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Franz Ferdinand – Always Ascending

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Altbekannte Gitarrenriffs treffen auf 70er Jahre Disco und Glamrock. Auf „Always Ascending“ zeigen sich die Schotten experimentierfreudiger denn je, behalten doch stets ihren klassischen Franz Ferdinand-Sound bei.

Die soundästhetik auf dem neuen Album ist geprägt durch spacige Flächen voller Synthesizer. Hier und da ein wenig Disco, New Wave, Gitzer und Glamrock, doch im ganzen das altbewährte Gitarren-Konzept von Franz Ferdinand. Wirklich neu ist der Sound nicht. Mit dem Titeltrack und zugleich der ersten Singleauskopplung beginnt die Platte mit einem groovigen Song, der sich erst langsam aufbaut, bis eine eingängige Melodie erkennbar ist. Pulsierende Bässe und ein einprägsamer Refrain zeichnen „Always Ascending“ aus. Und auch „Lazy Boy“ steht dem in nichts nach. Die Homage and Faulheit klingt gar nicht so lazy, wie sie doch von Alex Kapranos besungen wird.

Klassischer Franz Ferdinand-Sound trotz kleiner Veränderungen

Daneben folgt auch mit „Paper Cages“ ein weiterer eingängiger, treibender Song, zu dem es sich im Club bestimmt gut mitwippen lässt, doch wirklich zünden tut er nicht. Dabei hat der Track gerade inhaltlich eine tiefere, politische Bedeutung und versucht die Höhrer dazu zu ermutigen, ihren „Papierkäfig“ zu verlassen. Auch „Huck and Jim“ trieft textlich nur so vor US-Kritik. Musikalisch ist der Track ein Highlight der Platte: Kurze Gitarrenriffs treffen auf coole, eingängige Melodien mit schnellen Tempo-Wechseln.

Nach dem Track wirkt es als hätten die Schotten schon ihr ganzes Pulver verschossen. „Finally“ wirkt wie eine große Fläche aus verschiedenen Sound-Schnippseln und mit „The Academy Award“ werden gar ruhigere Töne angeschlagen, doch eigentlich dümpelt der Song nur vor sich hin. Klingt beim Hören noch ganz nett, bleibt aber nicht im Kopf hängen. So geht es mit vielen Songs auf der aktuellen Platte.

Fünf Jahre haben sich Franz Ferdinand mit ihrem neuen Album zeitgelassen. Seitdem ist einiges passiert, vor allem an der Besetzung der Band. Mit dem Abgang von Gitarrist und Keyboarder Nick McCarthy kam mit den zwei neuen Studiomusikern, dem Gitarristen Dino Bardot und dem Keyboarder Julian Corrie, neuer Wind in die Besetzung. Wirklich innovativ wirkte sich der Wechsel auf die Kreativität der Band jedoch nicht aus.

Futuristische Melodien treffen auf souveräne Gitarrenriffs

Ihren besten Song heben sich Franz Ferdinand für den Schluss auf. Mit „Feel The Love Go“ zeigt die Band, dass sie immer noch tanzbare und hitverdächtige Songs schreiben können. Zwar ist „Always Ascending“ weniger innovativ, als der Titel der Platte es verlauten lässt, doch bleiben Franz Ferdinand als Band weiterhin interessant, da sie es verstehen, ihren einschlägigen klassischen Sound um Nuancen zu verändern. Das funktioniert zwar auf der neuen Platte nicht durchgängig, doch lassen sich hier und da auf dem Album schöne futuristische Melodien finden sowie souveräne albtkannte Gitarrenriffs, die zumeist erst beim zweiten Anhören ihr Antlitz entfalten.

Beste Songs: Feel The Love Go, Always Ascending, Huck And Jim

VÖ: 09.02.2018 // Domino Records

Das Lineup des Melt Festivals 2018 ist komplett!

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Mit Modeselektor, Apparat und Westbam greift das Melt Festival zum Abschluss seines Lineups nochmal tief in die Dinosaurierkiste. Um dem Anfall elektronischer Nostalgie entgegenzuwirken, gibt es eine ganze Ladung frischer Newcomer dazu.

Nachdem sich Moderat im letzten Jahr dazu entschieden haben, getrennte Wege zu gehen, ohne jemals auf dem Festival gespielt zu haben, das wohl am ehesten ihrer Hörergruppe entspricht, haben sich das Trio aus Modeselektor und Apparat 2018 dazu überreden lassen, doch ein gemeinsames DJ Set im Sommer auf der MeltSelektor Stage zu spielen. Glück gehabt, Meltgängerschaft, zählt doch das Liveset der Berliner um Songs wie „Rusty Nails“ oder „Bad Kingdom“ zum Besten, was in den letzten Jahren audiovisuell als Konzert zu erleben war. Sein Debüt in Ferropolis gibt außerdem ein Fossil der Technoszene: Westbam wird direkt aus der Kreidezeit eingeflogen und ergänzt neben Mount Kimbie, Little Dragon und den bereits erwähnten ehemaligen Moderat den headlinermäßigen Teil der Neuankündigungen. Freunde junger, schmusiger Indie Musik dürfen sich auf Rex Orange County freuen, der 19 jährige Brite zählt mit Acts wie Efdemin, Tommy Cash,  den Adana Twins, Khali Uchis und Zhu zu den diesjährigen Newcomern.

Nach The xx, Florence + The Machine und Fever Ray bringt das Festival im Osten Deutschlands nun also auch mit den für eine Nacht musikalisch wieder vereinten Modeselektor und Appart die nächste exklusive Show auf seine Bühne, spielen doch auch die eben genannten restlichen Headliner in Ferropolis entweder das einzige Konzert auf einem Festival oder ihr einziges Konzert im Land der Nörgler und Verrenker. Wie immer und doch in diesem Jahr ein wenig spektakulärer und einfühlsam zusammengestellter, stimmt die Kombination aus wirklich guter zeitgenössischer Popmusik und spannendem Techno und Elektro.

Es lässt sich doch ganz gut an, wenn man bei Tyler the Creator zugehört hat und sich darauf durch die ravende Menge vor dem Pult Ben Klocks fallen lässt. Karten für das Melt Festival sind aktuell noch als Einzel-, Gruppen- und Tagestickets bei allen offiziellen VVK Stellen zu finden, neu in diesem Jahr sind die sogenannten VIP Tickets, die in limitierter Anzahl zu erstehen sind und Zugang zu einem abgetrennten Campingbereich sowie dem VIP Bereich des Festivals gewähren. Naja, Lineup ist ja super geworden, da kann man mal über solche Hirngespinste hinwegsehen. Einen Überblick über die kompletten Acts für 2018 findet ihr hier.

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So war es bei Kakkmaddafakka in der halle02 in Heidelberg

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Es war wie Karneval, nur besser und ohne Kostüme. Kakkmaddafakka sind am 7. Februar in der Heidelberger halle02 ihrem Ruf als Indie-Partyband mehr als gerecht geworden.

Nach ihrem letzten Release „Hus“ durfte man befürchten, dass Kakkmaddafakka erwachsen geworden sind und ruhigere Töne von sich geben. Doch weit gefehlt – Kakkmaddafakka sind noch immer die kleinen Racker, die wir so sehr lieben. Vor Kakkmaddafakka waren aber erst einmal Eau Rouge an der Reihe ihr Talent unter Beweis zu stellen. Die noch immer junge Band aus Stuttgart spielt ein sehr gitarrenlastiges Dream Pop-Set, das durchaus zu verführen weiß.

Dabei sind es besonders die introvertierteren Songs, die die Stärken der Band ausspielen. Die drei Musiker, die bereits auf renommierten Festivals wie dem The Great Escape in Brighton oder dem SXSW in Austin aufgetreten sind schrauben so lange an ihren Gitarren bis sie in ein verzerrtes Shoegaze-Gebilde fallen, das sie so gar nicht schwäbisch, sondern vielmehr britisch klingen lässt. Bei der gut besuchten halle02 kommt der Sound des Trios gut an und so verzeiht man auch gerne, dass sie Band von sich aus gerne betont, dass bei ihnen auf jeden Fall alles selbstgemacht ist. Den Schrei nach Bestätigung kennen wir sonst eher von Youtubern. Nach etwa einer halben Stunde verabschiedeten sich Eau Rouge mit dem fast schon obligatorischen Selfie mit der Crowd.

Durch die ausgelassene Stimmung und den Fans, die mit Luftschlangen und Aquagym-Poolnudeln angereist sind wandelte die halle02 bereits vor dem Auftritt der Norweger zwischen Karneval und Festival-Ekstase. Das Intro „In the Hall of the Mountain King“ zog die Spannung ins Absurde und gleich der erste Song „Touching“ verwandelte das Konzert in eine einzige Indie-Party.

Ab dem Zeitpunkt spielt sich die Band aus Bergen in einen Rausch und lässt sich anmerken, dass es ihnen in Heidelberg besonders gut gefällt. Und das obwohl ihnen bei ihrer Widmung „Heidelberg“ bekannterweise wenig Worte eingefallen sind. Kakkmaddafakka sind einer dieser Bands bei denen man manchmal den Eindruck hat, dass sie gar nicht mal so herausragende Musiker sind. Dies machen sie aber durch viel Sympathie und mit Liebe zu den Fans und der Musik wett. Es überrascht also nicht, dass die stärksten Songs „Your Girl“ oder „Restless“ heißen und einfach dazu einladen den Stock aus dem Arsch zu nehmen und mit Konfetti um sich zu werfen.

Nach knapp 90 Minuten verabschiedeten die mittlerweile zur Hälfte oberkörperfreien Büttenredner von Kakkmaddafakka sich kurz, um kurz darauf für ein paar Zugaben und einer Mission zurückzukommen. Das Ziel des Abends von Axel Vindenes, Stian Sævig, Pål Vindenes, Jonas Nielsen, Kristoffer Van Der Pas war es die Nacht „more saturday than it already is“ zu machen. Wer dann „Believe“ von Cher raushaut, weiß, dass dieser Plan nur aufgehen kann. Wie nach dem fünften Klopfer vom Karnevalsumzug singt die Menge lauthals mit und wird von der Band aus Bergen mit „Forever Alone“ verabschiedet. 

Ein würdiger Abschied einer Band, die mal in einem Interview gemeint hat, dass sie „die Lieblingsband der Leute sein möchte“. Genau dieses Credo erfüllen Kakkmaddafakka zu 100%. Heidelberg war nämlich lange nicht in Happy-Indie-Time wie gestern und dafür kann man der Band nur danken.

Die Einfachheit des melodischen Surrealismus – MGMT mit neuer Single „Me and Michael“

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MGMT veröffentlichen den letzten Song vor Erscheinen ihres Albums Little Dark Age am morgigen Freitag. Surrealistisches Video, das dich unverständlich grinsen lässt inklusive.

Die Melodie ist zurück und sie erreicht ungeahnte Ausmaße im neuen Song von Andrew VanWyngarden und Ben Goldwasser. „Me and Michael“ ist eine Hymne aus sanften Drums, warmen, ausgeglichenen Synthies und einem Refrain, der, nach den letzten Alben der Band schon ungewohnt scheinend, zum Mitsingen und damit wirklich für die Live-Performance gemacht worden zu sein scheint. Nach „Little Dark Age“ und „When You Die“, die beide ebenfalls stark auf melodiöse Originalität ausgelegt sind, aber dennoch den mitunter sperrig und konstruiert wirkenden Avantgardismus im Großformat der New Yorker durchblitzen lassen, ist die dritte Single erstaunlich nah an der Einfachheit der ersten Alben Oracular Spectacular und Congratulations. Was klingen mag, als hätte das Duo an Originalität oder Intellekt nachgelassen, ist viel mehr die erfolgreiche Abkehr vom kontinuierlichen Experiment auf den letzten beiden Alben.

Ebenfalls an den melancholischen und bewusst hausgemacht gehaltenen Surrealismus der Videos zu Songs wie Congratulations, in denen fremdartige Vogelwesen im Verlauf der Aufnahmen nach und nach der eigenen Verwesung entgegenlaufen, erinnert die Geschichte vom geklauten Lied im Video zu „Me and Micheal“, in der sich VanWyngarden und Goldwasser einmal im Schnelldurchlauf durch das Hamsterrad des Überhits jagen lassen. Glibbrige Telefonhüllen aus fleischigen Organen, selbstironische Kommerzialisierung, arrogante TV Auftritte, es trifft der Trash auf noch mehr Trash. Ob sich der Trend hin zum melodiösen Surrealismus über die zehn Songs des neuen Albums My Little Dark Age hinwegstreckt, lässt sich dann am Freitag erfahren. Ab Anfang März sind MGMT damit dann auf Tour, in Europa sind sie im Sommer auf diversen Festivals unter anderem in Spanien, Italien und Luxemburg zu sehen.

Gewinne 2×2 Karten für das Konzert von Chinese Man in Köln

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Am 15. Februar spielt das Kollektiv Chinese Man aus Marseille in der Live Music Hall in Köln und The Postie verlost 2×2 Karten für das Konzert.

Seit 2004 verbindet das Trio Chinese Man Klangcollagen und -fetzen aus Jazz, Soul, Dub, Afro Beat, Funk, Weltmusik, Elektro, genauso wie Geräusche, Filmsamples, Schnipsel aus Reden und weiteren abwegigen Ideen. 2008 gelang dem Kollektiv aus Marseille mit „I’v Got That Tune“ ein Welthit, der durch Mercedes Benz auch in Deutschland groß geworden ist.

Mitte Februar touren Zé Mateo, Sly und High Ku mit ihrem neuen Album „Shikantaza“ durch Deutschland und schlagen hier den Bogen zwischen deutlichen Hip Hop-Elementen und dem chinesischen Ursprung der Band.  Shikantaza ist eine Meditationstechnik im Buddhismus und eine Einladung zum Loslassen, zum Erfassen des Augenblicks. Dieses Gefühl wollen sie nun auch live auf ihr Publikum transportieren.

The Postie verlost 2×2 Gästelistenplätze für das Konzert von Chinese Man am 15. Februar in der Live Music Hall in Köln. Die Bedingungen für den Lostopf sind das Liken des FB-Posts, unserer Facebook Page und das Kommentieren eurer Begleitung. Der Einsendeschluss ist der 13.02 um 20:00. Die Allgemeinen Teilnahmebedingungen könnt ihr hier nachlesen.

Tickets gibt’s hier.

Es gibt einen neuen Ausschnitt aus „Isle of Dogs“ von Wes Anderson

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© 2018 Twentieth Century Fox Film Corporation

In dem kurzen Ausschnitt des ersten Stop-Motion-Films „Isle of Dogs“ von Wes Anderson streiten sich zwei Hunde-Gangs um eine Tüte Müll.

Es wurde ein weiterer Filmausschnitt aus Wes Andersons „Isle of Dogs“ gezeigt. Zu sehen sind zwei offensichtlich verfeindete Hunde-Gangs, die sich um eine Mülltüte streiten. Der Clip wurde nun via Vulture ausgestrahlt und dauert 1:39 Minuten. Es ist der erste Ausschnitt, der neben dem Trailer bekannt ist. Im Cast sind unter anderem Yoko Ono, Jeff Goldblum, Bill Murray oder Scarlett Johanhson mit dabei. Der Film erscheint am 23. März und ist der erste Film von Wes Anderson nach The Grand Budapest Hotel.

Erzählt wird die Geschichte einer Hundepopulation in Japan, die durch den Ausbruch der Hundegrippe aus Selbstschutz von den Menschen nach Trash Island verfrachtet wird. Wie es der Name bereits vermuten lässt, gibt es auf diesem bescheidenen Fleckchen Erde kaum etwas anderes als Müll. Dies wiederum missfällt den stolzen Hunden und so beschließen sie, sich als Gang auf die Suche nach besserem Futter zu machen. Dann taucht der der zwölfjährige Atari Kobayashi in der Welt der Hunde auf und sucht verzweifelt nach seinem Buddy Spot, was die Alphatier-Gang dazu bewegen lässt, ihm bei der Suche zu helfen.

 

Geschichten über Liebe, Hass und Sex – Sam Vance-Law im Interview

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Sam Vance-Law // © J. Konrad Schmidt

Eine zarte Bariton-Stimme, ein Händchen für Melodien mit Ohrwurmgarantie und das Auftreten eines Gentlemans – Sam Vance-Law lässt unsere Herzen mit den ersten Veröffentlichungen zu seinem kommenden Debüt höher schlagen. Im Interview mit uns spricht er unter anderem über seinen musikalischen Werdegang, persönliche Vorbilder und die Zusammenarbeit mit Konstantin Gropper.

Eins haben die drei bisher veröffentlichten Single-Auskopplungen des gebürtigen Kanadiers wohl gemeinsam: Sie gehen ins Ohr. „Prettyboy“, „I Think We Should Take It Fast“ und „Gayby“ haben bereits für einige Furore im Netz gesorgt. Glücklicherweise lässt das Release des Debüts „HOMOTOPIA“ nicht mehr lange auf sich warten. Bereits am 2. März wird das Album via Caroline veröffentlicht. Ebenso smart, wie der junge Kanadier in seiner Musik die Vorzüge und Schwierigkeiten der gleichgeschlechtlichen Liebe beschreibt, beantwortete er uns noch einige offene Fragen.

Als Kind hast du dich vor allem der klassischen Musik gewidmet. Seit wann hast du dich der Popmusik verschrieben und woher kam dieser musikalische Wandel?

Meine Familie zog zurück nach Kanada, als ich sechzehn war. In England, wo ich vorher lebte, war ich immer an klassischer Musik interessiert. Meine neuen Freunde in Edmonton waren aber in Rock-, Pop-, Punk- und Noise-Bands und hatten fast nichts mit klassischer Musik zu tun. Ich ging also zu deren Liveshows und habe gleich die Stimmung und die Lieder geliebt. Ich wollte dann sehen, wie es wäre, auf meine Art und Weise diese zwei musikalischen Welten zusammenzubringen. 


 

Welche musikalischen Einflüsse spiegeln sich in deiner Musik wider?

Da ich mit Chormusik groß geworden bin, gibt’s immer viel mehrstimmiges Singen. Und da ich Orchester und Quartette mag, gibt’s auch viele orchestrale Elemente. Und, natürlich, gibt’s auch die Band- und die Pop-Seite. Von den Arrangements her sind das also meine Einflüsse. Warum meine Musik klingt wie sie klingt, weiß ich aber auch nicht. Die Lieder, die ich geschrieben haben, klingen so gar nicht nach meinen Lieblingsbands und -projekten. Keiner hat mich mit Kendrick Lamar oder Animal Collective oder St. Vincent oder Beyoncé verglichen, was traurig ist. Aber okay. Und ich höre, ich soll nach Father John Misty klingen, obwohl ich seine Musik noch nicht kenne. Was meine genauen Einflüsse sind, ist da vielleicht schwer zu sagen.

Wahlheimat Berlin – wieso?

Zufall. Und Glück! Hier fühle ich mich sehr wohl und habe Zeit Musik zu machen. Könnte kaum besser sein.

Bei der Arbeit an deinem Debüt unterstützte dich Konstantin Gropper von Get Well Soon. Wie kam es zu der Zusammenarbeit? Würdest du ihn als Mentor weiterempfehlen?

Konsti und ich haben uns vor ein paar Jahren kennengelernt. Wir teilten eine Bühne und später habe ich auch Violine für Get Well Soon gespielt. Wir kannten uns also bereits. Und irgendwie hat er ein Exemplar meiner Platte bekommen und sah darin die Möglichkeit das Ganze zu verbessern. Er hat sofort begriffen, was ich da machen wollte und was die Platte brauchte, und wir beide haben dann easy peasy harmonisch zusammengearbeitet. Ich würde ihn absolut als Mentor empfehlen!

Dein Debüt spielt mit dem Titel HOMOTOPIA auf das Thema Homosexualität an. Was möchtest du deinen Hörern in Bezug auf das Thema mit auf den Weg geben?

Die Lieder sind Geschichten über die Liebe und Hass und Sex und Familie und Ehe und Fantasien und Hamburgeressen und Tanzengehen und alles, was alle Menschen machen. Natürlich sind es auch Geschichten, die aus einer Perspektive kommen, die ein bisschen anders ist, als in den meisten Popsongs. Aber, egal was ich sage, es gibt nichts Besseres, als einfach reinzuhören.

 

Foto Credits: J. Konrad Schmidt

Drangsal veröffentlicht im April sein zweites Album „Zores“

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Zwei Jahre nach dem Debüt „Harieschaim“ ist jetzt klar, wann der Nachfolger erscheinen wird. Mit „Zores“ entscheidet sich Drangsal erneut für einen Titel, der seine pfälzer Wurzeln stark macht.

Drangsal kommt eigentlich aus Herxheim bei Landau in der Pfalz. Dieser Fakt wurde bereits mit der Titelgebung des Erstlings aufgenommen: Harieschaim“ ist nämlich der ursprüngliche Name des Ortes. Mit dem Wissen ist weniger verwunderlich, dass es sich bei „Zores“ um einen pfälzischen Ausdruck handelt. Leute, die nicht aus Max Grubers Heimat oder dem nahen Umfeld kommen, müssen wahrscheinlich erstmal googeln, was es mit dem Titel „Zores“ auf sich hat. Um diesen Schritt zu überspringen sei an dieser Stelle vorweggenommen, dass der Begriff für Streit, Wut oder die Beschreibung einer Gruppe Asozialer verwendet wird.

Das Album „Zores“ wird am 27. April bei Caroline International erscheinen und zwölf Songs enthalten. Die Platte wurde von Markus Ganter und Max Rieger produziert. Gemeinsam konzipierten sie mit Gruber einen neuen Sound. Doch wie man es bereits von Drangsal gewohnt ist, sind die Songs frei von jeglicher konkreten Zuschreibung eines Genres oder Jahrzehnts. Die Tracklist verrät eine auffällige Änderung zum Debütalbum: Die Überhand hatten damals noch die englischsprachigen Songs, den geringeren Anteil die Titel in deutscher Sprache. Auf „Zores“ wird es mehr deutsche Texte geben. Diese Entscheidung traf Max Gruber nicht alleine, denn unterstützt hat ihn dabei Produzent Markus Ganter.

Wer die Wartezeit bis zur Albumveröffentlichung noch zu lange findet, sollte sich den kommenden Freitag merken. Denn am 09. Februar erscheint die erste Singleauskopplung „Turmbau Zu Babel“ mit Video.

Tracklist:

  1. Eine Geschichte
  2. Jedem Das Meine
  3. Und Du? Vol. II
  4. Magst Du Mich (Oder Magst Du Bloß Noch Dein Altes Bild Von Mir)
  5. Sirenen
  6. Turmbau Zu Babel
  7. Weiter Nicht
  8. Laufen Lernen
  9. Arche Gruber
  10. Gerd Riss
  11. All The Poor Ships At Sea
  12. ACME
Gatefold mit alternativem Cover inkl. transparentem Vinyl, Aufnäher & Downloadcode
Limitiert auf 1.111 Stück. Handsigniert & handnummeriert.

Vaporwave Sinnlichkeit – Die Österreicherin Lomboy ist dein Pop-Soundtrack für 2018

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Lomboy // © Yayuki

Die Österreicherin Lomboy hat längst ihre Koffer in ihrer neuen Wahlheimat Brüssel abgestellt. Mitgebracht hat sie den Belgiern einen Vaporwave Pop-Sound aus den verschiedensten Ecken der Welt.

Tanja Frinta wird in den Pressetexten gerne als „Citizen of the world“ bezeichnet, was so verkehrt nicht ist. Die Österreicherin hat bereits in Schweden und Spanien gelebt, wohnt mittlerweile in Brüssel und hat einen großen Teil ihrer Musik in Tokio und Paris kreiert. Die Zusammenarbeit mit lokalen Bands wie Lamp in Japan oder Le Colisée und Las Aves in Frankreich haben ihren Sound zu einem Gebilde reifen lassen, das man in der Haute Cuisine wohl als Fusion bezeichnen würde.

Einflüsse aus asiatischer Weltmusik und französischem Chanson verfließen zu einem Etwas, das sich anfühlt, als hätte man eine zugeteerte Stadt über Nacht mit süßlich riechender Flora und Fauna übersät. Die Single „Loverboy“ weist gar karibisch anmutende Elemente auf, die man sich hervorragend in einem kitschigen Saunaclub der späten 80er Jahre vorstellen könnte.

 

 

 

 

 

 

 

Aphrodisierender Vaporwave Pop

Es ist die aphrodisierende Stimmung, die den Pop-Sound von Lomboy derart besonders macht. Verrucht und dann in anderen Momenten doch prüde und schüchtern drosseln die Beats mit Lounge-Charakter auf den Hörer ein. Dabei zeigt sie sich in ihrem Storytelling bescheiden, besingt die drohende Einsamkeit in Metropolen wie eben Tokio oder Paris. Diese Bescheidenheit drückt sich durch eine ganz besondere Art der Darbietung aus. Verträumt, manchmal schwer zu folgen sind ihre Lyrics und die Musikerin selbst behauptet sogar: „Ich spreche nicht die Sprache, die euch sonst so bekannt ist“. Lomboy fühlt sich wohl in der Rolle des dreamy Strangers, die gerne alles durch eine rosarote Brille sieht.

Die Produktion umnebelt den Hörer mit schlichten, sich wiederholenden Beats und schafft eine intime Stimmung zwischen dem Erzähltem und der Erzählerin. Erst vor kurzem konnte die Newcomerin beim Eurosonic auch live überzeugen und am 31. Januar ist ihre neue EP „Warp Caress“ erscheinen. Kein Wunder, dass sie momentan als eine der heißesten Newcomer für das Jahr 2018 gehandelt wird. Wir sind auf jeden Fall gespannt und haben uns sicherheitshalber bereits eine rosarote Brille vorbestellt. Man will ja mithalten können.

 

Photo Credits: Yayuki