fichon

METZ teasen zweites Album mit „Spit You Out“ an

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Hardcore mit kreischender Sludge-Ecke

Oh wow, ich fühle mich gerade zehn Jahre in der Zeit zurückversetzt. Der Anfang des neuen METZ Songs „Spit You Out“ weckt Assoziationen zu den Mathcore Bands the Dillinger Escape Plan und Converge, deren Alben Miss Machine und Axe to Fall ich mit meiner Schulzeit verbinde und die immer noch zum Besten gehören, was jenes Genre hervorgebracht hat. „Spit You Out“ hat zwar wenig mit den komplexen Rhythmen von Dillinger, Converge und Konsorten zu tun, die Kanadier konzentrieren sich eher auf die stampfenden Drums und kreischenden Gitarren von Sludge und die Wut von Punk. Die Stiernacken-Energie kommt jedoch ziemlich nah an die von „We Are the Storm“ heran. Sänger Alex Edkins ist ein kleiner Nachwuchs-Greg Puciato, dem sein Organ für Jaulen und Grölen nicht zu schade ist. Das zweite Album von METZ mit dem Titel II erscheint am 8. Mai auf Sub Pop, danach spielen sie ein paar Europa-Konzerte.

METZ live:

17.06. – Brüssel (BE), Botanique – Rotonde
19.06. – Hilvarenbeek (NL), Best Kept Secret Festival
20.06. – Scheesel, Hurricane Festival
21.06. – Neuhausen ob Eck, Southside Festival
22.06. – Leipzig, Täubchenthal
24.06. – Berlin, Cassiopeia
25.06. – Köln, MTC

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Hört euch hier „Spit You Out“ an:


Fichon

Bitte, wer? (TOPS, The Garden )

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TOPS

Sonniger Blümchenpop: TOPS // © Kendall Stephenson
Sonniger Blümchenpop: TOPS // © Kendall Stephenson

Kanada das Land der normaleren Amerikaner. So in etwa stellen wohl viele unter uns sich den größeren Flecken Erde auf der Nordhalbkugel vor. Dass es jedoch eine Großzahl an guten, kanadischen Acts gibt unterschlägt man dabei leider oft. Einer davon ist definitiv TOPS! Das Viergespann musiziert nämlich locker vor sich hin und schafft so Popsongs, die so schön scheinen und glänzen wie eine zufriedene Seifenblase, die sich vom guten Wetter treiben lässt. Songs wie „Change Of Heart“ sind eigentlich das perfekte Beispiel für dieses Gefühl und da bleibt uns eigentlich nur noch ein Zitat vom Maifeld Derby wiederzugeben: das ist nicht nur top, sondern tiptop! (Samstag, 15.40-16.20, Fackelbühne)

The Garden

konzeptueller Punk: The Garden // © Pooneh Ghana
konzeptueller Punk: The Garden // © Pooneh Ghana

Die deutsche Sprache gibt so viele wunderschöne Wörter her mit denen man die beiden Musiker von The Garden assoziieren könnte. Rabauke, Lausbub, Lümmel, man könnte die Liste ewig lang weiterführen aber die Musik der Shears-Zwillinge sollte doch auch noch erläutert werden. Laut und wild sind die Begriffe, die einem als aller, allererstes einfallen, wenn man sich die Songs der Band anhört. Die Jungs selber sehen ihre Musik aber viel mehr als konzeptuellen Punk an und allein schon das Lesen des Begriffs wertet die eh schon sehr ansprechende Musik deutlich auf. Denn was vorher eher was für Punks und Pogowütige war, wird jetzt auch auf einmal für Hipster und Nerds cool. Wer von solch einer spannenden Mischung nicht genug bekommen kann, sollte sich The Garden auf keinen Fall entgehen lassen. (Samstag, 02.20-03.00, Brückenaward Zelt)


 

Yannick

MS MR sind zurück

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Bereits im Sommer soll ihr neues Album erscheinen.

Hinter dem vielsagenden und gleichzeitig nichtssagenden Bandnamen MS MR stehen die zwei Musiker Lizzy Plapinger und Max Hershenow. Mit einem Paukenschlag und der Single „Painted“ hat sich das Duo nun nach etwa zwei Jahren zurückgemeldet. Mit dieser Nummer wollen sie an die Erfolge von Songs wie „Hurricane“ nahtlos anknüpfen.

Im Sommer soll dann auch das bis dato namenlose Album folge. Wer es bis dahin nicht aushält kann die Band bereits am 04. Juni in der Berghain Kantine live miterleben. Außerdem werden die Musiker auch auf dem renommierten Doppelfestival Rock am Ring und Rock im Park die Menge zu Tanzen bringen.

Hier kann man sich das leckere Audio Video zu „Painted“ anschauen:


Facebook // Website

Yannick

Me and My Drummer sind auf Tour

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Das Tübinger Duo stellt neue Songs vor

Me and My Drummer, das sind Charlotte Brandi und Matze Pröllochs, die uns vor ein paar Jahren mit ihrem Dream Pop Debütalbum The Hawk, the Beak, the Prey etwas überrascht haben. Das „Me“ ist Brandis Klavierspiel und dramatischer Gesang, das „My Drummer“ erklärt sich von selbst. „Rain Kids“ ist immer noch einer meiner Lieblingssongs, wenn es um sich immer weiter entwickelnde, geradezu liquide Lieder geht. Nach zwei Jahren im Studio gehen Me and My Drummer wieder auf Tour, um Songs ihres kommenden, bis dato unbetitelten zweiten Albums vor Publikum zu testen.

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Me and My Drummer live:

24.04. – Hamburg, Molotow
25.04. – Oldenburg, Staatstheater – Internationale Tanztage
30.04. – Görlitz, Kühlhaus – Hexenfeuer Open Air
01.05. – Dresden, Societaetstheater
04.05. – München, Milla
05.05. – Stuttgart, Merlin
08.05. – Mainz, Schon Schön
09.05. – Bernau b. Berlin, Siebenklang Musikfestspiele

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„Heavy Weight“:


Fichon

JUNK.

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Garage Punk Kann so sweet sein.

Charmant sind sie ja auf jeden Fall die drei Musiker aus York. Nur das mit dem virtuosen Beherrschen der Instrumente mussten sie bei ihrer ersten EP namens Car noch ein wenig üben. Oder war es etwa doch gewollt? Wer weiß das heute schon noch so genau bei den ganzen Garage / Punk-Bands. Im zweiten Anlauf klingen die Gitarren auf einmal nämlich doch um etliches klarer. „Dirt In My Eye“ heißt das neue Baby des Trios und ist der perfekte Soundtrack für lange, sommernächtliche Fahrten mit dem Longboard und viel DIY-Zeug.

Wenn wir jetzt aber mal das stereotype Denken bei Seite lassen, müssen wir zugeben, dass JUNK. (mit Punkt) uns da schon einen ziemlich lässigen Sound darbieten. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Bands in dem Genre, haben die Briten ein gutes Gespür für angenehme Melodien. Die Single ist ein erster Einblick in ihre nächste EP Liquorice, die im Mai via CHUD Records erscheinen wird.

Für Fans von: Bleached, Dum Dum Girls, Demob Happy

 

Garage punk can be so sweet.

The three musicians from York are definitely charming. The only thing they need to practice a bit more in their first EP, entitled Car, is technical control over their instruments. Or was that maybe the intended sound? Who knows these days when it comes to garage/punk bands. On a second listen through, the guitars suddenly sound so much clearer. “Dirt In My Eye” is the name of the trio’s new baby and is the perfect soundtrack for long, summer night rides on your longboard, dressed from head to toe in clothes you patched together with your mum’s sewing tools the night before.

Now if we stop thinking in stereotypes and clear our minds, we have to admit that JUNK. (with a full stop) presents us with a pretty laid-back, casual sound. This may be because, in contrast to many other bands in the genre, the Brits are gifted with a good ear for soft melodies. The single is a first sneak peek at their next EP Liquorice, which will be released in May through CHUD Records.

For Fans of: Bleached, Dum Dum Girls, Demob Happy

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Yannick

übersetzt von: Rachel

Doldrums – The Air Conditioned Nightmare

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Um die schlechte Nachricht vorwegzunehmen: The Air Conditioned Nightmare klingt wie ein „Very Best of Doldrums‘ Influences“. Jeder der neuneinhalb Tracks des zweiten Albums von Eric „Airick“ Woodhead ruft eine oder zwei bestimmte Assoziationen hervor, die sich zusammen ein bisschen wie ein Querschnitt der elektronischen Musik der letzten zwanzig Jahre lesen. Ungewöhnlich für Woodhead, der 2013 mit seinem Debüt Lesser Evil die vorwärtsdenkende Electro-Szene Montreals (ShrinesVisions) weiter ins Internet-Unmenschliche trieb.

Doldrums‘ erstes Album für Sub Pop ist deutlich gezähmter als Lesser Evil. Bis auf die erste Single „HOTFOOT“, die noch am ehesten nach dem Fraktur-Pop des ersten Albums klingt, und das an Faithless erinnernde fast-schon-Drum’n’Bass Biest „My Friend Simjen“ sind die Songs überwiegend leicht verdaulich. „Industry City“ wird seinem Namen durch die stahlblauen Synthesizer und maschinellen Sounds gerecht, ist dabei aber lange nicht so harsch wie „Anomaly“ oder „Holographic Sandcastles“. Die bedrohliche Atmosphäre jener Songs bleibt im Kern die gleiche, nur fehlen auf The Air Conditioned Nightmare die Noise-Ausbrüche und harmonischen Achterbahnfahrten.

Mit Nightmare hat Woodhead einen Sprung in die Mitte des dunklen Electronica des letzten Jahrzehnts getan, mit Crystal Castles, Röyksopp und M83 als Nachbarn. „Video Hostage“ wäre auf The King of Limbs einer der besseren Tracks; „Funeral for Lightning“ erinnert mit seinem pulsierenden Bass und gedämpftem Drumtrack in Marschtempo an PVTs Depeche Mode-Hommage Homosapien. „We Awake“ macht sogar einen Schritt Richtung Moderat, mit mittlerem Erfolg. Die Stimme von Doldrums aus diesem Tributfest herauszuhören, fällt da nicht leicht – auch wenn Airick Woodheads Stimme so klar wie die eines Cyber-Engels über dem Dunkel seiner elektronischen Kompositionen schwebt. Mit dem zweiten Album ist Doldrums nicht mehr so sehr Ausdruck einer individuellen musikalischen Vision; Woodhead wirkt stattdessen wie ein Kurator.

All dem zum Trotz, und entgegen meiner Vorliebe für krude auditive Herausforderungen wie Lesser Evil, bin ich geneigt, The Air Conditioned Nightmare besser zu bewerten als den Vorgänger. Während Lesser Evil mit Textur und dem Kontrast von kantigen Rhythmen und dem in die Länge gezogenen, hellen Gesang ein Novum darstellte, ist Nightmare geschliffener und durchdachter, wie das Spiel mit Percussion auf „Blow Away“ beweist. Die „Avant Pop“-Waagschale schlägt diesmal Richtung Pop aus, was Doldrums auf Songwriter-Seite durchaus zum Guten gereicht.

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Beste Tracks: Loops, Video Hostage, Blow Away

VÖ: 10/04 // Sub Pop/Cargo Records

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Schaut euch hier das Video zu „Loops“ an:


Fichon

Bitte, wer? (Iceage, Thee Oh Sees)

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Iceage

Nicht der Film: Iceage // © Cali Dewitt.
Nicht der Film: Iceage // © Cali Dewitt.

Punk’s not dead, auch nicht in Dänemark. Ich musste zwar erst eine Google-Suche starten, um dänische Rockbands zu finden, und selbst dann kamen vor allem Einträge zu Volbeat und den Raveonettes. Iceage aber sind seit ein paar Jahren ziemlich angesagt, auf ihrem letzten Album Plowing Into the Field of Love haben die vier jungen Musiker (Jahrgänge ’91 und ’92) ihrem Punk sogar eklektische „Art-“ und „Post-“ Präfixe vorangestellt. Sänger Elias Bender Rønnenfelt ächzt und stöhnt sich über die mühselige, unruhige Instrumentierung hinweg, die neben dem normalen Punk-Kit auf Plowing noch Western-Gitarren und feierliche Trompete aufweist. Die Energie von Iceage soll Ohrenzeugen zufolge live noch mehr mitreißen als auf Platte. Trainiert nochmal schön eure Nackenmuskeln. (Samstag, 01:10-02:00, Brückenaward-Zelt)

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https://www.youtube.com/watch?v=7GcwXe1y5B4


Thee Oh Sees

Wer kriegt da bitte keine Lust auf live?: Thee Oh Sees // © Mini Van Photography.
Wer kriegt da bitte keine Lust auf live?: Thee Oh Sees // © Mini Van Photography.

John Dwyers Psych Rock Band Thee Oh Sees hatten bis vor einem Jahr einen Bassisten namens Petey Dammit!. Auch wenn Dwyer der Kopf hinter der Band ist, könnte man das Ausrufezeichen des Ex-Bassisten immer noch auf die Musik von Thee Oh Sees anwenden. Mal klingt es nach Psych Rock!, mal nach Garage! und Fuzz!, dann wieder nach Punk!. Mit einem Album pro Jahr, seitdem 2005 aus dem Soloprojekt Orinoka Crash Suite die Band Thee Oh Sees wurde, zeigt sich Dwyer ähnlich energiegeladen wie sein fellow Californian Ty Segall. Da das letzte Album, Drop, schon ein Jahr alt ist, gibt es passend zum Auftritt auf dem Maifeld ein neues namens Mutilator Defeated at Last. (Sonntag, 19:40-20:30, Fackelbühne)

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Fichon