Hinds – Leave Me Alone

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Die euphorische (unpolitische) Hymne einer vergessenen Generation

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Was passiert, wenn es einem Land wirtschaftlich eher so mittelmäßig geht und die Jugend dabei völlig auf der Strecke bleibt? Richtig, die Musikszene floriert. Bestes Beispiel ist hier wohl die Regierungszeit Thatchers, die uns wohl ungewollt das ein oder andere Genre beschert hat. Ein ähnliches Phänomen lässt sich nun auch in Spanien feststellen. An vorderster Front steht eine Band, die nicht nur die zweite Heimat vieler Deutschen verzaubert hat, sondern gleich die komplette Indie-Szene. über Monate hinweg wurden immer mehr wieder Songs wie die zuckersüße Nummer „Garden“ verstreut aus diesen sich dann ein regelrechter Hype um die Band gebildet hat.

Ein solcher Hype kann einer Band zwar den nötigen Schub geben, trotzdem machen ein paar ordentliche Songs noch lange keine Platte aus. Leave Me Alone gibt jedoch keinerlei Anzeichen, dass die Girls während den Aufnahmen in irgendeiner Weise unter Druck standen. Die Songs sind clever arrangiert und versprühen eine wahnsinnige Leichtigkeit.

Mit dem Upgrade von Deers zu Hinds wurde auch soundtechnisch eine große Schippe drauf gelegt. Weniger Lo-Fi und trotzdem mehr Retro, scheint die Devise bei der Produktion der Platte gewesen zu sein.

Songs wie „Chili Town“ oder „Fat Calmed Kiddos“ (bester Name für einen Song)  zeigen, dass die vier Spanierinnen das Zeug dazu haben den weiblichen Gegenpart zu den kalifornischen Kollegen von Allah Las zu werden. Denen sind sie an manchen Stellen sogar voraus, da man bei Allah Las  vergeblich nach derart verträumten Nummern wie dem instrumentalen „Solar Gap“ sucht. Wer sich spätestens jetzt noch immer nicht in den Sound von Hinds verliebt hat, soll sich lieber mal zwei Wochen Urlaub auf Malle gönnen. Insgesamt ist Leave Me Alone eine Garage-Indie-Platte die vor Unbekümmertheit und Euphorie nur so strotzt und dabei trotzdem so wahnsinnig umgarnend ist, dass selbst der oben genannte Frau Thatcher wohl ein Lächeln ins Gesicht gezaubert worden wär. Wie heißt es so schön: Don’t believe the hype. In dem Fall schon!

Beste Tracks: Garden, Solar Gap, I’ll Be Your Man

VÖ: 08/01 // Lucky Number/Rough Trade

Hier das grandiose Video von Hinds zu „Garden“:

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