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Bilderbuch – Vernissage My Heart

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Bilderbuch machen Musik für den Moment und vermitteln mit „Vernissage My Heart“ eine Sehnsucht nach Zusammenhalt und „one earth.“ 

Nicht einmal drei Monate sind vergangen, seit die Band namens Bilderbuch ihren letzten Langspieler „mea culpa“ veröffentlichten; ein Release, welches einfach so, ohne großen Vorlauf und Promotionsphase daherkam und gleichzeitig eine weitere, kurz darauffolgende Platte mit ankündigen sollte. Der Nachfolger „Vernissage My Heart“, das inzwischen sechste Album der Exzentriker aus Wien, ist nun erschienen und es stellt sich natürlich die Frage, inwiefern dieses Kunststück als Ergänzung zum Vorwerk oder eben als ein freistehendes zu betrachten ist.

Eines wird beim Hören von „Vernissage My Heart“ jedenfalls sofort deutlich: Bilderbuch (btw von vielen Anhängern auch gerne mal liebevoll „BiBu“ abgekürzt), erfinden zwar das Rad nicht neu, vereinen jedoch ohne große Irritationen zu erzeugen, so ziemlich jedes relevante Genre der aktuellen Popmusik miteinander und schlendern zum Beispiel von Trap-angehauchten Beats und Cloud-Rap ähnlichem sing-song, zu 70s inspiriertem Psychedelic Rock und ihren gewohnten, bewusst aufgeblasenen Indie/Surf Rock Gitarrenklängen.

Introduziert wird das Album mit breiten, fuzzigen Gitarren, die sich als Basis durch den kompletten Opener „Kids im Park „ ziehen. Emotional vermittelt die Band dem Hörer eine Sehnsucht an das Entfernte, den Kosmos; Hauptsache weg hier. „Ich war zu lang wo ein tiefes Loch ist“ singt Sänger Maurice Ernst zurückblickend und zieht daraus entsprechend die Konsequenz: „Hoch hinaus in die Galaxie“. Beendet wird der Titel mit einem Bowie- esken, positiven Ausblick in die Zukunft: „One day you will be superstars“. Die verzerrten Gitarrenwände verstummen abrupt und werden im Song „Frisbeee“ durch zärtliche, gezupfte Gitarrenakkorde, begleitet von 16tel Hi-Hats, ersetzt. Auch die Vocals werden innerhalb der Strophen vorsichtiger. Ernst sinniert darüber, was ihn eigentlich wirklich glücklich macht und findet seine Antwort in der Einfachheit des Moments. Dies macht er schließlich im Refrain durch einen Ausruf des Titels deutlich, der den Hörer an einen Anfang 2000er OutKast Song denken lässt.

Mit „LED go“ folgt das Herzstück und der sicherlich nachhaltigste Song der Platte. In alter Bilderbuch-Manier packt Gitarrist Michael Krammer seine choruslastigen, tropisch anmutenden Sounds aus, die vor einigen Jahren schon Songs wie „Om“ prägten und die Wende der Band, von schrammeligem Indie-Rock zu einem größeren Fokus auf zeitgemäßen Pop, einläutete. Thematisch dreht sich „LED go“ um die Wichtigkeit der Freiheit und plädiert für weniger Engstirnigkeit und mehr Toleranz in der Gesellschaft: „Es gibt nur eine Culture und die kennt keine Nation / Diese kalte Welt braucht mehr Approximation (one earth)“. In diesem Zusammenhang ist auch die Aktion der Band, einen fiktiven EU-Ausweis herauszugeben, die zeitgleich mit dem Release des knapp 10 minütigen Outros, „Europa 22“ durchgeführt wurde, einzuordnen. Bilderbuch wünschen sich in dieser gefühlt unsicheren Zeit, geprägt durch beispielsweise drohendem ungeordneten Brexit, mehr Zusammenhalt. „Liebe ist the place to be“ singt Ernst und spiegelt so das politische Bewusstsein der Gruppe wider, was in dieser Explizitheit ein Novum in der Bandgeschichte darstellt.

In „Mr. Supercool“ stellt Bandleader Maurice „Baba“ Ernst viele Fragen, die vorerst unbeantwortet bleiben, begleitet von einem Soundgewand, das Gedanken an 80er Prince Scheiben hervorkommen lässt. Im Verhältnis wirkt der Track jedoch etwas repetitiv und weniger aufregend, weswegen er nicht so sehr in Erinnerung bleibt. Der kürzeste Track des Albums, „Memory Card 2“, nimmt als einziger Song direkten Bezug auf den Vorgänger „mea culpa“ und ist mit seiner Spielzeit von etwas mehr als einer Minute eher als Interlude zu verstehen. Fraglich ist, inwiefern ein Album, welches eine sowieso relativ kurze Spielzeit von etwas mehr als einer halben Stunde hat, ein Interlude benötigt, welches dazu noch nicht sonderlich spannend ist.

Erst kürzlich haben Bilderbuch sich für eine Welt ohne Grenzen ausgesprochen und einen eigenen EU Pass ausgestellt. 

Nach der kurzen Ernüchterung geht es jedoch locker flockig mit dem von Autotune überschwemmten „Ich hab Gefühle“ weiter. Ernst stellt fest, dass er punktuelle Lethargie und Gefühlslosigkeit überwinden und Eins mit dem Moment werden kann. Der Track wird abgeschlossen mit einer Passage, in der der Konsens und benannte Haupteinfluss der Band, Kanye West ́s magnum Opus „My Beautiful Dark Twisted Fantasy“, deutlich wiederzuerkennen ist und trotzdem einen eigenen Bilderbuch-Touch mit sich bringt. Der Titeltrack des Albums beginnt mit Synthies, die an Songs des Produzenten Flume erinnern und verbindet diese mit Funkelementen. Besonders die prominenten Gitarrenparts, bei denen man sich bildlich vorstellen kann, wie Krammer diese mit auf den Rücken geworfener Gitarre und lächerlicher Einfachheit auf einer Festivalbühne vor einem Haufen betrunkener Menschen herunterspielt, bleiben hängen.

Das Outro, welches nebst „LED go“ den zweitwichtigsten Song des Albums darstellt, arbeitet mit Madchester-ähnlichen Percussions, sodass man erst denkt, es handele sich um einen Primal Scream Song. „Ein Leben ohne Grenzen“, das ist der Wunsch der Band, welche den Track und damit das Album mit einem 5 Minuten Instrumentalpart abschließt, der irgendwo zwischen Kraut-/Space-/ und Psychedelic Rock einzuordnen ist.

„Vernissage My Heart“ ist deutlich von dem Vorwerk „mea culpa“ abzugrenzen und als unabhängiges Album zu verstehen. Es ist divers, hat eine positive Grundeinstellung und vereint viele Genres, ohne zusammengewürfelt zu klingen. Bis auf kurze Momente ist es weitestgehend überzeugend und zeigt die Band erstmalig explizit politisch. Außerdem ist das Album als eine Momentaufnahme zu verstehen, weshalb sich zeigen muss, inwiefern es auch den Test der Langlebigkeit bestehen wird. Eines ist jedoch sicher: Es gibt eine Sehnsucht nach Zusammenhalt und „one earth“, die Bilderbuch auf ihrem Album vermitteln und mit der sich vermutlich viele Hörer identifizieren können.

VÖ: 22.02.2019 // Maschin Records
Beste Songs: Led Go, Europa 22

„Europa 22“ von Bilderbuch gibt es hier: 

Text: Dion Schlesiger
Foto 1: Neven Allgeier Foto 2: Timothy Schaumberg

Gurr geben mit „She Says“ ersten Vorgeschmack auf ihre kommende EP

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Gurr // © Rowan Allen

„She Says“ ist der erste Vorbote auf die gleichnamige kommende EP von Gurr und klingt dabei etwas zahmer als gewohnt.

Mit „Hot Summer“ bescherten uns Gurr im vergangenen Jahrhundertsommer die Hymne der Hitzeperiode, im Advent folgte dann mit Eddie Argos und „Christmas Holiday“ ein Anti-Weihnachtssong, nebst einigen Shows war es ansonsten jedoch relativ ruhig um das charmante Indie-Garage-Duo. „She Says“ ist die aktuelle Single und feierte über den Radiosender BBC 6 Music diese Woche seine Premiere. Der Track ist der erste Vorgeschmack auf die angekündigte gleichnamige EP, die am 5. April erscheinen wird.

Daneben kündigte die Band Anfang des Monats auch ihre Zusammenarbeit via Facebook mit dem Musikstreaming-Dienst Deezer an. Als Teil von Deezer Next versprechen Gurr „cool little happenings“ zur Veröffentlichung der EP.

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Anlässlich des Releases geht es für Andreya Casablanca und Laura Lee im Frühjahr mit ihrem sympathischen Schrammelrock auch auf Tour. Unterstützt werden Gurr auf ihrer „She Says“-Tour von dem Berliner Trio Jealous. Tickets für die Shows in kuschelig kleinen Clubs gibt’s an allen bekannten VVK-Stellen.

Tourdaten: Gurr auf „She Says“-Tour

03.04.19 – Hamburg, Hafenklang
04.04.19 – Münster, Gleis 22
05.04.19 – Köln, Helios 37
06.04.19 – Oldenburg, Amadeus
08.04.19 – Leipzig, Naumanns
09.04.19 – Nürnberg, Club Stereo
10.04.19 – Stuttgart, Kellerclub
11.04.19 – Mainz, Schon Schön

Hört hier in die aktuelle Single „She Says“:

Songpremiere: Vita Bergen liefert mit „Falcons“ einen ersten Einblick ins neue Album

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Vita Bergen // © Nicolas Peyrau.

Kein Wunder, dass der schwedische Musiker William Hellström, Mastermind hinter Vita Bergen, zweitberuflich Hirnforscher ist. Denn auch der neuste Titel von Vita Bergen wandert smooth durch die Gehörgänge ins Gehirn und setzt sich dort auch erstmal fest. Aber hört am besten selbst die Premiere von „Falcons“.

Vita Bergen haben uns mit ihren beiden Alben bereits gezeigt wie wunderbar das Konzept schwedischer Indiemusik doch immer wieder aufgehen kann: Melodische Gitarrenstücke, denen es nicht am nötigen, vorangehenden Tempo fehlt und die auf keinen Fall vor Chorpartien, Mehrstimmigkeit und Pop-Appeal zurückschrecken, sind Vita Bergens große Stärke. Ihre Frische hat sich die Band bisher immer durch eine musikalische Neu- und Weiterentwicklung behalten. Während das Debüt „Disconnection“ sich noch im düster-reduzierten Indie bewegt hat, durfte Platte Nummer zwei, „Retriever“, schon mit dem ein oder anderen Pop-Moment mehr glänzen. An dieser Orientierung setzt jetzt auch das neue Album an.

Zur musikalischen Neuerfindung hat William Hellström Vita Bergen direkt zum Künstlerprojekt erklärt und sich mit verschiedenen Musiker*innen zusammengetan. Dabei ist unter anderem die schwedische Sängerin Tuva Lodmark, deren Stimme sonst zur Indie-Band Pale Honey gehört. Auf der ersten Vorabsingle „Falcons“ durfte jedoch eine Neon-Künstlerin ran, die zuvor noch keine Erfahrungen vor dem Mikro gemacht hat. Für Hellström war das Besondere daran, dass sie ohne bisherige Berührungen mit der Musikwelt auch unvoreingenommener und purer an die Songproduktion gegangen sei. Generell war es Hellström wichtig, das Projekt Vita Bergen vor allem für weibliche Künstlerinnen zu öffnen. Welche Frauen sich sonst noch innerhalb der neuen schwedischen Supergroup einreihen, werden wir spätestens im Oktober erfahren. Da erscheint nämlich „Contacts“.

Bis dahin könnt ihr Vita Bergen mit „Falcons“ hier in der Premiere hören:

slowthai veröffentlicht surreales Video zu „Piece of Mind“

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Der Northamptoner Rapper slowthai vereint in seiner Musik Rap, Grime und Garage mit einer ordentlichen Punk-Attitüde. In seinen Texten spricht er nicht nur die Probleme der britischen Working Class an, sondern kritisiert auch aktiv den Brexit. Mit „Peace of Mind“ hat der 23-Jährige jetzt ein neues Video releast.

Seinen Künstlernamen hat Tyron Frampton seinem Spitznamen aus der Kindheit zu verdanken, mit dem man ihn eigentlich aufziehen wollte. Da er öfter nuschelte, wenn er redet und überhaupt gerne mit seinen Gedanken in einer anderen Welt hängt. So wurde Tyron zu Slow-Ty aka slowthai. Ironischerweise sind weder seine Musik noch seine Bühnenshows in irgendeiner Weise verschlafen. Gerade in Zeiten des Brexit hat slowthai keine Lust auf die Verherrlichung Großbritanniens und Nationalismus.

„Nothing Great About Britain“ heißt sein Debütalbum, dessen genaues Releasedatum noch unbekannt ist. Darin will slowthai sich vor allem mit dem Britischsein auseinandersetzen. In einem sozial schwachen Bezirk Northamptons aufgewachsen als Sohn einer alleinerziehenden Mutter mit zwei Kindern, kennt er die Probleme der Working Class genau. Arbeitslosigkeit, Kriminalität und Drogensucht gehörten zum alltäglichen Bild in seiner Nachbarschaft.

„I feel peace on my mind when I’m dreaming of a life I ain’t living“

Im Video zu „Peace of Mind“ nimmt slowthai die Perspektiven für Menschen auseinander, die wie er in einem prekären Umfeld aufwachsen. Der Wecker klingelt im Halbdunkel, slowthai wacht auf und sinkt durch sein Bett in immer andere albtraumhafte Sequenzen. Die Trainspotting-Referenz grüßt, wenn perspektivlose Alltagsszenen ins Surrealitische abdriften.

Hier könnt ihr slowthais neuestes Video „Peace Of Mind“ anschauen:

 

Kaytranada, Yung Lean, Virgil Abloh – Das Melt Festival komplettiert sein Line-Up mit einer großen Bandwelle

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Yung Lean // © Gustav Stegfors
Yung Lean // © Gustav Stegfors

Der kanadische Produzent Kaytranada, der Cloud-Rap-God Yung Lean, The Black Madonna und über 40 andere Acts wurden für das Melt Festival 2019 bestätigt. 

Knapp fünf Monate dauert es noch bis sich Bon Iver, A$AP Rocky und Jorja Smith das Mic in die Hand geben und in der Stadt aus Eisen auftreten. Nun wurde das finale Line-Up des Melt Festivals bestätigt und es sind noch eine große Namen mit dabei. Allen voran der kanadische Produzent und Tanzflächen-Magnet Kaytranada, der in Gräfenhainichen  einen exklusiven Festival-Slot in Deutschland bespielen wird. 

Außerdem kommt der vermeintliche Godfather of Cloud Rap auf das Melt Festival. Sechs Jahre sind seit Yung Leans Debüt „Ginseng Strip 2002“ vergangen. Das Werk steht nach wie vor stellvertretend für eine neue Generation von Internet-Rap. Neben FKJ wurde mit Virgil Abloh gleich auch noch eines der wichtigsten Gesichter der Modewelt auf das Melt Festival geholt. Das Festival, das vom 19. bis zum 21. Juli stattfinden wird, erlebt jedoch ein feines Set bestehend aus Grime, Hip Hop, Trap und Soul des Modemachers. 

Da das Festival wie kaum ein anderes Festival in Europa für Zeitgeist und neue Musik steht, wurden mit Mahalia, Octavian, Die Achse und Peach auch einige vielversprechende, neue Acts bestätigt. Die komplette Liste der Neuankündigungen findet ihr hier: dana Twins, Agar Agar, Angel-Ho, Auntie Flo, BenjiFlow, Bluestaeb B2B Melodiesinfonie B2B S. Fidelity, Cari Cari, Cashu, D.Y.A, Denis Sulta B2B Eclair Fifi, Die Achse, DJ Lag, Donna Leake, Dr. Rubinstein B2B Tijana T, Dubfire, Duckwrth, Elderbrook, Emma Isabella, Erotik Toy Records, FKJ, Giant Rooks, HAAi, Hessle Audio (Ben UFO, Pangaea, Pearson Sound, Shanti Celeste), Honey Dijon, HVOB, Ider, Inga Mauer, Jennifer Cardini, Jimothy, Job Jobse, Johannes Albert, Kampire, Kaytranada, Kollektiv Turmstrasse, Lehar & Musumeci, Lemaitre, Leon Vynehall, Live From Earth Klub (Bauernfeind, DJ Gigola B2B Wolfram, MCR-T, Lyzza (DJ), Magdalena, Magit Cacoon, Mahalia, Mareike Bautz, Masego, Moxie, Myss Keta, Nilüfer Yanya, No Vacation, Normal 4 & Bufiman (Live), Octavian, Octo Octa, Oshun, Ozelot (Abdel Hady aka Iceman, Manuel Fischer, Prioleau), Pardon Moi (Live), 박혜진Park Hye Jin, Parra For Cuva, Peach, Peak & Swift, Solomun, SRVD (Live), Tereza, Tiffany Calver, Tom Trago (Live), Tornado Wallace, TRP, Tua, Vaal, Virgil Abloh, Virginia, Yung Lean.

Das Melt Festival findet vom 19. bis zum 21. Juli in Gräfenhainichen statt und präsentiert Acts wie Skepta, Jorja Smith, Bilderbuch, The Black Madonna, Four Tet, Bon Iver, A$AP Rocky uvm. Tickets und weitere Informationen zum Festival findet ihr hier.

Yung Lean ist einer von den großen Namen der letzte Bandwelle fürs Melt Festival 2019:

Exklusive Videopremiere: Gosto verführt in „Cigarette“ mit leichtem Synthie-Sound

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GOSTO // © Félice Hofhuizen

Leichte Beats und Synthie-Soundflächen – Im Clip zur aktuellen Single „Cigarette“ besingt Gosto eine zerstörerische Liebschaft und gibt weitere Einblicke in sein Album.

Inspiriert wird der niederländische Singer-Songwriter Gosto, kurz für Roel Gosto Vermeer, meist während seiner nächtlichen Streifzüge durch Amsterdam. Kein Wunder also, dass beim Hören seiner Musik urbane Bilder im Kopf der Zuhörer entstehen sowie ein Gefühl zwischen Sehnsucht, Einsamkeit und Liebe. Dabei hat Gosto das besondere Fingerspitzengefühl sich stets die Balance zwischen Melancholie und Lebensfreude zu bewahren.

Musikalisch angelehnt an Vorbilder wie James Blake, Thom Yorke und Flying Lotus sind seine emotionalen Texte tief in chilligen Synthie-Flächen verpackt. Durch seine verführerische, raue, warme Männerstimme haben die Songs von Gosto immerzu etwas aufreizend, erotisches. Untermalt wird sein Sound visuell immer wieder von den dazugehörigen Clips. Darin hält der Niederländer stets den Spagat zwischen Soul und Sex aufrecht. So sieht man den schlacksigen Lockenkopf im aktuellen Clip zu „Cigarette“ Gitarre spielend in einem großen leeren Appartement, in dem er in seinem Kimono gehüllt zum flowigen Beat des Tracks anfängt zu tanzen, während in einzelnen Sequenzen immer wieder eine Tänzerin eingeblendet wird.

Die aktuelle Nummer ist neben „I Knew You Better Before“ ein weiterer Vorgeschmack auf das kommende Album des Singer-Songwriters, dessen Titel und Veröffentlichungstermin jedoch noch nicht bekannt sind. Erscheinen soll die Platte aber noch im April. Mit dem neuen Material geht es dann sogleich auf Europatour. Zu sehen ist Gosto mit seinen leichten Beat-getränkten Synthie-Sound auch hierzulande in Köln, Hamburg und Berlin.

Tourdaten:

24.04.19 – Köln, Blue Shell
25.04.19 – Hamburg, Nochtspeicher
26.04.19 – Berlin, Badehaus

Tickets gibt’s an allen bekannten VVK-Stellen.

Seht hier den aktuellen Clip zu „Cigarette“:

Vampire Weekend veröffentlichen Video zu „Harmony Hall“

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Das neue Musikvideo zu „Harmony Hall“ von Vampire Weekend macht nicht nur Hunger auf neue Musik und das angekündigte vierte Album namens „Father of the Bride“, sondern auch Bock auf Pancakes.

Ganz schön lange her ist das letzte Album der Band – 2013 erschien „Modern Vampires of the city“ und somit verging über ein halbes Jahrzehnt an Zeit, bis nun bald das vierte Album „Father of the Bride“ erscheinen soll. Selbstbewusst begründet Sänger Ezra Koenig diesen langen Abstand wie folgt: „Ich weiß, fünf bzw. sechs Jahre gelten als eine lange Zeit zwischen zwei Alben. Ich persönlich denke, es ist ein angemessenes Tempo für eine Band, die bereits drei Alben in Umlauf gebracht hat, aber jeder hat da sein eigenes Zeitgefühl.“ Und da Liebe bekanntlich durch den Magen geht, überzeugt er die letzten ungeduldigen Personen mit Pancakes und dem nun veröffentlichten Video zur ersten Singleauskopplung „Harmony Hall“.

In aller Tanzbarkeit und einer durchaus instagramtauglichen Foodporn-Ästhetik, ist ein mitschwingendes Misstrauen nicht zu verstecken. Denn gefährlich, wie das biblische Vorbild, handelt es sich um eine Schlange, die sich nicht nur ins Musikvideo schleicht, sondern auch ihren Platz im Refrain findet: And the stone walls of Harmony Hall // Bear witness //Anybody with a worried mind // Could never forgive the sight // Of wicked snakes //Inside a place //You thought was dignified“. Anders als in der Bibel unterliegt man nicht der süßen Verlockung in Form einer verbotenen Frucht. Die leckere Alternative wird sich kurzerhand selbst gebacken: Pancakes.

Vampire Weekend vertrauen nicht nur in Sachen Videoformat auf Altbewährtes wie das 4:3 Format. Denn bei „Harmony Hall“ führte Emmett Malloy die Regie. Sie ist bereits für die Clips zu „Giving Up The Gun“ und „Holiday“ verantwortlich. Wann das neue Albums „Father of the Bride“ erscheinen soll, ist noch nicht bekannt. Sicher ist nur, dass eine Veröffentlichung im Frühjahr angesetzt ist.

Seht hier das Video zu „Harmony Hall“ von Vampire Weekend:

Jakuzi spricht in „Yangın“ die Ohnmacht des Wartens an

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Still aus:
Still aus: "Jakuzi - Yangın"

Das animierte Lyric-Video zu „Yangın“ wirkt wie ein Gemälde der Romantik im Hier und Jetzt.

Jakuzi steht sinnbildlich für eine junge Generation an Musikern aus der Türkei, die trotz oder gerade wegen der angespannten, politischen Situation in ihrer Heimat. Das Duo, bestehend aus Kutay Soyocak und Taner Yücel steht für melancholischen Synth-Wave-Sound, der einen gleichermaßen träumen und leiden lässt.

Mit „Yangın“ veröffentlicht das Duo nun eine neue Single. In dem animierten Video sieht man einen jungen Protagonisten auf einem Stuhl sitzen. Neben ihm ein Schaukelpferd. Im Hintergrund liegt eine türkische Stadt und in der rechten Bildhälfte steigt Rauch empor. Unbeeindruckt dessen verharrt der junge Mann aber  auf seiner Position und sitzt das Grau der Szenerie lieber aus.

Die Übersetzung auf Youtube übersetzt den Refrain von „Yangın“ wie folgt: „I see the fire from a distance / but i can’t do anything about it“. Es zeigt die Ohnmacht, die man als junger Erwachsener oft erlebt. Sei es auf politischer oder auf persönlicher Ebene. „Yangın“ von Jakuzi ist Teil des zweiten Studioalbums „Hata Payı“, welches am 5. April via City Slang erscheinen wird. 

Jakuzi kommt im Mai für eine Termine nach Deutschland

Das Video zu „Yangın“ von Jakuzi gibt’s hier:

Das MS Dockville legt in seiner zweiten Bandwelle mit Parcels, Jungle und Drangsal nach

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Parcels // © Presse

Vom 16. – 18. August lockt das MS Dockville wieder ins schöne Hamburg. Zu Pop-Phänomen Billie Eilish gesellen sich in der zweiten Ankündigungswelle neben den Parcels auch zahlreiche weitere hochkarätige Acts.

Nach der ersten Bandwelle im Januar, in der sich neben Billie Eilish schon angesagte Acts wie Rikas, Pish und Nura befunden haben, schütteln die Veranstalter jetzt weitere Highlights aus dem Ärmel. Wenn es im Moment eine Band gibt, die gerade in keinem angesagten Line-up eines Indie-Festivals fehlen darf, dann sind das die Parcels. Die australische Band bringt mit dem groovigen Sound aus Funk, Disco und Pop jeden Zuschauer in Ekstase. Die Hüften zum Schwingen bringen auch Jungle mit ihrem Soul, Swing und dunklen R’n’B-Vibes. Zum Weitertanzen laden zum Beispiel auch gleich Some Sprouts mit ihrem beschwingten eingängigen Indie-Rock ein.

Natürlich darf in so einem vielversprechenden Line-up auch Drangsal nicht fehlen, der dem Festival mit seinem Sound aus New Wave, Post-Punk und Indie-Pop eine Schippe Coolness verpasst. Mit Mine, Lary und Karate Andi enthält das Programm hingegen auch was passendes für Rap- und experimentierfreudige Pop-Fans.

Hier nochmal alle weiteren Neuzugänge im Überblick: Von Wegen Lisbeth, Bausa, Giant Rooks, Kat Frankie, Antje Schomaker, Tua, Celo & Abdi, Hockey Dad, Cari Cari, Yukno, Jimothy, Nicklas Paschburg, Tristan Brusch, Die Achse, Jace, Some Sprouts, Roberto Bianco & Die Abbrunzati Boys, OOI, Das Moped und Miami Lenz. Alle bisherigen Bestätigungen sowie Tickets gibt es auf der offiziellen Homepage des Festivals. Das MS Dockville 2019 findet vom 16. – 18. August statt.

Auch die Parcels spielen dieses Jahr beim MS Dockville: