Some Sprouts // Press Pic

Als wir uns mit Some Sprouts zum Interview getroffen haben kam die Festivalsaison gerade ins Rollen, der Auftritt beim Great Escape Festival war noch nicht lange her und die ersten Eindrücke der Tour noch frisch.

Some Sprouts aus Regensburg schreiben verträumte Slacker-Songs, die Indie-Herzen höher schlagen lassen. Dazu eine große Prise Vintage-Flair, eindringliche Harmonien, einprägsame leichte Gitarrenriffs und die warme markante Stimme von Sänger Joshua – fertig ist der chillige und doch vorantreibende Sound der Band. Nach zwei EP-Veröffentlichungen („Florescer“; „IMMT“) befindet sich das Quartett aktuell auf ihrer ersten großen Tour. Grund genug ein Zwischenfazit zu ziehen und mit Some Sprouts über ihre aktuelle Tour, Festivals und Songwriting zu sprechen.

Reißt doch mal kurz eure Entstehung an.

Jakob: David und ich, wir sind Cousins und haben schon immer irgendwie Musik gemacht. Joschi kennen wir auch von Zuhause, von der Schule. Wir haben schon früh angefangen Lieder zu schreiben, Musik zu machen und irgendwann haben wir dann gesagt wir wollen jetzt auch auftreten und eine richtige Band gründen. Darufhin haben wir uns noch Miguel dazu geholt und so ist dann das Ganze ins Rollen gekommen.

Habt ihr einen grünen Daumen oder was hat es mit dem Naturimage auf sich?

Alex: Nein, ich glaube keiner von uns.

Dabei habt ihr bei euren Live-Auftritten aber immer Efeu mit auf der Bühne.

Joshua: Der ist aus Plastik!

Jakob: Am Anfang der Tour war das Efeu aber echt, nur dann ist es irgendwann vertrocknet und die Blätter sind alle abgefallen. Das sah dann traurig aus.

Alex: Jetzt haben wir ein Plastikefeu mit auf Tour und komischerweise gehen da aber auch immer die Blätter ab. So einen schlechten grünen Daumen haben wir.

Eurem Bandnamen zu Folge hätte man denken können ihr seid wahre Pflanzenfreunde.

Jakob: Ich hab schon ein paar Kakteen aber die sind halt auch sehr pflegeleicht.

Joshua: Aber das stimmt schon, dass dieses Motiv bei uns auch oft vorkommt, vor allem auch in unseren Videos. Ich glaube, wir sind einfach gern draußen und es kommt auch viel von unserem Kumpel, der unsere Videos produziert hat. Irgendwann ist aus all dem dieses gewisse Naturimage geschaffen worden. Wir mögen aber auch gern Pflanzen, auch wenn wir keinen grünen Daumen haben.

Alex: Wir hätten aber gern einen!

Ihr habt Anfang Mai beim Great Escape Festival gespielt, was war das für ein Gefühl?

Joshua: Es war irgendwie ein verrücktes Erlebnis. Einerseits einfach mal in Brighton zu sein, wo auch so viele andere krasse Bands gespielt haben. Das ganze Wochenende war halt irgendwie einfach so eine riesige Party. Für uns war es natürlich nochmal krasser, weil wir ja auf Englisch schreiben und schon ein bisschen Bammel gehabt, wie das so ankommt bei Muttersprachlern. Aber ja, es war mega schön. Wir hatten volles Haus, dabei haben in einem kleinen Club gespielt. Es waren sogar schon englische Fans da, die auch unsere Texte kannten. Das war mega nice.

Ich persönlich finde ja ihr passt mit eurem Sound perfekt nach Brighton. Was konntet ihr persönlich und auch im Bezug auf die Band dort an Erfahrungen sammeln?

Joshua: In England herrscht einfach nochmal ein ganz anderer Bandkult. Es war schon faszinierend das selbst mal mitzuerleben. Dieser ganze Pool aus dem die Engländer schöpfen können ist schon irre. Die haben halt so viele geile Bands und dass sie dann trotzdem zu einer deutschen Indie-Band kommen ist halt einfach krass. Als wir das gecheckt haben, dass es dort halt auch Leute interessieren könnte was wir für Musik machen, dass hat uns schon beeindruckt.

Ihr befindet euch aktuell auf Tour, was waren da bisher die denkwürdigsten Momente?

Alex: Ich fand das Immergut war schon ein Highlight für uns, da haben wir auf einmal vor so vielen Leuten gespielt. Das war eins der schönsten Konzerte bisher.

Joshua: Es ist schwierig wenn man so viele Konzerte spielt, irgendwann fängt alles an ein wenig zu verschwimmen.

Jakob: Die Heimatshows sind aber auch immer Highlights für uns.

Joshua: In München und Regensburg waren zum ersten Mal über 400 Leute da. Aber auch dass mittlerweile in Berlin so viele Leute zu unseren Shows kommen ist toll. Göttingen, wo wir noch nie zuvor gespielt haben, war ausverkauft. Das hinterlässt bei uns schon ein krasses Gefühl.

Habt ihr musikalische Vorbilder oder Acts, die euch für die Band inspirieren?

Joshua: Ich schon, aber ich glaube auch das wechselt immer. Die Vorbilder, die wir haben, hat man so ein Jahr oder ein paar Monate. Im Konsens hören wir aktuell aber Acts wie Mac DeMarco und Tame Impala. Das gefällt uns allen. Aber auch ruhigere Sachen. Ich selbst höre zurzeit viel Frank Ocean.

Jakob: Ich mag gerade auch viel R’n’B aber auch so ein bisschen Disko! Trotzdem höre ich auch folkige, ruhige Sachen, beispielsweise Men I Trust.

Ist Songwriting bei euch dann eine kollektive Sache oder macht das hauptsächlich einer aus der Band?

David: Das liegt schon hauptsächlich bei Jakob und Joshua. Daraus entstehen dann immer Demos. Das ist aber auch schon ein Prozess, bis das fertige Lied dann entsteht. Soundtechnisch verändert sich das bis zum Endprodukt auch immer noch stark.

Joshua: Ja, es gibt meistens halt immer Demos von ein bis zwei Leuten und dann wird es in die Probe gebracht und von dort entwickelt es sich dann weiter. Wir spielen die Lieder eigentlich auch immer zuerst live bevor wir sie aufnehmen. Das ist für uns dann auch ein kleiner Test ob der Song überhaupt funktioniert und ob das alles so in sich stimmig ist. Somit bringt dann jeder auch seine eigene Note noch mit rein und es verändert sich nochmal alles von der Ursprungsidee bis hin zum finalen Song.

Schreibt ihr auch auf Tour an neuen Songs oder kommt ihr unterwegs eher weniger dazu Neues auszuprobieren?

Joshua: Bisher ist es schwierig. Wir sind noch nicht so lange unterwegs und für uns ist das aktuell die erste richtige Tour. Gerade sammeln wir erst die vielen neuen Eindrück und lernen richtig viel dazu was das Livespielen angeht. Auch finden wir für uns gerade Spaß am Livespielen, weil wir zum einen natürlich besser und zum anderen auch selbstbewusster auf der Bühne geworden sind. Wir merken, dass wir mittlerweile die Nervosität besser abstellen können. Es geht uns gerade hauptsächlich darum einfach auf der Bühne zu stehen und zu spielen und dann darum, wie wir uns hier noch verbessern und weiterentwickeln können. Sobald wir aber wieder daheim sind nach der Tour wollen wir uns auf jeden Fall an neue Sachen setzen und wieder anfangen zu schreiben. Bisher ist Tour und Songwriting aber schon eher getrennt.

Was können wir dieses Jahr noch von euch erwarten, vielleicht sogar ein Debütalbum?

Jakob: Ein Album wird es noch nicht geben. Das wäre schon ambitioniert.

…und eine dritte EP?

Alex: Also wir wollen schon noch irgendwann was releasen. Wir sind auch derzeit auf der Suche nach einem Produzenten mit dem wir Zusammenarbeiten könnten. Es gibt noch nichts Konkretes aber wir haben schon noch ein paar Ideen.

Hier könnt ihr euch den Clip zur aktuellen Single „Someone You Love“ anhören: