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Fotos: So war es bei Porches im Karlstorbahnhof in Heidelberg

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Im Mai feiert das Queer Festival Heidelberg sein 10. Jubiläum und so haben die Veranstalter es sich nicht nehmen lassen mit Porches bereits einen Top-Act zur Pre-Show einzuladen. 

So war es gestern bei Porches im Karlstorbahnhof in Heidelberg

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Im Mai feiert das Queer Festival Heidelberg sein 10. Jubiläum und so haben die Veranstalter es sich nicht nehmen lassen mit Porches bereits einen Top-Act zur Pre-Show einzuladen. 

Porches ist einer dieser Acts, der eigentlich nicht mehr vorgestellt werden müsste. Da der Saal im Karlstorbahnhof gestern aber nicht ausverkauft war, bedarf es trotzdem einer kurzen Vorstellung. Porches ist das Projekt des New-Yorkers  Aaron Maine, der auf drei Alben die Sadness unserer Generation mit einem ästhetischen Groove versieht. Gestern stand der Musiker mit seiner Band als Pre-Show des Queer Festivals in Heidelberg auf der Bühne.

Kurz nach 21:00h traten die fünf Musiker vor das erwartungsvolle Publikum und spielten mit „Deliver Me“ gleich einen neuen Song. Die Tradition des Karlstorbahnhofs wurde also gleich von dem Act verinnerlicht. Denn neben bekannteren Bands, steht das Booking des Karlstorbahnhofs auch immer wieder für Entdeckungen. An dem besagten Abend, sollte man aber nicht bloß musikalisch auf Entdeckungsreise gehen, sondern auch in die Gefühlswelten von Aaron Maine und manchmal auch von sich selbst. Durch die Location wurde eine gewisse Intimität zwischen Porches und den Zuschauern geschaffen. So erzählte er im warmen Beisammensein von dem schönen Ausflug durch die Heidelberger Altstadt und davon, dass er sich gut aufgehoben fühlt. 

Mit Songs wie „Mood“, „Find Me“ oder „Be Apart“ wurde man schnell zum Tanzen eingeladen. Porches schafft es mit seiner Musik, dass man seine Ängste und Selbstzweifel für einen kurzen Moment okay findet und sie einfach mit ins Geschehen nimmt. Schwächen dürfen offenbart werden und müssten nicht länger verdrängt werden. Offenheit ist eine Thematik, die die Musiker immer beschäftigt. Da wird auch mal verziehen, wenn nach der Ankündigung zu „Ono“ nicht frenetisch geklatscht wird. 

Auch musikalisch kann man dem Musiker aus New York nur verfallen. Die Beats und Drums werden nie von der starken Stimme überboten und so singt sich Aaron Maine an diesem Abend sicherlich nicht nur in unsere Herzen. Porches verteilen großzügige Kompliment an das Publikum und behaupten beispielsweise, dass einem das rote Licht sehr gut zu Gesicht steht. Nach weiteren Songs wie dem gitarrelastigeren „Car“ oder dem verträumten „Glow“, auf den ein Toro y Moi sicherlich stolz wäre, beginnt die Band von vergangenen Konzerten zu berichten. In dieser Unterhaltung wird deutlich, dass Porches immer am besten performen, wenn auch das Publikum dem Projekt mit Offenheit und guter Laune entgegen kommt. 

Während des Konzerts wird einem immer wieder das Gefühl vermittelt, dass die Welt der Künstler gar nicht so glamourös ist, wie man meinen könnte. Auch Maine und seiner Crew steht es zu auf der Bühne mal launisch, mal mürrisch zu reagieren. „Okay, this is strange“, bricht es auf dem New Yorker heraus, als er nach dem Applaus nochmals für eine Zugabe die Bühne betritt. Mit dieser Nummer und einem feuchten Auge lässt der Musiker uns nach etwas mehr als einer Stunde wieder alleine und man bleibt mit der Erkenntnis zurück, dass die Ehrlichkeit und Selbstfindung fast immer überwiegt. Nur muss Deutschlands Musiklandschaft diese Ehrlichkeit und den Flow von Porches erst verstehen. 

 

Fotos: Christian Bartle

Blues-erfüllte Geschichten und einfühlsamer Soul – Gewinne 1×2 Tickets für das Doppelkonzert von L.A. Salami und Jordan Mackampa in Mannheim

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Am 26. treten L.A. Salami und Jordan Mackampa in der Alten Feuerwache in Mannheim auf und The Postie verlost 1×2 Karten für das Doppelkonzert.

L.A. Salami alias Adekunle Salami kommt nicht wie sein Name es vermuten lässt aus L.A., sondern wuchs der Singer-Songwriter in London auf. Von der britischen Hauptstadt ist auch sein aktuelles Album „The City Of Bootmakers“ inspiriert, das Anfang diesen Monats via Sunday Best / Rough Trade erschienen ist. Die Songs erzählen Geschichten über ein zerrissenes England und die aktuelle politische Lage dort – Alles durch den musikalischen Mantel eines zeitgenössischen urbanen Blues hindurch.

Angelehnt an die Musik der 60er und 70er Jahre ist auch der Sound von L.A. Salami von dieser Zeit beeinflusst. Irgendwo zwischen Post-Blues, Folk und Akustik-Rock lässt sich die Musik des Singer-Songwriters anordnen. Mir seinen orignellen Texten punktet der Musiker nicht nur in Sachen politischer Aktualität sondern auch mit Witz und Satire. Dabei ist seine Musik vor allem aber eines – eine Ohrwurmgarantie und daneben durchaus tanzbar.

Mit Jordan Mackampa steht an diesem Abend ein weiterer Singer-Songwriter aus London auf der Bühne der Feuerwache. Im Gegensatz zu L.A. Salami ist der Sound von Mackampa geprägt von zeitlosem Soul und einer großen Prise Einfühlungsvermögen. Seine Musik spiegelt die unterschiedlichen Etappen seines Lebens wieder: Geboren in Kinshasa, Kongo und aufgewachsen in London. Jordan Mackampa hat einiges zu erzählen, wenn auch auf einfühlsame und zarte Art und Weise.

The Postie verlost 1×2 Gästelistenplätze für das Doppelkonzert von L.A. Salami und Jordan Mackampa am 26. April in der Alten Feuerwache in Mannheim. Die Bedingungen für den Lostopf sind das Liken des FB-Posts, unserer Facebook Page und das Verlinken eurer Begleitung. Der Einsendeschluss ist der 24.04.2018 um 20:00 Uhr. Die Allgemeinen Teilnahmebedingungen könnt ihr hier nachlesen.

Tickets gibt’s hier.

Dämmerhaft schön – Ben Howard veröffentlicht einen weiteren Song vom neuen Album

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Mit „Towing The Line“ gibt Ben Howard einen weiteren Vorgeschmack auf sein neues Album „Noonday Dream“, das im Frühsommer erscheint.

Weniger mächtig als die erste Singleauskopplung Anfang des Monats, jedoch genauso eindrucksvoll kommt der zweite Track „Towing The Line“ daher. Das zarte Gitarrenspiel und der melodiöse, entschleunigte Gesang bilden eine rhythmische Einheit, die sich sofort einprägt. Die fragile Nummer folgt der Single „A Boat To An Island On The Wall“ – ein siebenminütiges musikalisches Spektakel, mit dem sich Ben Howard nach vierjähriger Abstinenz zurückgemeldet hat.

Enthalten sind die beiden Balladen auf dem aktuellen und damit drittem Studioalbum des Briten. „Noonday Dream“ erscheint am 1. Juni via Republic Records. Ganze zwei Jahre hat Ben Howard die neuen Songs in verschiedenen Studios in ganz Europa aufgenommen.

Neues Album, neue Tour

Mit dem neuen Material geht es sogleich auch auf Tour. Genausolange wie Fans auf neue Musik des Singer-Songwriters gewartet haben, so lange warten diese auch auf neue Tourdaten des Musikers. Seit 2015 war Ben Howard mit seiner sechsköpfigen Live-Band nicht mehr unterwegs. Zur Veröffentlichung der neuen Platte geht Ben Howard und Band auf Europatour, darunter befinden sich auch zwei Konzerte in Deutschland.

Am Tag des Albumreleases von „Noonday Dream“ tritt Ben Howard im Kölner E-Werk auf und nur einige Tage später im Admiralspalast in Berlin. Daneben ist der Brite auch beim Lollapalooza in Berlin dieses Jahr anzutreffen. Tickets für die Konzerte gibt es hier.

Tourdaten:

01.06.2018 – Köln, E-Werk

06.06.2018 – Berlin, Admiralspalast

08./09.09.2018 – Berlin, Lollapalooza

Schnelle Beats und experimentelle Soundkollagen – Gewinne 2×2 Tickets für das Doppelkonzert von Jlin und Klein beim Jetztmusikfestival in Mannheim

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Vom 20. bis 28. April findet in diesem Jahr wieder das Jetztmusik Festival in Mannheim statt. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe treten am 25. April Jlin und Klein im Forum in Mannheim auf und The Postie verlost 2×2 Karten für das Doppelkonzert.

Schon in den vergangenen Jahren zeichnete sich das Jetztmusik Festival durch innovative und interdisziplinäre Künstler aus Literatur, Musik und Kultur aus. So vielfältig wie die Veranstaltung sind auch die Künstlerinnern, die am Mittwoch des diesjährigen Festivals im Jugendkulturzentrum Forum in Mannheim auftreten, denn steht der Abend ganz im Zeichen experimenteller elektronischer Klänge und schneller Beats.

Die Juke-Produzentin Jlin aus Gary, Indiana experimentiert mit elektronischen Klängen und sprengt damit so ziemlich jede Genregrenze. Ihre hyperrhythmischen Tracks zeichnen sich durch schnelle Beats und hektische Sounds aus, die mal Rasseln, Bollern, Zischen und Rattern. Vielfältig, intensiv und zugleich euphorisch sind die Arrangements von Jlin, die bereits zwei Alben in ihrer Karriere herausgebracht hat. Der Auftritt beim Jetztmusik Festival ist ihre erste Show in Süddeutschland.

Genauso experimentierfreudig und vielfältig, jedoch filigraner ist der Sound von Klein. In der Londonder Underground-Kunstszene ist Klein schon lange keine Newcomerin mehr. Ihr einzigartiger Sound stellt eine Kombination aus Soundkollagen aus dem Internet, Gospel und R&B sowie traditioneller Musik ihres Herkunftslandes Nigeria dar. Auf ihrer „Tommy“-EP mischt Klein experimentelle Elektronik mit verspieltem Glitch. Am 24. Mai erscheint dann auch endlich ihr Debütalbum „CC“.

The Postie verlost 2×2 Gästelistenplätze für das Doppelkonzert von Jlin und Klein am 25. April im Jugendkulturzentrum Forum in Mannheim. Die Bedingungen für den Lostopf sind das Liken des FB-Posts, unserer Facebook Page und das Verlinken eurer Begleitung. Der Einsendeschluss ist der 23.04.2018 um 20:00 Uhr. Die Allgemeinen Teilnahmebedingungen könnt ihr hier nachlesen.

Tickets gibt’s hier.

Der erste Sommerhit – EBOW veröffentlicht neue Single „Das Wetter“

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Entschleunigte Beats und persönliche Gegensätze. „Das Wetter“ von EBOW leitet euren musikalischen Sommer ein. 

„Du genießt das Wetter“, mit diesen Worten leitet EBOW ihre neue Single „Das Wetter“ ein. Ebru Düzgün spricht in ihrer neuesten Single die Ex-Freund*Innen dieser Welt direkt an. Die Person genießt das gute Wetter an den Stränden dieser Welt. Es geht um Ablenkung, um neue Bekanntschaften, um einen sitzen zu haben. „Das Wetter“ ist der Zufluchtsort nach einer gescheiterten Beziehung.

Musikalisch steht der Song im krassen Kontrast zu den Lyrics. Der von Walter p99 arke$tra produzierte Song besticht durch entschleunigte Beats, die mit leichtem Hall in eine Oase der Gemütlichkeit geleitet werden. Zudem hat der Song durch die Hintergrundbeschallung eine orientalische Note. Die Stimmung ist heiß und verschwitzt. „Das Wetter“ ist eine weitere Auskopplung aus EBOWs Album „Komplexität“. Die in zwischen Wien und München pendelnde Musikerin hat auf ihrer Platte Einflüsse von M.I.A., Dancehall und Hip Hop verfließen lassen. 

Viech und die vielen Fehler – Zweiter Akt

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Welche Fehler habt ihr am Wochenende gemacht? In der heutigen Folge sprechen Viech über Showcase, Schnitzel und Illuminaten. 

In der letzten Woche haben Viech nicht nur ein neues Album namens „Heute Nacht nach Budapest“ veröffentlicht, sondern auch über ihren Fehler 17 gesprochen. Viech haben uns Tipps mit auf den Weg gegeben, wie man größere Fehltritte in Zukunft vermeiden kann. Ein erster Hinweis des Sängers Paul Plut ist es drei Arten von Gesprächsbeginnen zu vermeiden. Diese hat die Band uns im ersten Teil des Podcasts im Hörbuchstil verbildlicht. „Herr Officer“, „Da kann normalerweise nichts sein“ und zu guter letzt: „Wir haben uns gedacht, vielleicht geht das, vielleicht.“ Was dies an einem Konzert vor etwa 20 Jahren ausgelöst hat, könnt ihr hier noch einmal nachhören. 

Im zweiten Teil geht es um eine Reise in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten – Oberösterreich. Das Ziel von Viech war es einerseits die leere Bandkasse wieder aufzufüllen und andererseits bot sich die Möglichkeit eine Live-Probe abseits des eigenen Proberaums einzulegen. Was hat die Musiklandschaft im Zusammenhang mit den Freimaurern jetzt aber mit dieser doch eigentlich idyllischen Vorstellung zu tun? Und warum uns gerade die Österreicher Viech erklären warum Schnitzel scheußlich sind? Hört selbst:

https://soundcloud.com/viech/fehler-02/s-bjcoR

Sweet Pinklove – So war es bei Bilderbuch in der Alten Feuerwache in Mannheim

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Bilderbuch // © Neven Allgeier

Neu, neuer Bilderbuch. Mit neuer Musik, begleitet von einer very pinken Lightshow, haben uns die Wiener den 15. April in der Alten Feuerwache in Mannheim ordentlich versüßt.

Allein die imposante Sneakerwand machte in der letzten Festival-Saison mehr als deutlich, dass Bilderbuch mittlerweile zu den absoluten Big Names der deutschsprachigen Musikszene gehört. Momentan touren die vier Muchahos mit ihrer 5000 Tour durch Deutschland und haben an einem gemütlichen Sonntagabend in Mannheim halt gemacht. Als Support begleitet sie Wandl, der mit seinem Album „It’s All Good Tho“ 2017 die alternative Hip Hop-Szene aufmischte. Live präsentierte sich der Österreicher zwischen Drum Pads und viel Dunkelheit. Schnell ertönten die ersten Klänge und schon hatte er die vollkommene Aufmerksamkeit des Publikums auf sich gelenkt. Sein souliger Gesang wird durch die spärliche Beleuchtung noch stärker in Szene gesetzt. Im wirklichen Leben wirkt der Musiker, der in diesem Leben wohl nicht mehr zu einer Rampensau wird, noch stimmgewaltiger als auf seiner Platte.

„It’s All Good Though“

Wandl war im vergangenen Jahr unsere Cover-Story

Fast schüchtern gestand Wandl dem Publikum, dass er nach fast einem halben Jahr Abstinenz wieder nur Cola-Flasche gegriffen hat. Dies schmälerte die Qualität seines Songs „Cola“ keineswegs. Das einzige Manko des freshen Sets ist das leise eingestellte Mikrofon, das bei Ansprachen das hintere Publikum kaum erreichte. Womöglich warteten die Hinterbänkler aber eh auf Bilderbuch, die zu deren Erleichterung fast pünktlich um kurz nach 21:00h mit einem gewaltigen Drum-Solo die Bühne betraten. Die rohe Gewalt von Philipp Scheibl und der aufbrausende Applaus ging dann in die erste Nummer über.

„Mr. Refrigerator“ nennt sich der neue Opener der Band, der die mögliche Richtung für neues Material vorgeben könnte. Der Song ist funky und hat die fast schon typisch humorvollen Lyrics von Maurice Ernst. Ein erster Hauch der Sexyness, die etwas später durch die Hitze noch weiter vorangetrieben werden sollte. Songs wie „SUPERFUNKYPARTYTIME“ oder „Bungalow“ heizten nämlich nicht nur die Menge ein, sondern auch die Band selbst. Doch ausziehen ist nicht, wie der Frontmann der Band charmant meinte. „Im Leben kriegt man nichts geschenkt. Auch keine nackte Haut“, merkt euch das.

Nach „Bungalow“ ging es mit dem Titelsong ihrer letzten Platte „Magic Life“ weiter. Es folgt „Barry Manilow“ und man konnte sich erstmals von der musikalischen Power der Band erholen und die Lightshow genießen. Denn obwohl diese laut Maurice Ernst lediglich eine Illusion darstellt, darf sie trotzdem mit viel Liebe bestaunt werden. Pinke Laserstrahlen treffen immer wieder auf dichte Nebelfelder, die zusammen ein Bilderbuch an pinken Nebelmeeren ergeben. Zeit für „natürlichen“ Nebel bietet der Song „Spliff“ der bei Club-Shows, warum auch immer, weniger gut ankommt als auf Festivals. Mit „sneakers4free“ huldigen die vier Musiker wieder die neue Weltreligion der Schuhe bevor sie mit „Softdrink“ für die nächste Erfrischung sorgen.

Immer wieder spielt die Band mit sneaky Wortwitzen mit dem Publikum und gibt so ganz nebenbei noch Einführungskurse in die österreichische Sprache. „Megaplex heißt bei uns in Österreich Kino“, und bei Bilderbuch bedeutet dies zeitlich, dass es wieder an der Zeit ist einen neuen Song zu spielen. Im Vergleich zu „Mr. Refrigerator“ kommt dieser etwas gemächlicher daher. So kann anschließend mit „Willkommen im Dschungel“ und dem darauffolgenden „Sprit n‘ Soda“ die Schmusezeit eingeleitet werden. Also legen uns Bilderbuch in ein pinkes Nebelbett und flüstern uns seicht „Sweetlove“ ins Ohr, als würde der Advent vor der Tür stehen.

Wer sich beim anschließenden „Baba“ durch das laute Mitgröhlen noch nicht verausgabt haben sollte, durfte dies dann bei dem wilden Finale der Band nachholen. Ab dem Zeitpunkt ballerte die Band mit „Maschin“, „Schick Schock“ und „OM“ nämlich alles an Hits raus, was sie so auf legalen Wege von Österreich nach Mannheim transportiert haben. Nach diesem ekstatischen Finale verabschiedete sich die Band brav und kurz bevor sie dann für zwei letzte Zugaben zurück auf die Bühne kommt. „Babylon“ erlaubt ein wiederholtes Spiel mit dem Publikum. Es zeigt aber auch, dass Bilderbuch in den letzten Jahren zu einer Band gereift ist, der man in Sachen Professionalität nichts nachmachen kann. Charmant ist aber, dass sie ihren Wiener Schmäh und die hippe Indie-Attitüde nie verloren haben.

„Sweet Pinklove“

Bilderbuch verabschieden sich mit der Ballade namens „Moonboots“ und geben damit auch den allerletzten Hatern ein zuckersüßes, pinkes Bonbon zum Abschied. Die vier Musiker haben sich die letzten Jahre immer wieder neu erfunden und leben in einem ständigen Wandel. Sinnbildlich dafür stehen auch ihre Live-Shows, die ohne alte Songs auskommen, dafür aber mit Auto-Tune, Laser-Lightshow und neuer Musik. Nur eine Konstante bleibt – die Sweetlove.

Innere Zerrissenheiten und Abseiten – ÄTNA im Interview

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Minimalismus trifft auf Stimmgewalt. Demian und Inéz alias ÄTNA aus Dresden machen kontrastreichen Elektro-Pop, der es in sich hat. Zarte Pianoklänge und wuchtige Beats wechseln sich ab und verschmelzen mit Inéz‘ kraftvollen Timbre zu einem beeindruckenden Gesamtwerk. Dass die Liste der Künstler, die diesen einzigartigen Sound inspirieren, lang ist, verrät uns das Duo im Interview.

Ein feines Fingerspitzengefühl beweisen Inéz und Demian alias ÄTNA längst nicht nur durch ihre musikalischen Arrangements. Vielmehr begeistert das Duo durch eine ästhetische Kombination von Musik, Videokunst und Mode. Die einzigartigen Oneshot-Musikvideos, beispielsweise zu „Walls“, „Remission“ und „Bond“, übertragen den ungewöhnlichen Sound von ÄTNA auf eine visuelle Ebene. Lange Kamerafahrten und originelle Drehorte verleihen den Videos einen individuellen Charakter mit Wiedererkennungswert. Auch in dem am 26. Januar erschienen Video zu der neuen Single „Brother“ wird die künstlerische Ader von Inéz und Demian zweifelsohne ersichtlich. Im kurzen Interview geben die beiden Kunst-Allrounder einen Einblick in musikalische Hintergründe, Inspirationen und Einflüsse.

Wie habt ihr als Band zusammengefunden? Welche musikalischen Hintergründe habt ihr beide in das Projekt mit eingebracht?

Wir haben beide Jazzmusik studiert, Inéz Gesang und Demian Schlagzeug. Über das Umfeld der Hochschule haben wir uns kennengelernt. Neben dem Studium haben wir vor allem unsere eigenen Hörerfahrungen mit in die Band gebracht, hier eine kleine Auflistung von prägenden Wegweisern:

Franz Schubert, Enya, John Coltrane, NOFX, Bad Religion, Kanye West, Edith Piaf, Jobim, Sting, Sade, Yann Tiersen, Chi Coltrane, Nirvana, Joni Mitchell, Bruce Springsteen, Philipp Glass, John Zorn, Whitney Houston, Prodigy, Kenny Wheeler, Oumou Sangare, Jigjeit Chitra, Korn, Michael Jackson, Hildegard Knef, Paul Simon…

In eine Genre-Schublade passt ÄTNA nicht. Wie würdet ihr euren Sound selbst beschreiben?

Ambivalent.

Woher nehmt ihr die Inspiration für eure Musik?

Für die Musik alles was oben aufgelistet ist. Für die Texte dienen Weltansicht, Nachrichten, innere Zerrissenheiten, Abseiten, Umwelt und Umgebung als Inspiration.

Eure aktuellen Musikempfehlungen, die wir nicht verpassen sollten?

Trettmanns #DIY, Martin Kohlstedt, Komfortrauschen, Parcels, Everything Everything, Hiatus Kaiyote, Ikan Hyu.

Alles handgemacht, ganz ohne Computer – so steht es auf eurer Webseite. Wie entsteht eure Musik?

Sagen wir ohne Laptop. Die Instrumente, die Demian nebst Schlagzeug spielt und ich sind schon elektrisch. Synthesizer, Slicer und Hallgeräte etc. Wir mögen es nur nicht, auf der Bühne an Laptops zu spielen.

Inwiefern beeinflusst euch Dresden als Entstehungsort von ÄTNA?

Dresden ist eine sehr übersichtliche Stadt. Gemütlich und gut zum Arbeiten und gute Naherholung gibt es auch. Zur Alltagsrealität gehören allerdings auch rechte Gruppierungen, die lautstark rumpöbeln. Da ist es wichtig, dagegenzuhalten. Wir reihen uns immer mal wieder musikalisch in die Gegenproteste ein und verarbeiten diese Thematik auch häufiger in Songs.

Wie würdet ihr die lokale Musikszene und die Zusammenarbeit der Musiker untereinander hier in der Region beschreiben?

Es passiert ziemlich viel in Dresden. Kennt ihr die Banda Communale? Oder Sojus1 oder Dyse?

Durch die Musikhochschule gibt es auch viele Musikstudenten in der Stadt. Mit den Clubs Tonne, Scheune, Societaetstheater, Groove Station und Beatpol sind wir echt gut aufgestellt.

Für dieses Jahr sind schon einige Auftritte im In- und Ausland geplant. Auf was freut ihr euch besonders? Wie reagiert das internationale Publikum auf eure Musik?

Letzte Woche ging es zum ersten Mal nach Tallinn, das war ‘ne schöne Erfahrung.

Wir freuen uns außerdem sehr auf den Festivalsommer. :-)

Wir haben letztes Jahr zwei Tage vor dem Referendum in Istanbul gespielt. Es gab ein paar Leute im Publikum, die den Text von unserem Song „Walls“ mitsingen konnten. Das ging unter die Haut.

Was bringt die Zukunft sonst so für ÄTNA?

Wir drehen viele Musikvideos, oft als Oneshot mit ungewöhnlichen Wendungen, bei denen parallel also quasi live die Musik mitgeschnitten wird.

Im Herbst kommt ein neuer Release von uns.

Tourdaten:

16.04.2018 – Leipzig, UT Connewitz
12.05.2018 – Eberswalde, Jazz in E. Festival
31.05.2018 – Augsburg, Modular Festival
17.06.2018 – Mannheim, Maifeld Derby Festival
13.-15.07.2018 – Brüssow, Sacred Ground Festival
04.08.2018 – Varel, Watt En Schlick Festival
18.08.2018 – Storkow, Alínæ Lumr Festival
24.08.2018 – Lüneburg, Kulturforum

 

Fotos: Anna Rüstig und Kani Marouf