Altbekannte Gitarrenriffs treffen auf 70er Jahre Disco und Glamrock. Auf „Always Ascending“ zeigen sich die Schotten experimentierfreudiger denn je, behalten doch stets ihren klassischen Franz Ferdinand-Sound bei.

Die soundästhetik auf dem neuen Album ist geprägt durch spacige Flächen voller Synthesizer. Hier und da ein wenig Disco, New Wave, Gitzer und Glamrock, doch im ganzen das altbewährte Gitarren-Konzept von Franz Ferdinand. Wirklich neu ist der Sound nicht. Mit dem Titeltrack und zugleich der ersten Singleauskopplung beginnt die Platte mit einem groovigen Song, der sich erst langsam aufbaut, bis eine eingängige Melodie erkennbar ist. Pulsierende Bässe und ein einprägsamer Refrain zeichnen „Always Ascending“ aus. Und auch „Lazy Boy“ steht dem in nichts nach. Die Homage and Faulheit klingt gar nicht so lazy, wie sie doch von Alex Kapranos besungen wird.

Klassischer Franz Ferdinand-Sound trotz kleiner Veränderungen

Daneben folgt auch mit „Paper Cages“ ein weiterer eingängiger, treibender Song, zu dem es sich im Club bestimmt gut mitwippen lässt, doch wirklich zünden tut er nicht. Dabei hat der Track gerade inhaltlich eine tiefere, politische Bedeutung und versucht die Höhrer dazu zu ermutigen, ihren „Papierkäfig“ zu verlassen. Auch „Huck and Jim“ trieft textlich nur so vor US-Kritik. Musikalisch ist der Track ein Highlight der Platte: Kurze Gitarrenriffs treffen auf coole, eingängige Melodien mit schnellen Tempo-Wechseln.

Nach dem Track wirkt es als hätten die Schotten schon ihr ganzes Pulver verschossen. „Finally“ wirkt wie eine große Fläche aus verschiedenen Sound-Schnippseln und mit „The Academy Award“ werden gar ruhigere Töne angeschlagen, doch eigentlich dümpelt der Song nur vor sich hin. Klingt beim Hören noch ganz nett, bleibt aber nicht im Kopf hängen. So geht es mit vielen Songs auf der aktuellen Platte.

Fünf Jahre haben sich Franz Ferdinand mit ihrem neuen Album zeitgelassen. Seitdem ist einiges passiert, vor allem an der Besetzung der Band. Mit dem Abgang von Gitarrist und Keyboarder Nick McCarthy kam mit den zwei neuen Studiomusikern, dem Gitarristen Dino Bardot und dem Keyboarder Julian Corrie, neuer Wind in die Besetzung. Wirklich innovativ wirkte sich der Wechsel auf die Kreativität der Band jedoch nicht aus.

Futuristische Melodien treffen auf souveräne Gitarrenriffs

Ihren besten Song heben sich Franz Ferdinand für den Schluss auf. Mit „Feel The Love Go“ zeigt die Band, dass sie immer noch tanzbare und hitverdächtige Songs schreiben können. Zwar ist „Always Ascending“ weniger innovativ, als der Titel der Platte es verlauten lässt, doch bleiben Franz Ferdinand als Band weiterhin interessant, da sie es verstehen, ihren einschlägigen klassischen Sound um Nuancen zu verändern. Das funktioniert zwar auf der neuen Platte nicht durchgängig, doch lassen sich hier und da auf dem Album schöne futuristische Melodien finden sowie souveräne albtkannte Gitarrenriffs, die zumeist erst beim zweiten Anhören ihr Antlitz entfalten.

Beste Songs: Feel The Love Go, Always Ascending, Huck And Jim

VÖ: 09.02.2018 // Domino Records