Nick Waterhouse

28.05.13 Karlstorbahnhof/Heidelberg Deutschland

600441_10200706380853285_506525582_nMan muss gestehen, dass die Konkurrenz, die Nick Waterhouse an dem Abend hatte gewaltig war, denn kein geringerer als Chet Faker, trat gleichzeitig in dem größeren Saal auf. Davon lies der junge Amerikaner sich aber nicht weiter beirren, denn bereits nach wenigen Minuten wurde klar, dass man mit Waterhouse, die richtige Wahl getroffen hat.

Bereits am anfang des Konzertes blieb dem Publikum regelrecht die Spucke weg, als er sich und seine Band so vorgestellt hat, wie man es sonst nur aus alten amerikanischen Schinken kennt. Von diesem Moment an, nahm der Musiker und seine Begleitband, die den Namen nicht verdient hat uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit.

Sie schmetterten einen Hit nach dem nächsten und man konnte sich schon fast die Frage stellen, wie die Band, den Sound so perfekt und doch zu keinem Zeitpunk steril ans Publikum bringen kann. Einfach jede Note, jeder Ton saß und es gab einem dieses ganz seltene Gefühl von Gänsehaut.

Leider sprang das sehr verhaltene Publikum nicht voll und ganz auf den Retro-Sound auf und so kam es, dass nur wenige die tanzbare Musik in Kenntnis nahmen oder wie Waterhouse es selbst zu sagen pflegt: „You germans can’t dance! But sometimes i feel german too.“ Und genau diese Spitzbübigkeit, Kritiker würden sagen Arroganz, machte das Flair des Konzertes aus.

Denn wenn einem Nick Waterhouse eine Saite an seiner Gitarre reißt, diese sich auch keine großen Sorgen, sondern spielt seinen Song locker zu Ende und ruft dann „Marc, i need a new guitar string“.

Hervorheben, muss man aber auch die musikalische Perfektion, in der die beiden Backgroundsängerinnen und vor allem der Saxofonist, den Produzenten und Musiker begleitet haben. Jene wurden dann am Ende auch vom „Chef“ höchstpersönlich in den Vordergrund gesetzt, indem jeder sein eigenes kleines Solo bekommen hat.

Als dann nach „Some Place“ und dem Anschiss mit dem Tanzen auch noch die Meute zu tanzen begonnen hat, merkte man dem sonst doch sehr coolen Waterhouse die Freude sichtlich an. Er nippte an seinem Glas Whiskey, das so klischeehaft es auch sein mag, perfekt ins Erscheinungsbild gepasst hat und genoss das Konzert.

Nach fast zwei Stunden Soul/Funk/Blues, ein paar neuen Nummern und einem Ty Segall-Cover verließ man dann verschwitzt und euphorisiert den Raum und fragte sich, warum der Typ nicht mehr Anerkennung bekommt und warum er doch so allergisch auf Pfeifgeräusche reagiert.

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=zwQxIOlm_xQ&w=560&h=315]

Yannick

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