Hanni El Khatib – Moonlight

Ein raues LP Cover // Hanni El Khatib

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Ein Album voll mit Schweiß, Testosteron und Angst

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Die Angst davor wie ein billiger Abklatsch der Black Keys zu klingen, steht im Raum. Zwar ist nicht vollends gewusst, ob den Kalifornier Hanni El Khatib diese Ängste tatsächlich plagen, hört man sich sein neuestes Werk Moonlight an, kann man aber davon ausgehen. Beim fulminanten Opener „Moonlight“ ist davon jedoch noch nichts zu hören. Die Platte startet selbstbewusst mit einem oldschool Hip-Hop-Beat, den sich Rapper RZA auch schon zu eigen gemacht hat und kurzerhand einen Remix aus dem Hut gezaubert hat. Viele seiner früheren Werke kennzeichnen sich durch den Rythmus seiner Gitarre aus, bei „Moonlight“ schmeißt er dieses Erfolgsrezept jedoch über den Haufen und lässt die Drums sprechen. Diese haben aber nur kurz Redebedarf, denn bei der Glamrock-Nummer „Melt Me“ steht ganz klar wieder die klassische E-Gitarre im Vordergrund.

Die beiden ersten Tracks stehen zwar in einer ziemlichen Polarisation und doch sind es wahrscheinlich die stärksten Nummern von El Khatibs neuer Platte. Leider sind nämlich ein paar Songs in die Kategorie „nett“ einzuordnen. Und ja jetzt kann man behaupten, dass „nett“ die kleiner Schwester von… ihr wisst schon ist. Auf Moonlight sind Songs wie „The Teeth“, „Chasin'“ oder „Servant“ vertreten, die halt wirklich nett sind. Dan Auerbach, Black Keys Mitglied und Produzent der Platte taucht hier also nicht, wie sonst üblich, als Hintermann auf, sondern drückt der Platte durchaus seinen doch großen Stempel auf. Dieser haftet dadurch doch sehr am dritten Studioalbum des Musikers palästinischer und philippinischer Abstammung.

Lässt man diese Tatsache außer Acht, ist es nämlich eine ziemlich runde Sache geworden. Die Songs erinnern durch die Bank weg an schmutzige Western, heißen Sand und noch dreckigere Boots. Wie gemacht für eine Ode an die Heimat El Khatibs. San Fransisco, LA und insgesamt Kalifornien kommen in ihrer Pracht aber auch in ihren Klischees vollends zur Geltung und machen aus Moonlight ein mehr als anhörbares Album. Mit „Two Brothers“ bekommt das Album dann doch noch sein versöhnliches, gerechtes Ende. Die klaren Italo-Disco-Einflüssen zeigen, dass es dem Künstler durchaus wichtig ist sich von der Masse, also auch von The Black Keys,  abzuheben. Mit diesem Schlussstrich eröffnet Hanni El Khatib das Rätselraten, um sein nächstes Werk. Der eingeschlagene Weg weiß auf jeden Fall jetzt bereits zu überzeugen. Jetzt muss also nur noch die Angst endgültig abgelegt werden.

Beste Tracks: Moonlight, Melt Me, Two Brothers

Vö: 19/01 // Innovative Leisure

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Hier kann man sich die Single „Moonlight“ anhören:


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Yannick

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