Arctic Monkeys – AM

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Die Arctic Monkeys sind zurück! Und zwar ziemlich sexy...

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Alex Turner hat erst kürzlich in einem Interview zugegeben, dass er in letzter Zeit keinen großen Spaß mehr am Gitarrenspielen hätte. Dieses Gefühl überträgt sich auch ein wenig auf die neueste und mittlerweile fünfte Platte der Arctic Monkeys. Ein Hip-Hop-Album ist es zwar nun doch nicht geworden, jedoch kann man den Einfluss von Dr. Dre in dem einen oder anderen Song kurzweilig heraushören.  Die Musiker auf Sheffield haben dieses Mal alles auf eine Karte gesetzt und sich zusätzlich noch ihren Mate Josh Homme und Bill Ryder-Jones mit ins Boot geholt.

Beim Opener “Do I Wanna Know” setzen die Briten aber erst einmal auf Altbewährtes. Es ist eine Nummer die vom Stil her irgendwo zwischen “Humbug” und “Suck It And See” liegt. Bereits bei diesem Song wird klar, dass das neue Album voller sexueller Anspielungen ist und man somit wohl schnell wieder Queens of the Stone Age schreien kann. Die Jungs die sonst die Gitarren schulterhoch getragen haben und auch nicht wirklich mediengewandt waren, sind aber gereift und haben sich so zu einer eigenen Marke entwickelt. Nach dem Motto ist auch der Hit “R U Mine” zu verstehen, der vor den anderen Songs von “AM” aufgenommen wurden. Es ist eine schnelle Nummer, die nicht umsonst so beliebt bei den Fans ist und auch live einiges hergibt.

Bei “One For The Road” lassen die Affen ihr gewolltes Biker-Image raushängen, das zwar phasenweise noch nicht richtig glaubwürdig wirkt, aber mit ein wenig Vorstellungskraft und den schleppenden Riffs doch nachzuvollziehen ist. Mit “Arabella” offenbaren uns Alex Turner & Co ihr Talent. Die Nummer ist nicht zu schnell, nicht zu langsam, poppig, rockig und einfach saucool. Auch live wird der Song wahrscheinlich eines der Highlights werden.  Weniger euphorisch und energiegeladen geht es dann mit “I Want It All” weiter, der zwar nicht unbedingt schlecht ist, jedoch im Vergleich zu den vorherigen Nummern doch etwas abfällt. Ein Merkmal von “AM” sind auch die zahlreichen Falsettos, die von Helders und O’Malley gefühlvoll eingestimmt werden. Vielleicht hat die Stadt Los Angelos ihnen zu diesen Engelsstimmen verholfen, denn es ist schon beeindruckend, wie sicher sie in diesen hohen Tonlagen doch sind. “Mad Sounds” ist eines von vielen Beispielen, die das untermauern.

Im Großen und Ganzen sind die Balladen von Turner mal wieder zum Dahinschmelzen und das gilt nicht nur für die weiblichen Fans. “Fireside” ist eine komische Nummer, bei der man nicht so recht weiß wo man sie einordnen soll, denn irgendwie klingt sie doch stark nach the Last Shadow Puppets und ist deswegen auch sehr schwer zu bewerten. Deshalb sprechen wir wohl besser schnell über “Why’d You Only Call Me When You’re High”, der wohl der poppigste Song (neben “Fluorescent Adolescent” ) ist, den die Band je geschrieben hat. Gerade hier findet man den Hip-Hop-Einfluss wohl am besten wieder. Während Alex Turner weiter planlos und etwas beschwippst nach einer Fortpflanzungsmöglichkeit sucht, geht’s weiter mit “Snap Out of It” und “Knee Socks”, die alle auch immer eine Mischung zwischen Josh Homme, Alex Turner und LA sind.  Abgerundet wird die Platte dann noch mit “I Wanna Be Yours”, die jedoch keine typische Ballade ist, weil es einfach zu großen Bond-Einfluss hat. Zusammenfassend kann man also sagen, dass die Band mit “AM” voll ins Schwarze getroffen hat und ja, dies ist  sehr wohl auf mehreren Ebenen zu verstehen.

Beste Tracks: Do I Wanna Know, Arabella, Why’d You Only Call Me When You’re High

 


Yannick

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