In vierzig Minuten und ingesamt zehn Songs nimmt uns die britische Indie-Rock Band Florence + The Machine mit ihrem neuen Album „High As Hope“ auf eine nostalgische Reise in die Vergangenheit, auf eine Suche nach Sich Selbst und nach Zuflucht in der Stille. „High As Hope“ ist das vierte Studioalbum, auf das wir nun mittlerweile drei Jahre nach der Veröffentlichung von „How Big, How Blue, How Beautiful“ sehnlichst gewartet haben – und das Warten hat sich gelohnt!

Einen kleinen Vorgeschmack baten uns schon die fulminanten neuen Singles „Sky Full of Song“, „Hunger“ und „Big God“ – nun ist das Werk endlich komplett. Alle Songs wurden von Florence Welch höchstpersönlich co-produziert, man könnte meinen als eine Hommage an die vergangenen Tage ihrer Jugend. Die 31-Jährige weckt mit ihren Texten Geister der Vergangenheit und wirkt dabei nachdenklicher als je zuvor, nicht auf der Suche nach großen Experimenten, reifer. Die mystisch anmutenden Texte bieten eine Vielzahl Gänsehautmomente, mit dramatischen Tiefen und unerwarteten Höhen.

„I feel nervous in a way that can’t be named. I dreamt last night of a sign that read, „The end of love.“ And I remember thinking even in my dreaming it was a good line for a song“ Mit diesen Zeile wird zum Ende des Albums der Song „The End of Love“ eingeleitet, eigentlich sollte dieser auch ursprünglich Namensträger des Albums werden. „High As Hope“ wirkt dagegen viel hoffnungsgetragener, voller Inspiration und Tatendrang. Den letzten Schliff erhielt das Album in New York City durch die langjährige Freundin und Co-Produzentin Emile Haynie, der Ort dessen bekannte Skyline auch Inspirationsgeber für den Titel des vierten Albums war.

 

Das Werk ist eine Mischung aus theatralischen Minimalismus gepaart mit wohl bekannten Barock-Pop-Klängen, trotz nachdenklicher Passagen, wirkt „High As Hope“ positiver und optimistischer als sein Vorgänger. Dazu bekommen die Briten auf ihrem neuen Werk kreative Unterstützung von bekannten Namen wie Kamari Washington, Jamie xx oder Tobias Jesso Jr.
Eine Verbindung zu Patti Smith versteckt sich nicht nur im Cover und präsenten Auftretens Welchs, nein auch in der Art der Verarbeitung des Erlebten in Texten, die unter die Haut gehen. So wundert es uns nicht, dass ein Song mit dem Namen Patricia die neue Platte schmückt.
„And it’s hard to write about being happy, cause the older I get I find that happiness is an extremely uneventful subject.’’ Mit den Worten des Songs „No Choir“ endet das Album, mit der typischen Florencischen Dramatik wird man mit einem lebensbejahenden Enthusiasmus durch das ganze Album gezogen und man fühlt sich am Ende ein wenig verzaubert.
Auch das Video zur neuen Single „Hunger“ ist ein echter Hingucker. Auf die Frage, was sich hinter „Hunger“ versteckt sagt Welch: “Dieser Song erzählt von der Art und Weise, mit der wir versuchen, Liebe in Dingen zu finden, in den keine Liebe zu finden ist. Außerdem geht darum, wenn der Versuch, sich weniger allein zu fühlen, uns noch stärker isoliert.” 
: 29.06.2018 // Virgin EMI
Beste Songs: Hunger, Patricia, No choir