Bloc Party – Hymns

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Ein Preis- und Lobgesang an die Blutleere und die verzweifelte Suche nach einer neuen Identität

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„Eine Hymne (lat. hymnus, von altgriechisch ὕμνος hymnos „Tongefüge“) ist ursprünglich ein feierlicher Preis- und Lobgesang. Daraus entstand die Hymne als Gedichtform. Hymnen sind Ausdruck hoher Begeisterung und Verehrung.“ Das Vorangegangene verrät uns Wikipedia über die eigentliche Hymne. Es sei aber gleich gesagt, dass beim fünften Studioalbum von Bloc Party sehr darüber gestritten werden darf, ob man diese Definition tatsächlich so nahtlos übertragen kann. Nach dem Abgang von Gordon Moakes und Matt Tong musste die Band sich nämlich völlig neu aufstellen und so werden Kele Okereke und Russell Lissack mittlerweile von Louise Bartle (Drums) und Justin Harris (Bass) begleitet und das spürt man.

Bereits nach wenigen Momenten wird klar, dass Kele Okereke nun mit voller Kraft die Discokugel zu schwingen versucht und so erinnern Nummern wie „The Love Within“ oder „Virtue“ doch stark an das Solomaterial des charismatischen Frontmannes. Schade eigentlich, denn mit „The Good News“ lässt sich auch ein gewisser Einluss von Lissack nicht leugnen und zeigt, dass die Platte auch locker eine bluesigere Richtung hätte einschlagen können, wenn man ihm denn mehr Freiraum gewährt hätte. Jetzt ist das Leben aber nun einmal kein Wunschkonzert und man muss sich mit dem abfinden was man vorfindet.

Im Falle von Hymns handelt es sich hierbei aber leider um sehr viel blutleeren Durchschnitt. Die Entscheidung, einen Weg mit reduzierten Klangbildern zu gehen, ist zwar im Endeffekt bei Okerekes Stimme kein Fehler, jedoch wurde hier wohl Ideenlosigkeit mit Reduziertheit verwechselt.

Die vielen Balladen sind nämlich allesamt nett gemacht und tun nicht weh, kommen aber nicht authentisch beim Zuhörer an und verpuffen meistens schon an den Ausgängen der Lautsprecher. Da helfen auch die vielen elektronischen Spielereien nicht weiter. Die einstigen Indie-Heroes finden nie so richtig in die (Ton-)Spur und hinterlassen mit „Virtue“ oder „So Real“ zwar einige durchaus passable Songs, aber halt nicht die polternden Knüller, die man hinter einem solch selbstbewussten Namen erwartet. Sämtliche Nummern findet man entweder in der hauseigenen Discographie der Band oder bei der Konkurrenz (The Weeknd und co.) in stärkerer Form wieder. So bleibt leider wenig vom feierlichen Preis- und Lobgesang übrig. Lasst uns einfach hoffen, dass die Band sich selbst noch neu finden und sammeln muss.

Beste Tracks: Virtue, So Real, The Good News

VÖ: 29/01 // Infectious / BMG / [PIAS] Cooperative