Neue Deutsche Wahrheit // © Luna Ballmann

„Die Zeit der Authentizität ist vorbei“. Mit kühlen Synthies, eingängigen Hooks und pathosgeladenen Spoken-Word-Parts reißen uns die Neue Deutsche Wahrheit aus unserer Alltagsgefühls-Monotonie heraus.

Authentisch sein, darauf kann man sich einigen, heißt natürlich und eben möglichst aufrichtig man selbst sein. Aber wie ist man denn überhaupt man selber? Und spielen wir nicht irgendwo immer eine Rolle? Die Neue Deutsche Wahrheit werfen den Authentizitätsanspruch an Künstler*innen über Bord und antworten mit einer ordentlichen Menge an Pathos und Dramatik.

„Ich fühle mich so emotional“

Denn mehr ist mehr – Das kann man schon in „Tristesse“, der ersten Auskopplung und Visualisierung ihres kommenden Debütalbums sehen. Zwischen pompös schillernden Outfits im barocken Ballsaal werden Gesichter sorgsam eingepudert und Edelsteine um den Hals gelegt. Neben minimalistischen Vogueing-Choreografien zeigen die Neue Deutsche Wahrheit mit ihrer Backup-Crowd Diversität in ihrem Video und brechen nebenbei noch enggefasste Genderrollen auf. Die Androgynität der Achtziger zusammen mit der Diversity, die ihnen vor gut drei Jahrzehnten noch gefehlt hat.

Kennengelernt hat sich das Hamburger Duo Vivian Hoyer und Paul Kahre in einem Germanistik-Seminar. Da haben sie auch gleich über Musik connected, im Speziellen über das damals neue Arctic Monkeys Album „Tranquility Base Hotel & Casino“. Trotz Indie-Liebe war aber von Anfang an klar, dass sie Synthpop machen wollen. Am 26. April releast das Duo ihr Debütalbum in Eigenregie, das auch den Titel „Tristesse“ tragen wird.

Hier könnt ihr „Tristesse“ anschauen: