Nach den 80ern, jetzt die 90er. Len Sanders zweites Studioalbum „The Future Of Lovers“ ist eine Hommage an die goldenen Momente des Spandex-Zeitalters.
Spätestens seitdem Bausa mit seinem „FML“ einen schwachen Versuch unternommen hat die 80er aufzugreifen, tut es auch mal gut Musik aus einem anderen Zeitalter zu hören. Len Sander aus Zürich haben sich für das unausgesprochene „Bring back the 90’s“-Unterfangen acht Monate in einem Studio in Neuköln eingeschlossen bis ihr Sound endlich für Klarheit sorgte.
Das Resultat nennt sich „The Future Of Lovers“ und ist das Nachfolgewerk vom eher nachdenklichen Debüt-Album „Phantom Garden“. Ausgefeilte Arrangements und verspielte Samples verleihen der Platte eine gewisse Komplexität und rufen die Geister der goldenen 90s wieder hervor. Ein gutes Beispiel hierfür bietet der Song „The Modern Cult Of Love“. Ein treibender Song, der durchweg tanzbar ist und die experimentelle Produktion von Al Hug deutlich macht.
Das Album besteht aus insgesamt elf Songs, die trotz Samples, Storytelling Pop und Spandex zu einem runden Gesamtkunstwerk gereift ist. Die Sängerin von Len Sander selbst sagt über „The Future Of Lovers“ folgendes: „Ich frage mich immer wieder, ob wir etwas ganz Neues aufbauen können, etwas, das nur auf Träumen und Visionen beruht – oder ob wir so verflochten sind mit unserer Herkunft und unserem Erbe, dass in den Mustern unserer Vergangenheit immer bereits die Zukunft mitgeschrieben wird.“
Mit der Vergangenheit etwas Neues zu schreiben wird auch im aktuellen Video zu „Woman On The Run“ zum Teil aufgegriffen. Die Handlung spielt sich in einer pittoresken Altbauwohnung ab und illustriert ein veraltet wirkendes Gruppenbild, das im Laufe des Videos zu eskalieren scheint. Das Album „The Future Of Lovers“ ist am 26. Januar auf Mouthwatering Records erschienen.
Das One Of A Million Festival in Baden (CH) stellt vom 2. bis zum 10. Februar die bunte Masse unter dem Radar vor.
Die Veranstalter des OOAM gehen mittlerweile in ihre 8. Edition und präsentieren ein Line-Up, das ebenso vielfältig ist wie die zahlreichen Locations, die bespielt werden. Eines von vielen Highlights ist am 6. Februar der Auftritt von Girls in Hawaii. Die Belgier haben mit „Nocturne“ gerade ein neues Album am Start und sind bekannt für ihre verträumt, aufregenden Liveshows. Neben Girls in Hawaii zählen sicherlich auch Hater aus Schweden zu den Geheimtipps des Festivals, zumindest, wenn es darum geht Indie-Herzen in Windeseile zu erobern. Für die (noch) Newcomer geht es nach dem OOAM im März dann auf dem renommierten SXSW in Texas weiter.
One Of A Million bedeutet neben Genre-Vielfalt auch immer internationales Flair. Mit Tsushimamire ist es den Bookern sogar gelungen eine Band aus Japan für’s Line-Up zu begeistern. Tsushimamire brechen mit dem verfälschten Bild des asiatischen Manga-Girls und spielen schrillen und lauten Garage-Rock, der das Potenzial hat zum Crowd-Favoriten zu werden.
Neben Lea Porcelain und IDLES ist sicherlich der 3. Februar hervorzuheben. Dieser verwandelt sich nämlich schon am frühen Nachmittag zu einem spacy Acid-Trip. Das Schweizer Kollektiv Acid Amazonians schwebt soundtechnisch irgendwo zwischen Großraumküche in Rotterdam und Lucy In The Sky With Diamonds. Schräg sein sollte aber erlaubt sein bei einer Band, die alles aus der Laune und der Improvisation heraus macht. Die Youtube-Generation würde beeindruckt DIY schreien. Adam Torres (US) sorgt für eine zwischenzeitliche Auszeit bevor es mit Seth Faergolzia ähnlich experimentell weitergeht.
Schon einmal was von Lo-Fi Funk gehört? Tatum Rush, Perfomance-Künstler und Musiker, macht eben genau diese Art von Musik, die perfekt dazu geeignet ist einen ganzen Raum zu erhitzen. Musikalisch, wie auch stimmungstechnisch. Das Highlight des Abends bietet aber Chelou aus Großbritannien, der sein Können erst vor kurzem beim Eurosonic in Groningen unter Beweis stellen konnte. Mit „Halfway To Nowhere“ gibt es zudem bereits einen ersten viralen Hit.
In die späten Stunden des Abends singt uns der Isländer Berndsen, der zwar namentlich vielleicht an die 8. Klasse Deutschunterricht erinnern mag, einen mit seiner Musiker aber eher auf einen Exkurs durch die Musikgeschichte mitnimmt. Ein Wechselspiel zwischen 80s und dem Hier und Jetzt.
Neben über 50 Konzerten bietet das OOAM in Baden dieses Jahr auch die Darbietung von Perfomance-Kunst an. Odd Beholder wird am Sonntag, 4. Februar, die partizipative Kunstinstallation «You finally listen to yourself» im Museum Langmatt präsentieren. Die Besucher*innen können in einer Art geodätischem Dom persönliche Botschaften in ein Mikrofon flüstern aus denen Odd Beholder Electro-Pop-Tracks kreieren wird. Dadurch wird der Bogen zwischen der Hippie-Kultur der 60er und der heutigen Gratis-Kultur in der Kunst- und Kulturbranche gezogen.
The Postie verlost 2×2 Tagespässe für den 3. Februar am OOAM18 in Baden. Die Festivalpässe sind bereits restlos ausverkauft. Die Bedingungen für den Lostopf sind das Liken des FB-Posts, unserer Facebook Page und das Kommentieren eurer Begleitung. Der Einsendeschluss ist der 02.02. um 18:00. Die Allgemeinen Teilnahmebedingungen könnt ihr hier nachlesen.
Den Blick nach oben gerichtet: Django Django machen ihren Albumhattrick mit „Marble Skies“ komplett und klingen gar nicht so grau, wie es der Titel vermuten ließe.
Django Django gehörte 2012 mit ihrem Debütalbum zu den Überraschungen überhaupt. Trotz Überrumpelung vom damaligen Erfolg, erscheint pünktlich alle drei Jahre ein weiteres Album. Denn nach „Django Django“ veröffentlichten sie 2015 dann „Born Under Saturn“. Mit dem zweiten Album wagt man den Blick ins All, jetzt mit „Marble Skies“ bleibt der Fokus auf dem Himmel. Anscheinend machen David Maclean, Vincent Neff, Jimmy Dixon und Tommy Grace viel richtig, zwar stets nach oben zu streben, aber letztlich ohne im negativen Sinne abzuheben. Der Titelname entspringt jedoch nicht einem Kreativ-Kompetenzteam, das zwanghaft einen roten Faden zu spannen versucht. „Marble Skies“ beruht auf eine zufällige Entdeckung des Schlagzeugers David Maclean, der während einer Unterhaltung auf einem Festival in Chicago von der Wolkenkonstellation sehr beeindruckt war und die ihn an Marmor erinnerte.
Django Django holen Rebecca Taylor als Featuregast
Die neue Platte ist 10 Songs stark und beginnt mit dem Titel, dessen Name sie selbst trägt. Dieser Song kommt ziemlich leichtfüßig daher und macht direkt zu Beginn Tempo. Trotz seiner fast 5 Minuten Länge, eröffnet er mit eingängigen Synthie-Episoden und experimentellen Phasen sehr beeindruckend dieses neuste Komplettwerk. Mit „Surface to Air“ folgt ein Titel, der original so auch hätte in den 90ern in einem Autoradio laufen können. Dabei gibt sich die Band aber nicht altbacken, sondern gegenwärtig Retro, was sich hören lassen kann. Als Gast holten sich Django Django für diesen Song Rebecca Taylor von Slow Club mit auf die Platte. „Champagne“ ist nahezu selbstredend. Er lädt zum Konsumieren eines eben solchen alkoholischen Getränks ein und zum Träumen. Fast die Mitte der Platte erreicht man mit „Tic Tac Toe“. Das war auch der im Oktober schon mit einem Video veröffentlichte Song, der ein Vorgeschmack auf das jetzige Album darbot. Der dazugehörige Musikclip zeichnet sich durch zügige Schnitte und Bildfolgen aus, die schnell ablaufen. „Don’t go, so slow. You’re wasting time“, heißt es hier. Dass mit dieser Platte Zeit verschwendet werden würde, kann an dieser Stelle aber deutlich dementiert werden.
„Beam me up“ und „In Your Beat“ als verbundene Puzzleteile
Qualitativ fährt das Quartett aus Großbritannien enorme Geschütze auf. „Further“ entschleunigt jedoch etwas und ist vergleichsweise eine ruhigere Nummer, die hymnische Sequenzen erkennen lässt. Mit einem Klavier zu Beginn von „Sundials“, haben wir es mit einem klassischeren, poppigen Song zu tun. Dem Motiv, das sich durch einen Blick in den Himmel realisiert, begegnet man hier ebenfalls. „Beam Me Up“ und „Real Gone“ bedienen sich stärker dem Synthesizer, was besonders beim zweiten genannten Song dominiert. „Beam Me Up“ entführt einen tatsächlich in andere Sphären und bestätigt das aufkommende Bild dieser Band, in andere Zeiten beamen zu können. Als zweite Singleauskopplung erschien „In Your Beat“. Die Tanzeinladung im Song darf man durchaus ernst nehmen! Bildcollagen in Kombination zu Textpassagen bestimmen das dazugehörige Video. „In Your Beat“ kann als Puzzleteil zu „Beam Me Up“ verstanden werden. Denn hört man die Songs direkt in Abfolge, so wie sie auch auf der Platte angeordnet sind, lässt sich ein fließender Übergang und somit eine Art Zweiteiler erkennen. Ein spannender Twist, der eventuell auch die Begebenheit stark macht, ein Album am Stück zu hören und sich mal nicht auf den sich langsam eingebürgerten Zugang zu Musik über buntgemischte Playlists einzulassen (wobei die klassische Playlist ja einem Mixtape gleichkommt und das ist bekanntlich nicht so neu). Die Platte schließt mit dem Song „Fountains“, der wiederum träumerisch und ruhiger anmutet.
Selbstfindungstripp, ohne sich je verloren zu haben
„Marble Skies“ ist eine bunte Mischung an Genre-Vielfalt, die man in der Form nur selten finden kann. Wer wie Django Django in der Lage ist, sich solcher Vielfalt zu bedienen, sieht sich auch klar einmal mehr mit der Problematik konfrontiert, wo man denn musikalisch hingehört. Von einem eher fröhlicheren ersten Album, entschied man sich beim Nachfolger für eine düstere Richtung. Mit der nun erschienenen Platte möchte man zwar nicht ganz „back the roots“, doch man hält an dem fest, was man in der Vergangenheit für gut empfunden hat und lässt die Finger davon, was einem eher weniger zusagte. „Marble Skies“ wirkt konzentrierter als das Erstlingswerk. Bewahrt hat sich jedoch die einfachere Art der Produktion. Anders als bei „Burn Under Saturn“, bevorzugte man nun eben kein großes Studio mehr, um sich mehr Freiraum zu lassen. Wenn man so will, vereint das dritte Album das Beste aus den ersten beiden Platten. So befindet sich die Band, wie so viele, auf einem Selbstfindungstripp, ohne sich je verloren zu haben. Django Django sind definitiv eine Band, die man sich merken sollte. Gerade wegen solch spannender Hintergründe, wie die Tatsache, dass der Schlagzeuger David Maclean nicht nur die Drumsticks in den Händen hält, sondern eine Doppelrolle innehat. Er ist auch der Produzent seiner eigenen Band.
Beste Songs: Beam Me Up, Tic Tac Toe
VÖ: 26.01.2018 // Because Music / Caroline International
Der erste Monat des Jahres ist vorbei, der Frühling scheint in weiter Ferne. Um der Dauer des Winters auszuweichen, haben wir die besten Songs des Monats Januar zusammengesucht.
Tocotronic – Electric Guitar
Um keine Veröffentlichung reißen sich Feuilleton und Musikpresse wie um ein neues Album der vier Mittvierziger Tocotronic. Zu zuverlässig entzieht sich die Band dem Sinnverlust der Radiocharts, zu sicher schreibt Dirk von Lowtzow auch auf dem nächsten Album keine Hitsingle , sondern das nächste Meer an textlichen Feinfühligkeiten. Was beim Lesen der journalistischen Schwärmereien ob der Perfektion der Lowtzowschen Autofiktion wirkt, als wären die Songs der Hamburger der einsame Leuchtturm an musikalischer Poesie, die sich im Land der Autobahnen und der mehr oder weniger kontrollierten Kollektivneurose, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es derzeit sehr wohl Musiker*innen gibt, die qualitativ auf den Pfaden von „Pure Vernunft Darf Niemals Siegen“ wandeln. Dennoch ist es immer wieder aufs Neue ganz wunderbar, in die Tiefe von Bildern wie Teen Age Riot und Manic Depression im Reihen- und Elternhaus einzutauchen. „Electric Guitar“ ist direkt und nahbar am Erzählten, melodisch sanft und macht es fast zum Unmöglichen, nicht dabei sein zu wollen, wenn auf Albumlänge vom zur Welt kommen, Aufwachsen und Sterben erzählt wird.
Leyya – Heat
Kollaborationen mit Noisey und der BBC, vorgestellt von Magazinen wie Crack und Complex und dieses Jahr ein Auftritt beim SXSW in Austin. Popstars tragen demnach Namen wie Lindinger und Kleebauer, anmutig und bis zum letzten Buchstaben Glamour. Die Musikszene Österreichs, besser gesagt die Künster*innen aus dem Land der stilvollen Todessehnsucht, exportieren den nächsten internationalen Hingucker und mit dem Popduo Leyya scheint es an Bekanntheit dieses Mal noch weiter als bis Basel, Wien und Berlin zu reichen. Der Elektro-Pop, der an eine Mischung aus Lilly Allen und Kevin Parker erinnert, ist eingängig und mit Sicherheit perfekt für Zielgruppen von BBC ONE und FM4, weist aber einen immer klarer werdenden originellen Stil auf, mit dem sich Leyya dieses Jahr sicherlich eine größere Hörerschaft sichern werden.
Porches – Now The Water
Hier ein Tipp aus dem Bereich „Songs, deren Künstler*innen man ja per se ganz nett findet, aber dann doch nie ins Album reinhört“. Aaron Maine sieht aus, als hätte ihn eine Urban Outfitters Filiale in die Unendlichkeit der mit hellem Holz beschlagenen und mit Patches bestickten Oberflächlichkeit gesaugt und zum Archetyp des männlichen Instagram Models geformt: Frecher Ohrring, Fähigkeit zu Lächeln auf ein Minimum reduziert, Anteil von Körperfett und Muskelmasse ausproportioniert. Jenseits dessen liegt ein Album, auf dem Maine mit seiner Band Porches tief in Sentimentalitäten eintaucht, keine Scheu vor der Traurigkeit in Einsamkeit und Softness zeigt, was Songs wie „Now The Water“ in der Leichtigkeit der Produktion, für die Maine auf diesem Album größtenteils allein verantwortlich ist, zu melancholischen Balladen mit Charme macht. Steigt man durch die Heuchelei der eigenen Oberflächlichkeit, findet man einen jungen Künstler, dem nicht alles recht gelingen will und dessen Album deswegen gelungen ist.
DJ Koze – Seeing Aliens
Der erste Blick auf Stefan Kozallas neues Album ist ein achtminütiges Synthie Wabern, auf dem vieles nicht am erwartbaren Platz ist. Die Geräuschkulisse überlagert sich wellenartig und jagt isolierte Höhen wie Raketen durch die Atmosphäre. Knock Knock wird das im Mai erscheinende Album des Flensburger DJs und Produzenten heißen, es soll Samples von Bon Iver und gesangliche Gastauftritte von unter anderem José González und Sophia Kennedy beinhalten. Psychedelische Experimente zwischen Techno und House bleiben demnach Kozes Steckenpferd, mit dem sich bisher eine breite Fangemeinde auch außerhalb der Clubs und Raves gewinnen ließ. „Seeing Aliens“ wird gemeinsam mit der bisher unveröffentlichten B-Seite „Nein König Nein“ als EP veröffentlicht werden.
Hayiti – Monaco
Es klingt immer noch spontan und unkompliziert produziert, das Debütalbum von Haiyti. Und trotzdem haben Songs wie „Monaco“ und „Gold“ einen ausbalancierteren Klang als die frühen Mixtape- und Singleveröffentlichungen, der dem Sound der Hamburgerin trotz dem oberflächlich unaufhörlich billig glitzerten Trash Tiefe verleiht. Was beim ersten Hören nach Dorfdisko Techno klingt, ist vom Produzententeam Kitschkrieg bewusst als minimalistisch gehaltene Einrahmung für die sich durchgehend wiederholenden Texte Haiytis gedacht. Die haben lyrische Edelsteine wie „Ich sonne mich im Blaulicht“ in sich oder sind, wie in „Monaco“ so kurz gehalten, dass sich Beats und Text hinsichtlich ihrer Vielfalt die Waage halten. Haiyti lebt in ihren Songs in diversen Trap Klischees, dem Drogenrausch, dem ekstatischen Verprassen des milliardenschweren Einkommens und lässt immer wieder sowas wie Empfindsamkeit durchblitzen, eine sanfte Form der Emotionalität schwebt mitunter zwischen Koks in den Nasen und Champagner auf dem Designerkleid.
Die Nerven – Frei
Während Max Rieger im vergangenen Jahr vor allem damit beschäftigt war, seiner Arbeit als Produzent nachzugehen und damit unter anderem das neue Album der Drangsal abzuschließen, gibt es gleich zu Beginn Neuigkeiten seiner Band Die Nerven aus Stuttgart. Soll heißen, neue Musik auf Albumformat, am 20. April. Auf der ersten dazugehörigen Veröffentlichung klingen Die Nerven immer noch nach dreckigem Post-Punk, experimentell und zornig. Wutabbau durch neue Wut, so klingt die Befreiung der Nerven, ein Schreien im Gitarreninferno. So viel klarer Punk war lange nicht mehr in Riegers Arbeiten mit den Mausis oder Stella Sommer von Die Heiterkeit. Ob sich der Trend zur Aggression und zum proklamierenden Text fortsetzt, kann dann im Frühling auf Fake erfahren werden.
Troye Sivan – My My My!
Das neue Jahr ist keine zwei Wochen alt und der erste Hit für alle kommt um die Ecke. Der 22 jährige Australier Troye Sivan, seit seinem Debüt Blue Neighbourhood gefeierter Teenager der LGBTQ Community, singt euphorisch vom nicht aufzuhaltenden Rausch früher Verliebtheit, tanzt im Video lasziv im Unterhemd ekstatisch durch seine Pophymne. Ein schwuler Popstar für die Generation Youtube, der die Einfachheit des Refrains von „My My My!“ mit spielerischem Anmut und Bewegungen für sechs Wochen Party faszinierend erscheinen lässt. Nach einem Auftritt im amerikanischen Fernsehen bei Saturday Night Live und einer weiteren Single, erscheint es wahrscheinlich, dass in Bälde auch ein Album veröffentlicht wird. Mit der Euphorie von „My My My“ und der bisher präsentierten Persona könnte hier eines der Popalben des Jahres in der Warteschleife stehen.
Isolation Berlin – Marie
Tobias Bamborschke hört auf der zweiten Veröffentlichung vor dem Erscheinen des neuen Albums am 23. Februar für einen Moment auf, die zerbrochene Liebe und die darauffolgende und alles umfassende Einsamkeit mit Gift und Galle zu bewerfen. „Trockne deine Tränen“ singt er immer wieder, fast sanft wirken Isolation Berlin für etwas mehr als vier Minuten. Ein vergebendes Album, auf dem die Trauer überwunden wurde, wird Vergifte Dich wahrscheinlich dennoch nicht werden, dafür sind Wut und Verbitterung doch viel zu sehr verinnerlicht im Erzählen Bamborschkes. So zu sehen gewesen zum Beispiel auf seiner Lesereihe zum Gedichtband mit dem Titel Mir Platzt Der Kotzkragen. Wenn der Winter also Ende Februar nochmals zurückkommen sollte, gibt es da ein Mittel, dass das Leiden, die Sehnsucht und den Zorn katalysieren kann.
Am 05. Februar stellt Ghostpoet sein neues Album „Dark Days & Canapés“ im Heidelberger Karlstorbahnhof vor und The Postie verlost 2×2 Karten für das Konzert.
Nach Jahren der Introspektion, wendet sich Obaro Ejimiwe aka Ghostpoet mit seinem neuen Album „Dark Days & Canapés“ düsteren Blickes an die Außenwelt. Es geht um den Konsumwahn, Social Media und die Flüchtlingskrise. Schwere Kost in manchmal genau so schweren Zeiten.
Das Album ist ein Aufschrei gegen die Canapés-fressende Elite, die in ihrer Wohlstandsstarre feststeckt und der Düsterkeit der Welt zuschaut. Mit seiner unmissverständlichen Art die Lyrics vorzutragen geht Ghostpoet mit seinem Mix aus Hip Hop, Indie und düsteren Beats unter die Haut. Auf seinem neuen Album „Dark Days & Canapés“ sind mit Eera und Daddy G zusätzlich noch zwei Gäste vertreten.
The Postie verlost 2×2 Gästelistenplätze für das Konzert von Ghostpoet am 05. Februar im Karlstorbahnhof in Heidelberg. Die Bedingungen für den Lostopf sind das Liken des FB-Posts, unserer Facebook Page und das Kommentieren eurer Begleitung. Der Einsendeschluss ist der 03.02. um 20:00. Die Allgemeinen Teilnahmebedingungen könnt ihr hier nachlesen.
Die Freude ist groß: Zwei Jahre nach der Veröffentlichung seines letzten Albums „The Colour In Anything“ meldet sich James Blake mit einer neuen Single samt Video zurück. Ist „If The Car Besides You Moves Ahead“ der Vorbote einer neuen Platte?
Das von Regisseur Alexander Brown produzierte Musikvideo zur neuen Single des britischen Sängers und Produzenten erinnert stark an die Ästhetik des Filmklassikers „Drive“. Bei Nacht und Nebel betritt ein Mann einen Parkplatz und steigt in sein Auto; die Scheinwerfer leuchten auf ehe der scheinbar unendliche Ritt durch die Nacht beginnt. Bessere Bilder hätte man für den verträumten, fast hypnotischen Sound des neuen Tracks nicht wählen können.
So endlos wie die nächtliche Fahrt und die am Fenster vorbeischwirrenden Lichter scheint nämlich auch die elektronische Klanglandschaft, die James Blake in „If The Car Besides You Moves Ahead“ geschaffen hat. Die stark verzerrten und verfremdeten Vocals sowie das Backing aus eindringlichen Synth-Beats rufen Erinnerungen an das Debüt des jungen Briten wach. Ob wir uns schon bald über ein neues Album in alter Blake-Manier freuen dürfen?
Wenn James Blake im Februar und März als Support von Kendrick Lamar für wenige Konzerte nach Deutschland kommt, wird man sich vielleicht bereits von dem ein oder anderen neuen Song überzeugen können.
Kendrick Lamar und James Blake live:
15.02.2018 – Frankfurt a. M., Festhalle
22.02.2018 – Köln, Lanxess Arena
05.03.2018 – Berlin, Mercedes-Benz-Arena
Am 7. Februar spielen Kakkmaddafakka in der Heidelberger halle02 und The Postie verlost 1×2 Karten für das Konzert
Kakkmaddafakka sind berüchtigt für ihren tanzbaren Indie-Pop. Konzerte der Norwerger gleichen glatt einer großen schmissigen Indie-Party, bei der ausgelassen getanzt und zu den eingängigen und rhytmischen Indie-Tunes mitgefeiert wird.
Seit Jahren schaffen es die Norwerger mit einer Leichtigkeit ihre Konzerte zu besonderen Erlebnissen zu machen. Mit dem aktuellen Album „Hus“, das im vergangen Jahr erschienen ist, sind Kakkmaddafakka derzeit auf Tour. Zwar sind die Songs vom neuen Album im Vergleich etwas zurückgelehnter, doch überzeugen „All I Want To Hear (AAA) und auch „Neighbourhood“ trotz allem durch den typischen Kakkmaddafakka-Sound, der geprägt ist durch den lockeren Uptempo-Beat der Rhythmusgruppe.
The Postie verlost 1×2 Gästelistenplätze für das Konzert von Kakkmaddafakka am 7. Februar in der halle02 in Heidelberg. Daneben gibt es auch einmal das aktuelle Album „Hus“ zu gewinnen. Die Bedingungen für den Lostopf sind das Liken des FB-Posts, unserer Facebook Page und das Kommentieren eurer Begleitung. Der Einsendeschluss ist der 05.02 um 20:00. Die Allgemeinen Teilnahmebedingungen könnt ihr hier nachlesen.
Hört man die Musik von Island und denkt dabei an das gleichnamige Land, versteht man, weshalb sich die Band aus London danach benannt hat: Atmosphärischer Indie-Rock trifft hier auf mitreissende Gitarrenrhythmen. Auch „Ride“ reiht sich in den bekannten Spirit der Band ein und gibt nebenbei weitere Einblicke in das im Frühling erscheinende Debüt.
Der Sound von Island ist geprägt von verträumten Melodien, nachfühlbaren Texten und atmosphärischen Gitarren, die alles miteinander zu mitreißenden Songs verschmelzen lassen. Der kürzlich veröffentlichte Song „Ride“ ist dabei keine Ausnahme. Thematisch handelt der Track vom Aufbruch, Abenteuren und der Freiheit jung zu sein. Dabei klingt „Ride“ aber umso melancholischer und beschreibt verhalten und sehr gefühlvoll die Fahrt, die die Band im letzten Jahr durchgemacht hat.
Debüt und Tour im Frühjahr
Denn das vergangene Jahr war für Island eine regelrechte Höhenfahrt. Nach Veröffentlichung der Debüt-EP „Girl“ im Jahr 2016 ging es für die vierköpfige Band aus London nur bergauf. Nachdem die letzten Monate intensiv am ersten Album der Briten geschraubt wurde, tourte die Band fast non-stop durch die europäischen Konzerthallen. Und das mit großem Erfolg, so war die Tour im November fast restlost ausverkauft.
Mit „Feels Like Air“, das am 6. April via Frenchkiss Records erscheint, geht es mit dem neuen Material wieder erneut auf Tour. Für drei Daten kommen Island nach Deutschland und präsentieren die neuen Songs unter anderem in Berlin, Dresden und Heidelberg. Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen und via Eventim.
Island live:
20.04.18 – Berlin, Musik & Frieden
21.04.18 – Dresden, Polimagie Festival @ Beatpol
23.04.18 – Heidelberg, Karlstorbahnhof
„The End of The F**ing World“ ist momentan eines der Serienhighlights überhaupt und auch musikalisch hat die kurze Serie einiges zu bieten. Der Soundtrack wurde von Graham Coxon zusammengestellt und er selbst steuert auch einen eigenen Song hinzu. (Achtung Spoiler!)
Die Handlung der Netflix-Serie „The End of The F**ing Worl“ ist eigentlich recht simpel. James und Alyssa, gespielt von Alex Lawther und Jessica Barden hauen aus der langweiligen Kleinstadt ab und wollen laut eigener Aussage frei sein. Dabei sind die Motive der beiden Teenager grundverschieden. Bei Alyssa ist es eher aus der Rebellion heraus, da sie sich in ihrer eigenen Familie nicht geliebt und missachtet fühlt. James hingegen hält sich selbst für einen Psychopathen und denkt, er habe mit Alyssa ein passendes Opfer für seinen ersten Mord gefunden. Kürzlich haben die Macher der Serie bestätigt, dass es schon bald eine Fortsetzung der Erfolgsserie geben wird.
Für die passende musikalische Begleitung, dieser absurd komischen Handlung ist kein geringerer als Graham Coxon (Blur) verantwortlich. Er steuert mit „Walking All Day“ nicht nur einen eigenen Song hinzu, sondern schrieb auch gleich am Score mit. Aus dieser Song-Liste haben wir für euch die schönsten Beispiele herausgepickt.
Bernadette Carroll – Laughing On The Outside
Der Song läuft gleich zu Beginn der ersten Folge, in der James seelenruhig erzählt, dass er sich für einen Psychopathen hält. Bereits hier wird eine gewisse Komik durch den Song erzeugt, da James‘ Erscheinungsbild eben keineswegs in die Vorstellung eines kalten Mörders passt.
Tullycraft – Superboy & Supergirl
Ein Song von 96, der die Gefühlslage der beiden Ausreißer wohl ziemlich genau beschreiben muss. James und Alyssa hauen zu dem Zeitpunkt nämlich gerade aus der Stadt ab und kehren ihrem Heimatort den Rücken.
Soko – We Might Be Dead by Tomorrow
Der wohl beste Song von Soko lässt die Zweifel der beiden Protagonisten deutlich werden. Denn obwohl beide nach außen hart und bestimmt wirken, herrscht doch eine große Unsicherheit.
Hank Williams – Settin‘ the Woods on Fire
Alyssa macht es sich in der Villa gemütlich und fängt an zu tanzen. Irgendwann tanzen die beiden zusammen.
Brenda Lee – I’m Sorry
In dieser Szene sticht James den Professor ab, der gerade versucht Alyssa zu vergewaltigen. Durch die Sanftheit des Songs und der Stimme von Brenda Lee erhält die Szene schon fast einen Tarantino-ähnlichen Charakter.
The Buzzcocks – Why Can’t I Touch It
In (fast) keiner britischen Serie dürfen die Buzzcocks fehlen. So trifft es auch „The End of The F**ing“ World in der Szene, als Alyssa versucht Unterwäsche zu klauen.
The Spencer Davis Group – Keep On Running
James und Alyssa haben gerade ein Auto geklaut und ergreifen damit die Flucht. In ihrem Siegesgefühl singen sie den Song „Keep On Running“ laut mit.
Hayes Carll – KMAG Yoyo
James und Alyssa flüchten vor Frodo, der eigentlich mit den beiden mitkommen wollte. Während des Songs wird James von Alyssa geküsst.
Fleetwood Mac – Oh Daddy
Welcher Song, wenn nicht „Oh Daddy“ von Fleetwood Mac passt besser zu der Szene in der Leslie, James und Alyssa in Slow-Motion die Bar betreten. Hier beweist Coxon abermals sein Gespür für die richtige Songauswahl.
https://www.youtube.com/watch?v=rBJ8b0DvyaY
Graham Coxon – Walking All Day
Endlich kommt der neue Song von Graham Coxon zum Einsatz. Musikalisch reiht er sich nahtlos in die Mischung des Soundtracks aus Country und Rhythm and Blues ein. In der Szene begraben die beiden gerade einen toten Hund am Strand.
The Black Angels – Young Men Dead
Der Songtitel ist hier trügerisch, denn obwohl die Teenager gerade vor der Polizei flüchten und das Ende nah scheint, wird es doch anders kommen als erwartet. Der raue Ton von The Black Angels passt perfekt zur Szene.
The End of the World – Julie London
Eine Punktlandung und der Schlussstrich eines runden Soundtracks, der virtuos von Graham Coxon zusammengestellt wurde. Die Songs harmonieren mit dem Content und heben die Serie auf ein höheres Level.
Einen ersten kurzen Trailer auf die zweite Staffel von „The End of The F**ing World“ gibt’s hier:
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