So war es bei Giant Rooks im Club der halle02 in Heidelberg

Giant Rooks // Live in Heidelberg

Giant Rooks klingen eher nach Londoner Kellerclub, als nach westfälischer Kleinstadt. Mit ihrem außergewöhnlichen Sound aus Indierock, Folk und Elektro versetzt die Band aus Hamm sogar geschulte Konzertgänger ins Staunen.

Wenn eine Band, deren Altersdurschnitt deutlich unter 20 Jahren liegt, so souverän klingt wie Giant Rooks, dann ist das eine verdammt reife Leistung! Dabei sind nicht nur die Mitglieder noch verdammt jung, sondern auch die Geschichte der Band aus Westfalen, die jedoch schon auf zahlreiche Erfolge zurückblicken können – Bilanz steigend. Seit Januar diesen Jahres gibt es mit der EP auch endlich eine physische Veröffentlichung der Band.

Mit ihrer packenden Mischung aus Indierock, Folk und Elektro, die schwermütig und tanzbar zugleich ist, hat die Band ihr Publikum von Anfang an fest im Griff. Es wird im Club der halle02 nicht nur andächtig der ausdrucksvollen Reibeisenstimme von Sänger Frederik Rabe gelauscht, sondern auch zu Songs wie „New Estate“ und „Mia & Keira“ ausgelassen getanzt. Vergleiche mit Alt-J, Chet Faker und Boy & Bear sind schnell gezogen, irgendwie klingt aber alles doch genau nach Giant Rooks.

Und auch Live versteht es das Quintett perfekt ihre Songs zu einem unvergesslichen Erlebnis aufblühen zu lassen. Das epische „Bright Lies“ kommt auf Platte längst nicht so emotional und groß rüber wie auf der Bühne und auch selten schafft es eine Band Bob Dylan so großartig zu covern, wie es Giant Rooks an diesem Abend mit „I Shall Be Released“ bewiesen haben. Trotz Einwänden von Frederik Rabe, der sich zu Beginn des Songs noch bei den Zuhörern entschuldigt, da niemand Bob Dylan gerecht werden kann.

Mit einer kurzen Zugabe aus „Rituals“ und Itchy Feet“, zu der sich die Jungs nicht lange bitten lassen, endet der Abend jedoch viel zu früh. Man wünscht sich glatt, die Band hätte noch ein paar mehr Songs, die sie dem Publikum präsentieren könnten. Alles an diesem Abend ist einzigartig und bis auf das letzte Detail stimmig, wie auch die Musik der Band, die noch so viel Potenzial in sich haben.

Das Video zur aktuellen Single „New Estate“ gibt’s hier: