The 1975

10.03 Rockhal/Esch-sur-Alzette Luxemburg

10012610_10202644855513940_1646499015_nMatthew Healy, seine Mähne und der gewisse Funken, unter diesen Sternen stand der gestrige Abend in der Rockhal. Den Anfang machten aber nicht The 1975, die sich bereits 2002 als Schülerband gegründet haben. Ähnlich jung haben auch Tuys mit dem Musizieren angefangen, die als Support-Act auftreten durften. Gegen 20:30 sind die vier Jungs mit dem Song einem Intro und dem Song „Behind“ auf die Bühne getreten.  Danach gab’s dann ein kurzes, leicht nervöses „Hi“, das aber mit offenen Armen von der gut besuchten Venue aufgenommen wurde. Danach löste sich der Knoten recht schnell und die Musiker bewiesen, dass man auch in jungem Alter bereits eine breite Palette an Indie-Pop und Rock-Songs beherrschen kann.

Daran änderte auch die Tatsache, dass die Gitarre des Sängers Sam Tritzi kurzzeitig nicht mitspielen wollte. Immer mehr zog das Quartett das Publikum mit ihren energiegeladenen Songs in den Bann und mit dem Ohrwurm „People“ schafften sie es sogar, das oft etwas gehemmte Publikum zum Mitsingen zu animieren. Leider wurde Tuys dann von der organisatorischen der letzte Song „Wombat Girl“ aus zeittechnischen Gründen verwehrt, was der Leistung der Band eigentlich nicht gerecht wurde.

So pünktlich wie Tuys das Feld räumen musste, traten die „dressed in black head to toe“-Männer von The 1975 um 21:30 auf die Bühne. Nach einem kurzen Intro und dem Gekreische der jungen, zum Großteil weiblichen Meute ging es dann richtig los. Der erste Funken sprang aber erst noch „M.O.N.E.Y“ auf das Publikum über. Mit einer schlichten, aber eindrucksvollen Lightshow und dem großen leuchtenden Rechteck wussten die Musiker aus Manchester durchaus Eindruck zu schinden.

Trotzdem wurde man das Gefühl nicht los, dass viele Zuschauer eher weniger wegen den solide vorgetragenen Nummern wie „Talk!„, „She Way Out“ oder auch noch dem sehr tanzbaren Song „Settle Down“ den Weg nach Esch-sur-Alzette gefunden haben. Man möchte der Band um Matt Healy nur ungern die vielen Groupies unterstellen, doch irgendwie trifft der Begriff doch an manchen Stellen ins Schwarze und da spielt die Haarpracht des Frontmannes durchaus einen sehr hohen Stellenwert. Auch die gekonnten Tanz-Moves und das Hantieren mit der Flasche Rotwein wandelt immer zwischen tapsiger Animation und professionellem Auftreten.

Überhaupt wurde während des Auftritts der Band schnell klar, dass die Mitglieder der Band Profis durch und durch sind. Musikalisch ist ihnen kaum was vorzuwerfen, auch wenn durch die vielen Indie-Pop-Songs an manchen Stellen kurze Monotonität aufkommen wollte, die aber dann wieder schnell durch melancholischere Parts ausgebügelt wurden. Negativ anzumerken war, dass sich die Band eher wortkarg gegeben hat und so halt der kleine Funken, nie zu einem richtigen Brand ausgeweitet wurde.

Nach einer Stunde, den paar Hits wie „The City“ oder den beiden Abschluss-Songs „Chocolate“ und „Sex“ war das Konzert dann vorbei und man wartete Vergebens auf eine kleine Zugabe. Zurückgeblieben ist also ein Abend mit weniger Gekreische als erwartet und einer Menge Professionalität. Einzig und alleine das gewisse Etwas wollte einfach nicht aufkommen und so schwebt Healys ironische Zitat vor „Sex“ „I bet you can’t get what it is“ über dem Auftritt von The 1975 in Luxemburg.

Die aktuelle Single „Settle Down“:

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=BsYE078RQCI&w=640&h=360]

 

 


Yannick

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