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MS Dockville mit 4. Bandwelle

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Das Festival hat die vorerst letzte Bandwelle bekannt gegeben.

Es werden aber noch ein paar vereinzelte Acts in den nächsten Wochen folgen. Acts wie Boys Noize, Caribou oder Django Django schmücken bereits des Line-Up der diesjährigen Edition des Hamburger Festivals. Am Sonntagabend sind nun noch 25 weitere Acts dazu gestoßen. Bei dieser Bandwelle fällt auf, dass man sich auf auffällig viele nationale Acts konzentriert hat, die aber allesamt über den Status einer regionalen Band weit hinaus sind. Hier die 4. Bandwelle im Überblick:

Tom Odell / ODESZA / Ten Walls / SIZARR / darwin deez / Talisco /Dan Deacon / Antilopen Gang / Låpsley / Vaults / eRRdeKa / Zugezogen Maskulin / DANIEL BORTZ / Pool / HÆLOS (UK) / Niklas Ibach / The Glitz / douglas greed (Freude am Tanzen / Jena) / ENNIO / Davidé / Yuko Yuko /  Sväva /  Jack the Hustler / The Last Things / Sherlock Dope

Von offizieller Seite des Festivals gab es gestern außerdem noch die Bestätigung, dass noch ein paar vereinzelte Acts folgen werden, man jedoch nicht weiß, ob man dies noch einmal gruppiert in einer Bandwelle bekannt geben wird.

Hier kann man sich „Painter (Valentine)“ von Låpsley anhören:


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Yannick

Bitte, wer? (Tora, Say Yes Dog)

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Tora

Chillwave aus Down Under: Tora // © Tora
Chillwave aus Down Under: Tora // © Tora

Tora klingt irgendwie nach Toga und somit altertümlich und sehr historisch. Hört man sich dann aber die Musik der Band aus Australien an, wird man schnell merken, dass man soundtechnisch im Jahr 2015 angekommen ist. Mit smoothen Chillwave einflüssen, durchqueren sie mehrere Genre-Gewässer und landen mal im Indie-Meer, mal aber auch im Soul-See. Ihr junges Alter hat den Vorteil, dass sie unglaublich unbekümmert klingen und sich trotzdem nicht vor den alten Hasen des Geschäfts verstecken müssen. Fans von Jack Garratt werden diesen Act lieben!  (Freitag, 17.20-18.00, Fackelbühne)

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Say Yes Dog

Elektronische Klänge aus Luxemburg: Say Yes Dog // © Svenja Trierscheid
Elektronische Klänge aus Luxemburg: Say Yes Dog // © Svenja Trierscheid

Die Kenner unter euch werden sie bereits kennen. Say Yes Dog treiben nämlich seit einigen Jahren auf diversen Festivals ihr Unwesen und so haben sie beispielsweise letztes Jahr den Maschinenraum beim MS Dockville zum Kochen gebracht. Mit ihren elektronischen Beats und den ehrlichen Lyrics verleiten sie genau so zum Nachdenken, bringen aber gleichzeitig auch die Hüften mächtig in Bewegung. Album hat das Trio sucht man bis dato noch vergebens und doch liegen die Musikexperten ihnen bereits zu Füßen. Kein Wunder, denn wer bei Songs wie „Around My Neck“ oder „A Friend“ nicht in Bewegung kommt, dem ist definitiv nicht mehr zu helfen. (Freitag, 02:10-3:00, Palastzelt)

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Yannick

MIYNT

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Wütender Pop aus Schweden.

Es ist schon erstaunlich wie viele weibliche Pop-Sternchen aus Skandinavien kommen. Lykke Li, Robyn, Mø um nur ein paar Beispiele aufzuzählen. Woran dies liegen mag, erschließt sich einem leider nicht so ganz und man kann also spekulieren, ob es am Essen, der kalten Luft, oder doch am Polarlicht liegt. Fest steht auf jeden Fall, dass sich die junge Musikerin MIYNT bereits jetzt nahtlos in diese Liste einreiht.

Trotz großer ‎Ähnlichkeit mit den bereits oben genannten Künstlern, steht der Sound von MIYNT für Eigenständigkeit. Bei ihrem Debüt „Nick Drake“ prescht sich von der ersten Sekunde an aggressiv und angriffslustig nach vorne und zeigt gleich wo die Reise hingehen soll. Die Drums hämmern einem unverschämt ins Gesicht und werden gefolgt von den selbstbewussten aber auch erotisch klingenden Vocals der Schwedin. Trotz der geballten Energie, die auf einen einprasselt, hat der Song seine Leichtigkeit nie verloren und man sieht die Interpretin quasi förmlich vor seinem geistigen Auge zu den eigens komponierten Beats tanzen.

Für Fans von: Lykke Li, Banks, Mø

Angry pop from Sweden.

It’s pretty amazing how many female pop stars come from Scandinavia: Lykke Li, Robyn, Mø to name a few examples. Alas, the reason for this has never been truly revealed, and so we can speculate as to whether it’s down to the food, the cold air, or rather the Northern Lights. In any case, it can certainly be said that the young musician MIYNT already fits seamlessly into the list.

Despite great similarities with the aforementioned artists, the sound of MIYNT is all about originality. From the first seconds of her debut “Nick Drake” to the last, the track presses ahead aggressively and belligerently, immediately showing us where the journey should be leading. Drums pound outrageously in the listener’s face and are followed by the confident and yet somewhat erotic vocals of the Swedish singer. In spite of the balls of energy that come pelting at you, the song never loses its lightness and one can see the performer almost literally dancing before their mind’s eye to the uniquely composed beats.

For fans of: Lykke Li, Banks, Mø

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Yannick

Englische Übersetzung: Rachel

Bitte, wer? (Allah Las, Taymir)

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Allah Las

Allah-Las
Kalifornischer Retro-Rock: Allah Las // © Allah Las

Eigentlich muss man die Flowerpower-Rocker kaum noch vorstellen. Der Band aus LA scheint im positivsten Sinne die Sonne förmlich aus dem Arsch und macht mächtig Bock auf gutes Wetter. Jeder Gitarrenriff der Band sitzt wie ihre immer perfekt abgestimmten Second Hand-Klamotten. Haben wir gerade eben das gute Wetter erwähnt? Ja, haben wir und damit schließt sich eigentlich auch der Kreis warum man Allah Las eigentlich auf keinem Festival missen sollte. Außerdem kann man sich inmitten der pferdischen Stimmung auf dem Maifeld Derby auch noch als kleiner Cowboy fühlen. (Freitag, 22:00-23:00, Fackelbühne)

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Taymir

Pures Indie-Vergnügen: Taymir // © Wrister Meiresonne

In Großbritannien werden gerade Bands wie Circa Waves oder The Bohicas gepusht bis zum Gehtnichtmehr. Da kann man sich als mindestens gleichwertig talentierte, niederländische Band schon leicht verarscht vorkommen. Gut, dass die Veranstalter sich ein Herz gefasst haben und Taymir mit ihrem 60’s orientierten Indie-Rock nach Mannheim auf den Parcours geholt haben, um ihnen ein wenig Liebe zu schenken. Vielleicht müssen sie uns dann in Zukunft auch keine versteckten Hilferufe, wie etwa ihre Single namens „AAAAH“, zusenden. (Sonntag, 15:00 – 15:50, Parcours d’Amour)

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Yannick

Premiere: Vierkanttretlager mit neuem Clip

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Das Indie-Rock-Gespann stellt ihr zweites Video aus ihrem neuen Album vor. 

Krieg & Krieg wird das neue Album der Band aus Husum heißen und hat mit „Der letzte Satz der Welt“ nun ein weiteres Gesicht bekommen. Einen ersten Blick hat das Video im Hochformat (ein Format, das in Zeiten der Smartphones wieder an Bedeutung gewinnt) zu „Krieg & Krieg“ geliefert.

Das neueste visuelle Werk von Vierkanttretlager könnte trotz Querformat dennoch nicht ungewöhnlicher sein. Gezeigt wird eine traditionelle Hochzeit der Sinti und Roma, einer Randgruppe der Bevölkerung, die oft zu Unrecht mit etlichen Vorurteilen zu kämpfen hat. Der recht melancholische Song trifft auf die ausgelassene Stimmung der Hochzeit und allem drumherum. „Der letzte Satz der Welt“ wird auf dem neuen Album der Band vorhanden sein, welches am 17. April via Buback Tonträger veröffentlicht wird.

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Hier kann man sich das neue Video der Band anschauen:


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Yannick

Bitte, wer? (BRNS, Morgan Delt)

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BRNS

Belgium's Finest: BRNS // © Julie Calbert.
Belgium’s Finest: BRNS // © Julie Calbert.

Bei der Frage nach belgischem Rock wird zumeist dEUS genannt, manchmal noch Absynthe Minded und Balthazar. Der Name BRNS fällt nicht oft, vielleicht auch, weil kein Mensch weiß, wie man das aussprechen soll. Ich persönlich bin für „brains“ anstatt „burns“, der Art Rock der vier Belgier ist bisweilen recht verkopft. Nach dem Mini-Album Wounded erschien im Februar das Debüt Patine. Dass BRNS, die zwischen Fugazi und Battles einen common ground geschaffen haben, noch nicht den großen Durchbruch erlitten haben, wird sich hoffentlich bald ändern. (Sonntag, 20:30-21:30, Brückenaward-Bühne)

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Morgan Delt

Kalifornische Chaos-Psychedelia: Morgan Delt // © Morgan Delt.
Kalifornische Chaos-Psychedelia: Morgan Delt // © Morgan Delt.

Das Foto verrät es schon: Morgan Delt ist ein sonniger Typ. Das Debütalbum des Kaliforniers, das ebenfalls Morgan Delt heißt, ist Anfang letzten Jahres unter wenig Beachtung erschienen. Zu Unrecht, denn der Mischmasch aus Psychedelic Rock, sommerlichen Pop-Melodien und mehr gehauchten als gesungenen Texten über „Barbarian Kings“ und „Little Zombies“ findet leicht seinen Platz im Kopf eines Psych-Fans. Jethro Tull, Wavves, Tame Impala – man kann so ziemlich alles etwas Verrückte aus Morgan Delts Musik heraus-(und hinein-)hören. Wenn dann noch die Sonne über dem Maifeld scheint… (Freitag, 21:00-22:00, Brückenaward-Bühne)

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Fichon

Alben des Monats – März 2015

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Gitarre, Schlagzeug, Bass adé

Die Welt steht Kopf. Das Hip-Hop Album des Jahres ist Jazz, Only Real mixt Rap und Indie und Liturgy, die eigentlich Black Metal machen, freunden sich mit Dudelsäcken an. Die nennenswertesten Alben des März verhalten sich wie Aprilwetter. Zum Glück gibt es noch ein paar Anker: Modest Mouse haben ein respektables Comeback-Album hingelegt, Courtney Barnett sitzt und denkt. Am Ende unserer Liste kommt das Akustikgitarren-Wohlbefinden gleich im Dreierpack. Im März ob der Hausarbeiten keine Musik gehört? Dann fangt hiermit an:


Courtney Barnett: Sometimes I Sit and Think, and Sometimes I Just Sit

sometimes i sit kleinSometimes I Sit and Think, and Sometimes I Just Sit ist das erste Album von Courtney Barnett, das nicht aus zwei zusammen veröffentlichten EPs besteht, und das hört man auch. Während auf A Sea of Split Peas die erste Hälfte deutlich spannender war als die zweite, ist das zweite Album der Australierin ausgeglichener und reifer. Nach zehn Minuten versinkt Barnett in „Small Poppies“, um am Ende mit rauer Stimme wieder herauszubrechen. „Kim’s Caravan“ nimmt sich Zeit, der weitschweifende Song gehört mit zu Barnetts besten Kompositionen, musikalisch wie textlich. Sit ist deutlich abwechslungsreicher, von der garage-igen ersten Single „Pedestrian at Best“ zum gehauchten „Boxing Day Blues“, der das Album abschließt. Als Musikerin ist Barnett endlich auf dem gleichen Level wie als Erzählerin.


Ghostpoet: Shedding Skin

15ghostpoetObaro Ejimiwe aka Ghostpoet ist viel zu unbekannt! Naja gut, mit Auftritten auf dem Glastonbury und dem Sónar Festival sowie im Vorprogramm von Metronomy ist ‚unbekannt‘ vielleicht übertrieben. Sein drittes Album Shedding Skin, das beizeiten Some Say I So I Say Light noch übertrifft, sollte ihn jedoch mal ins Rampenlicht schieben, der Brite hat es verdient. Zum Einen für den Mix aus Trip-Hop, Athmosphäre und Live-Band, zum Anderen für den markanten Bariton. Songs wie „X Marks the Spot“ und das Fink ähnliche „Be Right Back, Moving House“ klingen dabei noch organischer als das bisherige Material – von Third-Ära Portishead („That Ring Down the Drain Kind of Feeling“) zu Porcupine Tree („Yes, I Helped You Pack“). Ghostpoet ist die Après-Garde des dunkelgrauen Trip-Hop von Massive Attack, Shedding Skin ist sein Heligoland.


Kendrick Lamar: To Pimp a Butterfly

homepage_large.d47a5880Nelson Mandela und Tupac mal beiseite: Kendrick Lamars drittes Album, To Pimp a Butterfly, hört sich unglaublich gut an. Lamar hat neben Dr. Dre eine Handvoll Jazzmusiker involviert (u.a. Pianist Robert Glasper, Thundercat und Produzent Terrace Martin), die zuletzt schon hinter Flying Lotus‘ You’re Dead! steckten. Vom Startschuss „Wesley’s Theory“ bis zum zwölfminütigen „Mortal Man“ vereint Butterfly Hip-Hop und Jazz, weniger free als FlyLo, aber nicht weniger befreiend. Mehr noch als good kid, m.A.A.d. city, das am höchsten gelobte Rap-Album der letzten 15 Jahre, ist der Funk/Jazz/Rap/Vocal von Butterfly über Genrevorlieben hinweg geradezu transzendent. Du musst keine Jazz Cat sein, um To Pimp a Butterfly zu lieben, kein Compton Kid mit schwierigem sozialem Stand und kein soziologisierender Feuilletonist. Öffne deinen Geist und lass den Beat in dein Blut, die Euphorie kommt dann von alleine.


Liturgy: The Ark Work

Liturgy_-_The_Ark_Work_coverMIDI-Fanfaren, Dudelsäcke, Engelsgesang und Greg Fox: Mit Liturgys drittem Werk platzt das Black Metal Gewand aus allen Nähten. The Ark Work kommt zwar nicht ganz an Aesthetica ran, jenes experimentelle Black Metal Opus, mit dem das Quartett aus Brooklyn auf sich aufmerksam gemacht hat. Will es aber auch gar nicht. The Ark Work ist so wirr und avant-gardistisch, dass Sänger Hunter Hunt-Hendrix Liturgy mit seiner Öffnung zu Videospielmusik und Death Rap gleichzeitig vielen Hörern verschließt. Zu sagen, The Ark Work sei gewöhnungsbedürftig, ist ungefähr so akkurat, wie To Be Kind als lang zu bezeichnen. Das Album ist eine intellektuelle Herausforderung, die Unterhaltung zugunsten von Kunst und Philosophie hintanstellt. Manchmal muss es eben weh tun.


Mini Mansions: The Great Pretenders

mini-mansions-great-pretendersDas Trio aus L.A. hat mit The Great Pretenders eines der spannendsten Pop-Platten des Jahres rausgehauen. Die Band um den QotSA-Bassisten Michael Shurman liefert Musik wie aus der Röhre. Ein aufregender 60ies Songs folgt dem nächsten. Wenn dann auch noch Alex Turner und Brian Wilson auf einer Platte auftauchen, ist das Musikerglück so gut wie perfekt. Mini Mansions sind nicht nur durchgehend adrett gestylt und haben den Scheitel mit dem Metermaß gezogen, sondern liefern auch noch ein dementsprechendes Album. Wenn Radiostationen sich wieder zu etwas „coolem“ mausern wollen, sollten sie sich diese Platte auf keinen Fall entgehen lassen.


Modest Mouse: Strangers To Ourselves

strangerstoourselvesMan hatte sie eigentlich schon abgeschrieben und nun sind sie urplötzlich wie Phoenix aus der Asche wieder empor gestiegen. Mit Strangers To Ourselves beweisen Modest Mouse ihren Kritikern, dass sie noch lange nicht zu alt für den Musikbiz-Scheiss sind. Acht Jahre sind vergangen, seit die Band aus Washington ihr letztes Album veröffentlicht hat. Viele Musiker hätten nach solch einer langen Pause wohl eher den Ruhestand genossen, oder ein belangloses Solo-Projekt à la „ich erfinde mich neu, mache aber noch immer die gleiche Musik“ gegründet. Modest Mouse sind aber in dem Fall den steinigeren Weg gegangen und haben ein mehr als solides Album hingelegt, das Bock auf mehr Indie macht.


Only Real: Jerk At The End Of The Line

ArticleSharedImage-45040Niall Galvin steht für eine Generation an Jugendlichen in Großbritannien, die nicht so recht wissen was sie mit ihrer Zeit anstellen sollen. Only Real hat dann den einzig richtigen Schritt gemacht und hat beschlossen über Longboards, Cadillac Girls und Cornflakes zu singen/rappen. Nun hat er mit Jerk At The End Of The Line sein erstes Werk in den Hahnenkampf der Musik geworfen. Die oft ziemlich unterhaltsamen Texte werden begleitet von sommerlichen Indie-Rap-Melodien und lassen einem die Sonne aus dem Arsch scheinen. Der junge Brite, der oft mit einem gewissen Jamie T verglichen wird, hat damit seinen mehr als gelungenen Beitrag für diesen Somer geleistet.


Ryley Walker: Primrose Green

ryleywalker-primrosegreenHätten die zahlreichen Blumenmädchen auf Festivals auch den ihrem Look entsprechenden Musikgeschmack, wär Primrose Green wahrscheinlich ein Segen für sie. Mit einer Mischung aus Jazz, Folk und seinem Gespür für angenehme Melodien verzaubert Ryley Walker nicht nur junggebliebene Hippies, sondern gibt auch den sogenannten „Wannabes“ einen Eindruck wie es wirklich in den 60ern gewesen sein muss. Trotz sämtlichem Retro-Kitsch versteht es der Musiker aus Chicago seine Platte mit geschickten Texten und Arrangements im Hier und Jetzt zu positionieren und phasenweise den Nick Drake zu mimen.


Sufjan Stevens: Carrie & Lowell

26035-carrie-lowell kleinSufjan Stevens pendelt zwischen sensiblem Genie und genialem Wahnsinn hin und her: vom eklektischen Frühwerk zum warmen Indie Folk von Michigan und Seven Swans zum freak out!-Electro auf The Age of Adz und mit Sisyphus. Mit Carrie & Lowell kehrt der Multiinstrumentalist und gläubige Christ wieder zum Analogen zurück. Besonders „Death With Dignity“, „Should Have Known Better“ und der Titeltrack beweisen mal wieder, dass Stevens eine Gitarre und seine Stimmbänder genügen, um musikalische Schönheiten zu kreieren. Carrie & Lowell schafft es, den Songwriter nach seinen skurrilen Eskapaden wieder mit seinen Wurzeln zu versöhnen, im musikalischen wie familiären Sinn: Stevens setzt sich auf den elf Songs mit seiner Mutter und seinem Stiefvater auseinander, mit all den emotionalen Höhe- und Tiefpunkten, die solch ein erwachsenes Album hervorrufen sollte.


Tobias Jesso Jr.: Goon

original_Tobias_Jesso_Jr._-_Goon_250Es ist schon sehr unverschämt, wie der junge Typ quasi der fleischgewordene Traum aller Schwiegermuttis und Frauen ist. Das Schlimmste ist, dass der Musiker aus Kanada auch noch bei der Männerwelt gut ankommt. Warum? Ganz einfach: weil er es verdammt nochmal drauf hat. Denn selbst, wenn man seinen Charme und die Locken außer Acht lässt, muss man sich eingestehen, dass der junge Singer-/Songwriter sein Können beherrscht. Das Gefühl und die Leidenschaft mit dem er die Songs mit seinem Falsett aus dem Debüt Goon vorträgt, lässt einen zurückdenken an Zeiten in denen das Singer-/Songwriter-Dasein noch etwas Ehrenvolles war.


Fichon & Yannick

Ωracles komplettieren Maifeld Line Up

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Die Köln-Berliner Psychedeliker bespielen am Sonntag das Zelt

Da denkst du, jetzt ist gut, und dann setzen sie noch einen drauf: Die letzte Bandwelle für die diesjährige Ausgabe des Maifeld Derbys enthielt neben regionalen Künstlern als großen Namen East India Youth, doch mit dem letzten Slot kam Donnerstag doch noch eine große Nachricht. Ωracles, die Psychedelic Pop Band aus Köln und Berlin, die letztes Jahr mit ihrer Debüt EP Stanford Torus Wellen bis ins Ausland geschlagen hat, kommt zum Derby. Das Quintett spielt Sonntag im kleinen Zelt. Jetzt, wo das Line Up komplett ist, dauert es wahrscheinlich nicht mehr lange, bis der Zeitplan da ist.

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Der neue Song „That Was I“ live:


Fichon

Tame Impala mit neuer Single

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„‚Cause I’m a Man“ vom kommenden Album Currents

Vor einem Monat hat Kevin Parker ohne weitere Infos das epische „Let It Happen“ rausgelassen, die erste Single vom neuen Tame Impala Album. Mit dem Release des zweiten Vorabsongs „‚Cause I’m a Man“ verraten die Psych Rocker um den Aussie Parker ein bisschen mehr über den Nachfolger zu Lonerism: Das Album Nummer Drei, bis jetzt noch ohne Releasedate, trägt den Titel Currents, das Artwork seht ihr oben.

„‚Cause I’m a Man“ ist ein verträumter Slow Burner, der die Vermutungen über den Sound von Currents bestätigt. Gleichzeitig HD-kristallin und so hypnotisch und verschwommen wie eine Twin Peaks Folge, vereint der Song die Funk und R&B Einflüsse mit dem psychedelisch ausgefüllten Headspace der Siebziger. Lonerism hat Tame Impala den Platz an der Spitze des Psych Rock gesichert, aber wie „Let It Happen“ stellt „‚Cause I’m a Man“ den „Rock“-Aspekt in Frage. Tame Impala spielen am 12.9. in Berlin beim deutschen Lollapalooza.

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„‚Cause I’m a Man“:


Fichon