Palma Violets – 180

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Die britische Band hat ihr erstes Studioalbum veröffentlich. Kommt das zu früh?

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Palma Violets gelten als die musikalischen Hoffnungsträger in Großbritannien. Noch bevor sie überhaupt bei einem großen Plattenlabel untergekommen sind, hat die britische Musikzeitschrift „NME“ die Band bereits unter ihre Fittiche genommen. Dazu kommt, dass die Liveshows von Sänger Chilli Jesson und Co. so gut ankamen, dass der Erwartungsdruck bis ins Unermessliche gestiegen ist.

Mittlerweile stehen die Jungs aus London bei dem legendären Indie-Label „Rough Trade“ unter Vertrag und haben jetzt auch, zusammen mit dem Produzenten Steve Mackey (Pulp), ihr erstes Album veröffentlicht.

Der Name „180“ leitet sich vom Namen ihres Aufnahmestudios ab. Außerdem steht die Zahl stellvertretend für die Höchstpunktzahl, die man im populären Dartsport erzielen kann. Jedoch ist das Album nur zum Teil ein Highscore. Es beginnt fulminant mit den beiden bekanntesten Songs der Band. „Best Friends“ und „Step Up for the Cool Cats“ spiegeln die Energie wieder, die, die Junge Band zweifelsfrei besitzt. Nicht ohne Grund wurde der zweite der beiden Songs auch als „Hottest Record“ von Kult-Radiomoderator und DJ Zane Lowe bezeichnet.

Verträumt geht es dann weiter mit „All The Garden Birds“ weiter. Dieser Song kommt wesentlich ruhiger daher als die beiden Anfangsnummern. Trotz dieser Gelassenheit, kommt einem der Track in keinster Weise langweilig und monoton vor. Das gilt jedoch leider nicht für alle elf Songs von „180″. Bei manchen Songs nämlich fehlt dem Zuhörer manchmal das Erkennungsmerkmal der Band. Die Songs könnten genau so gut von „Tribes“, oder „The Libertines“ aufgenommen worden sein.

Man hat ohnehin den Eindruck als wollten Sänger Chilli Jesson und Gitarrist Sam Fryer um jeden Preis mit dem Indie-Pärchen Pete Doherty und Carl Barat verglichen werden. Jedoch täten die junge, sehr wohl talentierten Musiker besser, ihre eigene Identität zu suchen anstatt Bands wie The Strokes oder die eben genannten Libertines nachahmen zu wollen.

Was bleibt ist also ein Album einer Band, die sich vielleicht zu schnell dazu entschieden hat ihr erstes Album auf den Markt zu bringen. Denn die Frage nach dem eigenen Stil der Band bleibt das Album „180“ seinen Fans leider schuldig. Jedoch sticht das Talent der Band in Songs wie „Last of the Summer Wine“ immer mal wieder heraus und man kann gespannt auf die Entwicklung von Palma Violets blicken.

Beste Tracks: Best of Friends, Step Up for the Cool Cats, Last of the Summer Wine

Bewertung der Platte: 7/10

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=lHOIAtv2Oyk&w=420&h=315]

Für diejenigen unter euch, die sich das Album gern in voller Länge anhören möchten: http://www.palmaviolets.co.uk


Yannick

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