Neues Album, neue Tour, neue Single. Courtney Barnett geht nach der gemeinsam mit Kurt Vile veröffentlichten LP Lotta Sea Lice wieder ihrer eigenen Wege. Aus Dialog wird eigene Aussage, aus dem sanften Folk wieder rauerer Garagenrock.

Den Schlüssel zwischen den Fingern, die Hände am Telefon, vielleicht muss gleich losgerannt werden. Was für die meisten Frauen auf dem Weg allein nachhause immer noch Standard ist und den meisten Männern scheinbar immer noch so gar nicht bewusst ist, füllt nun den Refrain im Song „Nameless, Faceless“ der Australierin Courtney Barnett. Besser gesagt ein paraphrasiertes Margaret Atwoord Zitat: „Men are afraid that women will laugh at them; women are afraid that men will kill them“. Barnett gibt in einem Interview mit Pitchfork an, auf ihrem neuen Album Themen wie Feminismus und Misogynie vor allem aus persönlicher Erfahrung zu schildern. Ein Konzept, das sie schon auf ihrer letzten Solo Veröffentlichung Sometimes I Sit and Think, and Sometimes I Just Sit, das durch die Direktheit und Originalität ihrer Autorin besticht, verfolgte. Barnett beschreibt locker und flapsig, während sie gleichzeitig sehr mühelos detaillierte Betrachtungen über sich selbst und ihre Umwelt anstellt.

Über den Gefühlszustand, der nun auf den neuen Songs beschrieben werden soll sagt Barnett: „It’s definitely angry and frustrated and sad, and I was trying to actually feel those feelings, to go through them instead of pushing them away. I was really trying to use songwriting to do some work on myself in that area. There’s definitely more vulnerability on this one. I felt vulnerable writing it, even though I knew that, at the time, I was the only one seeing it, and I might never show it to anyone“. Das Album trägt den Titel Tell Me How You Really Feel. Hört sich sehr passend an und wer der Aufforderung nachkommen will, kann auf Barnetts Homepage in einer Message Funktion in 250 Zeichen angeben, wie’s denn gerade um den eigenen Gemütszustand steht. Eine Tracklist gibt’s außerdem auch  schon.

Tell Me How You Really Feel

01 Hopefulessness

02 City Looks Pretty

03 Charity

04 Nameless, Faceless

05 I Need a Little Time

06 I’m Not Your Mother, I’m Not Your Bitch

07 Crippling Seld-Doubt and a General Lack of Self-Confidence

08 Helpin‘ Yourself

09 Walking On Eggshells

10 Sunday Roast