Zum Albumrelease veröffentlicht Mine „Hinüber“ mit einem Gastbeitrag von Sophie Hunger

Für die aktuelle Singleauskopplung aus ihrem heute erschienen Album hat Mine die Musikerin Sophie Hunger eingeladen. In „Hinüber“ setzen sie sich selbstreflektiert mit der aktuellen Klimakrise auseinander.

„Ich bin hundert Jahre alt“ singt Mine zu Beginn ihrer neuen Single „Hinüber“. Eine Müdigkeit, die wohl viele verspüren, wenn Diskussion sich jahrelang im Kreis drehen. Die Musikerin macht diesem Gefühl Luft und veröffentlicht ihr neues Album mit einer Single, die fordernder kaum sein könnte. Anstatt eines eingängigen Popsongs unterstreicht Mine ihr Release mit einer Ansage. Unterstützt wird sie dabei von Sophie Hunger. „Sophie Hunger ist meine persönliche Heldin“ sagt Mine selbst zu der Zusammenarbeit.

„Hinüber“ lässt sich als thematische Anknüpfung an Mines erste Singleauskopplung „Unfall“ deuten. Das dramatische Streicherarrangement und die bedrohliche Drum-Kulisse vertonen den Ernst der Lage. Die katastrophale Klimasituation ist präsenter denn je, findet aber verhältnismäßig selten Einzug in die Musik. Vielleicht auch okay so. Statt aktivistischer Selbstbeweihräucherung wirkt ihr Umgang ehrlich und gleichzeitig distanziert. Ihr Anliegen ist persönlich und funktioniert ebenso als Stimmungsabbild der Gegenwart.

Dabei meistert Mine durch ihr Songwriting die Gradwanderung zwischen Zugänglichkeit und thematischer Tiefe. Es findet eine Auseinandersetzung mit Phänomen der Gegenwart statt, die trotz allem nachvollziehbar und verständlich bleibt. Besonders bezeichnend wird dies, wenn Mine singt: „Solang du nicht wach bist, lass ich dich nicht los.“ Eine Reflektion der eigenen Wokeness und das Bewusstsein von zwischenmenschlichen Grabenkämpfen, die Diskussion um solche Themen auslösen können.

Betont werden darf hier auch die musikalische Vielseitigkeit von Mine. Egal welche Instrumentierung oder welche Feature-Gäste. Die Songs tragen immer ihre Handschrift. Mit „Hinüber“ hat Mine erneut bewiesen, dass sie einen einzigartigen Stellenwert in der deutschsprachigen Musiklandschaft hat.

Seht hier das Video zu „Hinüber“ mit Sophie Hunger: