Über den Sommer gibt es geteilte Meinungen: Lieblingsjahreszeit oder unzumutbare Temperaturen? Hier spalten sich die Gemüter. Gurr haben im Mai mit „Hot Summer“ sogar eine waschechte Anti-Sommerhymne  veröffentlicht. Wir finden, das alljährliche musikalische Sommerloch und die drückende Hitze bieten eine gute Möglichkeit, einige unserer Favoriten vorzustellen.

Ead Wood & The Heights – Ignored

Mit „Ignored“ feiert die erste Single der kommenden EP von Ed Sole alias Ead Wood ihre Veröffentlichung. In alter DIY-Manier wurden die Songs für „Beige Dreams“ von der Band selbst aufgenommen, abgemischt und produziert. Mit ihrem psychedelischen Sound sorgt das Gespann aus Bristol für ein Surf Rock Revival, das teils an Künstler wie Real Estate oder The Stone Roses erinnert. „Ignored“ handelt von den Konsequenzen verblassender Beziehungen und missglückter Kommunikation.

 

Shame – One Rizla

Für ihr Debüt „Songs Of Praise“ wurden Shame zu guter Recht von der Musikpresse als Hoffnungsträger des britischen Punks gefeiert. Gezeichnet von den politischen Entwicklungen in Großbritannien, nimmt das Gespann um Charlie Steen kein Blatt vor den Mund: Soziale Missstände werden angeprangert, Konsumwütige und Hedonisten kritisiert. Wut und Aggression sind die ständigen Begleiter von Shame: Mal brodeln die Gefühle unter der Oberfläche, mal brechen sie aus. Mit „One Rizla“ erinnern die fünf Jungs aus London definitiv an die erfolgreichen Musikveröffentlichungen der Nullerjahre.

Free Cake For Every Creature – Around You

„Around You“ ist eine Indie-Pop-Hymne an den Rausch junger Liebe. Zu Akustikgitarre und tuckernden Drums singt Katie Bennett alias Free Cake For Every Creature über die anfängliche Euphorie, Liebesbekundungen auszutauschen und den ganzen Tag miteinander abzuhängen. „I just want to hang around you“, heißt es in der Vorabsingle des kommenden Albums „The Bluest Star“, das noch im August erscheinen soll.

Parquet Courts – Wide Awake

Dank Parquet Courts sind wir hellwach! Die Post-Punk-Band hat mit „Wide Awake!“ 2018 ihr tanzbarstes Album veröffentlicht. Die Euphorie, die im gleichnamigen Titelsong entfacht wird, steht stellvertretend für das ganze Album. Anders als die Musik verleihen die lyrischen Texte aus der Feder von Sänger Andrew Savage dem Groove der Platte hier und da einen bittersüßen Beigeschmack.

Our Girl – I Really Like It

Nach vierjähriger Bandgeschichte, Auftritten mit musikalischen Größen wie Pale Waves und ihrem Einstand bei SXSW veröffentlicht das Trio sein langersehntes Debüt „Stranger Today“. „It’s the sound of three friends totally at ease in their own space, discontent with being anywhere else; a vibrant document of what it’s like to be young, invigorated and amongst people who feel the same“, verraten Our Girl gegenüber der Presse. Mit „I Really Like It“ erscheint die erste Single der Platte: Verträumte Fuzz-Gitarren und intime Lyrics fusionieren zu einem ehrlichen Liebeslied.

We Were Promised Jetpacks – Hanging In

Vier Jahre und eine kreative Schaffenskrise später veröffentlichen We Were Promised Jetpacks nach „Unravelling“ erstmals neues Material. „Hanging In“ ist der Vorbote des vierten Albums, das im September diesen Jahres erscheinen soll. Auf „The More I Sleep The Less I Dream“ möchte die Band zu ihren Wurzeln zurückkehren. Mit dem düsteren und melancholischen „Hanging In“ erscheint eine Single in alter Jetpacks-Manier, die – ohne langweilig zu sein – an das Debüt von Darren Lackie, Adam Thompson, Michael Palmer und Sean Smith erinnert.

Rolling Blackouts Coastal Fever – Exclusive Grave

Rolling Blackouts Coastal Fever kredenzen uns Indie-Rock im Uptempo: Ausufernde Gitarrensolos, intelligente Texte und eingängige Melodien lassen das Tanzbein schwingen. Mit „Talking Straight“ schöpfen die Australier das Hit-Potenzial auf ihrem Debüt in Gänze aus – eine Ausnahme ist der Titel allerdings nicht. Mit „Hope Downs“ verwandelt sich der Strand im Handumdrehen zum Indie-Ballermann.

Mozes and the Firstborn – Hello

Immer wieder wird der durchgedrehte Diego Maradona als Enfant Terrible und Rockstar des Fußballs bezeichnet. Warum? Naja, es gab den ein oder anderen Vorfall mit einer gewissen weißen Substanz und auch sonst lebt der Argentinier nicht den healthy Lifestyle. Dennoch sind wir uns sicher, dass er in seinem Leben noch keinen Marathon rauchend bestritten hat. Melle von Mozes and the Firstborn schon. Der Frontmann der niederländischen Band hat im Zuge des Videodrehs zu ihrer neuen Single „Hello“ seine Lungen mit dem kalten Rauch von Zigaretten angereichert. Die 20 Kilometer durch Brüssel ist er tapfer zu Ende gelaufen. „Hello“ ist die dritte Single von Mozes and the Firstborn in diesem Jahr.