So war es bei The Growlers in Frankfurt

The Growlers in Frankfurt // © Andjela Jankovic

Die Kalifornier von The Growlers haben am Tag nach der Wahl Donald Trumps sämtliche negative Energien vergessen lassen und uns das schönste Face von Murica gezeigt.

Der Abend sollte das Gegenstück zur aktuellen aufkeimenden Stimmung in den Staaten bieten. So erinnerte der Dress der Musiker leicht an die Trachten der Mariachi aus Mexiko und ähnlich sonnig bot sich auch der Sound der gut gelaunten Growlers an. Die Band spielte eine homogene Mischung aus ihren mittlerweile fünf Alben. Von ihren deutlich Acid-beinflussten Frühwerken bis über die Hits von ihrer aktuellen Platte „City Club“ war alles mit dabei – sehr zu Freuden ihrer Fans, die die Band gleich von Anfang an mit „Los Growlers“ anfeuerten.

Duftkerzen hatte das Zoom zwar keine aufgestellt und doch roch es während der kompletten Spielzeit der Band angenehm grün, was dem Konzert eine passende Note verlieh. Insgesamt herrschte im gut besuchten Zoom in Frankfurt eh eine ausgelassene Stimmung, die einen einerseits an die Indie-Zeit der 00er Jahre erinnerte. Andererseits spürte man quasi jeden Sandkorn Kaliforniens unter den winterfesten Schuhen und so brachten The Growlers mit Hits wie „Chinese Fountain“, „Monotonia“ oder „One Million Lovers“ das Goth-Beach-Feeling nach Frankfurt. Böse Zungen würden der Band unterstellen, dass ihr Sound eintönig und wenig inspiriert klingt und tatsächlich verzichten The Growlers bei ihrem Auftritt bewusst auf große ÜberraschungenAls richtigen Kritikpunkt wollen wir dies jedoch genau so wenig gelten lassen, wie den Vorwurf, die Band habe mit der Zusammenarbeit mit Julian Casablancas von The Strokes ihre Seele verkauft. Dieser war nämlich maßgeblich an der Produktion ihrer neuen Platte beteiligt.

Von Sell-Out war an jenem Mittwochabend nichts zu erkennen, vielmehr fand man eine Band vor, die in ihrer Welt in einer ständigen Evolution lebt und mit „City Club“ den bewussten Gang in die Clubs gewählt hat. Krönender Abschluss des Abends war folgerichtig also auch die Single „I’ll Be Around“, die live durchaus das Potenzial hat auch auf den großen, internationalen Festivalbühnen zum Publikumsliebling zu avancieren. Danke Los Growlers, dass ihr am Mittwochabend mit eurem Tingel-Tangel-Indie-Garagerock dem Mauerfetischisten Trump die kalte Schulter gezeigt habt!

 

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