The Amazons – The Amazons

The Amazons veröffentlichen ihr selbstbetiteltes Debüt
The Amazons // Cover

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Wer von BBC, MTV Und Co. als das nächste große Ding gehandelt wird, auf dessen Debüt wird mit besonderen Argusaugen geblickt.

Die britischen Newcomer The Amazons bestechen auf ihrem Debüt durch handgemachten Gitarren-Rock, mitsingbare Hooks und durchschaubare Nummern. Schon der Opener „Stay With Me“ ist eine berechenbare Indie-Rock-Nummer á la Catfish and the Bottlemen, die mit Tempo nach vorne prescht und gute Laune verbreitet. Der Nachfolger „Burn My Eyes“ kommt schon härter mit grungiger Note daher und man merkt, hier wurde wohl verspätet viel Nirvana gehört. Die Nummer bleibt jedoch auch die einzige, zu der man die Fäuste in die Luft strecken und aus vollem Hals mitsingen möchte. Mit „In My Mind“, der Debütsingle, schaffen es The Amazons nicht nur kurz nach der Veröffentlichung des Tracks wochenlang auf BBC Radio 1’s „Introducing“-Playlist, sondern haben sie damit auch einen grandiosen und Hook geladenen Popsong geschaffen.

Hook geladene Indie-Rock-Songs

Hat man sich erst einmal in die Platte reingehört, folgen im weiteren Verlauf die schon bekannten Singles. So folgt mit „Junk Food Forever“ eine schöne Indie-Hymne, die an die nostalgischen Tage der frühereren Jugend erinnert und sich thematisch mit den typischen Teenager-Ängsten auseinandersetzt. Mit funky Riffs, die nach Biffy Clyro klingen und einem atmosphärischen und energiegeladenen Chorus, ist „Black Magic“ eines der Highlights auf dem selbstbetitelten Debüt. Ein wenig düsterer wird es mit „Little Something“ und einen beschleicht gar das Gefühl, dass hier ein wenig Royal Blood zum Vorbild gehört wurde.

Während „Something In The Water“ eher so dahin plätschert, ist die ruhige Ballade „Palace“ einzigartig in dem Songrepertoire der Band. Die Nummer besticht durch die einfühlsamen und reichhaltigen Vocals und dem zarten Piano im Hintergrund, dass dem Ganzen gar ein akustisches Gewand verleiht. So vielversprechend wie die Platte mit „Stay With Me“ gestartet ist, so verträumt und ruhig endet sie beim Closer.

Britischer Gitarrenrock ist definitiv nicht tot, doch beleben ihn die Amazons mit ihrem Debüt auch nicht neu. Zwar fehlt es den Songs ganz und gar nicht an Qualität, doch sind sie stets berechenbar und hier und da hätte man sich einen kleinen Ausbrauch aus den durchschaubaren Indie-Rock-Nummern gewünscht. Trotz allem macht das Album Spaß zum Hören, denn durch die teilweise fesselnden und treibenden Songs sowie den Hook geladenen Melodien zum Mitgrölen bekommt man sofort das Bedürfnis sich beim nächsten Festivalauftritt der Band in die Menge zu schmeißen. Gerade bei Stadion-Hymnen wie „In My Mind“ und „Black Magic“ ist das gut vorstellbar. Indie-Rock-Fans kommen mit „Ultraviolet“ und „Holly Roller“ auf ihre Kosten. Es bleibt zwar noch Luft nach oben für das nächste große Ding aus Großbritannien, wer jedoch guten Indie-Rock schätzt wird an diesem Album gefallen finden.

Beste Songs: Black Magic, Little Something, Palace

VÖ: 26.05.2017 // Caroline Distribution / Fiction