Unsere Top 5 der Absurditäten im neuen Video von Father John Misty

Total Entertainment Forever bekommt ein absurdes Video.
Father John Misty // Screenshot

Nach Veröffentlichung des Album im April bekommt „Total Entertainment Forever“ nun ein bildgewaltiges Video, dass so komisch wie traurig zugleich wirkt.

Mit seinem kürzlich erschienen Album „Pure Comedy“ trifft Josh Tillman für seine zeitgenössische Studie zum Ist-Zustand der Menschheit den richtigen Ton und setzt das nun auch visuell gekonnt um. Im fantastischen Video, bei dem Adam Green Regie führte, gibt es in jeder Szene gefühlt unzählige Anspielungen und Kleinigkeiten zu entdecken, die satirisch genau darauf abzielen, was Father John Misty schon bereits auf Pure Comedy versuchte: Der Fleisch gewordenen Absurdität des Menschen den Spiegel vorzuhalten. Wir haben uns das mal angeschaut und die fünf Momente herausgefiltert, die sich bei uns schon nach der ersten Betrachtung in’s konsum- und mediengelenkte Hirn eingebrannt haben.

I. Father John Misty aka Ronald McDonald aka Donald Trump?

Wer sich an den Sumpf aus Beleidigungen, falschen Anschuldigungen und bewusst gesetzten Lügen des letzten Wahlkampfs in den USA erinnert, hat sicher auch noch das (leider) bearbeitete Video im Kopf, in dem der jetzige Präsident Donald Trump auf Grund seines damaligen „Locker Room Talks“ von Schauspieler Terry Tate umgenietet wurde. Total Entertainment war das eben. So sieht das bei Minute 1:21 auch ungefähr aus, wenn der hakenhändige Father John Misty gekonnt aus dem Bild geschleudert wird.

II. John Arbuckle und Bill Clinton als Schächer

Das Bild des gekreuzigten Christus, mit zwei oder mehreren ebenfalls am Kreuz Hingerichteten wird in „Total Entertainment Forever“ ebenfalls umgesetzt. Diese sogenannten „Schächer“ werden nur hier von niemand geringerem als Bill Clinton und John Arbuckle verkörpert. Während die Pappmachéfigur Clinton erheitert in sein Saxophon bläst, scheint Garfields Herrchen John reichlich desillusioniert zu sein. Wer will’s ihm in seiner Situation verübeln?

III. Macaulay Culkin als Kurt Cobain

Wer könnte den Umgang und die Beurteilung von Berühmtheiten, deren Zurschaustellung und gleichzeitig die individuelle Geltungssucht besser in einem Song, der von der einer Zeit der allumfassenden Unterhaltung und damit verbunden einer „race of demented monkeys“ handelt, darstellen als Macaulay Culkin? Wenn er hier auch noch Kurt Cobain, dessen Leben und Tod immer wieder Basis für weitere Verschwörungs- und Unterhaltungsformate ist, verkörpert, der wiederum in Jesus Manier am Kreuz unter Gewalteinfluss zur Schau gestellt wird, fügt sich die Darstellung eins zu eins zusammen.

IV. Ronald McDonald is everywhere

Culkins/ Cobains/ Christus Peiniger, die Figur von Josh Tillman selbst und schließlich die kleine dünnarmige Figur, die sich aus letzteren Leib heraus zwängt, alle tragen sie die selben gelb-roten Kostüme mit den Ringelärmchen. Beim nächsten Bigmac vielleicht einfach das Bild der fiesen Fratze der Gestalt, die sich wie in Ridley Scotts „Alien“ aus einem menschlichen Körper drückt, vorstellen, das undefinierbare etwas von Burger auf’s Tablett legen und am besten nicht mehr wieder in den Laden mit dem großen M zurückkehren. Ist vielleicht im Zeitalter von Plastikbechern für jeden Kaffee und Klamotten aus Südostasien heuchlerisch, aber tut uns faulen Säcken echt auch nicht weh.

V. George Washington macht’s möglich

Viagra rein, VR-Brille auf und der erste Präsident und Mitbegründer der Vereinigten Staaten startet den virtuellen Wahnsinn. Ihr könnt’s euch denken.