Lonski & Classen – All Tomorrow Is Illusion

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Verträumter Indie-Pop fernab der Hipsterwelle

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Das Berliner Duo beschert einem mit ihrem neuesten Longplayer ein paar ruhige Momente in Berlins hektischem Großstadtjungle. So wirklich als Newcomer würde man die beiden Musiker wohl kaum noch bezeichnen und vielleicht ist gerade das der Grund warum der Aufschrei nach dem Release von „All Tomorrow Is Illusion“ verhältnismäßig leise war. Die Platte reißt einen nämlich gleich mit und man nimmt in einem alten amerikanischen 50’er Jahre Schlitten Platz, schmeißt das Radio an und hört sich den wunderbaren Opener „Brother Soul“ an. Es ist eine Nummer, die zwar nicht vor Ekstase strotzt und einem doch schnell ein Lächelns ins Gesicht zaubert.

Mit zerzaustem Haar von der Fahrt geht’s dann weiter mit dem Song „As Close As“ der so elegant und rein daherkommt, dass man fast Sorge haben muss, dass er jeden Moment in tausend Stücke zerbrechen kann. Es ist diese Vielfalt zwischen überlegtem Indie-Pop mit Singer-Songwriter Qualität und den Blues und Soul-Elementen, die immer wieder Platz auf der Rückbank finden. Mit ihrer Single „Let Sun Grow“ beweisen Lonski & Classen, dass ihre Songs durchaus auch für das eine oder andere Lagefeuer zu gebrauchen sind.  An manchen Stellen erinnert die Platte an die Amerikaner von The National, so auch bei dem eben genannten Song.

Unterstützung haben beim Song „The Dream“ von Miranda bekommen, die dem Longplayer noch diese zauberhafte, mysteriöse Note verleiht. überhaupt haben Lukas Lonski und Felix Classen sich enorm viele Leute mit ins Album-Boot genommen und ihren Sound so noch spannender und vielfältiger gestaltet. Lobenswert ist aber, dass die Band sehr viel ausprobiert, es aber immer authentisch und ehrlich rüberkommt. „I Danced Again“ ist ein solches Highlight, bei dem zwar viele Einflüsse aufeinander einprasseln, aber nie der Eindruck erweckt wird, dass sie es machen um „hip“ oder „en vogue“ zu sein. Auch der Song „Killer“ zeigt, dass die Musiker sich öfter mal austoben und arbeiten hier sogar mit Vocals, die in manchen Stellen einem Chor nahekommen. Dies gibt dem Song eine ungewohnte und bis dato nicht gezeigte leicht aggressive Stimmung, die wohl auch zum Titel passt.

Im Closer „Bones“, an dem unter anderem der Franzose Yann Tiersen mitgewirkt hat, laden uns Lonski & Classen dann wiederum auf eine Autofahrt, raus aus Berlin, ein. Und so bleibt ein Album mit dem man sich in dem wüsten Berlin auch mal zurückziehen kann oder mit Songs wie „Bones“ einfach entspannt dem Sonnenuntergang entgegen fahren kann und für einen Moment lang alle Sorgen um sich herum vergessen lassen kann.

Beste Tracks: Brother Soul, Let Sun Grow, Killer

Vö: 14/03 // Osthaften

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Yannick

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