Tristan Brusch // © Ashley Armitage

Am 08. Juni erscheint das Debütalbum von Tristan Brusch – also bereits übermorgen. Ganz knapp veröffentlicht der Musiker noch einen weiteren Vorgeschmack. „Trümmer“ ist schon die fünfte Singleauskopplung aus dem kommenden Album „Das Paradies“.

Im Interview mit uns verriet Tristan Brusch, dass er nicht zwingend ein Verkleidungskünstler ist. Aber in ihm würden sehr wohl viele Tristans wohnen: „Ein Schüchterner, ein Verliebter, ein Vorlauter, ein Ernster, ein Zorniger, ein Trauernder, ein Hässlicher – um nur wenige zu nennen.“ In der aktuellen Singleauskopplung „Trümmer“ packt er den verbalen Hammer aus und zeigt somit wohl eher den Tristan der zornigen Sorte. Im vom Sprechgesang dominierten Track lässt er verlauten: „Und wenn die Nacht kommt, schlag ich euch zu Trümmern. Und wenn die Nacht kommt, schlagen wir euch zu Trümmern. Ich bin nicht, was ihr wollt, dass ich es bin. Ich fühle nicht, was ihr wollt, dass ich es fühl. Wir sind nicht, was ihr wollt, dass wir es sind. Wir fühlen nicht, was ihr wollt, dass wir es fühlen.“

Nach „Loch“, „Hier kommt Euer Bester Freund“, „Tier“ und „Zuckerwatte“, verdeutlicht „Trümmer“ nur noch mehr, wie fassettenreich Tristan Brusch ist. Dies nicht nur in musikalischer Hinsicht, sondern auch thematisch. Mit der jetzigen Singleauskopplung werden die Schattenseiten aufgezeigt und dabei gerade zur gegenwärtigen Zeit auch politische Töne laut. „Das Paradies“ befindet sich aktuell zumindest in dieser Hinsicht leider nicht auf Erden. „[…] Aber hauptsächlich herrliches Wir-Gefühl. Die restliche Angst mit Bier runterspülen“, verheißt sicherlich keine Kritik an der nahenden WM und die deutschen Flaggen für „unsere Jungs“ zu schwingen. Trotzdem regt es sicherlich zum Denken an, wenn man sich in knapp zwei Wochen die Fahne auf die Wange schminkt und gleichzeitig Politiker mit Dackelkrawatte schreckliche Aussagen tätigen. Wie man den Song auch deuten mag, ist solche Art von Musik mit intelligenten Texten, wie Tristan Brusch sie macht, gerade richtig und wichtig und vielleicht sogar auch mutig.