The Kooks live im Ruhrcongress Bochum // © Nadine Klein

Im Bochumer Ruhrcongress entzünden The Kooks ein Feuerwerk an Hits, während Blossoms ihrem eingängigen Indie-Pop mit viel Attitüde und Coolness aufwerten.

DIe Blossoms haben sich im Jahr 2016 mit ihrem selbstbetitelten Album im Nu in die Köpfe und Radios sowie von null auf eins in die britischen Charts katapultiert und waren nicht zuletzt bei den Brit Awards als Breakthrough Act des Jahres nominiert. Mit „Cool Like You“ folgte im vergangenen Jahr die Nachfolgeplatte, die durch eingängige tanzbare Britpop-Nummern auf ganzer Linie überzeugen konnte.

Die Band eröffnete den Abend auch mit dem Uptempo-Track „I Can’t Stand It“ und zieht das Publikum sofort auf seine Seite. Ganz unbekannt sind Blossoms der Menge auch nicht. Eingefleischte Fans der Kooks werden sich bestimmt noch an die Tour 2017 zurückerinnern, bei der die Band schon mal für die Brightoner Band eröffnet hat. Seitdem ist jedoch besonders Stiltechnisch einiges passiert.

70’s Style samt Bundfalthosen, gemusterten Hemden und nicen Sonnenbrillen trifft bei den Blossoms auf eine lässige Attitüde. Besonders Sänger Tom Ogden hat sich wohl in den vergangenen Jahren vieles von Alex Turner abgeschaut in Sachen Lässigkeit und Gitarren-moves. Der wilde Mix aus Gitarrensound, Synthie-Pop und dem nordenglischen Akzent von Ogden trifft bei den Zuschauern einen Nerv und besonders mit den Tracks „There’s a Reason Why“ und „Charlemange“ gibt es beim Publikum kein Halten mehr. Die fünfköpfige Kombo entpuppt sich erneut als perfekte Wahl zum Anheizen der Menge.

Blossoms live im Ruhrcongress Bochum // © Nadine Klein

Die energetische Stimmung, die Blossoms durch ihre tanzbaren Songs aufgebaut haben, nehmen The Kooks schon beim ersten Song mit auf und knüpfen mit einem wahren Feuerwerk an Hits daran an. So wird der Abend, ganz zur Freude der Fans, mit „Always Where I Need To Be“ eröffnet. Danach folgen mit „Sofa Song“, „Eddie’s Gun“ und „She Moves in Her Own Way“ einige Songs vom Album „Inside In/ Inside Out“. Schon zu Beginn ist nicht nur die Stimmung im Publikum ausgelassen, sondern auch Sänger Luke Pritchard wirkt an dem Abend im Bochumer Ruhrcongress regelrecht hyperaktiv. Den sympathischen Frontmann der Kooks sieht man den Abend über von einem Ende der Bühne zum anderen tänzeln und hüpfen während er immer wieder zwischen den Songs das Publikum zu mehr Interaktion ermuntert.

Die Bühne ist passend zum aktuellen Stil der Band an die 70er Jahre angepasst. So erinnert die Bleuchtung der Treppenstufen an TV-Formate aus der damaligen Zeit, während die Band selbst in Bundfalthosen gekleidet sind – dem Indie-Accessoire der heutigen Zeit. Dazu trägt Pritchard ein gemustertes Hemd, das er sich sehr offenherzig zugeknüpft hat.

Die Kooks sind sich durchaus bewusst, dass ihr aktuelles Album bei den Fans nicht so beliebt ist. Fast schon entschuldigend erwähnt Pritchard zu Beginn an einen bunten Mix aus alten und neuen Songs zu spielen und kündigt nach einer Handvoll Anheizer-Nummern aus den ersten Album einen Block voller neuer Songs an. So gibt es mit „Four Leaf Clover“ und „All The Time“ die ersten Songs vom neuen Album zu hören. Fast schon andächtig sitzten die Fans diese Zeit ab, bevor es mit „Ooh La“ und „Westside“ wieder in ältere Gefilde geht. Die Mehrheit der hier Anwesenden sind Mittzwanziger, die nostalgisch an die Zeit ihrer Teenie-Jahre anknüpfen wollen und dabei hauptsächlich auf schmissige Gute-Laune-Songs der ersten Alben der Kooks abgehen.

The Kooks live im Ruhrcongress Bochum // © Nadine Klein

Mit „See Me Now“ nehmen The Kooks zum ersten Mal an dem Abend gegen Mitte ihres Sets die Energie raus. Dazu setzt sich Pritchard Solo ans Klavier und spielt den Songe geradezu mit einer fassbaren Intensität. Die Menge gleicht während der drei Minuten einem Meer aus Feuerzeugen. Die emotionale Nummer, die Pritchard seinem verstorbenen Vater gewidmet hat, sowie „Weight Of The World“ vom aktuellen Album bleiben die einzigen ruhigeren Tracks während des Konzerts.

Allgemein sprinten die Brightoner förmlich durch ihre Set aus eingängigen treibenden Indie-Nummern. Man merkt, dass die Band eine großes Repertoire an Songs hat, die sie auch gewollt sind den Fans zu präsentieren. Daneben fällt insbesondere auch immer wieder Pritchard durch seine überdrehte Art und der ansteckenden Gute-Laune auf. Durch die groovigen schmissigen Britpop-Songs sowie den bekannten Nummer „Seaside“ und „Junk Of The Hear“ am Ende der Show (inklusive Mitsing-Chören), kommen die Fans der Band an dem Abend ganz auf ihre Kosten. The Kooks laufen in Höchstform auf, liefern einen buten Mix aus ihrem Songrepertoire ab, der zum Feiern und Tanzen animiert und ganz nebenbei das Publikum in Nostalgie versetzt. Untermalt wird das Ganze durch eine akzentuierte Disco-Beleuchtung. Die neuen Songs fügen sich dabei nahtlos in das Set mit ein und gerade durch die exzentrische Art Pritchards und der starken Interaktion mit der Menge, springt der Funke über.