So war es auf dem 2. Elektrik Pony Cup

Die zweite Edition des kleinen Indoor-Bruders von den Machern des Maifeld Derbys machte Lust auf mehr.

Das Jahr Pause hat dem Elektrik Pony Cup deutlich gut getan und  wurde dieses Jahr auf gleich zwei Tage verteilt. Auch die Location wurde neu ausgewählt und so zog man von der Feuerwache rüber ins benachbarte Jugendkulturzentrum, wo man  zwei Bühnen bespielen konnte. Der Freitag begann mit Baby Galaxy im Keller, der sich verwirrenderweise im Erdgeschoss befand, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Die Band aus Maastricht spielte sich wild die Gitarren kaputt und leitete damit einen lauten, noisy Abend ein. Nach dem überzeugenden Auftritt von Nuage, die an Bands wie Messer und Co. erinnern, ging es nicht wie erwartet mit Golf, sondern mit Heim weiter.

Die Kölner Band stand nämlich auf dem Weg von Wien nach Mannheim im Stau und ließ so ungewollt den lustigen Langhaarträgern von Heim den Vortritt. (Wir wollten schon immer einmal eine Schwiegertocher Gesucht-like Alliteration mit einbringen) Diese erfüllten genau wie auch Andalucia, Gewalt und Immanu El die Erwartungen komplett und spielten ihre Sets runter. Kleiner Tipp an die Veranstalter: Ohrstöpsel für die „Anfänger“ bereitstellen, ansonsten muss man den Schmerz halt mit leckerem Woinemer Bier betäuben. Für die sanfteren Ohren bot die Laura Carbone eine gelungene Vorstellung, die wenig neues, aber viel gutes vorzuweisen hatte. Den Vergleich zu PJ Harvey kann hier also durchaus als Kompliment stehen bleiben. Das Highlight des Abends boten aber zweifellos Golf, die sich mit ihrem elektronischen Dada-Indie den Staufrust von der Seele spielten und für eine lockere Stimmung im aufgeheizten Keller sorgten. Ein großes Shoutout geht hier an den Keyboarder Wolfi, der selbst lachend noch eine Kopfstimme hinbekommt von der der Sänger von Scissor Sisters in seinen guten Tagen nur geträumt hat.


Wolfang alias Wolfi von Golf erstaunte mit einer Kopfstimme wie von den Scissor Sisters gelehrt.


Der Samstag zeigte mit The Highbrow und Gringo Mayer, dass auch die regionale Szene etwas aufzuweisen hat. Das erste und vielleicht auch größte Highlight des zweiten Tages lieferten Oum Shatt aus Berlin, die sich zuerst mit ihrem langen Soundcheck und den verschlossenen Türen unbeliebt gemacht haben. Mit etwa 10-minütiger Verspätung ging es los und schnell war der Unmut vergessen. Die Band spielte sich einfach in einen derartigen, arabisch anmutenden Rausch, dass man ihnen kaum noch etwas anheften konnte. Noch komplett geflasht ging es dann weiter zu Bombay aus Amsterdam, die sich selbst von defekten Anlagen nicht verwirrenden haben lassen und ihr Indie-Set wild und sympathisch runtergespielt haben. Mit ihren kleinen Teasern zwischen den Songs haben sie dem Veranstalter Timo Kumpf auch quasi gleich zu verstehen gegeben, dass sie gerne mal auf dem Maifeld Derby auftreten würden. Eine Band, die dieses Gefühl bereits erleben durfte, waren We Were Promised Jetpacks, die wahrscheinlich auch der Hauptgrund waren, dass der Samstag deutlich mehr Publikum gezogen hat als der Freitag.

Die Schotten taten was sie konnten und lieferten ihren Fans eine solide Show ab. Für die Indie-Nerds gab es mit „Quiet Little Voices“ dann auch was für die Disco. Mit gutem White Wine wurde der Abend erfolgreich abgerundet und so konnte man sich getrost noch ein paar Beats bei den Cheesecake Mixtapes gönnen. Eine kleine Klammer sei hier noch der Band Yung gegönnt, die nach ihrem zerstörerischem Auftritt noch ein paar Fußballskills im Flur zur Schau gestellt haben. Aber Jungs, das nächste Mal bitte kein altes Baguette benutzen, das sieht komisch aus! Mit diesen mütterlichen Worten sind wir raus und freuen uns auf das nächste Jahr.

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