So war es bei Roosevelt in der Alten Feuerwache in Mannheim

Roosevelt in der Feuerwache in Mannheim // © Yannick Philippe
Roosevelt in der Feuerwache in Mannheim // © Yannick Philippe

Warme Indie-Disko im internationalem Stil – Roosevelt aus Köln demonstriert in der Mannheimer Feuerwache, warum er so gut ankommt.

Fast fünf Jahre hat es vom ersten Song bis zum Debütalbum von Roosevelt gedauert. Dem aus Köln stammenden Musiker dafür jedoch einen Vorwurf zu machen, wäre anmaßend und uncool. Auf seinem langen Weg hat Roosevelt seine Fans nämlich immer wieder mit neuen Songs gefüttert. Neben seinen eigenen Songs gibt es auch eine Fülle an Remixen von Indie-Songs, die allesamt diesen besonderen Roosevelt Touch haben. Lassen wir also die lange Zeit als Findungsphase gelten und schon geben wir der Sache einen durchaus sehr positiven Twist.

Bevor die knapp 300 Besucher sich davon ein Bild machen konnten, war die Bühne für Josin hergerichtet. Diese war bereits mit Ry x in der Feuerwache und lieferte ein solides Set ab, das aber gegen Ende doch etwas langatmig wurde, was aber nicht sonderlich schlimm war, da viele Menschen eh noch die letzten warmen Sonnenstrahlen des Tages genießen wollten. Ein Sonnenbad und Roosevelt – das passt halt. Wie auf seinem Debütalbum begann sein Seit mit dem logischen „Intro“, worauf dann „Wait Up“ folgte und ab spätestens dem Zeitpunkt sollte man besser seinen kühlen Drink in der dunklen Feuerwache zur Seite stellen und ein wenig abdancen.

Ein Sonnenbad und Roosevelt – das passt halt.

Denn wenn Roosevelt eines kann, dann ist es tanzbarer Indie-Sound, der einen Hauch 80s abbekommen hat. Das Thema wurde auch stringent durchgezogen und so stand Marius Lauber samt Band im feierlichen Miami Vice Look auf der Bühne, trank Weißwein aus fancy Gläsern und schaffte eine warme Atmosphäre. Verstärkt wurde der Retro-Look durch die ansprechende Beleuchtung und den verdammt geilen Neon Schriftzug im Hintergrund. Das Licht korrespondierte perfekt zu den immer wieder auftauchenden Bongo-Drums, die Songs wie „Night Moves“ oder seinen älteren Nummern „Sea“ und „Montreal“ eine tropische Note verleihen.

Der Sound des noch immer jungen Musikers schafft es auch die perfekte Brücke zwischen Indie und Electro zu schaffen ohne, dass sich das Ganz wie plumpes Indietronic Gehabe anhört. Die Instrumente sind klassisch eingespielt, werden dann aber durch Loops, Beateinlagen und Echo-Effekte immer wieder ready für die Disko gemacht. Kein Wunder also, dass der Musiker bereits 2013 zum Boiler Room auf ein Set eingeladen wurde.

Seinen Fans blieb Roosevelt an dem Abend nichts schuldig und bedankte sich immer wieder artig und spielte seine komplette Bandbreite herunter und erst dann merkt man, wieviele potentielle Hits sich auf seinem Debütalbum überhaupt verstecken. Neben „Colours“ war sicherlich „Fever“ eines der Highlights beim Publikum, wie sollte es aber auch anders sein: der Song ist einfach wie für warme Vorsommertage gemacht. Nach einem kurzen Break wurde mit „Close“ eine der ruhigeren Nummern angestimmt, um dann mit schlussendlich mit „Teardrops“ abzuschließen. Das herausragende Cover zeigt den Ursprung Roosevelts, der zwar noch immer Glitzer-Disko ist, sich aber durchaus richtung große Hallen hinbewegen könnte. Das Zeug dazu hätte er allemal.