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5 Dinge, die wir von der neuen Foals Single erfahren

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1. Inhaler war der Anhaltspunkt und nicht „My Number“

So gerne man auch in der Indie-Disko auf „My Number“ tanzt, es scheint so als wäre die erste Single aus Holy Fire wohl eher die Referenz zum neuen Sound. Die neue Single ist wild, wie ein junger Wolf der nicht zu bändigen ist.

2. Holy Fire war ein Exkurs

Zwar wissen wir noch nicht genau, wie sich die anderen Songs auf What Went Down genau klingen werden, Yannis Philippakis spricht aber bereits jetzt von dem dreckigsten Album, das sie je aufgenommen haben. Im Gegensatz dazu wirken, die doch poppigeren Alben Holy Fire und Total Live Forever wie deie unschuldigen Brüder der neuen Platte.

3. Die Provence ist nicht nur ein Urlaubsparadies 

Malerische Landschaften, wohlriechende Lavendelsträuche und leckeres Essen. Das sind die Sachen, die oft mit der Provence in Frankreich in der Verbindung gebracht werden. Foals sehen aber eher den Zusammenhang zum Maler Van Gogh, der sich eben in dieser Region das Ohr abgeschnitten hat. Genau diesen Wahnsinn wollen sie mit ihrer neuen Platte, die sie mit James Ford (Arctic Monkeys) aufgenommen haben transportieren, was auch erklärt warum die diesen Ort für ihre Aufnahmen ausgewählt haben.

4. Yannis Philippakis erfindet seine Vocals neu

Diesen aufdringlichen Stil hat der Frontmann der Band zwar bereits bei „Inhaler“ oder „Providence“  durchklingen lassen, jedoch nie in diesen Dimensionen. Laut eigener Aussage hat der Produzent James Ford den Musiker zu Höchstleistungen verleiten lassen. Philippakis selbst sagt dazu: „James Ford really pushed me to get into a place with the vocal texture where it was just like berserk.“

5. Foals haben noch immer die treffendsten Videos

Die Band ist zwar nicht dafür bekannt, groß Kohle für ihre Musikclips aus dem Fenster zu werfen und aber weisen diese fast ohne Ausnahme immer eine große Qualität auf. Auch bei „What Went Down“ schaffen sie es wieder die Stimmung des Songs perfekt aufzugreifen und lassen die auf einen einschlagende Energie von einem Hund verkörpern. Die Wasserszenen geben diesem Wahnsinn nur noch mehr Dramatik, da wird selbst der komplett ausrastende Philippakis zum Ruhepol des 5:57 dauernden Clips.

Hier kann man sich das Video zu „What Went Down“ anschauen:

Das neue Album What Went Down erscheint am 28. August via Warner. 

Außerdem sind die Jungs im September in Europa unterwegs.


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Yannick

France with Benefits #1: La Souterraine

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Eine Einführung in den französischen Untergrund

Bienvenue à France with Benefits! In dieser neuen Serie werden wir euch einmal im Monat die Musikwelt Frankreichs näherbringen, mit seinen unterschätzten Bands, coolen Labels und interessanten Initiativen. Unsere Nachbarn haben nämlich mehr zu bieten als nur Daft Punk, Phoenix und David Guetta. Den Anfang macht La Souterraine, eine in unregelmäßigen Abständen erscheinende Compilation, die über Genregrenzen hinweg unbekannte französische Künstler einem breiteren Publikum bekannt machen will. Die Compilations gibt es auf Bandcamp zu hören, man kann sie sich auch zu einem selbst gewählten Preis herunterladen; Volumes 1-4 gab es bis vor kurzem sogar als schickes Boxset im CD-Format, welches inzwischen ausverkauft ist. Dass die Presse das Projekt als „Jungbrunnen für den französischen Pop“ feiert, liegt da auf der Hand.

Die Idee zu dieser Rubrik kam mir vor einem halben Jahr bei der Lektüre eines ausführlichen Artikels von Slate über La Souterraine (nachzulesen hier, allerdings auf Französisch). Mit Kommentaren von auf den Comps vertretenen Künstlern und Erklärungen der Macher beschreibt Maxime Delcourt La Souterraine und das Team um Benjamin Caschera, das dahinter steckt. Caschera ist der Chef des Indie-Labels Almost Musique und hat zusammen mit Benjamin Fain-Robert, der als Baron Rétif ziemlich wirre Musik macht, sowie Clément Haslé und Laurent Bajon zuerst die Compilation-Reihe MOSTLA-Tapes ins Leben gerufen. An deren Vorbild orientiert sich auch die französische Version, La Souterraine. „Wir suchen im Dunkel, unter der Oberfläche [dans les souterrains], im Underground. So kommt man dazu, von den Bands zu reden, von denen niemand redet“, so Caschera. Kleine Bands werden gefördert, was den vier Franzosen gefällt, geben sie an ihre Landsleute weiter. Vor allem soll lokalen und auf Französisch singenden Künstlern eine nationale (vielleicht sogar internationale) Bühne gegeben werden, ohne die Restriktionen der Musikindustrie – einfach, umsonst und um der Musik willen. Long story short: Die Souterraine-Compilations funktionieren nach den Grundsätzen, die mir selbst als Schreiber für the Postie am Herzen liegen. Denn ohne einen blühenden Underground läuft die Musikwelt Gefahr, zu stagnieren.

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Das Cover der Souterraine, Vol. 7.

„Der Underground in Frankreich ist komplett atomisiert,“ so Caschera. „Es gibt eine Vielzahl von Szenen, […] die nur sehr wenig untereinander kommunizieren. Unsere Absicht ist, eine unterirdische Brücke zwischen den Szenen zu schlagen. Dass die Musik in Umlauf ist, das ist das Essentielle.“ Er will eine „zukünftige Archäologie der französischen Musik“ etablieren. Nicht zuletzt aus Liebe zum Land und seiner Kultur werde ich ihm dabei helfen. Fakt ist nämlich, dass bei unseren Nachbarn ziemlich viel hörenswerte Musik gemacht wird, die ich euch nicht vorenthalten will. Etliche Blogs und Microblogs in Frankreich loben die Compilations nicht nur für ihr Undergroundethos, sondern vor allem für die musikalische Qualität der Songs. Im Mai hat La Souterraine bereits die siebte Kollektion in anderthalb Jahren online gestellt. Nach einem Monat exzessiven Hörens nun ein paar Höhepunkte aus La Souterraine, Vol. 7.



Aquaserge: Virage Sud (Demo)

Aquaserge gehören wahrscheinlich mit zu den bekanntesten Bands der Compilations. Vol. 3 eröffneten sie mit einer gekürzten Version ihres Songs „A l’amitié“ von der gleichnamigen zweiten LP, hier sind sie mit einer Demo namens „Virage Sud“ vertreten – wieder an erster Stelle. Julien Barbagallo und Julien Gasc – beide haben schon solo Songs auf La Souterraine veröffentlicht, Gasc ist seit Vol. 1 dabei – haben vor zehn Jahren in Toulouse mit Benjamin Glibert Aquaserge gegründet. Inzwischen hat die Band mit Acid Mothers Temple und April March kollaboriert, Stereolab auf Tourneen begleitet (Gasc ist seit 2008 Mitglied der Post-Rock Pioniere, deren Sängerin Lætitia Sadier auch schon auf La Souterraine zu hören war), vier EPs und zwei Alben veröffentlicht und ist mit der Bassistin von Melody Prochet zum Septett gewachsen. Ende Mai haben Aquaserge beim Sound City Liverpool Festival und in Nîmes beim TINALS gespielt.

Wenn ihr unsere Alternative Jahresbestenliste gelesen habt, erinnert ihr euch vielleicht noch an Aquaserge. Neben A l’amitié haben die Toulousains im letzten Jahr die gute und verdammt lustige EP Tout arrive herausgebracht. „Virage Sud“ ist ein neuer Song und schlägt in die gleiche experimentelle Kerbe, ist aber gleichzeitig etwas ernster. Die Krautrock-Einflüsse treten deutlicher zutage, der Song klingt wie Neu! mit Quintolen (und wie oft hört man sowas bitte in zeitgenössischer Rockmusik?), bis aus jenen Quintolen der übersteuerte Synthesizer von „High Class Slim Came Floatin‘ In“ hervorspringt. „Virage Sud“ ist zwar instrumental, spricht aber Bände über den kreativen Status Quo des französischen Undergrounds.


Alphatra: La Fuite

Beim nächsten Song sind die Informationen quasi nicht-existent. Die Band heißt Alphatra, kommt aus Paris und gruppiert sich um Sänger Loïc Pouliquen. Die Schlagzeugerin ist Marion Brunetto, die bei Les Guillotines spielt und mit ihrer eigenen Band Requin Chagrin schon auf der Souterraine, Vol. 5 vertreten war. Ansonsten findet man im Internet außer enigmatischen Zeichen nur „La Fuite“, den einzigen bisher veröffentlichten Song.

Wem Indochine in Deutschland ein Begriff ist, wird sich schonmal auf die nächste Jugendsensation aus Frankreich einstellen können. „La Fuite“ ist Punkrock mit Popgefühl von circa 1984, den frühen Songs der Ärzte oder der Hosen gar nicht unähnlich. Und dann klingt Pouliquen sogar noch wie Nicola Sirkis!


Arlt: De plein fouet

Mit Arlt („arltö“ ausgesprochen) sind wir in der tatsächlichen Chanson angekommen. Eine Akustikgitarre bietet die Basis für den federleichten Gesang von Sing-Sing und Eloïse Decazes, die als Arlt schon zwei Alben produziert haben. Der Ausdruck „de plein fouet“ bedeutet soviel wie „mit voller Wucht“; das unbekümmerte Gesäusel des Duos ist dagegen so klischeehaft chansonesque, es ist fast schon parodistisch.

Wer nun aber denkt, „De plein fouet“ sei deshalb langweilig, der irrt gewaltig. Mit minimalen Veränderungen und einem am Rande der Wahrnehmung kreisenden Trillern wird man auch bei aufmerksamem Zuhören immer unterhalten. Der halbe Takt nach dem Refrain und das gedämpfte Gitarrensolo (wenn man es überhaupt als solches bezeichnen kann) zeigen, wie man mit den richtigen Mitteln selbst ein so simples Lied wie dieses interessant halten kann. Arlt machen für die französische Chanson das, was Metronomy gerade für den Synthpop machen.


Sahara: Délice

Wie wichtig Broadcast für die Entwicklung von indietronischem Pop waren, wird mit der Zeit immer deutlicher. Auch Sahara, eine ganz junge Band aus Bordeaux, orientieren sich ohrenscheinlich an Haha Sound und Tender Buttons.

„Délice“, der erste Song, den uns das Quartett um Blandine Millepied vorstellt, blickt anfangs noch zaghaft in die Morgensonne. Tau hängt in der Luft, eine friedliche Szenerie zeichnet sich ab. Gitarrist Jérémy Lacoste beendet Millepieds Sätze, die Electrodrums knistern vor sich hin. Bis die vier Musiker in der Mitte des Songs aus dem Unterholz brechen und den Wald mit ihrer Psychedelia erfüllen. Am Ende heißt es nur noch „délice! délice!“


Strasbourg: Jésus

Die Töne, mit denen uns Strasbourg aus Bordeaux (wäre ja auch zu einfach gewesen) angreifen, sind nichts Neues. Wütende Drums und ätzende Synths formieren sich zu industriellen Gebilden. Sänger Mickaël „Monsieur Crane“ Appollinaire hüllt sich in Reverb und bedrohliche Monotonie. Der beste Vergleich für Raphaël Sabbath, Kopf hinter Strasbourg, wäre Luis Vasquez von the Soft Moon, der ähnlich finsteren Darkwave-Post-Punk betreibt und in dessen Vorprogramm Strasbourg schon gespielt haben. Die andere Hälfte der Band sind Tamara Goukassova an der Geige und Jonathan „LL CoolJo“ Marinier an den Synths.

„Jésus“ ist der erste noisige Vorgeschmack des Debütalbums Fruit de la Passion, das vergangenen Freitag erschienen ist. Ihr solltet euch auch unbedingt mal die anderen bereits veröffentlichten Songs reinziehen, mein Favorit: der Reggaeton-Bastard „Les Mouettes“, der den gleichen kann-nicht-klappen-tut’s-aber-Effekt erzielt wie Sable Noir.


La Souterraine, Vol. 7 könnt ihr euch unter diesem Link anhören.


Fichon

Albakin zocken Mariokart

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Auf ihrer neuesten Single geht es um Spielkonsolen und Seifenblasen.

Nach einem Jahr mit gestohlenen Computern, verlorenen Tracks und einer Pause sind die Schweden wieder zurück. Nachdem ihr Song „Open Casket“ bereits euphorisch von der Bloggerwelt aufgenommen worden ist, haben die zwei Schweden von Albakin jetzt eine neue Nummer am Start.

Mit „Bubbles/MarioKart“ erzählt das Duo auf ihre Art nun die Geschichte einer verloren gegangenen Liebe. Gespielt wird mit schüchternen Autotune-Stimmen und zurückgenommenen Beats. Die elektronischen Beats runden den Song ab. Durch die sehr autobiographischen Lyrics und der nicht aufdringlichen Atmosphere des Songs entsteht eine ganz besondere Spannung zwischen der Band und dem Zuhörer. In der Sprache von Mariokart würde man hier wohl so etwas wie „Level Up“ sagen.

Hier kann man sich den Song anhören:

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Yannick

Austra in der Halle 02

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12.6.2015: Ein Hoch auf die Klimaanlage in der elektronischen Oper

Der Samstag war schon ein verdammt schwitziger Tag, der eher dazu einlud kurz in den Pool zu springen oder auf irgendeinem Gartenfest ein kühles „Helles“ zu genießen. Nichtsdestotrotz hat sich die Halle 02 trotz schleppendem Vorverkauf immer mehr gefüllt. Schließlich konnte man sich auch hier bei guter Musik und dem exklusiven Bierchen abkühlen. An Exklusivität wurde das Getränkeangebot aber noch vom Support-Act La Petite Rouge getoppt. Ihr Sound, der eine Mischung aus den poppigen Chvrches und dem experimentellen James Blake ist, war an Überraschungsmomenten kaum zu überbieten. Da haute die schüchterne Künstlerin aus Karlsruhe doch einfach mal kurzerhand einen akustischen Track raus. Außerdem ließ sie es sich nehmen, den Klassiker „Lollipop“ völlig neu zu interpretieren. Diese Wagnisse fruchteten und so schaffte sie es, dass bereits lange vor Austra die ersten Booties leicht geshaked werden. Eine süßere Einstmmung hätte man sich nicht wünschen können.

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Pünktlich um 10 betraten dann die vier Protagonisten aus Kanada die Bühne. Mysteriös traten die Mitglieder von Austra hintereinander die Bühnen und wurden beim Aufblinken der Schweinwerfer wie große Stars empfangen. „Painful Like“ waren die ersten Beats, die den Zuschauern am gestrigen Tag auf die Ohren gehämmert worden sind. Wie an einem kühlen Herbsttag wurde gleich mit dem Tanzen losgelegt und der verschwitzte Look war vergessen. So führe die Frontfrau Katie Stelmanis das Publikum gekonnt von Track zu Track und versprühte dabei eine schon fast unverschämte Professionalität. Dazwischen haute sie immer mal wieder so Floskeln raus wie „Heidelberg is the most beautiful city on earth“, was der Musik aber keinen Abbruch tat.

Denn es fällt einem tatsächlich schwer den verträumt zwingenden Beats des Quartetts nicht komplett zu verfallen. So geschah es auch mit dem gestrigen Publikum, das seine Scheu mehr und mehr verlor und immer ausgelassener auf Songs wie „Hurt Me Now“ oder „Home“ tanzte. Zwischen den bereits bekannten Songs aus Olympia und Feel It Break streute die Band immer mal wieder neue Songs mit ein, die sich nahtlos in das Repertoire der Band einfügten. Natürlich sticht auch hier wieder die unfassbar klare Stimme von Stelmanis Stimme heraus, die einen Konzertabend schon mal schnell zu einer modernen Interpretierung einer Oper werden lässt. Nur die Operngläser konnte man beim kuschlig warmen Publikum in der halle02 getrost zuhause lassen.  Beim Knaller „Lose It“ rasteten eben genau diese Zuschauer dann das erste mal so richtig aus und klatschten gleich vom ersten Ton an mit, beschränkten sich dann aber doch wieder schnell auf das Tanzen. Man musste ja schließlich noch ein paar Körner für das Feuerwerk von „Beat And The Pulse“ einsparen. Ein Song, welcher nämlich schon das Wort Beat im Namen hat, darf gar nicht lahm daherkommen. Dementsprechend ausgelassen wurde dann hier getanzt und war sicherlich der Höhepunkt des gestrigen Abends.

Nach einer knappen Stunde durfte sich Band aus Kanada dann aber fürs Erste eine kurze Pause gönnen. Das rituelle von der Bühne treten und dann auf das Klatschen der Meute zu warten, wurde von Austra charmant gekürzt, sodass es bereits nach wenigen Minuten weiterging. Weitere vier Zugaben wurden gespielt bis die Band dann offenbar endgültig von der Bühne verschwand. So schreibt es doch der inoffizielle Verhaltenskodex auf Konzerten vor, oder? Aber weit gefehlt! Austra haben es sich nehmen lassen und bedankten sich mit einem letzten Song beim aufmerksamen Publikum. Ein Zeichen dafür, dass man auch noch solch eingespielte Bands wie Austra aus ihrem Konzert-Alltagstrott herausgelockt bekommen. So dürfen zukünftige Opernabende in der Regel öfter enden!

Converse öffnet euch die legendärsten Studios der Welt

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Converse Rubber Tracks öffnet die Türen zu den legendärsten Studios der Welt. 

Converse setzt das erfolgreiche Projekt Converse Rubber Tracks fort und startet ein neues, globales Programm, das die Türen zu den berühmtesten Studios der Welt öffnet. Innerhalb von zehn Tagen wird Musikern die einmalige Möglichkeit geboten, in einem der zwölf weltweit bekanntesten Studios aufzunehmen. Mit dabei sind international renommierte Produzenten und Tontechniker.

Weltweit haben aufstrebende Künstler, Bands und Musiker ab 18 Jahren und jeden Genres vom 26. Mai bis zum 24. Juni die Chance, sich online für dieses einzigartige Projekt zu bewerben. Hierfür muss eine Künstlerbiografie schriftlich oder per Video eingereicht und die gewünschten Top 3 Studios angegeben werden. Die Auserwählten werden Anfang Juli benachrichtigt. Anschließend werden mit den Produzenten der einzelnen Studios die Sessions geplant und ab September 2015 starten die Aufnahmen.

Folgende legendäre Studios sind Teil der Converse Rubber Tracks: Hansa Studio in Berlin, Deutschland; Abbey Road Studios in London, England; Sunset Sound in Los Angeles, Kalifornien; Tuff Gong in Kingston, Jamaika; Greenhouse Studios in Reykjavik, Island; Warehouse Studio in Vancouver, Kanada; Avast! Recording Company in Seattle, Washington; Stankonia in Atlanta, USA; Studios 301 in Sydney, Australien; Toca do Bandido in Rio de Janeiro, Brasilien; das Converse Rubber Tracks Studio in Brooklyn, sowie das Converse Rubber Tracks Studio in Boston, welches diesen Sommer eröffnet wird.

Die Motivation für dieses Projekt von Converse ist der Wunsch aufstrebenden Künstlern die Möglichkeit zu bieten, in renommierten Studios zu arbeiten und professionelle Unterstützung zu erhalten. Seit Eröffnung des Converse Rubber Tracks Flagship-Studios 2011 in Brooklyn, haben bereits mehr als 900 junge Künstler diese Möglichkeit wahrgenommen. Auch in Berlin waren die Converse Rubber Tracks 2014 ein voller Erfolg, bei dem die 15 besten Newcomer die Chance erhielten, am perfekten Sound zu arbeiten. Am Ende der Studiozeit erhalten die Künstler sämtliche Rechte für ihre eigene Musik.

Hier wird das Projekt noch einmal audiovisuell zusammengefasst:


Yannick

Clayd geben im neuen Video Gas

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Schwarz-weiß Video mit DIY-Charme.

Auf dem Maifeld Derby wusste die Band aus Mannheim mit ihrer rockigen Art à la Arctic Monkeys sehr zu überzeugen. Trotz des oftmals schwierigen Opener-Slots hat die Band ihren Auftritt mit Bravour gemeistert und so den Grundstein für ein erfolgreiches Wochenende gelegt.

Jetzt haben Clayd ein Video zu einem ihrer Songs gedreht. Der Song nennt sich „Cyanide“ und das Bildmaterial dazu kommt ähnlich düster rüber, wie die Gitarrenriffs im Track selbst. Vermummte Gesichter, nebulöse Industrielandschaften und Gewalt dominieren das Video. Die Band, hat es aber nicht übermäßig produzieren lassen und so entsteht dieser ganz besondere DIY-Effekt.

Hier kann man sich das Video zu „Cyanide“ anschauen:


 

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Yannick

Maifeld Derby: Der Nachbericht

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Vom 22.-24. Mai fand nun schon zum fünften Mal das Maifeld Derby auf der Pferderennbahn in Mannheim statt. Ein kleines Jubiläum, also, das mit dicken Headlinern (Róisín Murphy, José González und Mogwai) und spannenden Geheimtipps (Inner Tongues erstes Konzert, Taymir und Tora) gebührend gefeiert wurde. Wir waren vor Ort, durften uns mit interessanten Musikern unterhalten und vor allem ganz viel gute Musik erleben. Wie das so war, lest ihr hier.

>> Hier geht es zu den Fotos.


Freitag: Sonnenschein und Discokugel

 

Der erste Tag des Maifeld Derbys ist der perfekte Einklang für das Wochenende. Nach der Uni schnell noch ein Radler kaufen und mit dem Fahrrad nach Mannheim fahren, mit Picknick-Zwischenstopp in Ladenburg. Ankommen und sich an der noch kurzen Schlange für Derby Dollar anstellen. Die Sonne genießen, ein kühles Bier kaufen und dann gibt es auch schon die erste Entdeckung: Tora aus Australien.

Der Pressetext ist nah dran an der Wahrheit, wenn er den Indie Pop der fünf Jungs als Mischung aus Bon Iver und James Blake beschreibt. Die elektronischen Verzierungen haben eine Leichtigkeit an sich, die für Newcomer lobenswert ist. Manchmal während ihres Sets fühlt man sich an die Festival-Auftritte von Bombay Bicycle Club erinnert. Die Band ist gut gelaunt und ein bisschen verliebt: Ihnen sind die Pässe abhanden gekommen und sie müssen fürs Erste in Deutschland bleiben, doch es gefällt ihnen so gut, dass sie überlegen, sich einfach deutsche Pässe zu besorgen. Direkt beim ersten Konzert, das ich mir anschaue, beweist das Maifeld Derby ein Gespür für die innovativen, jungen Künstler, die man bei so einem Festival idealerweise entdeckt und an seine Freunde empfiehlt.

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Inner Tongue // Fotos: © Philipp Fischer.

Im Palastzelt stellt sich im Anschluss Inner Tongue der Öffentlichkeit. Ende letzten Jahres sind auf Soundcloud zwei Songs aufgetaucht, ohne Infos über den Künstler hinter der Musik. Inzwischen wissen wir, dass es sich um einen Musiker aus Wien handelt, der lieber seine Musik betonen will als seine eigene Person – und dass da musikalisch ganz schön was hinter steckt. Das Konzert auf dem Maifeld Derby war sein erster Festival-Auftritt und sein zweiter überhaupt. Live wird Inner Tongue zur Band, die die Songs, die zwischen Sigur Rós-iger Post-Rock Klassik und Electro-Balladen à la Chet Faker im Zelt schweben, immer wieder auf den Boden zurückholen. Eine Runde Tagträumen für das Maifeld.

Kein Festival ohne Hindernis: And the Golden Choir, das Soloprojekt von Tobias Siebert, hat den Slot mit Get Well Soon getauscht. Arnold Stadler, der Letztere mit Lesepassagen seines Buches Der Tod und ich, wir zwei unterstützen sollte, sitzt noch im Zug. Anstatt um 20:00 Uhr den Parcours d’Amour zu bespielen, steht Siebert mit seinem Plattenspieler und Gitarre, Marimba und Harmonium also schon anderthalb Stunden eher auf der Bühne. Ein ruhiges Konzert, zumal sich auf dem Debütalbum von And the Golden Choir die Chöre noch gemächlicher entfalten als noch auf den EPs. Zeitgleich spielen Ball Park Music auf der Fackelbühne – eine der vielen unvermeidbaren Überschneidungen, bei denen wir uns dazu entschließen müssen, von beiden Konzerten nur jeweils die Hälfte zu schauen. Glücklicherweise spielen die Australier um Sam Cromack wie so viele der Acts ihren größten Hit zum Schluss, sodass man zu „Trippin‘ the Light Fantastic“ nochmal richtig ausgelassen tanzen kann.

Die Entscheidung See Through Dresses vs. Ghostpoet wiederum fällt nicht schwer. Obaro Ejimiwe ist trotz drei Alben und unverwechselbarer Stimme immer noch ein Underdog, obwohl er bereits 2011 im Vorprogramm für Metronomy gespielt hat. Live mutiert der Brite allerdings zu einer ziemlich düsteren Figur, mehr noch als auf seinem aktuellen Album Shedding Skin. Der Fokus liegt bei Ghostpoet auf dem Gesang, während sich seine Band durch Grime, Rock, Electro und Trip-Hop wühlt wie Geoff Barrow und Daddy G zu ihren besten Zeiten. Selbst „Plastic Bag Brain“, eins der Highlight von Some Say I So I Say Light, nimmt auf der Bühne eine viel bedrohlichere Form an. Und plötzlich ist es richtig voll im großen Zelt. Es ist sicher nicht verkehrt, Ghostpoets Auftritt in Art und Größe mit dem von Archive am Folgetag zu vergleichen, mit dem leichten Unterschied, dass Archive schon 15 Jahre länger aktiv sind. Rechnet das mal auf Ghostpoets Karriere hoch!

Ghostpoet
Ghostpoet

Pünktlich zur Primetime hat man dann den Salat. Get Well Soon spielen gleichzeitig mit den Russen von Motorama und zu allem Überfluss muss ich das Interview mit Tobias Siebert nachholen. Glücklicherweise treffen wir uns auf der Wiese vor dem Parcours d’Amour, sodass während unseres Gesprächs im Hintergrund „Corona“ läuft und ich sogar noch die letzten beiden Songs mitbekomme. Die Band sucht den Kontakt mit dem Publikum gar nicht erst, sondern rattert durch ihre New Wave/Post-Punk Songs, als seien sie in ihrem Proberaum. Das fällt auch den Zuschauern auf, die sich immer mehr in Gespräche vertiefen und Motorama in Ruhe lassen. Ein unerfreulicher, seltener Moment der Verwirrung an diesem sonst so wolkenlosen Tag.

Überhaupt sticht das Maifeld Derby in diesem Jahr durch die entspannte Atmosphäre auf dem Gelände hervor. Auch mit vier Bühnen ist es eher ein mittelgroßes Festival, das bedeutet genug Platz und die Möglichkeit, auch nach Konzertbeginn noch zumindest in die dritte Reihe zu gelangen. Reibereien gibt es auch kaum und sogar in der Handbrot-Schlange verhalten sich alle so höflich wie Briten. Während alle Deutschpop-Fans kreischend zu diesem Gisbert zu Knyphausen mit seiner Kid Kopphausen Band ins große Zelt rennen, nutze ich also die Gelegenheit und stelle mich im Brückenaward-Zelt direkt vor die Bühne, direkt vor Morgan Delt.

Der Kalifornier schnappt sich ohne viel Worte seine Gitarre und legt los. Morgan Delt und seine Band jammen eine Stunde lang Psychedelic Rock als gäbe es kein Morgen. Die heißen Klänge verbindet man direkt mit sonnigen Festivaltagen, man kann sich einfach treiben lassen. Das verbreitet gute Laune, wäre aber auf der Outdoor-Bühne noch besser gekommen. Bewusstseinserweiternder Psych Rock wie der von Morgan Delt muss einfach unter freiem Himmel genossen werden, oder wenigstens auf einer Wiese. Aber dann hätte man ja den lieben Gisbert gestört…

Wollen wir mal nicht so sein, denn zur Versöhnung bietet das Maifeld Derby uns Allah-Las auf der Fackelbühne. Die Band stammt ebenfalls aus Kalifornien und spielt ebenfalls sonnige Rockmusik. Auch wenn es schon dunkel ist, versucht das Quartett um Sänger Miles Michaud die Sonne zumindest in den Köpfen der Zuschauer nochmal hervorzuholen. Zum Ende hin gewinnt dann die Neugier, man will Manu Delago halt doch mal live gesehen haben. Der Hang Drum Spieler, der schon auf Björks Biophilia zu hören war, tritt mit seiner Band Handmade auf. Die beiden Songs, die wir noch mitkriegen, lassen uns bereuen, dass wir nicht vorher zum Parcours d’Amour gegangen sind: erst organisch-experimentell wie das „Lost & Found“-Cover von Binkbeats, dann unerwartet elektronisch, als hätte der Schweizer letztens Purity Ring live gesehen. Note to self: beim nächsten Mal unbedingt das ganze Konzert anschauen!

Und damit kommen wir zum ersten Headliner der fünften Maifeld-Ausgabe: der unglaubliche José González. Das Palastzelt ist randvoll, auch wenn viele Zuschauer erschöpft am Rand sitzen. Zum Glück ist González ein Headliner, bei dem man genau das ohne Einbuße machen kann. Anders als bei einem Junip-Konzert ist José González „solo“ (er wird auch hier von einer Band begleitet) vielleicht sogar der entspannteste Headliner, den es gibt. Die Augen fallen von alleine zu und man gibt sich den Gitarrenklängen hin. Die Discokugel taucht das Zelt in goldenes Licht. Ein schöner Abschluss für den ersten Tag, auch wenn der Schwede einen nicht mehr motivieren kann, bis Rangleklods wach zu bleiben.

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Fichon

tUnE-yArDs im Karlstorbahnhof

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2.5.2015: Heidelberg, der Paradiesvogel ist gelandet.

Am gestrigen Dienstag gab Merrill Garbus mit ihren tUnE-yArDs eins von nur zwei Deutschlandkonzerten im Heidelberger Karlstorbahnhof. Tune-Yards, stilisiert als tUnE-yArDs, das sind Garbus und, seit dem zweiten Album w h o k i l l, Nate Brenner. Letzterer spielt Bass und ab und zu einen Synthesizer; ausschlaggebend für den Sound ist aber Garbus mit ihrer ausdrucksstarken Stimme, die sie live loopt. Dazu spielt sie Drums und Ukulele und macht Kaugummiblasen. Im Saal bringt sie mit ihrem unklassifizierbaren Avant-Pop das Publikum noch mehr zum Tanzen als Retro Stefson vor zwei Jahren.

Bevor Garbus und ihre Komplizen die Bühne betreten, gehört selbige jedoch erstmal Ought. Das Quartett aus Montreal entstaubt den Begriff „Support Band“ und ist für mich selbst nach dem Maifeld Derby die größte Neuentdeckung des Jahres. Tim Darcy ist mehr Geschichtenerzähler als Sänger (obwohl er auch das Singen hervorragend beherrscht), ganz so wie Alex Turner und Lou Reed, dessen flache, näselnde Stimme er geerbt hat. Die Band klingt wie Reeds Velvet Underground, gepaart mit dem funkigeren Art Rock der Talking Heads. Bei manchen Passagen erinnern Ought an Sonic Youth auf halbem Wege zwischen Daydream Nation und Goo. Ihre rhythmisch interessanten Songs sind nicht an Strukturen gebunden, sondern passen sich den Anforderungen der (musikalischen und erzählerischen) Geschichte an – Post-Rock in seiner eigentlichen Bedeutung als „Rock ohne Rock-Strukturen“. Live spielen die vier mit einer erstaunlichen Lässigkeit, so als seien sie nicht die Vorband, sondern der Hauptact. Als man danach frische Luft tankt, fragt man sich, ob tUnE-yArds das überhaupt noch toppen können.

Bei einem Songkatalog wie dem von tUnE-yArDs ist es quasi unmöglich, nicht mit einem Hit anzufangen. Die ersten beiden Songs am Dienstagabend sind „Hey Life“ und „Gangsta“, Highlights auf den jeweiligen Alben, und trotzdem wird das Set danach noch besser. Die Band, die Merrill Garbus und Nate Brenner zur Unterstützung mitgebracht haben, entspricht nicht dem üblichen Bild einer Backing Band: zwei Sängerinnen, die den Rhythmus mitbestimmen, eine Percussionistin, die singt. Nicht, dass tUnE-yArDs abseits der Bühne etwas anderes als unkonventionell wären. Gitarre? Pft, Ukulele tut’s auch. Ein Drumset? Wir haben Toms und Snares, das muss reichen. Haley Dekle und Moira Smiley haben sogar eigene Mikrophone für ihre Handclaps!

Es ist allein schon schwer, einen Ansatzpunkt für die Beschreibung von tUnE-yArDs zu finden. Die Musik beherbergt alles mögliche: Loops, Garbus‘ eigene Vision von Hip-Hop Beats, Dirty Projectors‘ Ornithologen-Rock (Dekle war mal Teil von Dave Longstreths Band), einen Drum Circle, Kinderreime, Protestmusik und Work Songs. Seit neuestem sogar Electro mit Michael Jackson Feeling. Man kann das Resultat ohne Zweifel als einzigartig bezeichnen, idiosynkratischer Odd Pop, der auf der Genreschublade Schlagzeug spielt. Das geht sogar so weit, dass die aus Connecticut stammende Garbus textliche und musikalische Reggae-Referenzen einbauen kann, ohne dass sie das unglaubliche Gleichgewicht der Songs durcheinander bringt.

Als sich nach einer halben Stunde gerade ein Durchhänger andeutet, kommt mit „Stop That Man“ einer der Songs von Nikki Nack, die auf Platte nicht besonders zum Tanzen anregt. Das Genie von Merrill Garbus ist es, was den Song zu einem ekstatischen Trommelfest werden lässt. „Powa“ bringen Garbus und Brenner alleine zustande, aber nicht weniger einnehmend.

Man kriegt zwar „offline“ einen guten Eindruck von dem, was tUnE-yArDs ausmacht, doch die Art und Weise, wie Garbus und Brenner das auf der Bühne plastisch rüberbringen, rekontextualisiert das Ganze. Das auditive Amalgam sollte eigentlich nicht zum Tanzen anregen, zumal die Hälfte der Songs mit ungeraden Rhythmen gespickt ist. Die Musik tut jedoch genau das, denn der gemeinsame Nenner jener oben aufgezählten Spielarten sind Rhythmus und Gesang. Sowohl das kollektive Trommeln als auch Garbus‘ Gesang aus voller Lunge – der Kern der Musik von tUnE-yArDs – treffen auf Songs wie „Gangsta“ unser Grundbedürfnis nach befreiender Bewegung. Das gilt sowohl für die alten Songs (w h o k i l l ist in bester Protestmusik-Manier ein Album über Machtverhältnisse), als auch für die elektronischeren, leichter tanzbaren Lieder von Nikki Nack. Das beste Beispiel ist wahrscheinlich „Water Fountain“, auf der Bühne genauso ein Highlight wie auf CD. Sogar mit der Zugabe „Look Around“ bringen tUnE-yArDs das Publikum in Bewegung, trotz kompliziertem Beat. Das ist am Ende auch die Lektion, mit der man den Karlstorbahnhof verlässt: Anspruchsvolle Rhythmen können auch tanzbar sein. Der Odd Pop von tUnE-yArDs ist verrückt und begeisternd zugleich.

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„Water Fountain“:


Maifeld Derby: Die Fotos

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Hier sind sie, die Fotos vom Maifeld Derby! Eine exklusive Auswahl nur für euch. Viel Spaß beim Schwelgen.

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Fichon/Fotos: © Philipp Fischer.