Spürst du’s? – Das Debütalbum von Ziúr verspricht zukunftsweisenden Electronoise

Ziúr © Tereza Mundilová.

Die Berliner Discwoman veröffentlicht im Oktober „U Feel Anything?“ auf dem renommierten Label Planet Mu.

„Die Menschen wollen nicht herausgefordert werden.“ Ziúr macht’s trotzdem. Die Berliner Produzentin lädt seit zweieinhalb Jahren zu LGBTQ-Partys in der Hauptstadt, deren musikalisches Programm das Experimentelle in der elektronischen Musik in den Vordergrund stellt. Dazu hat sie sich in den letzten Monaten nicht nur in ihrer Musik zukunftsweisend gezeigt, sondern mit zwei Mixes auch ihr aktivistisches Dossier aufgepeppt: einer für das feministische Kollektiv Discwoman, sowie eine Diversität zelebrierende Compilation namens Co-Op mit anderen gleichgesinnten Freigeistern wie Bonaventure und Discwoman-Mitgründerin UMFANG.

Was ihre eigene Musik anbelangt, geht Ziúr ebenfalls den Weg des größten Widerstands. Tracks wie „Fever“ und „Lilith“, letzterer mit dem „Eros aus Biltigheim“ RIN, liegen irgendwo zwischen unmelodiösem Techno und digitalen Explosionen verankert. Ziúr stößt gerne vor den Kopf, denn das bringt den anderen schließlich dazu, besser zu denken. Klingt nach Fatima Al Qadiri und Nguzunguzu? Tatsächlich ist neben dem musikalischen Aktivismus auch der Stil ein Anknüpfungspunkt, irgendwie outlandish und gleichzeitig den Begriff des „Andersartigen“ in Frage stellend.

Nach einer Handvoll Remixes und zwei EPs, Taiga im Juni 2016 und Deeform ein Jahr später, bereitet die Zugezogene gerade das Release ihres Debütalbums U Feel Anything? vor. Auf zwei der zwölf Tracks wird sie von Aisha Devi bzw. Zhala unterstützt. U Feel Anything? erscheint am 6. Oktober auf µ-Ziqs Planet Mu Label. Warum eigentlich die Frage im Titel? „Man sollte sich immer in Frage stellen“, sagt Ziúr. „Die Leute sollten offen sein und nicht so hochnäsig.“ Also raus aus der comfort zone und Kopf gegen die Wand, die Welt kann nur besser dadurch werden.

Tracklist:

01 ‘Human Life Is Not a Commodity’
02 ‘U Feel Anything’
03 ‘Soaked’
04 ‘Body of Light’ (feat. Aisha Devi)
05 ‘Cipher’
06 ‘Moonlight’
07 ‘Rituals of Passage’
08 ‘Don’t Buy It’
09 ‘Laughing And Crying Are The Same Things’ (feat. Zhala)
10 ‘Drawn’
11 ‘Arise’
12 ‘Fractals’