Start Blog Seite 227

Axel Flóvent

1

Mit Axel auf Schneeromanze in Island.

Aussehen tut der isländische Singer/-Songwriter wie einer, der seinen eigenen Channel auf Youtube hat und täglich seiner „Community“ erzählt, was er so an lustigem und spannendem Zeug erlebt hat. Die Realität sieht jedoch ein wenig anders aus. Der junge Musiker teilt seine Erfahrungen nämlich nicht mit 15-jährigen Kids auf Youtube, sondern verarbeitet das Erlebte in Songs.

Diese trägt der in Akureyri geborene Musiker mit dermaßen viel Gefühl vor, dass selbst die Eisbrocken in Island dahinschmelzen würden. Oft ist es recht plakativ zu sagen, dass der oder jener Musiker doch so viel Inspiration aus seiner Herkunft verspürt. Bei Axel Flóvent ist es aber tatsächlich ein wichtiger Bestandteil seiner Musik. Die Naturverbundenheit und der Purismus sind nicht nur Islands, sondern eben auch Axels Stärken. Seine Songs gehen unter die Haut und erinnern an Bon Iver oder Ásgeir. Mit „Forest Fires“, seiner neuen EP,  beweist der junge Musiker, dass er das Zeug hat ein weiterer hochwertiger Islandexport zu werden und vielleicht teilt er seine Erfolgsstory ja dann doch mit den Kids auf Youtube.

Für Fans von: Bon Iver, Ásgeir, Fleet Foxes

g

g

Hier kann man sich die Titelnummer der am 25. Mai erscheinenden EP anhören:

[soundcloud url=“https://api.soundcloud.com/tracks/198725278″ params=“auto_play=false&hide_related=false&show_comments=true&show_user=true&show_reposts=false&visual=true“ width=“100%“ height=“450″ iframe=“true“ /]

Facebook // Soundcloud

Yannick

Nils Frahm verschenkt –solo– Album

0

Der 88. Tag des Jahres ist ab jetzt Piano Day

Nils Frahm ist ein freigiebiger Musiker: Vor drei Jahren veröffentlichte der Pianist und Wahlberliner sein Album Screws für umme und machte damit an seinem Geburtstag ein Geschenk an seine Hörerschaft. Am vergangenen Sonntag – zufällig mein Geburtstag – wiederholte Frahm die Geste und kündigte an, dass sein neues Album –solo– zur Feier des ersten Piano Day umsonst heruntergeladen werden kann. –solo– gibt es natürlich auch auf Vinyl und CD; in den nächsten Jahren soll der Piano Day, der am 88. Tag des Jahres stattfindet, mit weiteren „Events“ gefeiert werden.

Außerdem startet mit dem Piano Day ein Fundraising-Projekt für das Klavins M450 Piano, in das auch das Geld für –solo– fließen wird. Dem Klavierbauer David Klavins, der Frahm ein eigenes Klavier namens UNA CORDA gebaut hat, sollen die finanziellen Mittel ermöglicht werden, seinen Lebenstraum zu realisieren: das viereinhalb Meter hohe M450. Ist das Fundraising erfolgreich, wird jenes gigantische Klavier am Piano Day 2017 in Berlin vorgestellt. Mehr Infos zu Klavins, dem Piano Day und –solo– sowie die Downloadlinks für Letzteres gibt es hier.

s

Hier seht ihr Nils Frahm und das UNA CORDA in Aktion:


Website // Facebook // Soundcloud

Fichon

Palma Violets debütieren „English Tongue“

0

Die Kneipentour der vier Briten geht weiter.

Palma Violets haben bereits mit „Danger In The Club“ bewiesen, dass sie tolle Saufsongs schreiben. Anscheinend hat die Band so großes Gefallen daran gefunden, dass „English Tongue“ auch gleich zum Soundtrack der nächsten Kneipentour wird. Die Briten, die bei Rough Trade unter Vertrag stehen spiegeln genau dieses Gefühl wieder, wonach sich viele Indie-Liebhaber so herzlichst sehnen. Entweder findet man dies kitschig oder man feiert es.

„English Tongue“ wird auf dem neuen Album namens Danger In The Club auftreten, welches am 1. Mai erscheinen wird. Es ist das Nachfolgewerk des vielseits gehypten Debüts 180 und erscheint zwei Jahre nach diesem eben genannten.

 

Tracklist:

  1. Sweet Violets
  2. Hollywood (I Got It)
  3. Girl, You Couldn’t Do Much Better On The Beach
  4. Danger in the Club
  5. Coming Over to My Place
  6. Secrets of America
  7. The Jacket Song
  8. Matador
  9. Gout! Gang! Go!
  10. Walking Home
  11. Peter and the Gun
  12. No Money Honey
  13. English Tongue

 

Hier kann man sich die neue Single „English Tongue“ anhören:


Facebook // Website

Yannick

Maifeld Derby mit letzter Bandwelle

1

Ein allerletzter Act wurde uns dennoch vorenthalten.

Drei Tage, vier Bühnen, 70 Künstler und eine menge Spaß. Das ist das, was einen auf dem Mannheimer Festival erwartet. Um den Besuchern den Auftritt noch ein wenig zu versüßen haben uns die Veranstalter aus diesem Grund heute am Dienstag nochmals acht neue Acts präsentiert.

Mit dabei sind mit Clayd, Pervarious und GROB unter anderem zwei Bands aus der Region am Start. Andere Namen sind außerdem Hello Piedpiper, The Last Things, The Garden, Taymir und East India Youth. Letzter steht beim Label XL Recordings unter Vertrag und gilt als Ausnahmetalent der britischen Musikszene. Mit Culture Of Volume steht ein neues Album von William Doyle a.k.a East India Youth kurz bevor. Das Maifeld Derby hat somit sein Line-Up 2015 so gut wie abgeschlossen, nur einen letzten Act haben sie uns noch vorenthalten und so kann man sich doch noch ein weiteres Mal freuen.

g

Sobald der Zeitplan online geht, stellen wir euch nach und nach einige weniger bekannte Maifeld-Acts vor. Das komplette Line-Up findet ihr hier.

s

Die Single „Carousel“ aus dem bevorstehenden Album von East India Youth:


Yannick

Balthazar im „Bunker“

0

Same procedure as last album, Balthazar?

Die Balthazar-Formel ist inzwischen etabliert und bekannt. Über dem seichten, funky Rhythmus spielt eine Gitarre lässig ein paar Akkorde, während Jinte Deprez ebenso nonchalant seine Stimmbänder bemüht; manchmal kommt zur Abwechslung eine Geige dazu oder Gitarrist Maarten Devoldere unterstützt Deprez mit seiner etwas dramatischen Stimme. Mit dem zweiten Album Rats haben sich die fünf Belgier ein paar Pop-Rock Standards geschaffen, die es mit den nachfolgenden Singles zu variieren galt: „Leipzig“ war ein bisschen theatralischer, mit einer Hammond-Orgel als Begleitung; „Then What“, die erste Single vom kommenden Album Thin Walls (VÖ: 31.3.), deutete Streicher-zarte Filmmusik an.

Die neueste Vorab-Single „Bunker“ hat einen ähnlich melancholischen Klang. Im Hintergrund des Refrains taucht ein Bläser auf, nach zweieinhalb Minuten setzt – wie üblich – die Rhythmusgruppe aus und überlässt dem Gruppengesang die Arbeit. „Bunker“ klingt wie die Metronomy-Version des Balthazar-Standards, bis hin zum einsamen Gitarrensolo und den Space-Synthies im Outro. Diese Phrase mit dem Rad und dem nicht neu erfinden drängt sich auf. Und die Befürchtung, dass der Arbeitstitel von Thin Walls sowas wie Love Rats war.

s

Schaut euch hier das Video zu „Bunker“ an:


Website // Facebook // Instagram

Fichon

 

Liturgy – The Ark Work

0

Liturgy? Eine Black Metal Band auf einem Indie-Blog? Ja, denn wie nicht wenige der Bands, die bei Thrill Jockey unter Vertrag sind, stehen auch die vier Brooklynites an einer der unzähligen Schwellen des Venn-Diagramms, in deren Mitte man „Indie“ findet. Und ja, denn mit ihrem dritten Album The Ark Work haben sich Liturgy so weit von Immortal und Burzum enfernt wie Wolves in the Throne Room mit dem Ambient-Album Celestite, nur in eine andere Richtung. Es ist unwahrscheinlich, dass Liturgy ein ähnlicher Coup wie Deafheaven gelingt; stattdessen stellt The Ark Work Black Metal und seine konservative Fanbase in Frage, die schon nach der Veröffentlichung vom Vorgänger, Aesthetica, Gift und Galle ob der Hipster-Dekadenz und Abwesenheit von ‚trve‘-ness gespuckt haben.

Das Problem mit Liturgy ist leider auch, dass Frontmann Hunter Hunt-Hendrix Philosoph, Musiker und Künstler ist – in der Reihenfolge. Der Tumult und Puristen-Aufschrei nach dem Debüt Renihilation und einem Essay über Transcendental Black Metal hat die Band nach der Veröffentlichung von Aesthetica in den Hiatus getrieben und dominiert den Diskurs um die Band. Hunt-Hendrix, der neben Lightning Bolt Bone Thugs-n-Harmony und Korn als Einflüsse nennt und für The Ark Work gelernt hat, mit Ableton Live umzugehen, sieht seine Band als ein Mittel, Normen zu hinterfragen und neue Wege aufzusprengen. Kollateralschaden: die Köpfe der Hörerschaft.

Was also bleibt von Liturgys Dekonstruktion der Black Metal-Architektur? Pitchfork spricht von The Ark Work als einer „offenen Flamme“, der Frontmann erwähnt „overload and confusion of modernity“ als Hintergrund für den Sound des Albums. Tatsächlich ist das Album ein post-Internet Aesthetica, auf dem Gitarre, Bass und Schlagzeug fast mehr Verzierungen der computergenerierten Dudelsäcke und Streicher sind anstatt umgekehrt. Das Album beginnt mit einer zweieinhalbminütigen „Fanfare“, als handele es sich bei The Ark Work um ein sich selbst karikierendes Computer-Rollenspiel. (Laut Hunt-Hendrix hätten die zehn Songs genauso gut als Film oder Oper enden können.) Der Gesang ist klar und deklamatorisch-eintönig – BM-Gekrächze gibt es nicht, dafür ziemlich kaputten Rap mit Zach Hill Beat auf „Vitriol“. Gabber bietet die Grundlage für die Drums auf „Quetzalcoatl“.

Das Erfrischende an Aesthetica war, wie der Titel schon andeutet, der Fokus auf die ästhetischen Qualitäten der Musik: Die vier Musiker sehen aus wie eine Highschool-Art Pop-Band und machen die Musik um der Musik willen, während Satanismus allenfalls für Hunt-Hendrix‘ philosophische Hintergedanken eine Rolle spielt. The Ark Work ist nicht komplett losgelöst vom Transcendental Black Metal der ersten beiden Alben. Auf „Follow“ überlagern die Glocken zwar die Gitarre, doch die Blast Beats und das Geschreddere sind da. Die sich aufeinandertürmenden, überlangen Rhythmuspassagen von „Generation“ finden sich auf „Follow II“ wieder, das sich mit einem epischen Crescendo zu weiß glänzendem Metal steigert (nicht zu verwechseln mit White Metal). „Father Vorizen“ würde auf einem Enslaved-Album nicht auffallen.

Aesthetica war, wie zwei Jahre später Sunbather, progressiver Black Metal, ein Bastard zwar, aber noch Teil der Familie. The Ark Work ist post-BM Sound Art und gesellt sich zu solchen Kuriositäten wie Enid 8-Bit Metal oder Mount Eeries Auto-Tune Album. Abgesehen von der Tatsache, dass die Ideologie hinter dem Album und seine besondere Haltung vis à vis dem Rest des Genres Black Metal (bzw. dem Begriff „Genre“ im Allgemeinen) eine bedrohlich wichtige Position gegenüber dem Hörvergnügen einnimmt, hat Letzteres an sich schon Schwächen, allen voran der verwaschene Mix. Die Songs sind gut, der Drang nach Erneuerung ebenso. Von der Qualität von Aesthetica ist The Ark Work allerdings ein gutes Stück entfernt.

s

Beste Tracks: Kel Valhaal, Follow II, Reign Array

VÖ: 27/03 // Thrill Jockey

s

Hört euch hier „Quetzalcoatl“ an:


Website // Facebook

Fichon

 

Alben des Monats – Februar 2015

0

Schweißperlen auf der Stirn und viel Gitarrensex. So lief der Monat.

Der Februar war um etliches heißer als die Temperaturen es eigentlich zulassen. Mit den Veröffentlichungen von beispielsweise Bilderbuch und BRNS läuft das Musikjahr so langsam aber sicher heiß. Außerdem bringt der oft so kalte Monat die Erkenntnis, dass Gitarren längst nicht tot und abgenutzt sind. Deswegen haben wir euch aus gegebenem Anlass eine schöne (ziemlich gitarrenlastige) Top 10 zusammengestellt:


BRNS: Patine

BRNS-Patine-CoverDas erste richtige Album der zur Zeit besten belgischen Band ist so ungleich dem Mini-Album Wounded und doch unverkennbar BRNS. Die Aufregung von Songs wie „Mexico“ und der Pathos, den es stellenweise schon auf Wounded gab, ist auf Patine durch Ernsthaftigkeit und einer für ein Debütalbum erstaunlichen Reife ersetzt worden. Der Post-Rock des Quartetts ist jetzt nicht bloß Rock, der seine Strukturen umgeht, sondern gleicht sich dem weitschweifenden Genre „Post-Rock“ (Mogwai, Godspeed You! Black Emperor) an, wenn auch von weitem. Was bleibt, ist der feierliche Gesang und das immer interessante Drumming von Tim Philippe, der Gebrauch von für Rock ungewöhnlichen Elementen und generelle Awesomeness. Wenn ich dieses Jahr eine Empfehlung ausspreche, dann ist das Patine.


Dan Deacon: Gliss Riffer

dandeaconglissriffercvr2400Auch wenn es weder so epileptisch wie Spiderman of the Rings noch so majestätisch wie America daherkommt, ist Dan Deacons viertes Album Gliss Riffer ein unwiderstehlich süßes Popalbum, das gegen Ende hin nochmal kräftig Richtung Minimalismus ausschlägt. Live werden die Synthesizer voll aufgedreht und das Publikum mit Adrenalin vollgepumpt, doch mit Gliss Riffer kann man Dan Deacon auch gemütlich im Sessel genießen. Sofern der nicht selbst umhertanzt und -spielt. Wenn Animal Collective und Terry Riley ein Baby zeugten, hieße es vermutlich Gliss Riffer.

>> Die komplette Rezension könnt ihr hier nachlesen.


Dutch Uncles: O Shudder

2014DutchUncles_OShudder221014Nach Out of Touch in the Wild hatten die Briten von Dutch Uncles ein Ungeheuer vor sich: Wie toppt man ein Album, das gleichzeitig verwinkelt, originell und catchy ist, das mit seinen Melodien besticht, den Hörer mit seinen Rhythmen aber immer wieder vor den Kopf stößt, kurzum: das Pop und Kunst in perfekter Symbiose zusammenbringt? Die Lösung schien Duncan Wallis und Kumpanen die Öffnung hin zum Pop zu sein. Folglich ist O Shudder, das vierte Album der Dutch Uncles, ein schimmerndes und von Streichern umspieltes Poptimist-Werk à la Present Tense, schlank und rank und noch eingängiger als ihr bisheriger Output. Ein Artikel auf Drowned in Sound beschrieb kürzlich Wild Beasts und Dutch Uncles als vorausschauend und „am Rand der populären Anerkennung tänzelnd“. Wenn O Shudder tatsächlich den Weg in die Pop-Zukunft weist, steht uns Großes bevor.


Ibeyi: Ibeyi

Ibeyi Album 2015Die beiden Schwestern von Ibeyi (Yoruba für ‚Zwillinge‘) sind die Töchter von Anga Díaz, einem Perkussionisten des Buena Vista Social Club. Auf ihrem eponymen Debütalbum finden sich zwar Einflüsse aus dem kubanischen Jazz ihres Vaters sowie französische Lyrics – Lisa-Kaindé und Naomi Díaz leben seit ihrer Kindheit in Paris. Der erste Vergleichspunkt ist allerdings die Isländerin Björk, sowohl wegen Lisa-Kaindés Gesang als auch was die Produktion von Tracks wie „Oya“ angeht. Mal fallen elektronische Wände ineinander, mal gibt es traditionelles Soul- oder Chanson-Songwriting („Stranger/Lover“, „Mama Says“). Dann wieder sind die Arrangements so spärlich wie eine Wüsten-Version von James Blake. Andernorts hört man Electro Swing-Intonationen, traditionelle kubanische Instrumente und Texte auf Yoruba, einer Sprache, die in Nigeria und Benin gesprochen wird. Die Musik hat mitunter etwas Unheimliches, so dass Ibeyi zu den interessantesten Stimmen dieses Jahres gehören.


Mount Eerie: Sauna

sauna mount erieDrei Jahre nach Clear Moon und Ocean Roar kommt Phil Elverum mit einem seiner bedrückendsten Alben um die Ecke. Seine Musik als the Microphones und Mount Eerie war immer schon dunkel und im Moor/Wald/Halbschlaf versunken, doch mit Sauna kommt die Hitze des Titels dazu. Die Musik soll schwer auf dem Hörer lasten, was mit dem zehnminütigen Titeltrack, der dazu noch am Anfang des Albums steht, kein schweres Unterfangen ist. Natürlich taucht auch wieder ein Track namens „(Something)“ auf, später noch ein 13-Minüter mit dem unpassenden Titel „Spring“. Elverum versucht sich zwischendurch auch mal als Shoegazer, auf „Dragon“ spielen Wind und weiblicher Gesang die Hauptrollen. Sauna könnte fast als Soundtrack zu Lars von Triers Antichrist fungieren.


Peace: Happy People

Peace Happy PeopleEin Spaßalbum das keines sein will. Unter dem Motto hat die Band aus Birmingham einen Nachfolger zu ihrem Erfolgsalbum In Love veröffentlicht. Gängige Melodien und teilweise sogar ziemlich lustige Nummern dominieren die Platte, die aber immer von einem ernsten Kern geprägt ist. Es ist eine Art Selbsttherapie des Sängers Harry Koisser, der damit verschiedenste gesellschaftliche Probleme anspricht. Musikalisch bewegen die Briten sich auf den Pfaden ihrer Vorgänger und orientieren sich an vergangenen Indie-Tagen und lassen tief in die 90’er blicken. Happy People ist, als wenn man im Platzregen Eis isst.

>> Eine detaillierte Rezension lest ihr hier.


Black Rivers: Black Rivers

19265Das Debütalbum von Black Rivers klingt wie eine Doves Platte nach einer Detox-Kur. Insgesamt wirken die Songs schnittiger und „edgy“ wie man im Neudeutschen wohl sagen würde. Trotz dieser Verjüngung des Sounds sind die beiden Williams-Twins sich ihrer Linie treu geblieben. Episch-weite Klangwelten lassen den Zuhörer tief in die Materie eintauchen und vermitteln ein Gefühl von Schwerelosigkeit. Songs wie „Diamond Days“ oder „The Wind Shakes The Barley“ haben das Potenzial zu Gassenhauern und zur regelrechten Live-Feinkost zu werden. Doves, also Black Rivers minus Jimi Goodwin beweisen mit ihrem Debüt, dass man sie noch nicht tot schreiben sollte.


Carl Barât & The Jackals: Let It Reign

web-carl-barat-and-the-jackals-let-it-reign-cookcd611-copyWir schreiben das Jahr 2004 und Let It Reign steht auf Platz 1 der britischen Albumcharts. Denn so in etwa hätte das zweite Solo-Album vor ungefährt 10 Jahren wohl seinen Lauf genommen. Doch wir schreiben in seinem Fall leider das Jahr 2015 und Carl Barât kämpft schon fast händerringend um den Erfolg seiner Platte. Auf seinen sozialen Netzwerken hat er nach Bandmitgliedern suchen lassen, da ihm das stille, einsame Musizieren auf den Sack gegangen ist. Ja, Carl Barât lässt bei seiner neuesten Schöpfung tatsächlich den Punk raushängen und gibt sich mit vielen Hooks und dreckigen Bässen extrem cool und spricht somit die fast ausgestorbene Lederjacken-Fraktion an. Wäre diese nicht vom Aussterben bedroht, wäre Let It Reign eine äußerst gute Platte. So leider aber nur ein Appetithappen auf die anstehende Libertines-CD.


Bilderbuch: Schick Schock

bilderbuch-schick-schock-cover-artwork-533x533„Willkommen im Dschungel“. Mit diesen Worten begrüßt der Österreich-Export uns auf Schick Schock. Mindestens genau so heiß wie die Temperaturen im Urwald, präsentieren sich die vier Musiker auch auf ihrer neuesten Platte. Wer bis jetzt wegen Bands wie den Sportfreunden Stiller oder Revolverheld der Annahme war, dass deutschsprachige Musik nicht sexy sein kann, wird hier eines besseren belehrt. Mal rappend, mal ungewollt (?) im Stile Falcos performt Maurice Ernst die zwölf schillernden Songs dermaßen anzügig, dass man einem die Schweißperlen die Schläfen entlang kullern. Bilderbuch haben mit Schick Schock geschafft einem ganze Genre mehr Glanz, Glitter und Sex-Appeal zu verleihen. Darauf erstmal einen (Soft)Drink!


The Districts: A Flourish and a Spoil

districts_flourish_lpGibt es abseits von Kings of Leon und Muse eigentlich noch einigermaßen passable Bands, die sich mit radiotauglicher Musik in der Vordergrund spielen? Die Antwort liegt hier eindeutlich bei The Districts aus Pennsylvania und kann wird von diesen mit einem deutlichen JA beantwortet. Die junge Band wirft klassische Indie-Rock-Elemente mit heimlichem Americana zusammen und gewinnt so nicht nur Fans vons für sich. A Flourish and a Spoil ist ja zwar keineswegs ein Werk das für seine Innovation in die Geschichtsbücher eingehen wird. Es ist einfach nur eine verdammt noch mal scheiss gute Gitarrenrock-Platte geworden.


Fichon & Yannick

PILLARS mit neuer Single

0

Die Britin zeigt sich in ihrem neusten Werk deutlich reifer. 

Ihre erste Single „Attacker“ hat bereits einige Blogger und selbsternannte Musikkritiker aufhorchen lassen. Nun ist sie also mit einer neuen Nummer namens „Woman Without Her Love“ zurück. Die elektronische One-Woman-Show, die jedoch produktionstechnisch ab und ab zu vom Duo Deafkid unterstützt wird, zeigt sich hier mit einem deutlich reiferen Sound.

„Woman Without Her Love“ ist zwar (Gott sei Dank) immer noch relativ zurückhaltend produziert und doch schwimmen dem Zuhörer viel gewaltigerer Klangwellen, als noch beim Vorgänger, ins Ohr. Erinnern tut PILLARS mit ihrer extrem gefühlvollen, aber zugleich bestimmten Art an den wohl besten Rotschopf der Musikindustrie; Florence + The Machine. So verwundert es wohl kaum, dass die 20-Jährige sich Brett Shaw (Florence + The Machine, Say Lou Lou) mit ins Produktionsboot geholt hat.

g

g

Hier kann man sich die neue Single via Soundcloud anhören:

[soundcloud url=“https://api.soundcloud.com/tracks/196844059″ params=“auto_play=false&hide_related=false&show_comments=true&show_user=true&show_reposts=false&visual=true“ width=“100%“ height=“450″ iframe=“true“ /]

 Facebook / Soundcloud / Twitter

Yannick

Froth

1

Die Messiasse des psychedelischen Slackertums

In der Regel suchen sich Bands für ihre Tourneen kleinere, lokale Gruppen aus, die etwas mit ihnen gemein haben und ihr Publikum auf den Hauptact einstimmen. Im Falle von Froth scheint das Gegenteil der Fall zu sein: Für ihre Europatour hat sich das Quartett aus Echo Park, Kalifornien, die Hauptacts ausgesucht, von denen sie ihre Einflüsse ziehen und denen sie die Show stehlen können. In Hamburg und Kopenhagen sind es die Psych Rock Aussies von Pond, in London sind Froth Vorband von Mozes and the Firstborn, mit denen sie eine Vorliebe für schelmischen Slackerrock und während der Tour den Merchandise-Typen teilen.

Joo-Joo Ashworth, Sänger und Hauptslacker des Quartetts, hat die gleiche Stimme wie Mozes-Frontmann Melle Dielesen. Währenddessen kümmern sich seine Bandkollegen um Gitarrengenudel, Stoner Rock-Orgeln und Rhythmen und Figuren, die klingen, als langweilten sich die Jungs ein bisschen, während sie sie aus dem Ärmel schütteln. Trippige Sixties-Songs wie „Patterns“ und „General Education“ können sie genauso gut wie Balladen („Oaxaca“). Nach einem ersten Album Patterns folgt bald die zweite Kollektion feinsten Slackerpops mit dem irreführenden Titel Bleak.

s

Hört euch hier den Titeltrack des neuen Albums an:

https://www.youtube.com/watch?v=U6itYHAY_jw


Facebook // Bandcamp

Fichon