The Postie stellt vor: Jäde präsentiert ihre Debüt-EP „Première Fois“

Stimmungsvoll, lethargisch, verführerisch: Bei Jäde schmelzen französische Worte zwischen R&B, Trap und Future-Pop dahin.

Zugegeben. Einen Zugang zur Musik einer Künstlerin zu finden, dessen Sprache man nur kryptisch versteht, kann eine Herausforderung sein. Die französische Newcomerin Jäde führt einen jedoch auch mit ihrem Sound und den richtigen Vibes durch ihre Debüt-EP „Première fois“, welche am 15. Mai erschienen ist. Schon Ende 2019 veröffentlich die Französin ihren ersten Song „Longtemps“. Der Sound ist poppig-urban. Ihre Stimme warm aber bestimmt und dadurch auch etwas verführerisch. Auch das zugehörige Video unterstreicht diesen Mix und porträtiert Jäde als Teil ihrer Generation. Festgehalten als künstlerische Retro-Kollage zwischen Boomerangs, und der lässigen Attitüde einer Girls-Squad dieser Zeit.

Auch wenn man kein Französisch spricht, soviel kann gesagt sein: Der Song handelt von Sexualität, Unzufriedenheit, Unschuld und Verführung. Es scheint fast, als wäre das Jädes Ding: Ein Spiel mit den Gegensätzen, bei dem sie stets eine zurückgenommen, gar lethargische Attitüde an den Tag legt. Man könnte wohl sagen, dass Coolnes und Understatement zu ihren Stilmitteln gehören. Was nicht zuletzt durch ihre sanfte Art, die Stimme wohl dosiert einzusetzen, begründet ist.

Als einer der neuen Akteure der französischen Musikszene, ist vor allem ihr Gespür für Texte und Songwriting ein Steckenpferd. Kindlich naiv werden Themen über Liebe und Sexualität behandelt und in zeitgemäße Songs verpackt. Der Stil der Sängerin bewegt sich zwischen soulig-futuristischem R&B und digitalem Trap, der vom Gewand des Pop umschlossen wird. Dieser Sound bestimmt auch die insgesamt sieben Songs des Debüt-Albums, das bei Entreprise / Sony Music France erschienen ist.

Jäde präsentiert sich mit ihrer Musik am Puls einer Generation, zwischen Narzissmus und dem Spiel der Verführung. Die Songs sind weich und sprudeln dabei von einer frechen, jugendlichen Eigenheit.